{"id":775,"date":"2012-10-23T15:04:52","date_gmt":"2012-10-23T13:04:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=775"},"modified":"2015-04-23T12:44:36","modified_gmt":"2015-04-23T10:44:36","slug":"30-days-of-night-band-1-cross-cult","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=775","title":{"rendered":"30 Days of Night, Band 1 (Cross Cult)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-776\" title=\"30 Days of Night, Band 1: Die Barrow Trilogie\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/30-Days-of-Night.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/30-Days-of-Night.jpg 259w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/30-Days-of-Night-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/p>\n<p>Manchmal braucht es nur eine simple Idee, um einem Genre frisches Blut einzufl\u00f6\u00dfen (!). Man nehme einen Haufen junger, aggressiver und blutr\u00fcnstiger (was sonst) Vampire und schaffe sie zu einem All-You-Can-Eat Pauschalurlaub nach Barrow, Alaska. Ganz im Norden. Dort bleibt es zwischen dem 10. Mai und dem 2. August dunkel. Polarnacht, 30 Tage lang. Da Vampire gemeinhin die Sonne meiden (die modernen Artgenossen aus Twilight u.\u00e4. mal ausgenommen) und die Bewohner des St\u00e4dtchens nirgendwo gro\u00df abhauen k\u00f6nnen, klingt das ganz nach paradiesischen Zust\u00e4nden.<\/p>\n<p>So sehen sich Sheriff Eben Olemaun und seine Frau Stella quasi aus dem Nichts mit der absoluten H\u00f6lle konfrontiert. Denn Vampire gibt es eigentlich nicht. Und doch wurden heimlich Handys eingesammelt, Strom unterbrochen &#8211; die Verbindung nach Au\u00dfen ist futsch. Und in Barrow wird auf Vampir komm raus gew\u00fctet, bis sich nur noch wenige \u00dcberlebende in Kellern verschanzen und verstecken. Schlie\u00dflich setzt Sheriff Olemaun eine verzweifelte Idee in die Tat um, einen letzten Versuch, um den Rest von Barrow zu retten und die Vampirbrut zu besiegen.<\/p>\n<p>Ortswechsel. Los Angeles, 16 Monate sp\u00e4ter. Stella Olemaun, inzwischen tough und entschlossen, k\u00e4mpft gegen Vampire und f\u00fcr ihre Rache. Und gegen das Vergessen. Denn die Vorf\u00e4lle in Barrow wurden heruntergespielt, Vampire gibt es nun mal nicht und das muss auch so bleiben. Stella will ihr Buch vorstellen, einen Tatsachenbericht \u00fcber die wahren Ereignisse. Aber keiner glaubt ihr, das Buch l\u00e4uft unter Fiction, nicht als Sachbuch. Dann findet Stella doch noch einen Weg, die Wahrheit ans Licht zu bringen und steht urpl\u00f6tzlich Lilith gegen\u00fcber, einer echten Vampir Chefin. Und ausgerechnet auch ein Vampir hilft ihr dabei. Verquere Welt. Am Ende hat sie sogar die Chance, dass Eben, ihr geliebter Mann, wieder von den Toten aufersteht.<\/p>\n<p>Dann wieder Barrow, drei Jahre nach dem ersten Angriff. Wieder wird es Nacht. Gerade trifft ein neuer Sheriff ein, Brian Kitka. Sein Bruder kam damals um. Doch Brian wei\u00df nichts \u00fcber die damalige Katastrophe, die noch immer offiziell verharmlost wird. Als er die Wahrheit erf\u00e4hrt, ist es zu sp\u00e4t. Er und sein Sohn k\u00f6nnen nicht mehr weg. Denn die Vampirbrut nimmt einen neuen Anlauf, organisierter und durchschlagender denn je. Es sieht schlecht aus. Barrows Einwohner \u2013 die, die noch da sind \u2013 und Sheriff Kitka wehren sich nach Kr\u00e4ften. Aber der Kampf scheint aussichtslos. Bis etwas geschieht, womit keiner rechnen konnte, weder Menschen noch Vampire.<\/p>\n<p>Die ersten drei Storys um Barrow und die Olemauns sind hier zu einem dicken W\u00e4lzer als Trilogie zusammen gefa\u00dft: 30 Days of Night, Dunkle Tage und R\u00fcckkehr nach Barrow. Immerhin an die 400 Seiten. Infinity ver\u00f6ffentlichte diese als Einzelb\u00e4nde bereits in den Jahren 2003 bis 2005.<\/p>\n<p>Niles\u2018 Story in 30 Days ist geradlinig. Wie in einem guten B-Movie geht\u2019s ohne Umschweife zur Sache, die Handlung rockt bis zum unvermeidlichen H\u00f6hepunkt, gefolgt von einem pointierten Schluss. Dunkle Tage ist da schon komplexer, muss es auch sein, schlie\u00dflich ist die ver\u00e4ngstigte Sheriff-Gattin zur gnaden- und furchtlosen Vampirj\u00e4gerin mutiert, gegen die sich ein van Helsing wie ein blasser Waisenknabe ausnimmt. Zur\u00fcck in Barrow wird der erfolgreiche Erstling nicht etwa kopiert, sondern geschickt variiert, dieses mal sogar mit einem vers\u00f6hnlichen Ende.<\/p>\n<p>Aber die guten Storys w\u00e4ren eben nur solche und keine modernen Klassiker, w\u00e4ren sie nicht von Ben Templesmith illustriert worden. Seinen Bildern wohnt stets ein diffuses, Unheil schwangeres Grundrauschen inne. Mit festen Konturen oder Tuschezeichnungen arbeitet er vergleichsweise wenig, es dominieren d\u00fcstere Farben und Texturen und nat\u00fcrlich viel schwarz. Hier dr\u00e4ut offenbar stets das B\u00f6se und als Leser wird man auch nicht entt\u00e4uscht. Die Stimmung, die er damit erzeugt, im Dunkeln, im Schnee, ist gro\u00dfartig und eines anst\u00e4ndigen Horrorcomics mehr als w\u00fcrdig. Und so wird auch die Fantasie des Lesers mit einbezogen. Dann die Vampire. Keine subtilen Gentlemen, sondern blutr\u00fcnstige Draufg\u00e4nger, die ihrem Trieb gnadenlos folgen. Keine spitzen Eckz\u00e4hne, vielmehr w\u00e4re jeder wei\u00dfe Hai froh, mit einem solches Gebi\u00df aufwarten zu k\u00f6nnen. Kurz: Die Vampire sind so richtig fiese Monster und bei jedem, der sein Fett abkriegt, freut man sich als Leser wie ein Schnitzel. Umso \u00fcberraschender, als dann pl\u00f6tzlich ein Vampir auftaucht, der mit Stella gemeinsame Sache macht. In jeder Hinsicht. Und auch das funktioniert und kommt glaubw\u00fcrdig r\u00fcber.<\/p>\n<p>Fazit: Ein dicker W\u00e4lzer als Wiederver\u00f6ffentlichung eines modernen Horror-Klassikers (der auch recht anst\u00e4ndig und erfolgreich verfilmt wurde). Wer den noch nicht kennt, sollte hier zugreifen. Der Preis wird durch die Seitenanzahl massiv relativiert. Eine Covergalerie und ein langer Artikel \u00fcber Steve Niles runden den Band gelungen ab, dem noch weitere aus dem inzwischen umfangreichen 30 Days of Night Universum folgen sollen. (wg)<\/p>\n<p>Text: Steve Niles<br \/>\nBilder: Ben Templesmith<br \/>\n360 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nCross Cult<br \/>\n35 Euro<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D775\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=775\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"30 Days of Night, Band 1 (Cross Cult) &raquo; Comicleser #30 Days of Night #Ben Templesmith #Cross [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal braucht es nur eine simple Idee, um einem Genre frisches Blut einzufl\u00f6\u00dfen (!). Man nehme einen Haufen junger, aggressiver und blutr\u00fcnstiger (was sonst) Vampire und schaffe sie zu einem All-You-Can-Eat Pauschalurlaub nach Barrow, Alaska. Ganz im Norden. Dort bleibt es zwischen dem 10. Mai und dem 2. August dunkel. 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