{"id":4571,"date":"2016-10-04T11:01:38","date_gmt":"2016-10-04T09:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4571"},"modified":"2016-10-04T13:52:35","modified_gmt":"2016-10-04T11:52:35","slug":"murena-kapitel-1-2-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=4571","title":{"rendered":"Murena, Kapitel 1 &#038; 2 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4572\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Murena-1.jpg\" alt=\"Murena, Band 1 (Splitter)\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Murena-1.jpg 290w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Murena-1-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Nero. Kaiser Roms. Tyrann, Wahnsinniger. Christenverfolger, Feuerteufel. Und sah aus wie Peter Ustinov. Aber Spa\u00df und \u201eQuo Vadis\u201c beiseite. Nero geh\u00f6rt zu den historischen Figuren, die negativ belegt sind, deren \u00f6ffentliches Image ganz tief im Keller ist. Und das obwohl die offizielle Geschichtsschreibung auch ein anderes, differenzierteres Bild des r\u00f6mischen Cesaren zeichnet, der von 54 bis 68 bisweilen durchaus erfolgreich regierte. Ein Bild, das <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1006\" target=\"_blank\">Jean Dufaux<\/a> (u.a. Giacomo C.) und Philippe Delaby in ihrem R\u00f6mer-Epos \u201eMurena\u201c aufgreifen und zu einem opulenten Historien-Tableau samt zeitgen\u00f6ssischem Sittenbild ausweiten.<\/p>\n<p>Die Handlung steigt ein, als Nero 17 Jahre alt ist. Er ist der Stiefsohn von Kaiser Claudius und steht als \u00c4lterer damit noch vor dessen leiblichem Sohn Britannicus an der Spitze der Thronfolge. Neros Mutter Agrippina, Kaiserin und Claudius\u2018 zweite Frau, giert nach Macht. Als sich Claudius auf seinen leiblichen Sohn besinnt und diesen doch noch per Testament als Thronfolger einsetzen will, z\u00f6gert Agrippina nicht und vergiftet ihren ungeliebten Gatten. So ist Nero mit 17 nicht nur der Spielball seiner Mutter, sondern auch Kaiser Roms und damit praktisch Herrscher der bekannten Welt. Doch der Jungspund hat vorerst nur Augen f\u00fcr die sch\u00f6ne Acte, eine ehemalige Hure, deren \u201eBesitzer\u201c er nun ist. Was Agrippina zupass kommt \u2013 solange sich ihr Sohn vergn\u00fcgt, kann sie in aller Ruhe die F\u00e4den der Macht in den H\u00e4nden halten, als heimliche Herrscherin Roms. Der titelgebenden Figur des Patriziers Lucius Murena f\u00e4llt dabei (vorerst) nur eine Nebenrolle zu. Seine Mutter, Lollia Paulina, war Geliebte von Kaiser Claudius und wurde ebenfalls auf Gehei\u00df Agrippinas beseitigt. Doch Murena l\u00e4sst nicht locker, forscht nach, will die Ermordung seiner Mutter aufkl\u00e4ren und l\u00f6st damit bei seinem Freund Nero einen Interessenskonflikt aus, der erste Schatten auf den jungen Regenten wirft\u2026<\/p>\n<p>Mord, Intrigen, Machtgier, Skrupellosigkeit. All diese wunderbar negativen Eigenschaften vereinen sich im ersten Band der Neuauflage von \u201eMurena\u201c nicht auf Nero, wie man vielleicht vermuten mag, sondern auf dessen Mutter Agrippina, die eigentlich im Mittelpunkt des Geschehens steht. Auf dem Weg zur Macht geht sie ohne mit der Wimper zu zucken \u00fcber Leichen, spannt loyale Mitstreiter vor ihren unheilvollen Karren (wie den Philosophen Seneca) und intrigiert, was das Zeug h\u00e4lt. Dabei greifen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4410\" target=\"_blank\">Dufaux<\/a> und Delaby die geschichtlichen und damit verb\u00fcrgten Fakten auf und spinnen darum ein politisches Intrigenger\u00fcst und ein pers\u00f6nliches Beziehungsgeflecht, gegen das sich \u201eHouse of Cards\u201c wie ein Kindergarten ausnimmt. Man h\u00e4lt sich an die Historie, lediglich die Titelfigur Lucius Murena ist fiktiv. Dazu kommt der gnadenlose Blick auf die damalige Gesellschaft Roms und deren Kl\u00fcfte. Sklaven sind pers\u00f6nlicher Besitz, auch freigelassen ist ihr Ansehen nicht gerade hoch. Man kann Einfluss \u00fcben, die Frauen auch gerne mit Einsatz ihres K\u00f6rpers, wird aber fallengelassen, sobald Zweifel an der Loyalit\u00e4t aufkommen. Die Reichen und die Herrschenden geben sich Fress- und Sex-Orgien hin und erg\u00f6tzen sich an blutig grausamen Gladiatorenk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Bereits 1998 ver\u00f6ffentlichte der alte Splitter-Verlag den ersten Band der Reihe, ehe Kult Editionen 2002 noch einmal von vorne startete und bis 2014 Band 1-9 herausbrachte. Bei Splitter erscheint die Serie nun im Double-Format, also zwei Original-Alben in einem Band, komplett mit Sekund\u00e4rteil, der von Eisenherz-\u00dcbersetzer <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3392\" target=\"_blank\">Wolfgang J. Fuchs<\/a> stammt. Aber das gr\u00f6\u00dfte Pfund der Reihe sind zweifellos die realistischen Zeichnungen von Philippe Delaby (\u201eRitter des verlorenen Landes\u201c), der im Januar 2014 mit nur 53 Jahren \u00fcberraschend und viel zu fr\u00fch verstarb. Sein runder, bisweilen zarter, aber bestimmter und eleganter Strich spiegelt die Kunst der griechisch-r\u00f6mischen Antike wider, die sich so vor allem im Realismus und Individualismus der Bildhauerei ausdr\u00fcckte. Interessant auch (weil im direkten Vergleich) sind die unterschiedlichen Stilarten in der Farbgebung der beiden enthaltenen Alben. W\u00e4hrend der erste Band (\u201ePurpur und Gold\u201c), von Dina Kathelyn koloriert, kr\u00e4ftiger und damit dunkler daherkommt, beinahe als h\u00e4tte man mit Farbstiften gearbeitet, \u00fcbernahm Delaby die Farben im zweiten Band (\u201eSand und Blut\u201c) selbst. Die Abstufungen sind hier nuancierter, die Farben insgesamt heller, mehr in Richtung Aquarell. Somit hat beides seinen Reiz. Zusammen entsteht ein lebendiges Geschichtsepos, aufgeladen mit politischen R\u00e4nke- und Mordspielen, gestaltet in einem grandiosen Realismus. Der Band mit den Kapiteln 3 &amp; 4 erscheint im Dezember. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.splitter-verlag.eu\/murena-bd-1-2-1-zyklus.html\" target=\"_blank\">Murena, Band 1: Kapitel 1 &amp; 2: Purpur und Gold \/ Sand und Blut<\/a><br \/>\nText: Jean Dufaux<br \/>\nBilder: Philippe Delaby<br \/>\n128 Seiten in Farbe, Softcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n24,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-379-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D4571\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=4571\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Murena, Kapitel 1 &#038; 2 (Splitter) &raquo; Comicleser #Jean Dufaux #Murena #Philippe Delaby #Pu [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nero. Kaiser Roms. Tyrann, Wahnsinniger. Christenverfolger, Feuerteufel. Und sah aus wie Peter Ustinov. 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