{"id":3693,"date":"2016-02-15T15:26:00","date_gmt":"2016-02-15T13:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3693"},"modified":"2016-02-15T15:26:00","modified_gmt":"2016-02-15T13:26:00","slug":"ulysses-1781-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3693","title":{"rendered":"Ulysses 1781, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3694\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulysses-1781-1.jpg\" alt=\"Ulysses 1781, Band 1 (Splitter)\" width=\"295\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulysses-1781-1.jpg 295w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ulysses-1781-1-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/p>\n<p>Annapolis, im Jahr 1781. Die Vereinigten Staaten sind noch jung, der Sieg \u00fcber die Engl\u00e4nder gerade erfochten. Der Feind ist noch im Land. Ulysses McHendricks, alter Haudegen und siegreicher Held in diversen Schlachten, tobt sich bei einem Boxkampf aus, als er seinen Sohn erblickt. Der junge Bursche namens Mack bringt schlechte Kunde. Ulysses\u2018 Heimatstadt New Itakee, wo er bis zum Unabh\u00e4ngigkeitskrieg eine Whisky-Brennerei betrieb, ist von den Engl\u00e4ndern besetzt. Die haben sich in seinem Haus eingenistet und bedrohen seine Frau. Das Kommando hat mit Colonel Montrose ein besonders grausamer Geselle, der sich nicht ziert, die ersten B\u00fcrger New Itakees zu h\u00e4ngen. Ulysses bleibt keine Wahl. Er muss nach f\u00fcnf Jahren nach Hause, seine Familie, sein Hab und Gut, seine Mitb\u00fcrger retten. Dazu schart er diverse treue Kampfesbr\u00fcder und undurchsichtige Gesellen um sich und bricht auf. Das Besondere: man reist nicht mit Kutschen oder auf Pferden, sondern per Schiff. Aber nicht im Wasser, sondern \u00fcber Land! McHendricks\u2018 m\u00e4chtiges Schiff namens Acheron rollt auf einer Spezialkonstruktion, die es Pferden erm\u00f6glicht, den Koloss zu ziehen, der bei Bedarf nat\u00fcrlich auch sein urspr\u00fcnglich zugedachtes Element befahren kann.<\/p>\n<p>Um die Reise zu verk\u00fcrzen w\u00e4hlt man den Weg durch das Wishita-Tal, in dem in der Vergangenheit seltsame, unaufgekl\u00e4rte Dinge geschahen und das deshalb wenn m\u00f6glich gemieden wird. Siedler, die mit dem Tierreichtum dort ein Verm\u00f6gen machten, verschwanden spurlos, wie auch diverse Suchmannschaften\u2026 Trotzdem treibt der furchtlose Ulysses seine Leute an. Nachdem man eine Attacke der Irokesen abwehren konnte, gelangt man ins Tal. Dort erscheint zuerst alles friedlich. Bis einige M\u00e4nner von Unbekannten gemeuchelt oder entf\u00fchrt werden. Dann folgt ein Angriff auf die Acheron, die Ulysses mit einer waghalsigen Aktion gerade noch so vor dem Absturz in die Tiefe retten kann. Nat\u00fcrlich macht sich Ulysses sogleich auf, das R\u00e4tsel um die unbekannten und unsichtbaren Angreifer zu l\u00f6sen und seine entf\u00fchrten Leute zu retten. Mit zwei Getreuen dringt er in das Tal vor, entdeckt das verlassene Dorf der Siedler und merkt schnell, dass hier etwas lauert, gegen das es keine Mittel zu geben scheint\u2026<\/p>\n<p>Na, kommen einige Motive und Namen bekannt vor? Richtig, nomen est omen \u2013 Autor <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3438\" target=\"_blank\">Xavier Dorison<\/a> greift hier auf Homers Odyssee zur\u00fcck (Ulysses ist die englische Variante von Odysseus) und widmet sich in diesem ersten Band (und im folgenden) ganz dem Zyklopen, der kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig nicht zu besiegen war, dann aber doch mit einer List den K\u00fcrzeren zog, wodurch Odysseus und seine Gef\u00e4hrten entkommen konnten (was wir in Band 2 sicher in Dorisons Variation lesen werden). Dazu verortet er die zehnj\u00e4hrige Irrfahrt des Odysseus in die Zeit unmittelbar nach dem amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg und mischt damit real geschichtliche Ereignisse mit Fantasy-Elementen, die sp\u00e4t, daf\u00fcr aber umso heftiger auftauchen. So wird aus Ithaka hier New Itakee, aus zehn Jahren Abwesenheit werden f\u00fcnf. Odysseus\u2018 Sohn Telemachos wird zu Ulysses\u2018 Spr\u00f6\u00dfling Mack. Statt des <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2898\" target=\"_blank\">Trojanischen Krieges<\/a> haben wir den Unabh\u00e4ngigkeitskrieg, die Zyklopeninsel wird zum Tal. Nur das Schiff bleibt und wird, wie es Herr Kinski als Fitzcarraldo einst vormachte, \u00fcber Land gezogen.<\/p>\n<p>Schon die Coen-Br\u00fcder lehnten sich mit \u201aO Brother Where Art Thou\u2018, ihrer formidablen Mississippi-Odyssee, an Homer an und handelten das Epos in 100 h\u00f6chst kurzweiligen Minuten ab. Dorison und H\u00e9renguel lassen sich da vergleichsweise deutlich mehr Zeit, alleine die Zyklopen-Episode belegt schon die ersten beiden Alben. Hier kann noch einiges auf uns zu kommen. Im Serienauftakt bedient sich Dorison nicht nur Homer, sondern kreuzt das Zyklopen-Motiv mit dem indianischen Wendigo-Mythos, weshalb wir auch kein ein\u00e4ugiges Monstrum sehen, sondern eine Art Manitu, ein b\u00f6ser Geist der Indianer in (\u00fcber)menschlicher Gestalt. Die skurrile Idee mit dem Schiff als Land- und Wasser-Waffe, sozusagen als fr\u00fches Wohnmobil, z\u00fcndet voll, und als die Handlung nach dem einf\u00fchrenden und \u00dcberblick verschaffendem Geschehen (sprichw\u00f6rtlich) ins Rollen kommt und Fahrt aufnimmt, genie\u00dft man als Leser einen originellen Mix aus Action und Fantasy, quasi vor einem doppelten geschichtlichen Hintergrund.<\/p>\n<p>Dorisons bisherige Werke lesen sich wie ein Best of realistischer franko-belgischer Fantasy. Darunter sind Serien wie <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1178\" target=\"_blank\">\u201aAsgard\u2018<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=374\" target=\"_blank\">\u201aHeiligtum\u2018<\/a>, \u201aDas Dritte Testament\u2018 oder \u201aLong John Silver\u2018, wo er sich auch eine bekannte literarische Figur zu eigen macht. Und so, wie er in WEST einen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2661\" target=\"_blank\">Sp\u00e4twestern <\/a>mit Fantasy-Elementen vermischt, macht er das hier mit einem weiteren historischen Stoff. \u00c9ric H\u00e9renguels (Silbermond \u00fcber Providence, Die Geister von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1303\" target=\"_blank\">Troy<\/a>, beides ebenfalls bei Splitter) Zeichnungen sind kraftvoll und dynamisch, erinnern an die von Mathieu Lauffray in \u201aLong John Silver\u2018. Dem schon fast entgegen steht eine bisweilen zarte Farbgebung in Richtung Pastellt\u00f6nen, die durchaus kr\u00e4ftiger h\u00e4tte ausfallen k\u00f6nnen, v.a. wenn man das Cover des Albums als Beispiel nimmt. Wie Dorison und H\u00e9renguel in Band 2 die Rettung bzw. Befreiung der Gef\u00e4hrten durch Ulysses inszenieren werden (Stichwort \u201aNiemand\u2018), darauf darf man gespannt sein. (bw)<\/p>\n<p>Ulysses 1781, Band 1: Der Zyklop<br \/>\nText: Xavier Dorison<br \/>\nBilder: \u00c9ric H\u00e9renguel<br \/>\n62 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n14,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-249-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3693\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3693\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Ulysses 1781, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Der Zyklop #\u00c9ric H\u00e9renguel #Fantasy #Homer # [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Annapolis, im Jahr 1781. Die Vereinigten Staaten sind noch jung, der Sieg \u00fcber die Engl\u00e4nder gerade erfochten. Der Feind ist noch im Land. 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