{"id":3239,"date":"2015-10-18T17:22:41","date_gmt":"2015-10-18T15:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3239"},"modified":"2015-10-21T09:35:40","modified_gmt":"2015-10-21T07:35:40","slug":"interview-mit-dylan-horrocks-der-konig-des-mars-hicksville","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3239","title":{"rendered":"Interview mit Dylan Horrocks (Der K\u00f6nig des Mars, Hicksville)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3240\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Foto-Dylan-Horrocks.jpg\" alt=\"Foto Dylan Horrocks\" width=\"345\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Foto-Dylan-Horrocks.jpg 345w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Foto-Dylan-Horrocks-259x300.jpg 259w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/p>\n<p>Dylan Horrocks, Jahrgang 1966, ist ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Comick\u00fcnstler. Dass der Neuseel\u00e4nder Comics liebt und verinnerlicht, stellte er vor einigen Jahren mit \u201aHicksville\u2019 unter beweis, einer Graphic Novel, die auch bei uns ver\u00f6ffentlicht (bei Reprodukt) und die mit einem Eisner Award, dem Comic-Oscar, ausgezeichnet wurde. Daneben schrieb und zeichnete er mit \u201aAtlas\u2019 und \u201aPickle\u2019 eigene Serien und sammelte \u2013 im R\u00fcckblick ern\u00fcchternde \u2013 Erfahrungen im amerikanischen Mainstream: er schrieb u.a. Batgirl f\u00fcr DC, ehe er dem Markt entt\u00e4uscht den R\u00fccken kehrte. Sein aktuelles Buch, die Graphic Novel \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 erscheint bei Egmont Graphic Novel und beeindruckt erneut als liebevolle wie originelle Hommage an Comics an sich. 2012, als Neuseeland Gastland der Frankfurter Buchmesse war, besuchte er mit anderen neuseel\u00e4ndischen K\u00fcnstlern, wie Colin Wilson und Roger Langridge auch Deutschland. Und anders als die beiden bleibt er seinem Heimatland treu und lebt bei Auckland. Zwischen Terminen in den USA und Kanada (dort ist er zu Gast beim International Festival of Authors in Toronto) nahm er sich Zeit, uns einige Fragen zu beantworten.<\/p>\n<p><u>Comicleser (CL): Wie kamst Du auf die Idee und die Story zu \u201aThe Magic Pen\u2018 (\u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2018) und darauf, verschiedene Aspekte der Comic-Kultur darin zu verwenden?<\/u><\/p>\n<p>Dylan Horrocks (DH): Die Idee begann als Traumgebilde, wie die meisten meiner Geschichten. Die Idee von Zeichnungen, die real werden ist nat\u00fcrlich schon alt und sie verfolgt mich schon seit meiner Kindheit, dank Geschichten und Fernsehserien wie \u201aSimon in the Land of Chalk Drawings\u2018 (ein britischer Kinder-Cartoon). Als ich Comics wie \u201aTim und Struppi\u2018 las, w\u00fcnschte ich mir immer, ich k\u00f6nnte einen Weg finden, in die Panels hinein zu klettern. Das gleiche gilt auch f\u00fcr Filme und Romane. Daher ist es keine \u00dcberraschung, dass ich schlie\u00dflich ein Buch machte, in dem genau das passiert.<\/p>\n<p>Als sich die Story verdichtete, konnte ich nicht widerstehen, verschiedene Welten, Genres und Kulturen auf dem Gebiet des Comics zu erforschen. Ich h\u00e4tte ohne weiteres diesen Aspekt des Buches auf hunderte von Seiten ausweiten k\u00f6nnen, aber dann w\u00e4re ich nie fertig geworden\u2026<\/p>\n<p><u><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3242\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Der-K\u00f6nig-des-Mars-Cover.jpg\" alt=\"Der K\u00f6nig des Mars \" width=\"258\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Der-K\u00f6nig-des-Mars-Cover.jpg 258w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Der-K\u00f6nig-des-Mars-Cover-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/>CL: \u201aThe Magic Pen\/Der K\u00f6nig des Mars\u2019 wird in zahlreichen L\u00e4ndern und Sprachen ver\u00f6ffentlicht. Du warst auch schon in Frankreich, um das Buch zu promoten. Bist Du mit dem Erfolg zufrieden? Wie sind die Reaktionen Deiner Leser?<\/u><\/p>\n<p>DH: Ich glaube, das Buch ist jetzt (oder demn\u00e4chst) in elf verschiedenen L\u00e4ndern erh\u00e4ltlich. Das ist gro\u00dfartig! Vor allem die verschiedenen \u00dcbersetzungen machen mir Spa\u00df \u2013 ich lerne auf polnisch, d\u00e4nisch und nat\u00fcrlich auf deutsch zu schimpfen. Die Reaktionen sind auch interessant. Weil die Story teilweise Mechanik und Ethik der erotischen Fantasy erkundet, waren die Reaktionen in den verschiedenen L\u00e4ndern leicht unterschiedlich. Sexualpolitik ist gerade ein heikles Thema im amerikanischen Comic, also konzentrierten sich dort die Rezensionen auf diesen Aspekt. In Frankreich dagegen war die Reaktion weniger hitzig. Meine liebsten Reaktionen sind die, die das Buch zwar spielerisch aber auch ernst nehmen \u2013 als eine Einladung zur Diskussion, statt als eine streitbare Aussage. Ganz sicher versuche ich nicht, die Leser von einem bestimmten Standpunkt zu \u00fcberzeugen; statt dessen m\u00f6chte ich einen Raum aus moralischer Komplexit\u00e4t und Vieldeutigkeit erkunden und sehen, was dann kommt.<\/p>\n<p><u>CL: Warum erscheinen \u201aHicksville\u2019 und \u201aThe Magic Pen\u2019 in Deutschland bei verschiedenen Verlagen? Und warum hat Egmont das Buch anders betitelt (mit \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019) und ein anderes Cover verwendet?<\/u><\/p>\n<p>DH: Da ich jetzt einen Agenten habe, laufen die meisten dieser Dinge zwischen ihm und den Verlagen. Was gro\u00dfartig ist, denn das hei\u00dft auch, dass ich mich voll auf das Zeichnen neuer B\u00fccher konzentrieren kann.<\/p>\n<p>Eine Zeit lang war \u201aThe Magic Pen\u2019 als Trilogie geplant. Der erste Band sollte \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 hei\u00dfen. Sp\u00e4ter habe ich die drei Teile der Story in einem Band kombiniert, aber dieser urspr\u00fcngliche Titel hat in der deutschen Ausgabe \u00fcberlebt. Und das Cover geh\u00f6rt zu den Entw\u00fcrfen, mit denen ich experimentiert habe. Ich finde es sehr gelungen\u2026<\/p>\n<p><u>CL: Im Gegensatz zu anderen Comiczeichnern aus Neuseeland, wie Roger Langridge oder Colin Wilson, lebst Du noch immer dort. Wie ist das Leben als Comiczeichner in Neuseeland?<\/u><\/p>\n<p>DH: Dank des Internets, das den Umgang mit internationalen Verlagen erleichtert, wird es immer einfacher, Comics in Neuseeland zu machen. Auch werden Graphic Novels von den einheimischen Verlagen, Buchl\u00e4den und Lesern immer besser akzeptiert. Eine lange Zeit waren meine Comics hier in Neuseeland schwerer zu bekommen als in Frankreich oder Amerika. Bis ich vor f\u00fcnf Jahren einen Verleger gefunden habe (Victoria University Press, einer unserer f\u00fchrenden Verlage f\u00fcr Belletristik und Lyrik). So wird alles einfacher.<\/p>\n<p>Ich liebe das Leben hier. Hier ist meine Heimat, meine Familie ist hier und es ist ein wundersch\u00f6nes, recht friedvolles Land. Wir haben nur wenige Einwohner (4,5 Millionen), was es erschwert, einen heimischen Markt f\u00fcr etwas wie Graphic Novels f\u00fcr Erwachsene aufzubauen. Aber so langsam nimmt er Formen an. Und der Gro\u00dfteil meiner Leser ist noch immer in \u00dcbersee in Europa und Nordamerika.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind unsere ausgewanderten Zeichner noch immer stark mit der neuseel\u00e4ndischen Szene verwachsen: Roger und Colin sind beide gro\u00dfe Nummern unter den heimischen Zeichnern und oft Teil von Ausstellungen und Anthologien neuseel\u00e4ndischer Comics.<\/p>\n<p><u>CL: Gibt es viele \u201aeinheimische\u2019 neuseel\u00e4ndische Comics oder werden die meisten Comics aus \u00dcbersee importiert? Orientiert sich die \u00f6rtliche Comicszene eher an den USA oder gibt es auch franko-belgische Einfl\u00fcsse (\u201aTim und Struppi\u2019 wird sowohl in \u201aHicksville\u2019 als auch in \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 erw\u00e4hnt)?<\/u><\/p>\n<p>DH: Die neuseel\u00e4ndische Comicszene ist aktiv und tritt immer mehr in den Vordergrund. Sie hat viele verschiedene Einfl\u00fcsse: aus den USA Mainstream, alternative und Underground Comics; Webcomics; Manga; europ\u00e4ische Comics (vor allem \u201aTim und Struppi\u2019 und \u201aAsterix\u2019); und britische Comics wie 2000AD. Und immer mehr blicken die heimischen Zeichner auf unsere eigene Comic-Geschichte, was ganz neue Aspekte bringt. In den letzten f\u00fcnf Jahren wurden alleine drei neuseel\u00e4ndische Verlage gegr\u00fcndet, die sich auf Comics spezialisieren, ein halbes Dutzend heimische Graphic Novels wurden ver\u00f6ffentlicht (einige davon wurden Bestseller und gewannen renommierte Preise), und ein gro\u00dfer Bildband \u00fcber neuseel\u00e4ndische Comics erschien. Zeichner wie Ant Sang (dessen Graphic Novel \u201aThe Dharma Punks\u2019 gerade in Neuseeland, Nordamerika und Frankreich erscheint) bauen eine ausgepr\u00e4gte Reputation auf, die einerseits erkennbar neuseel\u00e4ndisch ist und andererseits international nachhallt.<\/p>\n<p><u><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3243\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Hicksville-Cover.jpg\" alt=\"Hicksville \" width=\"240\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Hicksville-Cover.jpg 240w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Hicksville-Cover-206x300.jpg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/>CL: Zwischen der Ver\u00f6ffentlichung von \u201aHicksville\u2019 und \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 verging recht viel Zeit. Was waren die gr\u00f6\u00dften Unterschiede beim Schreiben und Zeichnen der beiden B\u00fccher?<\/u><\/p>\n<p>DH: \u201aHicksville\u2019 wurde von einem j\u00fcngeren Zeichner geschrieben und entstand aus einer tiefen, lebenslangen Liebe f\u00fcr Comics. Als ich \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 zeichnete war ich \u00e4lter und meine Geschichte mit Comics war etwas komplizierter und ambivalenter. Ich hatte einige Jahre in der Mainstream Industrie der USA verbracht und war davon ziemlich erm\u00fcdet. Im Prinzip habe ich das Jack Kirby-Zitat erlebt, das am Anfang von \u201aHicksville\u2019 steht: \u201eComics werden Dir das Herz brechen.\u201c Mit \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 habe ich auch meinen Weg zur\u00fcck zu den Comics gefunden, zu Geschichten, Kunst und Fantasie. Als ich begann, das Buch zu planen, war ich mir nicht mehr sicher, f\u00fcr was Kunst stand. Ich hatte etwas von meinem Glauben an Geschichten und Kunst verloren. Aber am Ende habe ich meinen Weg zur\u00fcck nach Hause gefunden.<\/p>\n<p><u>CL: In Deinen Comics benutzt Du oft die gleichen Figuren. Sam Zabel erscheint auch in \u201aHicksville\u2019, genau wie Lady Night. Machst Du Deine Comics nach der Comic-Theorie, die James Kochalka beschreibt (siehe auch Dein Essay \u201aPerfect Planet\u2019), und daher: lebt Sam Zabel noch immer in Hicksville?<\/u><\/p>\n<p>DH: Obwohl ich gerne die gleichen Figuren benutze, sind die Geschichten eigentlich recht unterschiedlich. Hicksville (die Stadt) wird in \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 nicht erw\u00e4hnt. Ich benutze Figuren und andere Elemente erneut, wenn sie etwas beisteuern k\u00f6nnen, was ich f\u00fcr die jeweilige Story ben\u00f6tige, aber ich behandele sie nicht unbedingt, als w\u00fcrden sie in einem bestimmten \u201aUniversum\u2019 oder einer \u201aKontinuit\u00e4t\u2019 stecken. Wenn es ein gemeinsames Universum gibt, in dem meine Figuren leben, dann ist es das Universum, in dem Dylan Horrocks Comics \u00fcber sie zeichnet. Selbst die Figuren k\u00f6nnen sich von einem zum n\u00e4chsten Buch ver\u00e4ndern \u2013 wie ein Ensemble von Schauspielern, die gemeinsam in verschiedenen Filmen oder St\u00fccken agieren, aber jedes Mal neue Rollen spielen.<\/p>\n<p>Das ist nichts, was ich so geplant habe, es hat sich einfach so ergeben. Ich liebe es, ein Universum zu schaffen, das alle meine Geschichten verbindet, aber gleichzeitig kann ich nie vergessen, dass meine Comics und Figuren erdichtet sind. Ich denke, aus diesem Grund str\u00e4ube ich mich auch, mich an eine einheitlichen Kontinuit\u00e4t zu binden; es f\u00fchlt sich fast unehrlich an, wenn ich wei\u00df \u2013 und die Leser auch \u2013 dass Sam, Miki, Grace und Hicksville nur als Zeichnungen existieren. Dieses komplizierte reale-irreale Verh\u00e4ltnis, das wir mit imagin\u00e4ren Figuren und Welten haben, welche uns besch\u00e4ftigen, ist Teil dessen, um was es in \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 geht.<\/p>\n<p><u>CL: Sam Zabel scheint Dein Alter Ego zu sein. Wie auch Sam hast Du im US-Comicmarkt gearbeitet, um Deine Br\u00f6tchen zu verdienen. Was Du nicht gemocht hast. Wie viel von ihm steckt in Dir?<\/u><\/p>\n<p>DH: Ich bin nicht Sam, aber manchmal dient er als eine Art experimentelle Laborratte. Wenn ich versuche etwas in meinem eigenen Leben zu verstehen, schaffe ich eine entsprechende fiktionale Situation, in deren Mitte ich dann Sam platziere. Manchmal reagiert er so wie ich, aber dann und wann schl\u00e4gt er eine ganz andere Richtung ein. Indem ich beobachte, wie er sondiert und reagiert, erlange ich ein besseres Verst\u00e4ndnis meiner eigenen Situation. Aber wenn er genau wie ich w\u00e4re, w\u00e4re es sicher weniger interessant oder n\u00fctzlich.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem tr\u00e4gt Sam keine Brille. Er ist ganz anders. Wirklich.<\/p>\n<p><u>CL: Betrachtest Du das Science Fiction Comic von Evan Rice in \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 als Hommage an John Carter oder Flash Gordon oder existiert ein solches altes neuseel\u00e4ndisches Comic wirklich?<\/u><\/p>\n<p>DH: Ja, das tut es! Das Evan Rice Comic in \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 ist vor allem eine Hommage an die Comics, die ein junger Neuseel\u00e4nder namens Eric Resetar in der 1940er und 1950er Jahren gezeichnet hat. Er ver\u00f6ffentlichte seinen ersten Comic, als er noch zur Schule ging und verkaufte ihn an amerikanische Soldaten, die w\u00e4hrend des Krieges in Auckland stationiert waren. Er war ein gro\u00dfer Fan von Buck Rogers, weshalb sich in seinen Geschichten Abenteurer mit Strahlenpistolen, Raumschiffe und Aliens tummelten. Sein bekanntestes Comic hei\u00dft \u201aCrash Carson: Ein All Black auf dem Mars\u2018 [Anm. CL: ein All Black ist ein Spieler der neuseel\u00e4ndischen Rugby Nationalmannschaft]. Leider gerieten Erics Comics lange Zeit fast v\u00f6llig in Vergessenheit, aber in den letzten Jahren wurde er wieder entdeckt, dank hiesigen Sammlern und dem Historiker Tim Bollinger. Es gibt sogar einen neuseel\u00e4ndischen Comicpreis, der zu seinen Ehren The Erics getauft wurde. Eric starb 2012, aber ich konnte ihm einige der fr\u00fchen Seiten von \u201aDer K\u00f6nig des Mars\u2019 zeigen, ehe er uns verlie\u00df. Seine Arbeiten sind lebendig und roh, stecken voller unb\u00e4ndiger, freudiger Liebe f\u00fcr Comics, Abenteuer und Fantasie.<\/p>\n<p><u>CL: Deine Comics und Dein Ideenreichtum sind gro\u00dfartig. Gibt es trotzdem K\u00fcnstler, die Dich beeinflusst haben? <\/u><u>Welche Comics liest Du selbst?<\/u><\/p>\n<p>DH: Oh, da gibt es etliche! Ich liebe Herg\u00e9, Charles Schulz, Robert Crumb, Tove Jansson, George Herriman, Edward Gorey (und viele andere) seit meiner Kindheit. Ich der High School entdeckte ich das (\u00c0 Suivre) Magazin und erkundete die europ\u00e4ische Comicszene so genau es von der anderen Seite der Welt aus eben ging (in den Tagen vor dem Internet). In den fr\u00fchen 1980ern begeisterte mich das Raw Magazine, wie auch \u201aLove &amp; Rockets\u2019 von den Br\u00fcdern Hernandez, oder Dave Sims \u201aCerebus\u2019. In meinen fr\u00fchen Zwanzigern faszinierte mich die britische Small Press Szene, die sich um Fast Fiction und Eskapismus zentrierte. Mit Zeichnern wie Ed Pinsent, Glenn Dakin, Chris Reynolds und Carol Swain. Sp\u00e4ter waren Chester Brown, Julie Doucet and Seth gro\u00dfe Inspirationen, wie auch David B, Joann Sfar, Edmond Baudoin und Blutch. Heute lese ich nur noch ab und zu Comics, es werden zu viele ver\u00f6ffentlicht, als dass man auf dem Laufenden bleiben kann. Sehr gerne greife ich zu Sammlungen klassischer Zeitungsstrips: Roy Crane, Ernie Bushmiller, Harold Gray usw.<\/p>\n<p>Der neuseel\u00e4ndische Zeichner Barry Linton ist eine weitere lebenslange Inspiration. Sein Zeichenstil ist tief in den Landschaften und Kulturen des S\u00fcdpazifiks verwurzelt und seine Geschichten sind locker, fesselnd und eigenwillig. Ich verfolge seine Arbeiten seit \u00fcber 30 Jahren und sie \u00fcberraschen mich stets aufs Neue.<\/p>\n<p><u><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3245\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Incomplete-Works.jpg\" alt=\"Incomplete Works\" width=\"230\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Incomplete-Works.jpg 230w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Incomplete-Works-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/>CL: Wird es internationale oder gesammelte Ausgaben von \u201aPickle\u2019 oder \u201aAtlas\u2019 geben oder wirst Du eine oder beide Reihen irgendwann fortsetzen? Und wird \u201aIncomplete Works\u2019 (eine Kurzgeschichten-Sammlung) in Deutschland erscheinen?<\/u><\/p>\n<p>DH: In \u201aHicksville\u2019 ist das meiste aus \u201aPickle\u2018 enthalten und der gr\u00f6\u00dfte Rest findet sich in \u201aIncomplete Works\u2019. Eine deutsche Ausgabe von \u201aIncomplete Works\u2019 w\u00fcrde mich freuen; es ist ein Buch, das mir viel bedeutet. Es beinhaltet einige meiner pers\u00f6nlichsten, innigsten Arbeiten. Bisher ist es in Neuseeland, Nordamerika und Frankreich erschienen, aber es gibt gegenw\u00e4rtig keine Pl\u00e4ne f\u00fcr eine deutsche Ausgabe. Dr\u00fccken wir die Daumen\u2026<\/p>\n<p>\u201aAtlas\u2019 pausiert gerade, aber ich w\u00fcrde die Story gerne eines Tages fertig stellen. Wenn es soweit ist, wird es sicher diverse internationale Ausgaben geben, aber zuerst muss ich es beenden! Ich habe immer mehrere Comics auf einmal in der Mache, in meinen Notebooks, auf meinem Zeichentisch und ich wei\u00df nie genau, welches zuerst in den Druck kommt.<\/p>\n<p><u>CL: Was sind Deine Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft \u2013 wirst Du das Hicksville Universum weiter erkunden? Und wirst Du wieder mal Deutschland besuchen?<\/u><\/p>\n<p>DH: Ich hoffe, dass ich wieder nach Deutschland komme \u2013 ich hatte dort damals eine gro\u00dfartige Zeit und die Comicszene ist faszinierend. Was meine Zukunftspl\u00e4ne betrifft: im Moment konzentriere ich mich auf meine erste non-fiction Graphic Novel, was eine aufregende Herausforderung darstellt. Ich arbeite auch an anderen Dingen, aber das ist im Moment mein Hauptprojekt. Es ist ein ganz anderer Entstehungsprozess!<\/p>\n<p><u>CL: Vielen Dank, Dylan!<br \/>\n<\/u>(bw)<\/p>\n<p>Weitere interessante Links zum Thema und zum Zeichner:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2300\" target=\"_blank\">Unsere Rezension zu \u201aSam Zabel in: Der K\u00f6nig des Mars\u2019<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hicksvillecomics.com\/\" target=\"_blank\">Homepage von Dylan Horrocks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.hicksville.co.nz\/PerfectPlanet.htm\" target=\"_blank\">Perfect Planet<\/a> &#8211; sein Essay zu Comic-Theorien<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hicksvillepress.com\/nzcomics\/\" target=\"_blank\">New Zealand Comics and Graphic Novels<\/a> (auch als Download), das zur Buchmesse 2012 von Dylan Horrocks herausgegeben wurde<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/fromearthsend.blogspot.de\/2012\/12\/remembering-eric-resetar-1928-2012.html\" target=\"_blank\">Infos zum neuseel\u00e4ndischen Comicpionier Eric Resetar<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Comics von neuseel\u00e4ndischen Zeichnern auf comicleser.de:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3204\" target=\"_blank\">Tex: Der letzte Rebell<\/a>, von Colin Wilson<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3050\" target=\"_blank\">Tag X, Band 1<\/a>, von Colin Wilson<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1197\" target=\"_blank\">Dr. Grordborts glorreicher Wegweiser zum Triumph<\/a>, von Greg Broadmore<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=198\" target=\"_blank\">Blei im Sch\u00e4del, Band 1+2<\/a>, von Colin Wilson<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D3239\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=3239\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Interview mit Dylan Horrocks (Der K\u00f6nig des Mars, Hicksville) &raquo; Comicleser #Atlas #Der K\u00f6n [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dylan Horrocks, Jahrgang 1966, ist ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Comick\u00fcnstler. Dass der Neuseel\u00e4nder Comics liebt und verinnerlicht, stellte er vor einigen Jahren mit \u201aHicksville\u2019 unter beweis, einer Graphic Novel, die auch bei uns ver\u00f6ffentlicht (bei Reprodukt) und die mit einem Eisner Award, dem Comic-Oscar, ausgezeichnet wurde. Daneben schrieb und zeichnete er mit \u201aAtlas\u2019 und \u201aPickle\u2019 eigene Serien [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1277],"tags":[1643,1124,1125,1275,1490,35,1127,879,1122,1644,1497,1642],"class_list":["post-3239","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews","tag-atlas","tag-der-konig-des-mars","tag-dylan-horrocks","tag-egmont","tag-ehapa","tag-graphic-novel","tag-hicksville","tag-interview","tag-neuseeland","tag-pickle","tag-reprodukt","tag-the-magic-pen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3239"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3239\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3269,"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3239\/revisions\/3269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}