{"id":8474,"date":"2020-04-01T12:46:56","date_gmt":"2020-04-01T10:46:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8474"},"modified":"2020-04-01T12:50:56","modified_gmt":"2020-04-01T10:50:56","slug":"berserker-unbound-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8474","title":{"rendered":"Berserker Unbound (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"283\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Berserker-Unbound_WEB.jpg\" alt=\"Berserker Unbound (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-8475\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Berserker-Unbound_WEB.jpg 283w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Berserker-Unbound_WEB-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bastardk\u00f6nig, Barbar, Berserker \u2013 unser Held tr\u00e4gt zwar keinen Namen, daf\u00fcr aber viele Titel. Als der m\u00e4chtige Krieger von imposanter Statur endlich wieder zu seiner Familie zur\u00fcckkehrt, findet er Frau und Tochter niedergemetzelt vor. Sogleich wird auch er angegriffen, schafft es jedoch, sich der \u00dcbermacht zu erwehren. Doch die Gegner sind zu zahlreich, selbst f\u00fcr ihn. So flieht er in eine unbekannte H\u00f6hle. Dort entdeckt er magische, neon-leuchtende Zeichen bzw. Runen an der Wand und findet sich nach einer Ohnmacht an einem anderen Ort wieder. Und in einer anderen Zeit. N\u00e4mlich der unsrigen. Hier, im Wald am Rande der Gro\u00dfstadt, haust der obdachlose Joe Cobb, der den bewusstlosen und verletzten Berserker aufsammelt. Bald bilden die beiden ein ungleiches Paar: der eine gro\u00df und kr\u00e4ftig, der andere schm\u00e4chtig. Man spricht verschiedene Sprachen, versteht jeweils kein Wort und freundet sich dennoch an. Bis die \u201eIdylle\u201c j\u00e4h gest\u00f6rt wird\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner vierteiligen Miniserie, die im Original bei Dark Horse erschien und nun bei Splitter in einem Band zusammengefasst ist, nimmt sich der Kanadier <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Jeff Lemire (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7770\" target=\"_blank\">Jeff Lemire<\/a> (aktuell u.a. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Ascender (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8349\" target=\"_blank\">Ascender<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Black Hammer (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8336\" target=\"_blank\">Black Hammer<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Gideon Falls (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7863\" target=\"_blank\">Gideon Falls<\/a>) dem Fantasy\/Sword &amp; Sorcery Genre an und verwurstet dabei diverse Motive, ohne diese gro\u00df kaschieren zu wollen. Dazu gesellt sich ein Culture Clash, garniert mit diversen aufw\u00e4ndig inszenierten Schlacht- und Kampfszenen. Und den Humor vergisst Lemire auch nicht. Einen archaischen Kraftprotz, der in die Gegenwart bzw. in unsere Zivilisation versetzt wird, gab es schon 1970, als Arnold Schwarzenegger reichlich unbeholfen (und akustisch unfassbar unfreiwillig komisch) den Herkules in New York gab (umgekehrt gab\u2019s das auch \u2013 von der \u201eZivilisation\u201c ins Unbekannte, siehe beispielsweise John Carter). Doch ist der Berserker hier weit entfernt von jeder G\u00f6ttlichkeit, vielmehr erinnert er \u2013 voll beabsichtigt \u2013 an die <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Figur des Conan (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7973\" target=\"_blank\">Figur des Conan<\/a>, den ber\u00fchmten Barbaren, den Robert E. Howard erdachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aussehen, Haarpracht und Ausr\u00fcstung k\u00f6nnen und sollen den <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"barbarischen Urahn (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8295\" target=\"_blank\">barbarischen Urahn<\/a> nicht verneinen. Auch ein wunderbarer Gag nimmt Bezug auf die erste Conan-Verfilmung, bzw. direkt auf Herrn Schwarzenegger. Ein anderer \u2013 das mag nicht jedem mehr gel\u00e4ufig sein \u2013 nimmt den Schmalzroman-Coverhelden der 80er Jahre aufs Korn, denn Joe nennt seinen neuen Kumpel \u201eFabio\u201c\u2026 Spass macht der Band vor allem wegen der aufgezeigten Gegens\u00e4tze, nicht nur in der Physiognomie der beiden Hauptakteure: W\u00e4hrend der Berserker seine Monologe in typischem Barbaren-Sprech absolviert (Den Hexerk\u00f6nig in der Goldenen Stadt t\u00f6ten, Rache, etc.), geht es bei Joe meist um banale Dinge, wie Sattwerden und Einsamkeit. Und als die beiden in die Stadt marschieren, will Joe von der \u00f6rtlichen Tafel Essen organisieren, w\u00e4hrend \u201eFabio\u201c glaubt, man treffe einen \u201eRunenmeister\u201c, der die R\u00fcckkehr in seine Zeit erm\u00f6glicht. Doch finden die beiden auch Gemeinsamkeiten, die sie verbinden: Auch Joe hat seine Familie tragisch verloren und ist aus der Bahn geraten, wenn auch nicht zeitlich, sondern gesellschaftlich. Und sp\u00e4ter wird der Berserker selbst Gelegenheit haben, seine Schuld gegen\u00fcber Joe zu begleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Originalit\u00e4t w\u00fcnscht man sich beim Lesen, dass Lemire hier und da storytechnisch etwas mehr in die Tiefe gegangen w\u00e4re &#8211; alles geht sehr schnell und f\u00fchlt sich immer wieder wie eine (zweifelsohne gekonnte) Finger\u00fcbung an \u2013 oder eine furiose Achterbahnfahrt, die zu fr\u00fch vorbei ist. Ein gro\u00dfes Pfund sind die Zeichnungen des Brasilianers <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mike Deodato Jr. (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6326\" target=\"_blank\">Mike Deodato Jr.<\/a>, der seit Jahrzehnten erfolgreich im US-Markt unterwegs ist (wer erinnert sich noch an seinen Besuch beim <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Comicsalon in Erlangen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6833\" target=\"_blank\">Comicsalon in Erlangen<\/a> 1998?). Ruhige, stimmige Panels (auch Dank der Kolorierung von Frank Martin) wechseln sich ab mit epischen Schlachtpanoramen \u00fcber Doppelseiten hinweg, die kraftvoll und dynamisch daherkommen. Dazu verwendet Deodato neben feinen Linienstrukturen immer wieder Raster, die den Bildern zus\u00e4tzliche Tiefe verleihen. Diverse Variant-Cover (u.a. von <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mike Mignola (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8229\" target=\"_blank\">Mike Mignola<\/a> und Descender\/Ascender Zeichner <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Dustin Nguyen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7611\" target=\"_blank\">Dustin Nguyen<\/a>) und einige Schwarz-Wei\u00dfe Skizzenseiten beschlie\u00dfen den Band. Wer wei\u00df, vielleicht kehren Lemire und Deodato nochmal zu ihrem Berserker zur\u00fcck. Gen\u00fcgend \u201eunbenutzte\u201c  Runen g\u00e4be es jedenfalls noch. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/berserker-unbound.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Berserker Unbound (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Berserker Unbound<\/a><br>Text: Jeff Lemire<br>Bilder: Mike Deodato Jr., Frank Martin (Farben)<br>136 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag <br>19,80 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96219-373-7<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D8474\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8474\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Berserker Unbound (Splitter) &raquo; Comicleser #Berserker Unbound #Einzelband #Fantasy #Frank Mar [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bastardk\u00f6nig, Barbar, Berserker \u2013 unser Held tr\u00e4gt zwar keinen Namen, daf\u00fcr aber viele Titel. 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