{"id":792,"date":"2012-12-12T22:37:35","date_gmt":"2012-12-12T20:37:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=792"},"modified":"2012-12-12T22:38:20","modified_gmt":"2012-12-12T20:38:20","slug":"kililana-song-band-1-schreiber-leser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=792","title":{"rendered":"Kililana Song, Band 1 (Schreiber &#038; Leser)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-793 alignleft\" title=\"Kililana Song, Band 1\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Kililana-Song.jpg\" width=\"295\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Kililana-Song.jpg 295w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Kililana-Song-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/p>\n<p>Lamu ist eine Insel und eine alte Stadt an der K\u00fcste Kenias und seit 2001 sogar Unesco Weltkulturerbe. Dort lebt der elfj\u00e4hrige Naim. Manche sagen, er sei ein Stra\u00dfenkind. Oder Gassenjunge. Lausbub trifft da eher zu. Naim schw\u00e4nzt liebend gerne die Koranschule, sehr zum Missfallen seines Bruders Hassan, der ein gl\u00e4ubiger Moslem ist. Hassan jagt Naim deshalb gerne quer durch die Stadt, ein Running Gag im wahrsten Sinne des Wortes, der sich fast durch den ganzen Band zieht. So lebt der Junge gerne in den Tag hinein, h\u00e4ngt lieber mit seinem Kumpel Selim herum, besorgt f\u00fcr den alten Nacuda die Alltagsdroge Qat, zockt die einen oder anderen Touristen ab und l\u00e4sst ansonsten alle F\u00fcnfe gerade sein.<\/p>\n<p>Doch irgendetwas braut sich zusammen in Lamu. Da ist zum einen Kapit\u00e4n G\u00fcnter Vogels, dessen Schiff nach einem Motorschaden in den Hafen geschleppt wurde und der deshalb Hals \u00fcber Kopf seine hei\u00dfe Ware \u00fcber Bord werfen musste. Dann ist da noch der Kokain s\u00fcchtige Jean-Philippe und vor allem ein geheimnisvoller alter Mann, der an einem einsamen Ort namens Kililana \u00fcber einen riesigen, heiligen Baum wacht. Und just dort tauchen Beamte der Baubeh\u00f6rde auf, um das Land f\u00fcr sich zu beanspruchen. Und nach und nach erkennt der geneigte Leser, dass die einzelnen Nebenschaupl\u00e4tze und \u2013erz\u00e4hlstr\u00e4nge irgendwie miteinander verwoben sind. Schlie\u00dflich macht auch Naim unfreiwillig die Bekanntschaft mit dem alten Mann und wird so in die Geschichte mit hineingezogen. Fortsetzung und Aufl\u00f6sung folgen im zweiten, abschlie\u00dfenden Band.<\/p>\n<p>Eine Kindheit in Kenia, so der Untertitel. Mit leichter Hand und lockerem Humor erz\u00e4hlt. Wie Flao die Handlung im n\u00e4chsten Band zusammenf\u00fchrt und aufl\u00f6st, da sind wir gespannt. Einstweilen am\u00fcsieren wir uns k\u00f6niglich \u00fcber den unbek\u00fcmmerten Naim und seinem kindlichen Charme, der immer wieder seinem Bruder entwischt. Und sind besorgt \u00fcber die aufziehenden dunklen Wolken, die bedrohliche Schatten auf seine kleine, heile Welt zu werfen drohen. Zeichnerisch gelingt Flao ein seltener Spagat. Seine Bilder sind nicht sonderlich filigran, bisweilen fast schon grob. Er beschr\u00e4nkt sich in seinen Darstellungen mitunter auf das N\u00f6tigste oder Wichtigste und arbeitet seine Panels nicht immer komplett aus. Und trotzdem schafft er damit atmosph\u00e4rische Tableaus, was v.a. dem geschickten weil sparsamen Einsatz der Farben, den starken Charakteren und deren perfekter Mimik geschuldet ist. Dann verbl\u00fcfft er mit ganz- oder gar doppelseitigen Ansichten und Perspektiven der Stadt und ihren engen Gassen, von Naims Haus, vom Hafen oder einfach nur des Meeres mit einem kleinen Segelboot. Die \u00d6rtlichkeiten der Stadt sind so genau getroffen, dass ehemalige Urlauber und Leser des Bandes verbl\u00fcfft einzelne H\u00e4user wie beispielsweise die Kneipe wieder erkennen, in der Naim eine Cola spendiert bekommt (Danke an Gigi f\u00fcr die Info).<\/p>\n<p>Und so langsam aber sicher erkennen wir Leser, dass wir richtig Gl\u00fcck hatten bei der Wahl dieses Comics und dass wir da etwas ganz besonderes vor uns haben: Eine seltene Einheit von Text und Bild, sprich, ein richtig gutes Comic, erfrischend abseits vom Mainstream und dennoch zug\u00e4nglich und hochgradig unterhaltsam. Hoffen wir, dass der abschlie\u00dfende zweite Band nicht zu lange auf sich warten l\u00e4sst, aber geben wir Benjamin Flao die Zeit, die er daf\u00fcr braucht. Denn schlie\u00dflich soll es ja auf dem gleichen Niveau weiter gehen. (bw)<\/p>\n<p>Text &amp; Bilder: Benjamin Flao<br \/>\n128 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\n24,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN 978-3-943808-01-8<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D792\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=792\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Kililana Song, Band 1 (Schreiber &#038; Leser) &raquo; Comicleser #Benjamin Flao #Kililana Song #S [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lamu ist eine Insel und eine alte Stadt an der K\u00fcste Kenias und seit 2001 sogar Unesco Weltkulturerbe. Dort lebt der elfj\u00e4hrige Naim. Manche sagen, er sei ein Stra\u00dfenkind. Oder Gassenjunge. Lausbub trifft da eher zu. 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