{"id":5696,"date":"2017-07-26T11:56:26","date_gmt":"2017-07-26T09:56:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5696"},"modified":"2017-07-26T11:56:26","modified_gmt":"2017-07-26T09:56:26","slug":"der-ruhm-meines-vaters-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=5696","title":{"rendered":"Der Ruhm meines Vaters (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5697\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ruhm-meines-Vaters-1.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ruhm-meines-Vaters-1.jpg 288w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ruhm-meines-Vaters-1-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>Nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Marcel Pagnol. Wer? Nie geh\u00f6rt? Nun, Marcel Pagnol (1895 \u2013 1974) mag in Frankreich wesentlich ber\u00fchmter sein als hierzulande. Er machte sich dort als Schriftsteller, Theater- und Drehbuchautor, als Regisseur und Produzent einen Namen (Fun Fact: sein vorletzter Film, \u201eBriefe aus meiner M\u00fchle\u201c, ist gleichzeitig eines der ersten Comics, die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?cat=13\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eckart Schott als Verleger<\/a> ver\u00f6ffentlichte). In erster Linie jedoch haben sich seine Romane im Bewusstsein der Franzosen eingepr\u00e4gt und hier vor allem die drei- bzw. vierteilige Roman-Reihe, die bei uns als \u201eEine Kindheit in der Provence\u201c bekannt ist und in der er seine fr\u00fchen Erinnerungen aufschrieb, bzw. fantasievoll ausschm\u00fcckte. Eben das \u201enormale\u201c Leben mit all mit all seinen M\u00fchen und Freuden. Dies tat er so liebevoll, schmunzelnd und nicht zuletzt heimatverbunden, dass jene B\u00fccher bis heute ungebrochen popul\u00e4r sind und in franz\u00f6sischen Schulen als Standard-Lekt\u00fcre gelten. 1990 wurde \u201eDer Ruhm meines Vaters\u201c und der Nachfolger, \u201eDas Schloss meiner Mutter\u201c, von Yves Robert erfolgreich verfilmt und nun ist endlich die Zeit gekommen f\u00fcr eine Comic-Adaption, die bei Splitter erscheint.<\/p>\n<p>In \u201eDer Ruhm meines Vaters\u201c berichtet Pagnol zun\u00e4chst \u00fcber den Werdegang seiner Eltern. Der Vater Joseph ein Lehrer, der es schnell zu Ansehen und einem gewissen Einkommen brachte, die Mutter Augustine (eigentlich Pauline) eine Schneiderin. Die Familie lebt um die Jahrhundertwende (19.\/20. Jahrhundert, klar) zwar bescheiden, aber nicht wirklich arm in St. Loup, einem Stadtteil von Marseille. Bald wird Marcels j\u00fcngerer Bruder Paul geboren und sp\u00e4ter dann auch seine Schwester Germaine. Enge Freunde der jungen Familie werden Augustines Schwester Rose und deren Mann Jules. Und das, obwohl Jules ein gottesf\u00fcrchtiger Mann ist, w\u00e4hrend Joseph von Religion nichts wissen will (wobei man sich freilich auch als Freunde trotzdem weiter vornehm siezt).<\/p>\n<p>Marcels Kindheit verl\u00e4uft also erfrischend unbeschwert und erlebt ein Highlight in den Ferien, als beide Familien beschlie\u00dfen, erstmals eine alte Villa im Nordosten Marseilles zu mieten, mitten in der Natur, mitten in der Provence, jenes bergigen und zerkl\u00fcfteten wie trockenen Landstriches. Ein riesiger Abenteuerspielplatz f\u00fcr Marcel und seinen Bruder. Und f\u00fcr die Erwachsenen. Denn w\u00e4hrend Marcel und Paul, inspiriert von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5566\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coopers<\/a> \u201eDer letzte Mohikaner\u201c, Indianer spielen, bereiten sich die beiden Herren auf ein besonderes Event vor: sie wollen auf die Jagd. Marcel geht ganz selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dabei zu sein, quasi als mobile Verpflegungsstation. Aber f\u00fcr seinen Vater ist das zu gef\u00e4hrlich, weshalb man sich in aller Fr\u00fche alleine aufmacht. Doch Marcel riecht Lunte, heftet sich den Herren an die Fersen und begibt sich dabei in Gefahr. Am Ende geht alles gut und schlie\u00dflich steht sein Vater als Jagd-Novize als strahlender Sieger da.<\/p>\n<p>Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss. Wie auch die Erz\u00e4hlweise dieses Bandes. Was man nicht mit Langeweile verwechseln darf. Vielmehr wird die Geschichte aus (Kinder-) Sicht von Marcel bed\u00e4chtig erz\u00e4hlt, nimmt sich viel Zeit f\u00fcr die Personen und f\u00fcr kleine Episoden, die die Handlung zwar nicht unbedingt voranbringen, die aber viel zur Atmosph\u00e4re beitragen. Sommer, Ferien, Abenteuer. Im Stile eines Heimatschriftstellers, gekreuzt mit Werken Mark Twains oder Astrid Lindgrens l\u00e4sst Pagnol sein junges Ich eine unbeschwerte Jugend erleben, die ihren H\u00f6hepunkt in den Ferien im Landhaus in der Provence findet. Zwar spielen Marcel und Paul keine Streiche, sie entdecken aber unbeschwert und spielerisch ihre Welt \u2013 immer sch\u00f6n aus Kindersicht \u2013 was zu am\u00fcsant erschrockenen Episoden f\u00fchrt (der Bauchnabel als Knopf f\u00fcr die Entbindung oder diverse \u201eSpielchen\u201c mit Insekten). Am Ende stiehlt der Vater Joseph seinen S\u00f6hnen die Schau, als er sich stolz wie ein Gockel ob seines Jagderfolges im Dorf feiern l\u00e4sst, ein Erfolg, an dem Marcel entscheidenden Anteil hat.<\/p>\n<p>Viel Lokalkolorit und eine gro\u00dfe, liebevolle Hommage an Pagnols Heimat, garniert mit leichtem, fluffig-schelmischem Humor (dass hier irgendetwas Schlimmes passieren k\u00f6nnte, f\u00e4llt einem im Traum nicht ein) pr\u00e4gen den Band, der die sicher auch verkl\u00e4rt und mit fiktiven Details ausgeschm\u00fcckte Jugend zeigt und den Vater am Ende in den Fokus r\u00fcckt. Genauso massentauglich sind die Zeichnungen von Margann Tanco, die die Geschichte bisweilen semirealistisch, mit gro\u00dfen Kinderaugen, erz\u00e4hlt und die auch farblich sommerlich daherkommen. Ein kleines Dossier \u00fcber Marcel Pagnol mit zahlreichen Bildern rundet den Band ab. Der Nachfolger, der sich dann mehr mit Marcels Mutter besch\u00e4ftigt und der vom gleichen \u201eAdaptions-Team\u201c in Szene gesetzt wird, steht bereits in den Startl\u00f6chern und wird als \u201eDas Schloss meiner Mutter\u201c im Oktober bei Splitter erscheinen. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/der-ruhm-meines-vaters.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Ruhm meines Vaters<\/a><br \/>\nText: Serge Scotto, \u00c9ric Stoffel, nach Marcel Pagnol<br \/>\nBilder: Morgann Tanco<br \/>\n96 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n19,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-531-2<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5696\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=5696\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Der Ruhm meines Vaters (Splitter) &raquo; Comicleser #Der Ruhm meines Vaters #Einzelband #\u00c9ric St [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Marcel Pagnol. Wer? Nie geh\u00f6rt? 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