{"id":3533,"date":"2016-01-02T18:36:54","date_gmt":"2016-01-02T16:36:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3533"},"modified":"2016-01-02T18:42:50","modified_gmt":"2016-01-02T16:42:50","slug":"saga-band-5-cross-cult","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3533","title":{"rendered":"Saga, Band 5 (Cross Cult)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3534\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Saga-5.jpg\" alt=\"Saga, Band 5 (Cross Cult)\" width=\"269\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Saga-5.jpg 269w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Saga-5-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/p>\n<p>Acht Eisner Awards, zehn Harvey Awards. Und einige mehr. An Saga, der angesagten Serie von Autor Brian K. Vaughan (Y: The Last Man, Ex Machina) muss was dran sein. Auch bei den Comics gibt es Auszeichnungen und Preise schlie\u00dflich nicht f\u00fcr lau. So bekam die Reihe bei ihrem <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1114\" target=\"_blank\">Deutschland-Start im Juli 2013,<\/a> als sie in den USA bereits etabliert war, entsprechend viel Vorschusslorbeeren und auch hierzulande waren die Kritiken \u00fcberwiegend positiv. Trotzdem hatte die Serie bei mir anfangs keinen leichten Stand. Sie z\u00fcndete nur langsam. Was sich inzwischen gottlob ge\u00e4ndert hat. Beides aus den gleichen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Aber zuerst &#8211; wovon handelt Saga? Hintergrund der Geschichte ist ein epischer Krieg zwischen dem Riesen-Planeten Landfall (dort leben die mit den Fl\u00fcgeln) und seinem kleinen Mond namens Ranke (die mit den H\u00f6rnern). Himmel und H\u00f6lle? Inzwischen, nach Jahren, tobt der Konflikt nicht mehr an seinen Urspr\u00fcngen, vielmehr wurde er ins All hinausgetragen, wo Stellvertreter-Kriege ganze Planeten verw\u00fcsten. Der Hass zwischen den beiden V\u00f6lkern hat einen un\u00fcberwindbaren Graben geschaffen. Der Krieg kennt keinen Sieger und scheint ewig zu w\u00e4hren. Dann passiert etwas Ungeheuerliches und Unvorhersehbares. Alana, eine Frau von Landfall, verliebt sich in Marko, einen Mann von der Ranke. Schlimmer noch, beide zeugen ein Kind. Hazel. Ein Kind mit Fl\u00fcgeln und H\u00f6rnern! Da nicht sein kann, was nicht sein darf, wird die junge Familie von beiden Seiten quer durch das Universum gejagt.<\/p>\n<p>Bis zum aktuellen Band 5 ist nun einiges passiert. Viel sogar. Sehr viel. Und allen, die sich mit dem (zwingenden) Gedanken befassen, in die Serie einzusteigen, sei tunlichst geraten, mit dem ersten Band zu beginnen und dann bis Band 5 zu suchten. Inzwischen haben sich die Akteure in drei Gruppen aufgeteilt: Alana und Klara, ihre Schwiegermutter in spe, m\u00fcssen sich mit Dengo vom Robotreich herumschlagen, der den Robot-Thronfolger entf\u00fchrt hat und der nun mit diversen Terroristen paktieren will, um an den Herrschenden Rache zu \u00fcben. Prognose: der Schuss geht nach hinten los. Dann Marko. Der sucht verzweifelt seine Familie und verb\u00fcndet sich dazu wohl oder \u00fcbel mit Prinz Robot, der seinen Spr\u00f6ssling wieder haben will. Prognose: wird zur Bruchlandung. Und schlie\u00dflich Gwendolyn, Markos Verflossene, die mit dem M\u00e4dchen Sophie und der Freilanzerin Die Marke (in dieser Kopfgeldj\u00e4ger-Zunft schreibt sich stets mit Artikel) deren Bruder Der Wille mittels Drachensperma (ja, ernsthaft) zu heilen versucht. Prognose: hoher Preis, Verluste inklusive.<\/p>\n<p>Das klingt jetzt durchaus schr\u00e4g. Aber daran gew\u00f6hnt man sich. Und genau deshalb war es nicht leicht, den Serienauftakt zu m\u00f6gen. Denn Vaughans Ideen sind derma\u00dfen respektlos, vorbildlos und unkonventionell bis grotesk. Und sie vereinen Magie und Science Fiction unter einem Dach. Was dieser Herr auf wenigen Seiten dem Leser an wilden Dingen entgegen schleudert und vermengt, muss man anfangs erst verdauen. Kostproben: das Raumschiff, mit dem Alana und Marko unterwegs sind, ist aus Holz (Baumschiff). Die Wesen des Robotreiches besitzen als Kopf einen Monitor (der Herrscher hat nat\u00fcrlich \u201aden Gr\u00f6\u00dften\u2018). Izabel, der freche Teenager-Geist mit halbem K\u00f6rper (inklusive heraush\u00e4ngenden Ged\u00e4rmen), der mit Hazel eine Synthese eingeht. Der Willes Sidekick, die L\u00fcgekatze, die jede Unwahrheit sofort erkennt. Irgendwann sind gefl\u00fcgelte Pferde, halbe Planeten (Demimonde) und sprechende Robben in Latzhosen (wir kratzen hier nur an der Oberfl\u00e4che des Kuriosit\u00e4tenkabinetts) Routine. Und h\u00f6chst willkommen. Das ist der Moment, an dem Saga zuschl\u00e4gt und den Leser vereinnahmt.<\/p>\n<p>Dabei f\u00f6rderlich sind auch immer wieder ganz banale Alltagsdinge, die so gar nicht in ein SF-Epos passen: man hat kein Netz f\u00fcr sein Handy. Heuert zum Geldverdienen bei einem trashigen und subversivem TV-Piratensender an. Muss sein Raumschiff auftanken (an einer ganz und gar unmodernen Tankstelle). Und zofft sich innerhalb der Familie. Was schlie\u00dflich zum handfesten Problem wird. Dabei dreht sich alles um ein zeitloses, pazifistisches Motiv, das eine Br\u00fccke zur Gegenwart baut: eine Familie, so ungew\u00f6hnlich und jenseits aller Konventionen sie auch sein mag, m\u00f6chte einfach nur in Frieden leben, was durch die Umst\u00e4nde und \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse jenseits ihrer Macht nicht m\u00f6glich zu sein scheint. Dazwischen gl\u00e4nzt Saga auch mit scharfen, pointierten Dialogen mit sarkastischem Witz. Auch Gewalt und Erotik werden nicht ausgespart und finden durchaus explizit Verwendung. So wechselt sich ungl\u00e4ubiges Staunen mit makabrem Humor ab, wobei sich Vaughan auch nicht scheut, immer wieder Personen aus dem Spiel zu nehmen. Und das durchaus \u00fcberraschend.<\/p>\n<p>Wie schon bei \u201aEx Machina\u2018 und \u201aY: The Last Man\u2018 (dort half ab und an Goran Sudzuka aus) arbeitet Vaughan auch hier mit einem\/r festen Zeichner\/in zusammen. So bleibt der Look, den <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1114\" target=\"_blank\">Fiona Staples<\/a> der Serie gab, charakteristisch und unverwechselbar. Die Bilder sind sehr ausdrucksstark (und Alana ist wirklich h\u00fcbsch), die Kuriosit\u00e4ten und Autoren-Einf\u00e4lle sind kongenial umgesetzt, wobei der Detailreichtum so tief ist, wie es die Story gerade erfordert. Also: bitte nicht scheuen. Saga macht gro\u00dfen Spa\u00df, \u00fcberrascht stets aufs neue und wird jeden, der SF und gute, epische Geschichten mag, nicht entt\u00e4uschen. Wenn auch vielleicht erst auf den zweiten Blick. Dann aber umso mehr. (bw)<\/p>\n<p>Saga, Band 5<br \/>\nText: Brian K. Vaughan<br \/>\nBilder: Fiona Staples<br \/>\n144 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nCross Cult<br \/>\n22 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-86425-698-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3533\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3533\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Saga, Band 5 (Cross Cult) &raquo; Comicleser #Brian K. Vaughan #Cross Cult #CrossCult #Fiona Stapl [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Acht Eisner Awards, zehn Harvey Awards. Und einige mehr. 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