{"id":9197,"date":"2021-02-22T14:01:17","date_gmt":"2021-02-22T12:01:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9197"},"modified":"2021-03-02T13:09:46","modified_gmt":"2021-03-02T11:09:46","slug":"deutsche-comicforschung-2021-comicplus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9197","title":{"rendered":"Deutsche Comicforschung 2021 (Comicplus)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"280\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Deutsche-Comicforschung-2021_WEB.jpg\" alt=\"Deutsche Comicforschung, Band 17: 2021 (Comicplus)\" class=\"wp-image-9198\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Deutsche-Comicforschung-2021_WEB.jpg 280w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Deutsche-Comicforschung-2021_WEB-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Comics sind nicht wirklich noch immer ein relativ \u201eneues\u201c Medium. Die Art und Weise des sequenziellen Erz\u00e4hlens gibt es schon seit langer Zeit, auf jeden Fall lange, lange bevor der Begriff \u201eComics\u201c sich etablierte und Sprechblasen die Bilder zierten. Ein Beispiel davon pr\u00e4sentiert Eckart Sackmann in seiner aktuellen Auflage der Deutschen Comicforschung f\u00fcr das Jahr 2021: Der sog. Schneiderbalken im K\u00f6lner Dom, aus dem 15. Jahrhundert , der elf Szenen der Passion Christi zeigt, die in ihrer G\u00e4nze auch als Simultanbild interpretiert werden k\u00f6nnen (Simultanbild ist ein Bild mit eine sequenziellen Abfolge darin, die man sich beim Betrachten erschlie\u00dfen muss). Schon danach wird es weniger abstrakt und daf\u00fcr moderner in Sachen Comics. Das Leben und Werk des Tschechen Karel Kl\u00edc\/Karl Klietsch wird beleuchtet, der 1841 in Nordb\u00f6hmen geboren wurde und der in verschiedenen L\u00e4ndern (u.a. Ungarn, Slowenien) auch in Deutsch sprachigen Zeitschriften Comics ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun folgt ein Artikel \u00fcber Fritz Baumgarten (geb. 1883), der bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts Bilderb\u00fccher illustrierte, die zum Teil auch heute noch aufgelegt werden und dabei auch Bildergeschichten und Kurz-Comics in Kinderkalendern schuf. Anschlie\u00dfend wird ein \u201eBilderroman\u201c (!) von Adolf Uzarski vorgestellt \u2013 eine Geschichte, bestehend aus 48 Bildern, \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8071\" data-type=\"post\" data-id=\"8071\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kolonialpolitik<\/a> europ\u00e4ischer Gro\u00dfm\u00e4chte, die 1929 in der Mitgliederzeitschrift der sozialdemokratischen Buchgemeinschaft \u201eDer B\u00fccherkreis\u201c ver\u00f6ffentlicht wurde. Mit Untertexten mit feinster S\u00fctterlin Schrift. Interessant auch der Bericht \u00fcber die Herr Adabei-Strips von Ladislaus Tuszynski. Herr Adabei (Auch dabei \u2013 got it?) war das beliebte Maskottchen der Wiener Kronenzeitung, wobei sich Tuszynski auch einen Namen als \u00f6sterreichischer Trickfilmpionier machte. \u201eOnkel Tapps auf Weltreise\u201c hie\u00df der Strip von Franz J\u00fcttner, der 1937 und 1938 in der Zeitschrift \u201eBl\u00fctenregen\u201c lief \u2013 mit Sprechblasen und Reimen als Untertexte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wenig \u00fcber manche fr\u00fchen Comic-Schaffende bekannt ist, zeigt auch der Artikel \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichungen Jonny Reinischs, von man selbst kaum mehr wei\u00df als sein Name und die Vermutung, das er in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7065\" data-type=\"post\" data-id=\"7065\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> lebte. Reinisch ver\u00f6ffentlichte ausschlie\u00dflich und gr\u00f6\u00dftenteils in den drei\u00dfiger Jahren in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=6683\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=6683\" target=\"_blank\">Automobil<\/a>-Zeitschriften (schon damals gab es die ADAC Motorwelt). Ein treffendes Beispiel eines K\u00fcnstlers, von dem lediglich sein Werk blieb \u2013 und auch das muss man suchen und recherchieren. \u201eComics \u2013 Anatomie eines Massenmediums\u201c erschien 1970 von Reinhold Reitberger und Wolfgang J. Fuchs (der u.a. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4205\" data-type=\"post\" data-id=\"4205\" target=\"_blank\">\u201ePrinz Eisenherz\u201c<\/a> \u00fcbersetzte), galt lange als Standard in Sachen Sekund\u00e4rmaterial zum Medium und wird hier n\u00e4her beleuchtet. Im vorletzten Artikel wird das umfangreiche Comicwerk (immerhin \u00fcber 700 Seiten!) des ber\u00fchmten und fr\u00fch verstorbenen Karikaturisten Bernd Pfarr (\u201eSondermann\u201c) vorgestellt und abschlie\u00dfend geht es bis in die Gegenwart, wenn ausf\u00fchrlich \u00fcber den Werdegang und die Geschichte von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4728\" data-type=\"post\" data-id=\"4728\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">deutschsprachigen Comiczeichnerinnen<\/a> berichtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausgaben der Deutschen Comicforschung erscheinen seit 2005 \u2013 pro Jahr ein Band \u2013 und behandeln und erkunden die Geschichte des Mediums im deutschsprachigen Raum, auch des ehemaligen (siehe den Artikel \u00fcber Karel Kl\u00edc\/Karl Klietsch). Herausgeber ist Eckart Sackmann, der zu 50 % hinter dem Verlag Comicplus steht, welcher k\u00fcnftig <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8648\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8648\" target=\"_blank\">auf Sparflamme<\/a> weitergef\u00fchrt wird, u.a. mit eben dieser Reihe (f\u00fcr die Sackmann zuletzt 2017 mit dem PENG!-Preis beim <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7912\" data-type=\"post\" data-id=\"7912\" target=\"_blank\">Comicfestival in M\u00fcnchen<\/a> ausgezeichnet wurde). Wie bei jeder Ausgabe kann nur \u00fcber die sorgf\u00e4ltigen Recherchearbeiten und Fundst\u00fccke staunen, die hier als Comicsch\u00e4tze gehoben werden, wobei Sackmann und seine Kollegen die Artikel reich bebildert und f\u00fcr Interessierte klar verst\u00e4ndlich gestalten. Bei einem kleinen Teil der Auflage dieses aktuell 17. Bandes wurden ab der Seite 98 die Druckb\u00f6gen vertauscht, weshalb zwei Artikel nicht komplett lesbar sind. Ausgaben mit diesem Fehler k\u00f6nnen nat\u00fcrlich kostenlos umgetauscht werden. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.comicforschung.de\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.comicforschung.de\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsche Comicforschung 2021 (Band 17)<\/a><br>von Eckart Sackmann, Andreas Dierks u.a.<br>144 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Verlag Sackmann &amp; H\u00f6rndl<br>39 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-89474-318-5<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D9197\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=9197\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Deutsche Comicforschung 2021 (Comicplus) &raquo; Comicleser #Andreas Dierks #Bernd Pfarr #Deutsche [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comics sind nicht wirklich noch immer ein relativ \u201eneues\u201c Medium. 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