{"id":9609,"date":"2021-07-19T12:06:02","date_gmt":"2021-07-19T10:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9609"},"modified":"2026-02-12T14:10:18","modified_gmt":"2026-02-12T12:10:18","slug":"creepshow-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9609","title":{"rendered":"Creepshow (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"288\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Creepshow_WEB.jpg\" alt=\"Stephen King's Creepshow (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-9610\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Creepshow_WEB.jpg 288w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Creepshow_WEB-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wohligen Grusel kannten wir vormals eigentlich nur aus den bunten Gespenster-Geschichten (wahlweise auch Spuk-Geschichten), in denen im Grunde genommen eher harmlose Geister-Stories \u00fcber verwunschene Schl\u00f6sser und verfluchte Gem\u00e4uer stets mit dem gefl\u00fcgelten Wort \u201eSeltsam, aber so steht es geschrieben\u201c endeten. In den Seiten der lieblos zusammengeschnippelten <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5003\" data-type=\"post\" data-id=\"5003\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Williams-Superb\u00e4nde<\/a> dagegen entdeckten wir dann eher harten Tobak, wo in einer schlicht \u201eHorror\u201c betitelten Reihe allerlei Abseitigkeiten, handfester Terror und auch perfider schwarzer Humor dominierten. Dahinter verbargen sich deutsche Ausgaben der DC-Reihen \u201eWitching Hour\u201c und \u201eHouse Of Mystery\u201c, die in Stil und Duktus in der Tradition der ber\u00fcchtigten EC-Comics standen, mit denen Verleger William Gaines vor allem in den 50er Jahren Juwelen des Horror- und Science Fiction-Genres lieferte. In Reihen wie \u201eTales from the Crypt\u201c, \u201eVault of Horror\u201c und \u201eWeird Science\u201c kredenzten Top-Autoren und Zeichner wie etwa <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7565\" data-type=\"post\" data-id=\"7565\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wally Wood<\/a> aufsehenerregende Themen wie Rache, Mord, Psychopathen und teilweise krassen Grusel, der gerne zeitgen\u00f6ssische Themen wie Rassismus und Selbstjustiz verpackte, wobei die Stories stets von einem omin\u00f6sen \u201eCrypt Master\u201c umrahmt wurden, der die Leser heimelig mit \u201efiends\u201c ansprach.<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Wunder also, dass die EC-Comics eine der zentralen Angriffspunkte waren, die Frederic Werthams als Studie umm\u00e4ntelte reaktion\u00e4re Polemik \u201eSeduction of the Innocent\u201c Mitte der 50er aufs Korn nahm und mit Vehemenz in den Orkus schleuderte. Was Wertham nicht \u00e4ndern konnte, war der nachhaltige Eindruck und fast schon legend\u00e4re Ruf, den die EC-Comics bei der Generation genossen, die sie in den 50ern mit hei\u00dfen Ohren verschlungen hatten. Zu eben jenen geh\u00f6ren Regisseur <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6323\" data-type=\"post\" data-id=\"6323\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">George A. Romero<\/a>, der seit Ende der 60er mit seinen Living Dead-Filmen die US-Gesellschaft fein s\u00e4uberlich sezierte, und Stephen King, der mit Romanen wie \u201eCarrie\u201c oder \u201eThe Shining\u201c zum Starautor im Horror-Gerne aufgestiegen war. Nach einem veritablen kommerziellen Flop mit \u201eKnightriders\u201c (der mittlerweile allerdings Kultstatus genie\u00dft), in dem Stephen King sein Leinwanddeb\u00fct gab, tat man sich Anfang der 80er erneut zusammen, um eine liebevolle Hommage an die seligen 50er-EC-Werke abzuliefern. Dabei steuerte King insgesamt f\u00fcnf Stories bei, von denen zwei auf bereits ver\u00f6ffentlichten Geschichten beruhten.<\/p>\n\n\n\n<p>Umfasst von einer Rahmenhandlung, in der ein Pimpf (gespielt von Stephen Kings Sohn, der mittlerweile unter dem Namen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8973\" data-type=\"post\" data-id=\"8973\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Joe Hill<\/a> selbst als Schriftsteller f\u00fcr Aufsehen sorgt) von seinem Vater f\u00fcr den Genuss von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9416\" data-type=\"post\" data-id=\"9416\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Horror-Comics<\/a> gema\u00dfregelt wird (eine feine Parodie der Wertham-Polemik), entfaltet da eine d\u00fcstere Gestalt namens \u201eCreep\u201c jeweils eine kurze Einf\u00fchrung, die dann jeweils in die Geschichte m\u00fcndet. Dabei legte Romero explizit auch optisch Gewicht auf die Comic-Herkunft des Stoffs, indem er Spezialeffekte-Meister Tom Savini engagierte, der stets ein animiertes Intro inszenierte, was dann in Live-Action-Szenen \u00fcberging, die in entscheidenden Momenten zus\u00e4tzliche Comic-Elemente (wie etwa expressiv rote Farbgebung f\u00fcr die Schreck- und Gewaltsequenzen oder auch Bildvignetten) enthielten. So f\u00fchrte der Creep durch den Reigen der Stories: in \u201eFather\u2019s Day\u201c r\u00e4cht sich ein gemeuchelter Familientyrann aus dem Jenseits, \u201eThe Lonesome Death Of Jordy Verrill\u201c liefert mit einem von einer au\u00dferirdischen Lebensform \u00fcbernommenen Hillbilly (gespielt von Stephen King) eine feine Variation von Lovecrafts <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8495\" data-type=\"post\" data-id=\"8495\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eThe Color From Space\u201c<\/a>, in \u201eSomething to tide over you\u201c nimmt ein geh\u00f6rnter Ehemann grausame Vergeltung an Frau und Liebhaber, \u201eThe Crate\u201c erz\u00e4hlt \u2013 wie der Creep schon am Anfang ank\u00fcndigt \u2013 was wirklich aus dem Ding aus einer anderen Welt wurde, und \u201eThey\u2019re creeping up on you\u201c f\u00fchrt einen gewissenlosen Firmenlenker seiner gerechten Bestimmung in Form von Unmengen an Ungeziefer zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit expressiver Gestaltung, einer mehr als hochkar\u00e4tigen Besetzung (neben Stephen King geben sich z.B. Leslie Nielsen, Ed Harris, Ted Danson, Adrienne Barbeau und Fritz Weaver die Ehre) und fiesen Seitenhieben auf die US-Gesellschaft in ihrer Egozentrik, Medien-Besessenheit (der M\u00f6rder in \u201eSomethin to tide over you\u201c bannt alles auf Video) und R\u00fcckst\u00e4ndigkeit (Verrill, bei dem im Fernsehen reagansche Anti-Rot-Propaganda l\u00e4uft, l\u00e4sst sich lieber mit Moos \u00fcberwachsen als Hilfe beim Arzt zu suchen \u2013 kennen wir ganz aktuell wieder irgendwoher, oder?) und Gier avancierte der Film zum achtbaren Hit, dem man gleich zum Erscheinen 1982 ganz folgerichtigerweise nicht das allseits beliebte Buch zum Film, sondern eine Comic-Fassung zur Seite stellte. Altmeister Bernie Wrightson, seinerzeit Heavy Metal-Magazin-Star, inszenierte dort als kongenialer 50er-Jahre-Sch\u00fcler die f\u00fcnf Episoden in durchg\u00e4ngig gruseligem Duktus, wobei die Rahmenhandlung des Films entfiel, der Creep aber immer noch wie in seligen EC-Comics jeweils zu den Geschichten einlud (die Leser dabei aber als \u201eKinder\u201c ansprach). Offenkundig als Erg\u00e4nzung zur erfolgreichen Gespenster-Geschichten-Reihe brachte der Bastei-L\u00fcbbe-Verlag die Sause 1989 schon einmal hierzulande in einer Ausgabe unter die Leser, die mittlerweile nur noch als Sammlerexemplar zu finden ist. Umso lobenswerter also, dass man uns bei Splitter ein sch\u00f6n aufgemachtes, gro\u00dfformatiges Hardcover spendiert, das mit einem kenntnisreichen Essay von Sven Jachmann sowie diversen Szenenfotos aufwartet. Wir sagen: Creeps! (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/creepshow.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/creepshow.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Creepshow<\/a><br>Text: Stephen King, George A. Romero<br>Bilder: Bernie Wrightson<br>72 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>19,80 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96792-049-9<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D9609\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9609\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Creepshow (Splitter) &raquo; Comicleser #Berni Wrightson #Bernie Wrightson #Creepshow #Einzelband  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohligen Grusel kannten wir vormals eigentlich nur aus den bunten Gespenster-Geschichten (wahlweise auch Spuk-Geschichten), in denen im Grunde genommen eher harmlose Geister-Stories \u00fcber verwunschene Schl\u00f6sser und verfluchte Gem\u00e4uer stets mit dem gefl\u00fcgelten Wort \u201eSeltsam, aber so steht es geschrieben\u201c endeten. 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