{"id":13179,"date":"2024-12-18T14:08:48","date_gmt":"2024-12-18T12:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13179"},"modified":"2024-12-18T14:08:48","modified_gmt":"2024-12-18T12:08:48","slug":"laurel-und-hardy-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13179","title":{"rendered":"Laurel und Hardy (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"283\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Laurel-und-Hardy_WEB.jpg\" alt=\"Laurel und Hardy (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-13180\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Laurel-und-Hardy_WEB.jpg 283w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Laurel-und-Hardy_WEB-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Eines gleich vorweg: \u201eDick und Doof\u201c geht gar nicht. Welch ein Frevel. Denn mit dieser tumben, auf die \u00e4u\u00dfere Erscheinung reduzierten Bezeichnung wird man dem genialsten Komiker-Duo der Filmgeschichte alles andere als gerecht. Deshalb: Laurel und Hardy bitte. Oder Stan und Ollie. Darauf m\u00fcssen wir bestehen. Zuerst die nackten Zahlen, damit das erledigt ist: 80 Kurzfilme (die meisten in der <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=11705\" data-type=\"post\" data-id=\"11705\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stummfilm\u00e4ra<\/a>) und 27 Langfilme zwischen 1926 und 1951 (im ersten gemeinsamen Film 1921 traten sie noch nicht als Duo auf). Dazwischen und danach erfolgreiche Tourneen, auch in Europa, bis 1954. Oliver \u201eBabe\u201c Hardy starb 1957, Stan Laurel folgte ihm 1965 nach. Ihr filmisches Erbe: Einmalig.<\/p>\n\n\n\n<p>Womit wir zu diesem Buch kommen, der ersten Graphic Novel \u00fcber Laurel und Hardy: Anfangs der 1960er Jahre telefoniert Stan Laurel &#8211; sein kongenialer Partner Babe ist bereits verstorben &#8211; mit einem jungen Fan namens Seth. Stans Nummer steht im Telefonbuch, er freut sich \u00fcber jeden Anruf seiner noch immer zahlreichen Fans und plaudert gerne und h\u00f6flich mit allen \u00fcber die alten Zeiten. Seth will \u00fcber Laurel und Hardy ein Referat in der Schule halten und Stan berichtet ihm in diversen Telefon-Sessions bereitwillig, humorvoll, aber auch melancholisch \u00fcber sich und Oliver Hardy, \u00fcber sein Leben und seine Karriere. Und damit auch uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis sie sich als Duo formierten und durchsetzten, waren Stan und Ollie schon einige Jahre beim Film, weshalb man die beiden noch als Filmpioniere bezeichnen kann. Schon fr\u00fch kamen sie mit dem neuen Medium in Kontakt, wenn auch noch lange nicht in ihren ber\u00fchmten Rollen. Oliver Hardy war tats\u00e4chlich Filmvorf\u00fchrer, ehe er in ersten Filmen ab 1914 oft als B\u00f6sewicht zu sehen war. Der Brite Stan Laurel, der eigentlich Arthur Stanley Jefferson hie\u00df, kam mit Fred Karnos Schauspiel\/Comedy-Truppe, zu der \u00fcbrigens auch ein gewisser <a href=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=8756\" data-type=\"post\" data-id=\"8756\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Charles Chaplin<\/a> geh\u00f6rte, ab 1910 nach Amerika, spielte 1917 in ersten Filmen, fand seine (freilich vorl\u00e4ufige) Berufung dann aber hinter der Kamera, v.a. als Drehbuchautor in den Hal Roach Studios (Roach war im noch jungen Hollywood der f\u00fchrende Kom\u00f6dien-Produzent).<\/p>\n\n\n\n<p>Roach war es dann auch, der sie als Duo \u2013 nicht entdeckte. Dieses Verdienst ist dem Regisseur Leo McCarey zuzuschreiben, der sp\u00e4ter auch mit den Marx Brothers zusammenarbeitete und der das Potenzial von Laurel in der anfangs noch zuf\u00e4lligen Paarung (Laurel half als Schauspieler aus) mit Hardy erkannte. So begann der steile Aufstieg des Comedy-Duos, zuerst in Kurzfilmen und stumm, dann auch in Langfilmen und mit Ton. Als sich das Studio-System durchsetzte, verloren sie jedoch nach und nach die Kontrolle \u00fcber ihre Filme, Improvisation war tabu, so ging der \u201eDrive\u201c der beiden verloren, was ihnen wohl bewusst war. Eine Entwicklung, die sich fortsetzte, nachdem sie von Hal Roach zu Fox gewechselt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser Zeit voller Frust und Krisen fanden Laurel und Hardy doch noch einmal gro\u00dfes Vergn\u00fcgen an ihrer Arbeit, als sie \u2013 im Kino zuletzt ins Niemandsland der B-Filme abgest\u00fcrzt \u2013 nach Jahren wieder auf B\u00fchnen-Tournee gingen, v.a. in Europa &#8211; und dort in Gro\u00dfbritannien &#8211; ihre ungebrochene Popularit\u00e4t genossen und vor ausverkauften H\u00e4usern spielten. Bis das Alter sie schlie\u00dflich einholte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Italiener Gianluca Buttolo gestaltet seine Biographie in standesgem\u00e4\u00dfem Schwarz-Wei\u00df (meines Wissens drehten Laurel und Hardy keinen einzigen Farbfilm). Dabei f\u00e4llt der reduzierte, klare Zeichenstil auf, bei dem jeder Strich stimmt und der die Gesichter und Mimik der beiden stets punktgenau trifft. Dazu kommen viele Schwarzfl\u00e4chen als Kontrast. Und immer wieder viel Text, denn es gibt viel zu erz\u00e4hlen. Dann gl\u00e4nzt Buttolo mit visuellen Experimenten und graphischen Finessen, beispielsweise um zu zeigen, wie die beiden sinnbildlich als Duo eine Einheit werden oder wie sie die Seiten-Panels als Kulisse nutzen. Wir erfahren viel \u00fcber den kreativen Prozess, in den in erster Linie Stan involviert war. Auch die diversen Ehen der beiden, verbunden mit Alkoholproblemen werden angesprochen. So werden auch aktuelle Lebenssituationen des Duos mit Ausschnitten aus ihren Filmen visualisiert und unterstrichen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens: Der letzte Film von Laurel und Hardy wird hier nur kurz und nicht namentlich erw\u00e4hnt: \u201eAtoll K\u201c (auf Deutsch u.a. \u201eDick und Doof erben eine Insel\u201c \u2013 argh!) stellt ein durchaus trauriges Kuriosum dar. 1951 als italienisch-franz\u00f6sische Koproduktion entstanden, gerieten Dreharbeiten und Produktion zum Desaster, das Alter machte sich bei den beiden massiv bemerkbar. Die Kritiken waren entsprechend schlecht. Alleine dieses Thema w\u00fcrde eine weitere Graphic Novel f\u00fcllen. Einstweilen sei dieses Buch f\u00fcr alle Fans von Stan und Ollie oder die, die es noch werden, w\u00e4rmstens empfohlen. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/laurel-hardy-graphic-novel.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/laurel-hardy-graphic-novel.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Laurel und Hardy<\/a><br>Text &amp; Bilder: Gianluca Buttolo<br>176 Seiten in Schwarz-Wei\u00df, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>29,80 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-68950-001-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D13179\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=13179\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Laurel und Hardy (Splitter) &raquo; Comicleser #Biographie #Einzelband #Graphic Novel #Hal Roach # [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines gleich vorweg: \u201eDick und Doof\u201c geht gar nicht. 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