{"id":3615,"date":"2016-01-23T14:08:53","date_gmt":"2016-01-23T12:08:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3615"},"modified":"2018-10-30T14:11:10","modified_gmt":"2018-10-30T12:11:10","slug":"cisco-kid-band-1-bocola","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3615","title":{"rendered":"Cisco Kid, Band 1 (Bocola)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3616\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Cisco-Kid-1.jpg\" alt=\"Cisco Kid, Band 1 (Bocola)\" width=\"320\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Cisco-Kid-1.jpg 320w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Cisco-Kid-1-300x261.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Man ist als gewiefter und erfahrener Comicleser(.de), der sich seit Jahrzehnten tapfer und immer neugierig durch Sprechblasen und Panels pfl\u00fcgt, stets hocherfreut, wenn auf man der Comic-Landkarte wei\u00dfe Flecken findet. Das ist bei uns bei Zeitungscomics ab und an der Fall. Bei \u00e4lteren, klassischen Zeitungs-Strips, weitab von Sonntagsseiten-Klassikern, wie <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3392\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prinz Eisenherz<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1235\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tarzan<\/a> oder Little Nemo. Ein Verlag, der diese wei\u00dfen Flecken mit Inhalt f\u00fcllt, ist Bocola, der in dieser Hinsicht immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut ist. So erschienen zuletzt gleich zwei \u201aZeitungs-Western\u2018, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3557\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201aCasey Ruggles\u2018<\/a>, \u00fcber den wir bereits berichtet haben und \u201aCisco Kid\u2018. Ist der Ruggles-Macher Warren Tufts durch seine <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1318\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bereits ver\u00f6ffentlichte Serie \u201aLance\u2018<\/a> (5 B\u00e4nde, ebenfalls bei Bocola) hierzulande kein Unbekannter mehr, kennt man den argentinischen Zeichner Jos\u00e9 Luis Salinas (1908-1985) und Autor Rod Reed, die Cisco Kid ab 1951 \u00fcber 17 Jahre hinweg schufen, kaum (zwischen 1993 und 2002 erschienen beim Comic Club Hannover immerhin 43 Hefte in kleiner Auflage). Bocola bringt nun eine gewohnt sorgf\u00e4ltig bearbeitete Neuausgabe des Tages-Strip-Westerns auf den deutschen Markt.<\/p>\n<p>Irgendwo im grenznahen Gebiet zwischen den USA und Mexiko bestehen Westernheld Cisco Kid und sein pummeliger Sidekick Pancho (wie sonst soll er hei\u00dfen!) ihre Abenteuer. Das erste (\u201aLucy\u2018) f\u00fchrt sie nach Red Rock. Dort vermutet die resolute Lucy, dass Richter Hook etwas im Schilde f\u00fchrt. Denn \u00fcber den geplanten Bau eines Damms soll ohne Frauenbeteiligung abstimmt werden. Bald decken Cisco, Pancho und Lucy die Machenschaften des Richters auf. Gerade wirft er sich noch an Lucy ran, da steht schon die n\u00e4chste Dame in der Startl\u00f6chern: die der Episoden den Namen gebende Indianer-Prinzessin \u201aRote Blume\u2018 bitte Cisco um Hilfe. Denn zwischen ihrem Stamm und den Wei\u00dfen droht ein Krieg auszubrechen. An dem einige Waffenh\u00e4ndler reges Interesse haben. Auch hier gelingt es Cisco nach einigen Wirrungen und Missverst\u00e4ndnissen als Schlichter und Mittler zu gl\u00e4nzen und den beinahe eskalierenden Konflikt aufzul\u00f6sen. Weiter nach Good Time Gulch, eine Art Las Vegas des Westerns. Cisco und Pancho wollen sich nur unbeschwert vergn\u00fcgen, tappen aber erneut in ein Wespennest. In dem spielen die verruchte T\u00e4nzerin Silver Belle und der \u00f6rtliche Patron One-Eyed Jack (!) die Hauptrollen. Denn Jack hat ein Druckmittel gegen Belle. Und dann taucht auch noch eine geheime Karte eines stillgelegten Stollens auf\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_3617\" style=\"width: 296px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3617\" class=\"size-full wp-image-3617\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Cisco-Kid_Panel.jpg\" alt=\"Kommt immer gut an: Cisco Kid\" width=\"286\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Cisco-Kid_Panel.jpg 286w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Cisco-Kid_Panel-245x300.jpg 245w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><p id=\"caption-attachment-3617\" class=\"wp-caption-text\">Kommt bei Damen immer gut an: Cisco Kid<\/p><\/div>\n<p>Die Figur des Cisco Kid wurde bereits 1907 von Schriftsteller O\u2019Henry erdacht. In seiner ersten Inkarnation war Cisco ein Desperado, der \u00fcber Leichen ging. Doch schon bald wurde der Charakter der Figur ge\u00e4ndert. In den folgenden Filmen (1928 der erste Tonfilm-Western \u00fcberhaupt), Radio- und TV-Shows und auch Comics mutierte Cisco zum leuchtenden Helden mit mexikanischem Einschlag, der gem\u00e4\u00df dem Trend der 50er und 60er Jahre den edlen Westerner in einer bereits verkl\u00e4rten Zeit gab. So auch im Comicstrip von Salinas und Reed. Wie Tyrone Powers Zorro oder Erol Flynns Helden immer mit einem L\u00e4cheln im Gesicht, stets tapfer den gr\u00f6\u00dften Gefahren trotzend und direkt hinein reitend, immer die Kontrolle \u00fcber die Situation behaltend, mit rechts dem Revolver in der Hand und links einer sch\u00f6nen Frau im Arm. Das klingt etwas \u00fcberspitzt, soll es aber nicht. Denn der Band ist \u00fcberaus unterhaltsam. Die drei Geschichten, die jeweils ineinander flie\u00dfen, sind gradlinig und fl\u00fcssig erz\u00e4hlt (was nat\u00fcrlich der urspr\u00fcnglichen Ver\u00f6ffentlichungsform als Tages-Strip geschuldet ist). Es geht um Geld, um Habgier und in jeder Episode stellen die Autoren Cisco eine sch\u00f6ne, taffe Frau zur Seite, die gerne resolut zur Tat schreitet. Sch\u00f6n, dass die Indianer nicht eindimensional dargestellt werden (Nur ein toter Indianer\u2026), sondern wie Cisco auch die Fahne aus Ehre und Gewissen hochhalten, inklusiver schwarzer Schafe, versteht sich.<\/p>\n<p>Was den Band dann wirklich besonders macht, sind die Zeichnungen. Die sind in schwarz-wei\u00df gehalten. Farbige Cisco-Strips aus der Feder Salinas\u2018, der, als die Serie entstand, in Argentinien l\u00e4ngst bekannt war, gibt es leider nicht. Der Zeichner nannte <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7295\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alex Raymond (Flash Gordon)<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1235\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hal Foster (Prinz Eisenherz)<\/a> als Vorbilder, was in seinem Stil auch deutlich erkennbar ist. Mehr noch, er spielt in einer \u00e4hnlichen Liga wie diese beiden Gr\u00f6\u00dfen. Kr\u00e4ftige Tuschezeichnungen, dynamisch, elegant. Ausdrucksstark und detailfreudig. Immer wieder sch\u00f6ne Frauen. Und in den Nachtszenen oder wenn ein Feuer die Szenerie ausleuchtet, zeigt Salinas seine ganze Klasse. Meistens besteht jeder Strip aus gleichgro\u00dfen Panels (die ab und an variiert werden). Neu zweimal besteht ein kompletter Strip aus nur einem Panel \u2013 eine Saloon-Schie\u00dferei und ein Indianer-Angriff auf eine Wagenburg \u2013 beides mal beeindruckend in Detailf\u00fclle und Atmosph\u00e4re. Ein ausgiebiges Vorwort beschreibt die Historie der Figur des Cisco Kid und erz\u00e4hlt die Entstehungsgeschichte des Comic-Strips. Der Band kommt wie auch \u201aCasey Ruggles\u2018 im gro\u00dfen Querformat daher und enth\u00e4lt die ersten 234 Dailies vom 15. Januar bis 13. Oktober 1951. Bocola hat da einmal mehr einen echten Schatz gehoben, der die Comiclandschaft bereichert. (bw)<\/p>\n<p>Cisco Kid, Band 1: Lucy, Rote Blume &amp; Good Time Gulch<br \/>\nText: Rod Reed<br \/>\nBilder: Jos\u00e9 Luis Salinas<br \/>\n88 Seiten in schwarz-wei\u00df, Hardcover, Querformat<br \/>\nBocola Verlag<br \/>\n17,90 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-939625-91-9<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3615\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3615\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Cisco Kid, Band 1 (Bocola) &raquo; Comicleser #Bocola #Cisco Kid #Gesamtausgabe #Jos\u00e9 Luis Salina [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man ist als gewiefter und erfahrener Comicleser(.de), der sich seit Jahrzehnten tapfer und immer neugierig durch Sprechblasen und Panels pfl\u00fcgt, stets hocherfreut, wenn auf man der Comic-Landkarte wei\u00dfe Flecken findet. 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