{"id":8641,"date":"2020-06-25T12:55:46","date_gmt":"2020-06-25T10:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8641"},"modified":"2020-06-25T12:57:26","modified_gmt":"2020-06-25T10:57:26","slug":"shanghai-dream-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8641","title":{"rendered":"Shanghai Dream (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"287\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Shanghai-Dream_WEB.jpg\" alt=\"Shanghai Dream (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-8642\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Shanghai-Dream_WEB.jpg 287w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Shanghai-Dream_WEB-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Berlin, Ende 1938. Das Ehepaar Bernhard und Illo \u2013 er Regie-Assistent, sie Drehbuchautorin \u2013 arbeitet f\u00fcr die UFA. Oder besser: arbeitete. Denn beide sind Juden und durch die Rassengesetze der Nazis praktisch mit einem Berufsverbot belegt. Und damit ihrer Existenzgrundlage beraubt. Eigentlich wollten Sie fliehen, weg aus Deutschland, weg von den Nazis. Doch Illos \u00e4ltlichem Vater zuliebe, einem hochdekorierten Veteran des Ersten Weltkriegs, sind sie geblieben. Was soll schon geschehen, wenn man einen deutschen Kriegsheld als Vater hat? Doch die Realit\u00e4t holt sie bitter ein. Das Leben wird immer gef\u00e4hrlicher, die \u00dcbergriffe der Nazis h\u00e4ufen sich und schlie\u00dflich bleibt nur der Weg ins benachbarte Ausland. Doch der ist versperrt, bzw. f\u00fcr den Vater nicht zu stemmen, der keine langen Fu\u00dfm\u00e4rsche mehr bestreiten kann. Nur ein Weg bleibt \u00fcbrig: nach Shanghai und von dort sp\u00e4ter in die USA. Ein letztes Mal schafft es Illos Vater, seine Beziehungen spielen zu lassen und tats\u00e4chlich gelingt es, die \u00dcberfahrt und die Ausreise zu organisieren. Aber nur f\u00fcr zwei Personen. Schweren Herzens lassen Bernhard und Illo den Vater zur\u00fcck\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der\nMachtergreifung durch die Nazis flohen zahllose Juden und andere Verfolgte,\ndarunter viele Wissenschaftler und K\u00fcnstler, aus dem Deutschen Reich. Die\nmeisten w\u00e4hlten den Weg \u00fcber Frankreich oder England und dann in die USA. Was\nweniger bekannt ist: Auch Shanghai wurde zum Fluchtpunkt. Dort bildete sich\nschnell eine j\u00fcdische Gemeinde mit rund 20.000 Fl\u00fcchtlingen. Die Stadt war zwar\nvon den Japanern (und anderen Besatzungsm\u00e4chten) besetzt, die die Juden jedoch\nnicht verfolgten, auch auf Dr\u00e4ngen der Nazis nicht. Dennoch waren die\nLebensumst\u00e4nde dort hart. Arbeit und Unterk\u00fcnfte Mangelware. Und doch wird\nShanghai f\u00fcr Bernhard und Illo zur Projektion f\u00fcr ein besseres Leben, ein Ort,\nin dem sie ihre Tr\u00e4ume verwirklichen wollen. Denn Illo hat ein Drehbuch\ngeschrieben, auf das ihr Mann gro\u00dfe St\u00fccke h\u00e4lt. Er will es in Shanghai\nverfilmen, denn in der Stadt ist ebenfalls Filmindustrie ans\u00e4ssig. Doch einmal\nmehr soll die d\u00fcstere Realit\u00e4t die bunten Tr\u00e4ume vertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr zur Story\nwollen wir hier nicht preisgeben, das w\u00e4re fatal. Die Geschichte, in der\nBernhard immer mehr zum Hauptakteur wird, steckt voller Dramatik. Zuerst will\nund kann die Familie nicht verstehen, dass sich der Hass der Nazis gegen sie richtet.\nUnd gegen den Vater, der doch so tapfer f\u00fcr seine deutsche Heimat k\u00e4mpfte. Doch\nwird das Klima immer repressiver, was Bernhard auch am eigenen Leib erfahren\nmuss. Dann die riskante, verzweifelte Flucht, die f\u00fcr ihn so ganz anders\nverl\u00e4uft als geplant. Und schlie\u00dflich angekommen legt man in Shanghai nicht an\nder westlich und damit verhei\u00dfungsvoll aussehenden Altstadt an, sondern am\n\u00e4rmlichen Bezirk Hongkou, der sp\u00e4ter, als die Japaner Shanghai komplett\nbesetzen, zum Ghetto f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge werden soll. Vom Regen in die Traufe,\naber immerhin nicht verfolgt. Unter widrigsten Umst\u00e4nden versucht Bernhard,\nseinen Film, den er inzwischen \u201eShanghai Dream\u201c nennt, umzusetzen und muss auch\ndabei immer wieder gef\u00e4hrliche R\u00fcckschl\u00e4ge in Kauf nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Macher des Bandes, der \u2013 im Original ein Zweiteiler \u2013 bei Splitter im Double-Format erscheint, sind Autor Philippe Thirault, der u.a. durch <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u201eR\u00fcckkehr nach Belzagor\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7356\" target=\"_blank\">\u201eR\u00fcckkehr nach Belzagor\u201c<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u201eHeiligtum Genesis\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3400\" target=\"_blank\">\u201eHeiligtum Genesis\u201c<\/a> bekannt ist und Jorge Miguel, der bereits die Science Fiction Reihe \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Die Ausgestossenen von Orion\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6924\" target=\"_blank\">Die Ausgestossenen von Orion\u201c<\/a> zeichnete und der hier einen realistischen wie sachlichen, beinahe klassischen frankobelgischen Stil pflegt. Ihre Schilderung eines fiktiven Fl\u00fcchtlingsschicksals vor einem Regime, das jegliche Menschlichkeit ohne Gewissen begraben hat, fernab und entwurzelt von der Heimat in einem fremden Kulturkreis, ist exemplarisch wie tragisch und steckt leider noch immer voller mahnender Aktualit\u00e4t. Nicht nur von daher geben wir \u201eShanghai Dream\u201c eine unbedingte Leseempfehlung. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/shanghai-dream.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Shanghai Dream (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Shanghai Dream<\/a><br>Text: Philippe Thirault<br>Bilder: Jorge Miguel<br>112 Seiten in Farbe, Hardcover <br>Splitter Verlag<br>22 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96219-510-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D8641\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8641\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Shanghai Dream (Splitter) &raquo; Comicleser #Double #Graphic Novel #Jorge Miguel #Philippe Thirau [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, Ende 1938. 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