{"id":5727,"date":"2017-08-08T12:49:30","date_gmt":"2017-08-08T10:49:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5727"},"modified":"2017-08-08T12:57:43","modified_gmt":"2017-08-08T10:57:43","slug":"rick-master-gesamtausgabe-band-11-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=5727","title":{"rendered":"Rick Master Gesamtausgabe, Band 11 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5728\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11.jpg 288w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>\u201eChick Bill\u201c, der Western-Funny von Zeichner Tibet, ist hierzulande recht unbekannt, weil nur sp\u00e4rlich auf Deutsch ver\u00f6ffentlicht. Dabei erschien die Reihe im franko-belgischen Raum ganze 57 Jahre lang! Dagegen kennen Comic-Fans in Deutschland die andere Haupt-Serie Tibets nur zu gut: \u201eRick Master\u201c, den Krimi-Dauerbrenner um den gleichnamigen Reporter und blitzschlauen Hobby-Detektiv (erschien \u00fcbrigens auch \u00fcber 50 Jahre und damit fast genauso lange). Nach einer kurzen Ver\u00f6ffentlichungspause greift nun der Splitter Verlag die Reihe auf und macht nahtlos mit Band 11 (der die Einzelalben Nr. 32 bis 34 enth\u00e4lt) mit der bei Kult Editionen gestarteten chronologischen Gesamtausgabe weiter \u2013 N\u00e4heres dazu weiter unten.<\/p>\n<p>Los geht\u2019s mit \u201eDas Todesgericht\u201c (1980 im Magazin Tintin erstver\u00f6ffentlicht): der durchgeknallte Ex-Richter Vautrin, der einst auf die schiefe Bahn geriet, ist unter die Terroristen gegangen. Er l\u00e4sst wichtige Pers\u00f6nlichkeiten aus Polizei und Justiz entf\u00fchren und macht ihnen albernen Schauprozesse, die alle mit einem Todesurteil enden. So soll die Polizeibeh\u00f6rde und schlie\u00dflich der ganze Staat ins Chaos gest\u00fcrzt werden. Als auch Kommissar Bourdon entf\u00fchrt wird, greift Rick Master ein und bekommt es bald pers\u00f6nlich mit Vautrin zu tun\u2026 \u201eSkandal um Rick Master\u201c (1980 erstmals in Tintin und eines der Alben, das 1981 in der kurzlebigen \u201eRick Master\u201c-Reihe bei Koralle ver\u00f6ffentlicht wurde): Rick vereitelt eine vermeintliche Entf\u00fchrung. Doch statt wie gewohnt als Held steht er selbst in der \u00d6ffentlichkeit als T\u00e4ter da. Und muss in der Folge eine Hetzkampagne sondergleichen ertragen. Denn alles was er tut, passiert zu seinem Nachteil. Stets wird er als S\u00fcndenbock und als Wichtigtuer, der um jeden Preis Aufmerksamkeit will, gebrandmarkt. Bald merkt er, dass all das geplant ist und ein gewisser Maestro gibt sich als Urheber zu erkennen\u2026 Ehe es zum letzten Abenteuer geht, folgt eine dreiseitige, am\u00fcsant ironische Kurzgeschichte, in der Autor <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andr\u00e9-Paul Duch\u00e2teau<\/a> als Story-Dieb enttarnt wird. Meta! Dann, in \u201eDie Nacht der Vampire\u201c (1981 in Tintin) verschl\u00e4gt es Rick nach England. Dort, auf einem Schloss, soll er das Verschwinden eines vermeintlichen Vampirs aufkl\u00e4ren \u2013 ein Vorfall der sich bereits vor 100 Jahren ereignete und der sich nun \u2013 laut Schlossherr Lord Chapman \u2013 zum \u201eJahrestag\u201c in der Walpurgisnacht wiederholen k\u00f6nnte. Und genau danach schaut es aus. Pl\u00f6tzlich muss Rick nicht nur dieses R\u00e4tsel l\u00f6sen, sondern auch einen \u201emodernen\u201c Vampir enttarnen!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5730\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11_Panel-1.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11_Panel-1.jpg 223w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11_Panel-1-176x300.jpg 176w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/>Die Sch\u00f6pfer des Detektiv-Reporters, das war neben Zeichner Tibet (d.i. Gilbert Gascard) der vielseitige Autor <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1131\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andr\u00e9-Paul Duch\u00e2teau<\/a>, blieben ihrer Serie \u201eRick Master\u201c (im franz\u00f6sischen Original \u201eRic Hochet\u201c) \u00fcbrigens vom Anfang bis zum Ende treu. Das Ende war gleichzeitig der Tod Tibets im Jahre 2010. Bis dahin realisierten die beiden ganze 78 Alben mit dem Reporter und Amateur-Detektiv. Dessen \u201eDasein\u201c begann Mitte der f\u00fcnfziger Jahre im Tintin-Magazin, das erste Album erschien dann 1964, das letzte entsprechend 2010. Vorerst. Denn inzwischen wurde die Serie \u2013 \u00e4hnlich wie bei <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=717\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eBuck Danny\u201c<\/a> (dt. bei Salleck) oder \u201eTanguy &amp; Laverdure\u201c \u2013 neu gestartet, mit einem neuen Kreativ-Team, bestehend aus Simon Van Liemt (Zeichner) und Zidrou (Autor). Auch diese Reihe, von der aktuell zwei B\u00e4nde existieren, wird bei Splitter in Einzelalben ab September erscheinen (als \u201eDie neuen F\u00e4lle des Rick Master\u201c).<\/p>\n<p>Rick Masters deutsche Ver\u00f6ffentlichungs-Historie zieht sich wie bei vielen klassischen franko-belgischen Serien durch etliche verschiedene Verlage. Sie begann 1967 in Ehapas MV-Comics (noch als Ric Vitess), gefolgt von einer Karriere als <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4215\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zack-Held im Koralle Verlag<\/a>. Nach einem kurzen und \u2013 was die Taschenb\u00fccher betrifft \u2013 uns\u00e4glichen Ausflug zu Bastei landete \u201eRick Master\u201c bei Carlsen, wo ab 1987 25 Alben erschienen. Dann wechselte die Reihe zu Kult Editionen. Hier wurden die restlichen Alben ver\u00f6ffentlicht und sogar eine erste Gesamtausgabe gestartet, leider auf nicht gerade optimalem Papier. Nach zehn B\u00e4nden waren der Verlag und damit auch die Gesamtausgabe Geschichte. Splitter f\u00e4hrt nun zweigleisig, setzt einerseits die Nummerierung fort und bringt mit Band 11 den Folgeband, druckt andererseits die ersten zehn B\u00e4nde neu und ver\u00f6ffentlicht diese sukzessive und alternierend (ab Oktober) zu den neuen Ausgaben. Insgesamt wird dann irgendwann die Gesamtausgabe stolze 25 B\u00e4nde umfassen. Im Format und Design orientiert sich der Verlag dabei an der vorbildlichen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?tag=dan-cooper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDan Cooper\u201c<\/a>-Gesamtausgabe, folglich ist jeder Band prall mit Sekund\u00e4r-Material gef\u00fcllt, wobei die Texte einmal mehr von Volker Hamann stammen, erg\u00e4nzt mit etlichen zeitgen\u00f6ssischen Abbildungen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5732\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11_Panel-3.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11_Panel-3.jpg 380w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Rick-Master-GA-11_Panel-3-300x174.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/>Die F\u00e4lle Rick Masters kann man getrost als spektakul\u00e4r betrachten. Vielleicht auch als \u00fcbertrieben und effekthaschend. Der Aufl\u00f6sung werden nur wenige Panels am Ende jedes Abenteuers gewidmet, bis dahin kann der Leser fr\u00f6hlich mitraten und wird dabei im Laufe der Handlung immer mehr verwirrt \u2013 positiv gesehen. Der Fall ist die eigentliche Story, nicht dessen Aufl\u00f6sung. Dabei greift Autor Duch\u00e2teau gerne phantastische Motive auf und kombiniert diese mit Krimi-Elementen. Ein Paradebeispiel ist die letzte Geschichte (\u00fcbrigens ein Solo-Abenteuer Ricks, fast ohne Bourdon und Konsorten): ein vermeintlicher <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=775\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vampir<\/a>, sogar ohne Spiegelbild, der in einem typisch schauerlichem, d\u00fcsteren britischem Schloss umgeht. Der verd\u00e4chtige Personenkreis ist begrenzt, alle sind im Schloss \u201egefangen\u201c, jeder h\u00e4tte ein Motiv \u2013 kennen wir von Agatha Christie. Geheimg\u00e4nge, Entdeckungen, Anschl\u00e4ge, Wachsfiguren, leere S\u00e4rge \u2013 Duch\u00e2teau tr\u00e4gt dick auf, pr\u00e4sentiert wie so oft B\u00f6sewichte mit kreativer krimineller Energie und l\u00e4sst Rick bravour\u00f6s von Hinweis zu Hinweis und von R\u00e4tsel zu R\u00e4tsel hangeln. Das wirkt manchmal etwas in die L\u00e4nge gezogen (vor allem im zweiten Album mit dem Maestro), unterh\u00e4lt und am\u00fcsiert letztendlich aber diebisch. Wie in alten Zack-Zeiten. Und am Ende folgt auch auf das abstruseste Geschehen eine rationale Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Tibets Stil ist dabei klassisch realistisch, ausdrucksstark und sofort identifizierbar. Sein Rick f\u00e4hrt stets einen gelben Porsche (jeweils das aktuelle Modell), tr\u00e4gt einen veritablen Haarhelm und bestreitet seine Abenteuer mit Trenchcoat oder wei\u00dfem Jackett. Das feste Figuren-Ensemble wird angef\u00fchrt vom grauhaarigen Kommissar Bourdon, der Rick blind vertraut und dessen Kombinations-Gabe sch\u00e4tzt. Nadine ist Bourdons Nichte und praktischerweise gleichzeitig Ricks Freundin. Und Inspektor Ledru als Helferlein holt gerne schon mal den Wagen. Jedes Album enth\u00e4lt eine abgeschlossene Geschichte. \u00dcber f\u00fcnfzig Jahre lang erfolgreich Krimis mit der gleichen Figur zu zeichnen und zu schreiben ohne dabei zu langweilen \u2013 das verdient gro\u00dfen Respekt. Hoffen wir, dass Splitter das \u201eRick Master\u201c Gesamtausgaben-Projekt nun beharrlich durchzieht. In 24 Ausgaben wissen wir mehr\u2026 (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/rick-master-gesamtausgabe-bd-11.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rick Master Gesamtausgabe, Band 11<\/a><br \/>\nText: Andr\u00e9-Paul Duch\u00e2teau<br \/>\nBilder: Tibet<br \/>\n168 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n29,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-588-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5727\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=5727\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Rick Master Gesamtausgabe, Band 11 (Splitter) &raquo; Comicleser #Andr\u00e9-Paul Duch\u00e2teau #Gesamtau [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eChick Bill\u201c, der Western-Funny von Zeichner Tibet, ist hierzulande recht unbekannt, weil nur sp\u00e4rlich auf Deutsch ver\u00f6ffentlicht. 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