{"id":1210,"date":"2013-12-18T10:50:46","date_gmt":"2013-12-18T08:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1210"},"modified":"2015-04-23T12:46:13","modified_gmt":"2015-04-23T10:46:13","slug":"interview-mit-einem-vampir-claudias-story-carlsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=1210","title":{"rendered":"Interview mit einem Vampir: Claudias Story (Carlsen)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1211\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Interview-mit-einem-Vampir.jpg\" alt=\"Interview mit einem Vampir: Claudias Story\" width=\"277\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Interview-mit-einem-Vampir.jpg 277w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Interview-mit-einem-Vampir-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/p>\n<p>Schwerlich zu glauben f\u00fcr j\u00fcngeres Publikum \u2013 aber es gab eine Zeit, in der Vampire keine Teenie-Schw\u00e4rme waren (die Twilight Comic-Adaptionen erscheinen \u00fcbrigens ebenfalls bei Carlsen), die in der Sonne glitzern, sondern abartige, geifernde Monster, die vor nichts zur\u00fcckschrecken und jenseits aller \u201eS\u00fc\u00fc\u00fc\u00fc\u00df\u201c-Schmachtereien einfach nur b\u00f6se sind. Dass sie dabei durchaus schmuck aussehen k\u00f6nnen und Manieren haben, das gilt seit Bela und Christopher sowieso, aber was Anne Rice 1976 auf die lesende Welt loslie\u00df, hatte eine eigene, perverse Qualit\u00e4t. Der dekadente Vampir Lestat durchwandert das Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts und erfreut sich seiner untoten Freiheiten, w\u00e4hrend sein unverhohlen zugeneigter Gef\u00e4hrte Louis von den Resten des menschlichen Gewissens geplagt wird. In einem geschickten Schachzug stellt Lestat seinem Kumpel die kleine Claudia an die Seite, die ihre Mutter an die Pest verloren hat und als Vampir nicht mehr altert. Claudia verliebt sich alsbald in Louis und entbrennt in Hass auf Lestat, da sie ihn vergeblich um Auskunft \u00fcber ihre Herkunft erbittet. Die beiden t\u00f6ten Lestat (vermeintlich) und begeben sich auf eine Suche nach ihren Artverwandten, die bis nach Paris ins Theater der Vampire und schlie\u00dflich zu Claudias Ende f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Roman, in dem Anne Rice nicht nur die \u00fcblichen Vampir-Versatzst\u00fccke (Bei\u00dfen ist Sex, das war schon immer so) pr\u00e4sentiert, sondern auch die Trauer \u00fcber den Tod ihrer Tochter zu verarbeiten suchte, war lange Zeit in Hollywoods Schubladen, schaffte es aber 1994 erst auf die Leinwand. Dann allerdings geriet er mit Tom Cruise, Brad Pitt und Kirsten Dunst in den Titelrollen zum veritablen Hit, auch wenn die psychologischen Finessen und melancholischen Anf\u00e4lle der Figuren nicht unbedingt massentauglich waren (Brad Pitt meinte sp\u00e4ter zu seinem Charakter, \u201eder Typ war ja nur deprimiert, das war f\u00fcrchterlich\u201c). In ihrer Graphic Novel eignet sich Ashely Marie Witter nun allerdings eine ganz eigene Perspektive an: wie der Titel schon sagt, zeichnet Claudias Story die Geschehnisse aus Sicht des Kindes nach, dem Vampir, den es niemals h\u00e4tte geben d\u00fcrfen \u2013 aus Sicht des Gesch\u00f6pfes, das nicht altern kann, sich in einen Erwachsenen verliebt, den Widersacher t\u00f6tet und nach ihrer Familie sucht. Wie in jedem guten Horrorstoff geht es also um weit mehr als blo\u00dfe Monster, sondern um Generationskonflikte, Erotik, Selbstfindung und die Frage des Menschseins. Das wird in &#8211; teilweise allzu langer &#8211; epischer Breite dargelegt, in elegischem Ton, mit monochromen Bildern, die nur in wenigen, entscheidenden Momenten Farbkleckser (\u00fcberraschenderweise rot) enthalten.<\/p>\n<p>Wer also schon im Kino an den Lippen von Herrn Cruise hing, der seine Lebensgeschichte in einen Kassettenrekorder (ja, ehrlich!) diktierte, der wird auch hier atemlos mit fiebern. Alle anderen d\u00fcrfen weiter Blade schauen. (hb)<\/p>\n<p>Interview mit einem Vampir: Claudias Story<br \/>\nText &amp; Bilder: Ashley Marie Witter<br \/>\nnach dem Roman von Anne Rice<br \/>\n224 Seiten in schwarz-wei\u00df &amp; Farbe, Hardcover<br \/>\nCarlsen Verlag<br \/>\n19,90 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-551-78249-6<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D1210\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=1210\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Interview mit einem Vampir: Claudias Story (Carlsen) &raquo; Comicleser #Anne Rice #Carlsen #Claud [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwerlich zu glauben f\u00fcr j\u00fcngeres Publikum \u2013 aber es gab eine Zeit, in der Vampire keine Teenie-Schw\u00e4rme waren (die Twilight Comic-Adaptionen erscheinen \u00fcbrigens ebenfalls bei Carlsen), die in der Sonne glitzern, sondern abartige, geifernde Monster, die vor nichts zur\u00fcckschrecken und jenseits aller \u201eS\u00fc\u00fc\u00fc\u00fc\u00df\u201c-Schmachtereien einfach nur b\u00f6se sind. 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