{"id":5426,"date":"2017-05-17T12:44:55","date_gmt":"2017-05-17T10:44:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5426"},"modified":"2017-05-17T12:49:42","modified_gmt":"2017-05-17T10:49:42","slug":"reaktor-1f-band-3-carlsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=5426","title":{"rendered":"Reaktor 1F, Band 3 (Carlsen)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5427\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Reaktor-1F-3.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Reaktor-1F-3.jpg 280w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Reaktor-1F-3-206x300.jpg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/p>\n<p>Dezember 2012: Kazuto Tatsutas Job auf dem Gel\u00e4nde des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi ist (vorerst) beendet. Nun reift in ihm die Idee einer <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3748\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Manga-Adaption seiner Arbeit<\/a>. Zur\u00fcck in seiner Heimatstadt Tokyo verfasst und skizziert er ein erstes Manuskript und bewirbt sich bei verschiedenen Verlagen. Bald wird der erste Teil seiner Geschichte ver\u00f6ffentlicht. Unter Pseudonym, denn Kazuto Tatsuta ist nicht sein richtiger Name. Auch f\u00fcr Fotos und PR-Termine verbirgt er \u2013 zumindest anfangs \u2013 sein Gesicht oder l\u00e4sst sich nicht fotografieren. Denn schlie\u00dflich m\u00f6chte er gerne wieder zur\u00fcck nach Fukushima und nicht als Nestbeschmutzer gelten. Und tats\u00e4chlich bekommt er dort einen neuen Arbeitsauftrag und steht im Juli 2014 \u2013 der erste Band seines Mangas ist gerade mal seit April erh\u00e4ltlich und mausert sich zum Erfolg \u2013 wieder vor Ort. Dieses Mal nicht als Aufr\u00e4umarbeiter, sondern erstmals direkt im stark <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3999\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zerst\u00f6rten Reaktorgeb\u00e4ude<\/a> von Block 1. Sein Job: die Wartung, Reinigung und Positionierung von Robotern, die das Innere des Geb\u00e4udes scannen, um dessen Ist-Zustand f\u00fcr weitere Arbeiten zu erfassen.<\/p>\n<p>Interessant, dass Tatsuta (der sein Pseudonym vom Namen eines Bahnhofs borgte, was er uns auf den letzten Seiten verr\u00e4t) seinen Manga quasi als Work in Progress anlegte. W\u00e4hrend er seine erste Zeit in Fukushima schrieb und zeichnete, w\u00e4hrend die ersten Kapitel ver\u00f6ffentlicht wurden, ging er \u2013 weil er es unbedingt wollte \u2013 wieder dorthin, um eine neue Aufgabe zu \u00fcbernehmen, die in diesem letzten Band geschildert wird. Dabei zeigt er auch die Fortschritte bei der Arbeit am <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1045\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Super-GAU<\/a>-Kraftwerk: der Bereich, in dem Schutzkleidung zwingend ben\u00f6tigt wird, ist nun kleiner. Die Kontrollen weniger (daf\u00fcr der Papierkram mehr) und Teile des Umlands werden wieder f\u00fcr die (ehemalige) Bev\u00f6lkerung freigegeben. Auch deren Leben und deren Probleme werden angeschnitten: viele Fukushima Arbeiter haben sich in den umliegenden Orten \u201eeingenistet\u201c und benehmen sich nicht immer \u201eprofessionell\u201c. Ob der Umgang mit der ehemals radioaktiv kontaminierten Gegend so gesund ist, sei dahingestellt, die Berge von sauber in riesigen Plastiks\u00e4cken verpackter Erde, die \u00fcberall gelagert werden, lassen zumindest Zweifel aufkommen.<\/p>\n<p>Aber unser Mangaka ist zuversichtlich. Er interpretiert dies als Fortschritt, als Weg in Richtung Normalit\u00e4t nach der Nuklearkatastrophe und m\u00f6chte weiter <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4630\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">aktiver Teil der Arbeiten<\/a> sein. Daf\u00fcr nimmt er die \u00fcblichen Ma\u00dfnahmen in Kauf: Aufw\u00e4ndige Schutzkleidung ist im Reaktorgeb\u00e4ude weiterhin unerl\u00e4sslich. Das Aussetzen der Strahlung ist streng reglementiert. Die Arbeiten m\u00fcssen schnell gehen, denn wenn die erlaubte Strahlungsbelastung, die laufend gemessen wird, erreicht wird, ist Ende f\u00fcr den Tag. Wie aus den beiden Vorb\u00e4nden gewohnt, zeigt auch der letzte Teil einen hohen dokumentarischen Charakter. Akribisch werden interne Arbeits-Vorg\u00e4nge geschildert, deren Hintergr\u00fcnde gezeigt und die Ver\u00e4nderungen zu den Vorjahren herausgearbeitet. Dazu kommen viele pers\u00f6nliche Details, v.a. in dem Part, der sich mit der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?tag=manga\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Manga<\/a>-Adaption befasst. Das ist zwar nicht immer prickelnd und durchaus mit L\u00e4ngen verbunden, aber der einmalige Einblick, den Tatsuta seinen Lesern gew\u00e4hrt, wiegt diese allemal auf, zumal die Arbeit, die er hier in seiner (bisher) letzten Phase zugeteilt bekam, ungleich spannender ist als seine vorherigen T\u00e4tigkeiten. Fortsetzung folgt? Nicht ausgeschlossen, denn am Ende verspricht er: \u201eIch komme wieder!\u201c (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.carlsen.de\/softcover\/reaktor-1f-ein-bericht-aus-fukushima-3\/78515\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reaktor 1F &#8211; Ein Bericht aus Fukushima, Band 3<\/a><br \/>\nText &amp; Bilder: Kazuto Tatsuta<br \/>\n176 Seiten in schwarz-wei\u00df, Taschenbuch<br \/>\nCarlsen Verlag<br \/>\n12,99 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-551-76109-5<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5426\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=5426\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Reaktor 1F, Band 3 (Carlsen) &raquo; Comicleser #Carlsen #Ein Bericht aus Fukushima #Fukushima #Ka [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dezember 2012: Kazuto Tatsutas Job auf dem Gel\u00e4nde des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi ist (vorerst) beendet. 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