{"id":3384,"date":"2015-11-17T12:05:24","date_gmt":"2015-11-17T10:05:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3384"},"modified":"2015-11-17T12:05:24","modified_gmt":"2015-11-17T10:05:24","slug":"neue-geschichten-von-vater-und-sohn-panini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3384","title":{"rendered":"Neue Geschichten von Vater und Sohn (Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3385\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Vater-und-Sohn.jpg\" alt=\"Neue Geschichten von Vater und Sohn (Panini)\" width=\"287\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Vater-und-Sohn.jpg 287w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Vater-und-Sohn-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/><\/p>\n<p>Gesegnet ist die deutsche Kulturhistorie zwar nicht gerade mit Klassikern der Bildgeschichten \u2013 ganz im Gegenteil zur franko-belgischen Welt muss man sich in Deutschland mit Wilhelm Busch und Freunden fast schon begn\u00fcgen. Aber nur fast, denn von 1934-1937 lieferte Erich Ohser unter dem Alias e.o.plauen (zusammengesetzt aus seinen Initialen und seinem Geburtsort) mit seinen Geschichten um Vater und Sohn eine zeitlose, liebenswerte, tiefsinnige und ergreifende Darstellung menschlichen Zusammenlebens, verpackt in kleine, lustige Historien, die getreu der Herkunft Ohsers aus der Welt der Illustration und Karikatur ohne Worte auskam. Als die Machthaber den enormen Erfolg der Serie f\u00fcr sich vereinnahmen wollten, zog Ohser (der aufgrund seiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr den linksliberalen Vorw\u00e4rts und der Zusammenarbeit mit Erich K\u00e4stner ohnehin schon nur unter Pseudonym ver\u00f6ffentlichen durfte) die Konsequenz und beendete die Reihe (und setzte seinem Leben bald danach ebenfalls ein Ende, bevor er zu einem Schauprozess vor den Reichsgerichtshof gezerrt werden sollte).<\/p>\n<p>Generationen von Lesern erfreuten sich seitdem an den kleinen Vignetten, und so sind die Fu\u00dfstapfen, in die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1578\" target=\"_blank\">Marc Lizano (der mit \u201aDas versteckte Kind\u2018 f\u00fcr Aufsehen sorgte)<\/a> und Ulf K. mit ihrer Fortsetzung treten, nicht unbedingt klein. In behutsamer Ann\u00e4herung und Aneignung gelingt es dem Duo jedoch in bewundernswerter Weise, den Geist des Originals gleichzeitig zu erhalten und an die Gegenwart anzun\u00e4hern. Den Ausgangspunkt bildet dabei die letzte Geschichte von Plauen, der sich im Dezember 1937 mit den Worten \u201eLiebe Freunde, auf Wiedersehen! Euer Vater und Sohn\u201c von den Lesern verabschiedete und seine beiden Protagonisten wie in einem griechischen Drama in den Himmel aufnehmen lie\u00df \u2013 den Vater als Mond, den Sohn als Stern. Im ersten Cartoon des Neuanfangs steigen die beiden wieder herunter und erleben die Welt erneut aus ihrem ganz eigenen, pers\u00f6nlichen und allzumenschlichen Blickwinkel.<\/p>\n<p>Im Verlauf eines Jahres fahren die beiden Schlitten, vergn\u00fcgen sich im Park und genie\u00dfen den Sommer ganz wie fr\u00fcher \u2013 aber der Vater muss sich auch mit modernen Errungenschaften wie Computer, Blu Ray Player und Spielekonsole befassen. Dabei durchzieht als gro\u00dfes Thema die grenzenlose Zuneigung der beiden zueinander die kleinen Geschichten: da schimpft der Vater so lange, bis der Sohnemann buchst\u00e4blich im Boden versinkt, nur um festzustellen, dass ihm ohne den Spr\u00f6\u00dfling doch so einiges fehlen w\u00fcrde, und der Sohn fabriziert gleich verschiedene Arrangements, in denen der Vater mit seinem charakteristischen Schnauzer zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Anr\u00fchrend sind vor allem die Momente, in denen Lizano und Ulf K. auf die Figur eingehen, die in der Vorlage durchg\u00e4ngig abwesend ist: wir erfahren, dass die Mutter verstorben ist, aber in den Talenten des Sohnes weiterlebt. All das inszenieren Lizano und K. ein wenig weicher als das kantige schwarz-wei\u00df-Original, in roter Viragierung variiert, aber immer nah am Duktus Plauens gehalten, teilweise in Verweisen auf die Comic-Historie: in einer Szene mit einer Wasserschlacht taucht der Vater in dem haif\u00f6rmigen U-Boot auf, dass wir alle gerne als Verneigung vor <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1094\" target=\"_blank\">Tintin<\/a> erkennen. Und auch beim wichtigsten Stilmittel bleibt die Fortsetzung der Vorlage treu: auch die neuen Geschichten von Vater und Sohne wirken tief, gerade weil sie ohne ein einziges Wort auskommen. Die sch\u00f6ne Ausgabe bei Panini kommt im handlichen Hardcover mit einer kleinen Skizzengalerie und ist Gro\u00df, Klein, Alt und Jung w\u00e4rmstens zu empfehlen. (hb)<\/p>\n<p>Neue Geschichten von Vater und Sohn<br \/>\nText: Marc Lizano<br \/>\nBilder: Ulf K.<br \/>\n72 Seiten in schwarz-wei\u00df-rot, Hardcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n14,99 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-83323-176-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3384\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3384\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Neue Geschichten von Vater und Sohn (Panini) &raquo; Comicleser #e.o. plauen #Erich Ohser #Funny # [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesegnet ist die deutsche Kulturhistorie zwar nicht gerade mit Klassikern der Bildgeschichten \u2013 ganz im Gegenteil zur franko-belgischen Welt muss man sich in Deutschland mit Wilhelm Busch und Freunden fast schon begn\u00fcgen. 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