{"id":659,"date":"2012-03-08T14:11:25","date_gmt":"2012-03-08T12:11:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=659"},"modified":"2012-03-08T14:12:55","modified_gmt":"2012-03-08T12:12:55","slug":"a-god-somewhere-vertigopanini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=659","title":{"rendered":"A God Somewhere (Vertigo\/Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-660\" title=\"A God Somewhere\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/A-God-Somewhere.jpg\" alt=\"\" width=\"263\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/A-God-Somewhere.jpg 263w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/A-God-Somewhere-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><\/p>\n<p>Drei Kumpels, junge Leute: Sam und die Br\u00fcder Eric und Hugh. W\u00e4hrend Eric und Sam f\u00fcr einen Paketdienst jobben und unbek\u00fcmmert in den Tag hinein leben, ist Hugh verheiratet und hat eine gute Stelle. Gemeinsam schmieden sie Pl\u00e4ne, \u00fcberlegen, ein Segelboot zu kaufen. Doch dann wird Erics Wohnblock von einer Explosion v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Es gibt Opfer, Tr\u00fcmmer und Chaos. Und mittendrin, ohne jegliche Schramme ist Eric. Etwas ist mit ihm geschehen, das wei\u00df er. Er hat \u00fcbernat\u00fcrliche F\u00e4higkeiten, ist unverletzbar, kann fliegen. Ein Superman in der realen Welt. Zuerst hilft er bei der Rettung \u00dcberlebender der Explosion mit (eine Reminiszenz an das ber\u00fchmte Cover von Action Comics #1), glaubt gottesf\u00fcrchtig an ein Wunder.<\/p>\n<p>Doch als ihn Presse stilisieren und Politik instrumentalisieren will, ver\u00e4ndert er sich radikal. Eric w\u00e4hlt die dunkle Seite der Macht, schl\u00e4gt seinen Bruder zum Kr\u00fcppel und vergewaltigt brutal dessen Frau. Zwar l\u00e4sst er sich sogleich festnehmen, doch sein Respekt und seine Hemmungen den Menschen und der Gesellschaft gegen\u00fcber sind verschwunden. Er mordet sich in die Freiheit, will fort an seine Ruhe haben und bek\u00e4mpft seine Verfolger, die Armee, gnadenlos wie ein blutr\u00fcnstiger Berserker. Auch Sam, sein ehemaliger bester Freund, inzwischen Reporter, bleibt ihm auf der Spur, bis es zu einem letzten Treffen kommt.<\/p>\n<p>Eine Welt ohne Superhelden. Mal wieder. Ein nicht mehr ganz neuer Ausgangspunkt f\u00fcr eine, na klar, Superheldenstory. Und doch ist hier vieles, nicht alles, anders. Einige Mechaniken des Superheldengenres sind da \u2013 rudiment\u00e4r und bearbeitet. Da ist der ahnungslose J\u00fcngling, der unbek\u00fcmmert in den Tag lebt und durch Zufall zum Superhelden wird. Wie und warum, das werden wir nie erfahren und ist f\u00fcr die Story auch egal. Denn Eric ist nicht nur Superheld (der einzige auf der Welt), sondern mutiert zum regelrecht unkaputtbaren Anti-Messias, dem Menschen schlichtweg schnuppe sind. \u00c4hnlich weit ging nur Alan Moore mit seinem Miracleman. Auf der Suche nach dem neuen Sinn seines neuen Lebens ist unsereins nicht mehr als eine K\u00fcchenschabe. Da kommt die andere Mechanik ins Spiel. Wieder v\u00f6llig verquer. Der unverstandene Held wird Hulk-like von der Armee gejagt. Doch geschieht dies hier v\u00f6llig zu recht und nachvollziehbar, denn Eric geht ohne mit der Wimper zu zucken \u00fcber Leichen, was Zeichner Peter Snejbjerg (der schon bei Preacher, Hellblazer und Sandman mitarbeitete) in grausam-drastischen und beeindruckenden Panels, die grafisch grob und gro\u00df gehalten sind, darstellt. Und jene wenige, die Erics Amok-Orgie \u00fcberleben, bleiben Zeitlebens gezeichnet, sowohl physisch als auch psychisch.<\/p>\n<p>Andere typische Superhelden-Motive werden schlichtweg \u00fcber den Haufen gerannt: Geheimidentit\u00e4t \u2013 keine Spur. Ein schickes Helden- oder Schurkenkost\u00fcm mit passender Frisur \u2013 Unsinn. \u00dcbernat\u00fcrliche Muckis \u2013 no way. Statt dessen verwahrlost Eric immer mehr, beinahe in gleichem Ma\u00dfe, wie seine Gewaltorgien an Intensit\u00e4t zunehmen. John Arcudi, der bei uns als Autor des Hellboy-Ablegers B.U.A.P. bekannt wurde, tobt sich sichtlich abseits eines fest abgesteckten Comicuniversums aus und findet in einem viel besuchten Genre seine wohlverdiente Nische. Kein Comic f\u00fcr zwischendurch, wird A God Somewhere dem Leser im Ged\u00e4chtnis bleiben. Wie auch immer. (bw)<\/p>\n<p>Text: John Arcudi<br \/>\nBilder: Peter Snejbjerg<br \/>\n200 Seiten in Farbe, Softcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n24,95 Euro<\/p>\n<p>ISBN 978-3-86201-204-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D659\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=659\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"A God Somewhere (Vertigo\/Panini) &raquo; Comicleser #A God Somewhere #B.U.A.P. #Graphic Novel #Joh [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Kumpels, junge Leute: Sam und die Br\u00fcder Eric und Hugh. W\u00e4hrend Eric und Sam f\u00fcr einen Paketdienst jobben und unbek\u00fcmmert in den Tag hinein leben, ist Hugh verheiratet und hat eine gute Stelle. Gemeinsam schmieden sie Pl\u00e4ne, \u00fcberlegen, ein Segelboot zu kaufen. 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