{"id":3806,"date":"2016-03-13T14:08:30","date_gmt":"2016-03-13T12:08:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3806"},"modified":"2016-03-14T11:02:03","modified_gmt":"2016-03-14T09:02:03","slug":"manara-werkausgabe-band-16-panini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3806","title":{"rendered":"Manara Werkausgabe, Band 16 (Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3807\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Manara-Werk-16.jpg\" alt=\"Manara Werkausgabe, Band 16 (Panini)\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Manara-Werk-16.jpg 300w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Manara-Werk-16-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>\u00dcblicherweise werden die Arbeiten Milo Manaras in seiner Werkausgabe thematisch oder nach Serien geordnet (wie zuletzt die Borgia-Alben zusammengefasst in einer Ausgabe). Beim aktuellen Band 16 ist das anders. Enthalten sind drei Einzelalben, drei Geschichten, vom Naturell und vom Genre v\u00f6llig unterschiedlich und aus verschiedenen Schaffensperioden des italienischen Comic-Meisters.<\/p>\n<p>Den Anfang macht \u201eMann aus Papier\u201c, ein Western voller schrulliger Personen, von denen die meisten namenlos bleiben. Unser Titel-Held, der mit seiner M\u00e4re in Richtung Maine unterwegs ist, um dort seine Angebetete zu suchen, trifft auf einen alten franz\u00f6sischen Haudegen, der nach Quebec will, um dort seinen Landsleuten beizustehen. Was beide dann weit weg in Arizona zu suchen haben, wird nur ansatzweise gekl\u00e4rt. Bald nimmt ihre Reise, noch ehe sie richtig begonnen hat, eine unvorhergesehene Wendung, denn das ungleiche Duo begegnet einer (warum auch immer) gefangenen, \u00e4u\u00dferst h\u00fcbschen Sioux Squaw namens Wei\u00dfer Hase, die sie nach Fort Laramie eskortieren sollen. Was nat\u00fcrlich geh\u00f6rig schief geht. Unterwegs treffen sie auf einen irren Reverend, der bei Regen Amok l\u00e4uft und einen Andersrum-Indianer, der alles verkehrt herum macht, wie r\u00fcckw\u00e4rts auf dem Gaul zu reiten. Zwischen diversen Abenteuern kommen sich der Titel-Held und Wei\u00dfer Hase n\u00e4her, ohne dass das einer von beiden zugeben mag. \u201eMann aus Papier\u201c entstand 1981 und erschien erstmals 1984 auf Deutsch im Volksverlag unter dem Titel \u201eVier Finger\u201c. 1988 folgte eine Neuauflage im Verlag Schreiber &amp; Leser. Ein ungew\u00f6hnlicher Western mit bisweilen irritierenden Episoden und skurrilen Charakteren, die sich so gar nicht in das gemeine Bild des Genres zw\u00e4ngen wollen.<\/p>\n<p>Das zweite Album ist \u201eDer Schneemensch\u201c, das bereits 1978 entstand und in der Reihe \u201eEin Mann, ein Abenteuer\u201c, die kurzzeitig anfang der Neunziger auch bei uns erschien, ver\u00f6ffenlicht wurde. Die Handlung spielt in den 1920er Jahren. Der Journalist Kenneth Tobey besch\u00e4ftigt sich mit Berichten \u00fcber den \u201eabscheulichen Schneemenschen\u201c, die immer wieder bei den Expeditionen im Himalaya auftauchen. Er entdeckt, dass die Berichte bis ins Altertum zur\u00fcckgehen und bekommt schlie\u00dflich die Gelegenheit, an einer dieser Expeditionen teilzunehmen, die den damals noch unbestiegenen Mount Everest zum Ziel hat. Nach einem verheerenden Lawinenabgang sieht sich Tobey einer ganzen Horde vermeintlicher Schneemenschen gegen\u00fcber und erwacht schlie\u00dflich in einem abgelegenen Kloster, wo ihn die M\u00f6nche gesund pflegen. Bald streift er seine westliche Lebensweise ab und lernt das Dasein im Kloster zu sch\u00e4tzen. Und kommt nebenher dem Geheimnis um den Yeti auf die Spur. Beim Schneemenschen, der nach einem Skript von Alfredo Castelli entstand, pflegte Manara noch einen zeichnerischen Realismus, wobei sein charakteristischer Strich schon deutlich erkennbar ist. Es gibt viel zu lesen und die Panelaufteilung und -abfolge bedient sich bisweilen filmischer Mittel.<\/p>\n<p>Die dritte und letzte Geschichte ist einer der seltenen Ausfl\u00fcge Manaras in das Science Fiction Genre. Hier folgt auch der gr\u00f6\u00dfte zeitliche Sprung, denn Manara gestaltete \u201eFlucht von Piranesi\u201c im Jahre 2002, ein Jahr sp\u00e4ter folgte das Album auf Deutsch bei Schreiber &amp; Leser. Auf dem Straflagerplaneten Piranesi wird eine junge Frau entdeckt, die keine biologische Pr\u00e4gung aufweist. Das bedeutet, ihr Genmaterial ist original und unver\u00e4ndert. Ein Unding, denn es ist normal, dass Menschen genetisch ver\u00e4ndet werden, um negative Eigenschaften zu eliminieren. Auf Piranesi sind Elektrizit\u00e4t und Motoren streng verboten. Unsere namenlose Heldin freundet sich mit einem Mitgefangenen an, der als Agent f\u00fcr das Imperium arbeitet, und der eine antike Fahrzeug-Fabrik untersuchen soll. Schlie\u00dflich schlie\u00dft sich die Dame dem Wiederstand an, der gegen das Imperium und die (erzwungenen) Genmanipulationen k\u00e4mpft. Piranesi wurde als Fortsetzungsgeschichte konzipiert, was das j\u00e4he Ende erkl\u00e4rt. Leider blieb es nur bei dem einen Band. Kurios: das Album sollte urspr\u00fcnglich als Werbung f\u00fcr den Mini dienen, weshalb einige kuriose Anspielungen noch enthalten sind. Genau wie diverse Verbeugungen vor Moebius und einem Schu\u00df Gesellschaftskritik. Der Werkausgaben-Band bringt die Story erstmals in Farbe.<\/p>\n<p>Insgesamt bietet der Band einen ungew\u00f6hnlichen Querschnitt durch Manaras Schaffen mit Geschichten, die lange nicht mehr ver\u00f6ffentlicht wurden und bei denen die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2434\">charakteristische Erotik-Komponente<\/a> einmal im Hintergrund steht, g\u00e4nzlich fehlt oder nur dezent vorhanden ist. Das Vorwort bietet zu den Geschichten viele wertvolle und erl\u00e4uternde Informationen, die die Entstehung der Einzelalben in den entsprechenden Kontext setzen. Diverse ganzseitige Illustrationen, die wie immer ein Augenschmaus sind (jaja, diesmal inklusive Erotik), runden den Band gelungen ab. (bw)<\/p>\n<p>Manara Werkausgabe, Band 16<br \/>\nText: Milo Manara, Alfredo Castelli<br \/>\nBilder: Milo Manara<br \/>\n172 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n39,99 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95798-630-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3806\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3806\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Manara Werkausgabe, Band 16 (Panini) &raquo; Comicleser #Alfredo Castelli #Der Schneemensch #Fanta [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcblicherweise werden die Arbeiten Milo Manaras in seiner Werkausgabe thematisch oder nach Serien geordnet (wie zuletzt die Borgia-Alben zusammengefasst in einer Ausgabe). Beim aktuellen Band 16 ist das anders. 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