{"id":13385,"date":"2025-02-28T13:09:10","date_gmt":"2025-02-28T11:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13385"},"modified":"2025-02-28T13:09:10","modified_gmt":"2025-02-28T11:09:10","slug":"die-schoene-und-das-biest-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13385","title":{"rendered":"Die Sch\u00f6ne und das Biest (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"288\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Die-Schoene-und-das-Biest_WEB.jpg\" alt=\"Die Sch\u00f6ne und das Biest (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-13386\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Die-Schoene-und-das-Biest_WEB.jpg 288w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Die-Schoene-und-das-Biest_WEB-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mirabelle f\u00fchlt sich in ihrem Heimatdorf zunehmend gelangweilt \u2013 irgendwo muss es doch mehr geben als immer die gleichen nervigen Br\u00fcder und Bauernt\u00f6lpel. Als Onkel Albert anbietet, sie f\u00fcr den Sommer mit in die gro\u00dfe Stadt zu nehmen, stimmt sie begeistert zu. Leider verl\u00e4uft die Reise alles andere als geplant: im Wald lauern den beiden Wegelagerer auf, t\u00f6ten Albert und machen sich gerade daran, ihren \u201eSpa\u00df\u201c mit Mirabelle zu haben, als ein <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=10873\" data-type=\"post\" data-id=\"10873\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">furchteinfl\u00f6\u00dfender H\u00fcne<\/a>, mehr Tier als Mensch, einen der Lumpen zerfetzt und sich eilends wieder davon macht. Mirabelle folgt ihrem Retter bis zu einem einsamen Schloss am See, aber der grimme Finsterling verjagt die junge Dame scheinbar herzlos. Was er sich dann doch wieder anders \u00fcberlegt: er holt die im Wald umherirrende und fiebernde Mirabelle in sein Schloss und pflegt sie durchaus sorgsam.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur nach Hause durch den Wald kann er sie nicht begleiten, so berichtet er, ein f\u00fcrchterlicher Fluch lastet auf ihm: auf einer Insel im See zeigt er Mirabelle einen Spiegel, in dem sein wahres Ich zu sehen ist, ein strahlend h\u00fcbscher J\u00fcngling. Staunend erf\u00e4hrt Mirabelle seine Geschichte: als junger Prinz sei er von Frauen umschw\u00e4rmt gewesen, bis er sich in eine <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=11999\" data-type=\"post\" data-id=\"11999\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fee aus dem See<\/a> verguckt habe, die seinen eher direkten Avancen allerdings nicht nachgeben wollte. Blind f\u00fcr die Wahrheit, dass die Fee eher an Liebe als an Abenteuer interessiert war, wendete der Prinz Gewalt an, worauf die Fee ihn verfluchte: in monstr\u00f6ser Gestalt soll er zehn Jahre lang isoliert leben, nur die wahre Liebe einer Frau, die bereit ist, sich f\u00fcr ihn zu opfern, kann ihn erl\u00f6sen. Die Zeit daf\u00fcr l\u00e4uft ab, weshalb sich der verwunschene Prinz gar nicht der Hoffnung hingeben will, dass Mirabelle seine Rettung sein k\u00f6nnte. Dann aber n\u00e4hert sich das ungleiche Paar mehr und mehr an\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte von der sch\u00f6nen Mirabelle, die einen verzauberten Prinzen in Monstergestalt erl\u00f6st, geh\u00f6rt zum kulturellen Kulturschatz, ist zigmal adaptiert und damit letztendlich ins kollektive Bewusstsein \u00fcbergegangen. Eigentlich ein franz\u00f6sisches Volksm\u00e4rchen, erschien die Geschichte erstmals 1740 und erlangte dann in einer etwas gek\u00fcrzten Fassung 1756 gr\u00f6\u00dfere Bekanntheit, die dann auch gleich hierzulande unter dem Titel \u201eDie Sch\u00f6ne, und das Thier. Ein M\u00e4hrchen\u201c f\u00fcr Furore sorgte. Das Grundmotiv des verzauberten Prinzen findet sich in zahlreichen M\u00e4rchen, allen voran dem guten alten Froschk\u00f6nig, auch in Griechenland, Italien und Russland finden sich \u00e4hnliche Motive.<\/p>\n\n\n\n<p>1946 lieferte Jean Cocteau mit seiner wunderbar poetischen Filmfassung (zu Deutsch etwas eigent\u00fcmlich \u201eEs war einmal\u201c betitelt) einen Vorl\u00e4ufer des modernen Fantasy-Metiers, bevor dann 1991 eine aufw\u00e4ndige Zeichentrick-Umsetzung die Renaissance der Disney-Filme einl\u00e4utete (die dann auch in einem Nintendo-Spiel m\u00fcndete). Auch als Comic erlebte der Stoff seine Umsetzungen, so etwa 2015 von Maxe L\u2019Hermenier und Dem, die in ihrer Fassung (auch bei Splitter erschienen) durchaus frei mit den Motiven des M\u00e4rchens umgingen (Belles Dorf wird hier von einem fliegenden Schiff angegriffen, das Biest ist der Anf\u00fchrer der Piraten).<\/p>\n\n\n\n<p>In der hier vorliegenden Version legt <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13182\" data-type=\"post\" data-id=\"13182\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Trif (u.a. \u201eThrax\u201c<\/a>, auch bei Splitter) den Fokus auf den Aspekt, den die Reihe \u201eSplitternackt\u201c schon nahelegt: der durchaus in der Ursprungsgeschichte angelegte erotische Aspekt wird gerne in den Vordergrund gestellt. Belle erlebt durch den Kontakt mit dem ungez\u00e4hmten Vitalismus des Monsters ihre eigene K\u00f6rperlichkeit, entdeckt Sinnesfreuden und muss mehr und mehr feststellen, dass sie weniger den strahlenden Prinzen als vielmehr das urw\u00fcchsige (und nebenbei auch monstr\u00f6s ausgestattete) Biest begehrt. Dabei bleibt Trif immer nah an der Vorlage und inszeniert die Geschichte mit leicht m\u00e4rchenhaften, stilisierten Ansichten, in denen Landschaft und Umgebung (der finstere Wald, das verlassene Schloss, der gepflegte Rosengarten) ebenso zentral sind wie die elegant-expliziten physiognomischen Ausfl\u00fcge. Hochwertig aufgemacht, erscheint der Band mit einem exklusiven Kunstdruck und reiht sich so w\u00fcrdig in die Reihe der Adaptionen. Und wir legen uns jetzt gleich nochmal den sch\u00f6nen Cocteau-Film auf. (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/schoene-und-biest-splitternackt.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/schoene-und-biest-splitternackt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Sch\u00f6ne und das Biest<\/a><br>Text: Trif<br>Bilder: Trif, Andrea Celestini (Farben)<br>112 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>29,80 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-68950-006-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D13385\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13385\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Die Sch\u00f6ne und das Biest (Splitter) &raquo; Comicleser #Andrea Celestini #Die Sch\u00f6ne und das Bie [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mirabelle f\u00fchlt sich in ihrem Heimatdorf zunehmend gelangweilt \u2013 irgendwo muss es doch mehr geben als immer die gleichen nervigen Br\u00fcder und Bauernt\u00f6lpel. 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