{"id":8756,"date":"2020-08-28T13:06:43","date_gmt":"2020-08-28T11:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8756"},"modified":"2020-08-28T13:10:07","modified_gmt":"2020-08-28T11:10:07","slug":"chaplin-ein-leben-fuer-den-film-panini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8756","title":{"rendered":"Chaplin \u2013 Ein Leben f\u00fcr den Film (Panini)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"284\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Chaplin_WEB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8757\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Chaplin_WEB.jpg 284w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Chaplin_WEB-213x300.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Keine Filmfigur ist \u2013 losgel\u00f6st von ihren eigentlichen Werken \u2013 so bekannt wie Charlie Chaplins Tramp, wobei die Kunstfigur mit der Person dahinter gerne gleichgesetzt wird. Auch wer noch nie einen seiner Stummfilme gesehen hat, kennt dennoch Charlie, den Tramp, mit seiner Melone, den weiten Klamotten, \u00fcbergro\u00dfen Schuhen samt Bambusstock. Eine Ikone. Diese Graphic Novel folgt nun in erster Linie dem Leben Chaplins, begleitet von seinen Filmen, und geht dabei ganz bewusst und konventionell chronologisch vor, von der Geburt bis zum Tod des ber\u00fchmten Schauspielers und Regisseurs. Ein ambitioniertes Unterfangen, 88 Jahre, davon \u00fcber 50 beim Film, in gerade mal 70 Comicseiten zu pressen. Der belgische Autor Bernard Swysen (der auch schon mit dem gerade verstorbenen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6791\" target=\"_blank\">Andr\u00e9-Paul Duch\u00e2teau<\/a> zusammenarbeitete) und der franz\u00f6sische Zeichner Bruno Bazile haben sich dennoch dieser Aufgabe gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Charles Chaplin wird 1889 in London geboren. Sein Vater, ein Variet\u00e9-K\u00fcnstler, k\u00fcmmert sich wenig um ihn und seinen Halbbruder Sydney. So liegt es nach der fr\u00fchen Trennung der Eltern an der Mutter, die beiden S\u00f6hne zu erziehen und durchzubringen. Sozialer Abstieg und eine Kindheit in Armut sind die Folge. Schon als Kind tritt Charlie in Theaterst\u00fccken auf, um dem tristen Alltag zu entfliehen und Geld zu verdienen, unterst\u00fctzt von Sydney. Bis ihn der Theaterproduzent Fred Karno gemeinsam mit einer Schauspieltruppe (zu der \u00fcbrigens auch ein gewisser Stan Laurel geh\u00f6rt) auf eine Tournee durch die USA schickt \u2013 was letztendlich zum Kontakt zur bereits boomenden <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8719\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Filmindustrie<\/a> f\u00fchrt. Swysen und Bazile r\u00e4umen dieser pr\u00e4genden Kinder- und Jugendzeit angenehm viel Platz ein \u2013 es dauert 26 Seiten, bis Chaplin erstmals f\u00fcr Mack Sennett vor einer Kamera steht. Viele R\u00fcckschl\u00e4ge, die angeschlagene Gesundheit der Mutter, das Leben im Armenhaus und auf der Stra\u00dfe, was die beiden Br\u00fcder letztlich zusammenschwei\u00dft, werden ausf\u00fchrlich geschildert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es Schlag auf Schlag. F\u00fcr Sennetts Keystone dreht Chaplin (Kurz-) Filme am Flie\u00dfband, alle nach gleichem, so verlangten Muster, n\u00e4mlich mit einer finalen, w\u00fcsten Verfolgungsjagd. Binnen kurzer Zeit werden Chaplin, bzw. seine Filmfigur, bekannt und beliebt. Sein Gehalt steigt mit seiner Ber\u00fchmtheit und sein Wunsch nach k\u00fcnstlerischer Kontrolle und Unabh\u00e4ngigkeit wird immer gr\u00f6\u00dfer. Doch sollte es bis nach der Gr\u00fcndung der United Artists 1919 dauern (sein Vertrag mit First National endetet erst 1923), ehe Chaplin f\u00fcr seine Filme alleinverantwortlich ist (er komponiert dann auch selbst die Musik) und sein ber\u00fcchtigter Perfektionismus am Set immer wieder f\u00fcr Verz\u00f6gerungen und\/oder \u00c4rger sorgt. Hier schreitet der Band schneller voran, viele Filme werden nur kurz erw\u00e4hnt, der Fokus bleibt oft auf dem Privatleben, das durchzogen ist von Liebschaften mit seinen jungen, oft noch minderj\u00e4hrigen Schauspielerinnen und den einen oder anderen daraus entstehenden (oder vertuschten) Skandal.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"204\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Chaplin_Panel-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8759\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Chaplin_Panel-1.jpg 400w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Chaplin_Panel-1-300x153.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption>Dreharbeiten zu \u201eGoldrausch\u201c<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Zeit bei United Artists, deren Mitbegr\u00fcnder er ist, kommt der Tonfilm auf und Chaplins von vielen damals als bizarre Sturheit angesehene Haltung, dennoch am Stummfilm festzuhalten, \u00e4u\u00dferst sich in \u201eCity Lights\u201c (1931) und \u201eModern Times\u201c (1936), die dennoch beide &nbsp;zu gro\u00dfen Erfolgen avancieren. Doch erstmals wirft ihm der Presse kommunistischen Ansichten vor. Privat l\u00e4uft es da besser: Anfang der Vierziger lernt er nach einer verheerenden Beziehung mit Joan Barry die junge Oona O\u2019Neil kennen. Wieder heiratet er, doch diesmal h\u00e4lt die Ehe, die zudem kinderreich werden wird (acht Kinder &#8211; seine Tochter Geraldine sollte viel sp\u00e4ter in Richard Attenboroughs &nbsp;Filmbiographie Chaplins Mutter spielen). Nach \u201eMonsieur Verdoux\u201c und \u201eLimelight\u201c verweigert man ihm im Rahmen der Kommunistenhatz in der McCarthy \u00c4ra (Stichwort \u201eunamerikanischer Umtriebe\u201c) die R\u00fcckkehr in die USA. So muss er dem Land, dem er alles verdankt, den R\u00fccken kehren und lebt fortan in der Schweiz. Erst 1972, als man ihm den Ehrenoscar verleiht, erf\u00e4hrt er dort sp\u00e4te Wiedergutmachung und erneute Anerkennung\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich versteht es Autor Bernard Swysen, vieles in seine Comic-Biographie zu packen. Es gibt etliches zu lesen, ohne jedoch dass die Panels, die Bruno Bazile mit einem leichten Funny-Touch gestaltet, \u00fcberfrachtet wirken. Nat\u00fcrlich wird vieles nur schlaglichtartig oder kurz erw\u00e4hnt \u2013 durch die episodischen Ereignisse, die st\u00e4ndig neue Informationen enthalten, kann eben kein durchg\u00e4ngiger Lesefluss entstehen. Und etwas mehr Einblicke in die Arbeitsweise Chaplins, der immer wieder haderte und seinen Platz im aktuellen Filmgeschehen suchte, h\u00e4tte man sich dennoch gew\u00fcnscht. Dass er ein rechter Schweren\u00f6ter war, wird offensichtlich. Und die anf\u00e4ngliche Konzentration auf die harte Kindheit in <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7838\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">London<\/a> war sicher nicht jedem bekannt. Wer in straffer und dennoch unterhaltsamer Form etwas \u00fcber das Leben der gr\u00f6\u00dften aller Filmikonen erfahren will, dem sei der Band w\u00e4rmstens empfohlen. &nbsp;Ansonsten verweisen wir gerne auf Chaplins Filme, denn die werden, wie die Figur des Tramps, nie wirklich altern. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/paninishop.de\/charlie-chaplin-tv-und-film-humor-comics\/charlie-chaplin-ein-leben-fuer-den-film-ydchap001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chaplin \u2013 Ein Leben f\u00fcr den Film<\/a><br>Text: Bernard Swysen<br>Bilder: Bruno Bazile<br>88 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Panini Comics<br>20 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-7416-1951-9<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D8756\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8756\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Chaplin \u2013 Ein Leben f\u00fcr den Film (Panini) &raquo; Comicleser #Bernard Swysen #Bruno Bazile #Cha [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Filmfigur ist \u2013 losgel\u00f6st von ihren eigentlichen Werken \u2013 so bekannt wie Charlie Chaplins Tramp, wobei die Kunstfigur mit der Person dahinter gerne gleichgesetzt wird. 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