{"id":3388,"date":"2015-11-18T13:19:22","date_gmt":"2015-11-18T11:19:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3388"},"modified":"2015-11-18T13:56:03","modified_gmt":"2015-11-18T11:56:03","slug":"konigliches-blut-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3388","title":{"rendered":"K\u00f6nigliches Blut, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3389\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Isabella-1.jpg\" alt=\"K\u00f6nigliches Blut, Band 1: Isabella (Splitter)\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Isabella-1.jpg 300w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Isabella-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Frankreich im Jahr des Herrn 1314: Prinzessin Isabella ist von ihrem Vater Philipp an den englischen K\u00f6nig Eduard II. verheiratet worden. Ziel der Liaison ist ganz unverhohlen die Sicherung des Friedens zwischen den beiden ewigen Rivalen, weshalb sich Eduard im Rahmen einer Zeremonie in Paris eher widerwillig auch formell Philipp als Lehnsherren unterwirft. Dass sie ihr pers\u00f6nliches Gl\u00fcck der Staatsraison opfern muss, das kann Isabella zwar noch weitgehend akzeptieren, aber das Schicksal hat ihr zweifelsohne ein ganz besonderes schweres Los zugedacht: sie leidet nicht nur unter der Gef\u00fchlsk\u00e4lte und Machtorientierung ihres Vaters, sondern auch unter der kompletten Missachtung durch ihren Gatten. Dass der sich n\u00e4mlich lieber mit jungen H\u00f6flingen als mit Frauen vergn\u00fcgt, das pfeifen die Spatzen von den Palast-D\u00e4chern.<\/p>\n<p>Isabella zieht sich in stilles Beten und Liebe zu ihrem Sohn zur\u00fcck, um diese Schmach zu ertragen. Ihre Schw\u00e4gerinnen unter Anf\u00fchrung von Blanche und Margaret \u00fcberspannen den Bogen des Spottes allerdings, als sie ihrer Anverwandten zum Abschied aus Frankreich einen Rosenkranz schenken, den Eduard als kleines Spielzeug bei seinen sexuellen Eskapaden verwendet hat. Isabella bringt das Geschehen ans Licht, und unter Folter gestehen die Geliebten der niedertr\u00e4chtigen Hofdamen den kollektiven Ehebruch ein \u2013 man exekutiert sie und wirft Isabellas Schw\u00e4gerinnen in den Kerker. Zur\u00fcck in England erreicht Isabella die Nachricht vom Tod ihres Vaters, dem ihr Bruder Ludwig nachfolgt. Konfrontiert mit einem Monster als Ehemann, aufsteigenden Machtanspr\u00fcchen des englischen Adels und verlassen von allem Zuspruch, beginnt die geschundene Isabella ein grausames Machtspiel\u2026<\/p>\n<p>Thierry und Maris Gloris, die in <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=297\" target=\"_blank\">\u201aMalgr\u00e9 Nous\u2018<\/a> (dt. bei Salleck) eher neugeschichtliche Themen behandelten, gelingt in ihrer neuen Konzeptserie um historische Herrscherinnen ein realit\u00e4tsnaher Blick auf die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=423\" target=\"_blank\">mittelalterliche Welt<\/a> der Hofintrigen, des Machtmissbrauches und der Selbstsucht. Mit Fokus ausschlie\u00dflich auf die herrschende Kaste entfaltet sich ein R\u00e4nkespiel von wahrhaft elisabethanischen Rachedrama-Dimensionen (nicht umsonst lieferte der Shakespeare-Zeitgenosse Christopher Marlowe ein Spektakel \u00fcber Edward II. ab), das auf historischen Ereignissen basierend (Isabella heiratete Eduard 1308 und brachte ungeachtet der homoerotischen Neigungen ihres Mannes mit ihm diverse Kinder zuwege) einen eindrucksvollen Bogen der Mechaniken der Macht und einer Klassengesellschaft, in der Frauen zu mehr weniger taugten als zur Sicherstellung einer Herrscherlinie.<\/p>\n<p>Isabella dreht den Spie\u00df um und entwickelt sich als Reaktion auf diese Gesellschaftsordnung selbst zur Drahtzieherin, die als folgerichtige Antwort auf die Entmenschlichung und Missachtung in gleicher M\u00fcnze heimzahlt. Anders als in den K\u00f6nigsdramen Shakespeares, in denen die geschichtliche Realit\u00e4t im Zuge der propagandistischen Umdeutung der Rosenkriege zugunsten der Tudors doch etwas phantasievoll gehandhabt wird, liefern die beiden Gloris ein fast schon beklemmend realistisches Abbild der mittelalterlichen Monarchie, das Zeichner Cald\u00e9ron in bemerkenswert detaillierten, fein geschnittenen und teilweise auch schockierenden Szenen einf\u00e4ngt, die durch atmosph\u00e4rische Farbgebung und gekonntes Arrangement bestechen. Am Ende steht Isabella als blutige L\u00f6win gegen ihr Schicksal auf \u2013 das sich in Band 2 erf\u00fcllen d\u00fcrfte. Wir sind gespannt. (hb)<\/p>\n<p>K\u00f6nigliches Blut, Band 1: Isabella, die W\u00f6lfin von Frankreich<br \/>\nText: Thierry Gloris, Marie Gloris<br \/>\nBilder: Jaime Calder\u00f3n<br \/>\n56 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n14,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-235-9<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3388\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3388\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"K\u00f6nigliches Blut, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Isabella #Jaime Calder\u00f3n #K\u00f6nigliches B [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich im Jahr des Herrn 1314: Prinzessin Isabella ist von ihrem Vater Philipp an den englischen K\u00f6nig Eduard II. verheiratet worden. 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