{"id":12020,"date":"2023-11-07T15:26:27","date_gmt":"2023-11-07T13:26:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=12020"},"modified":"2023-11-07T15:34:00","modified_gmt":"2023-11-07T13:34:00","slug":"harlem-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=12020","title":{"rendered":"Harlem (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"288\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Harlem_WEB.jpg\" alt=\"Harlem (Splitter Verlag, von Mika\u00ebl\" class=\"wp-image-12021\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Harlem_WEB.jpg 288w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Harlem_WEB-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Harlem, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9769\" data-type=\"post\" data-id=\"9769\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">New York<\/a>, in den fr\u00fchen drei\u00dfiger Jahren, w\u00e4hrend der Prohibition und der Weltwirtschaftskrise. Stephanie \u201eQueenie\u201c St. Clair ist die unangefochtene K\u00f6nigin der illegalen Stra\u00dfenlotterie. Noch. Denn Mafioso Dutch Schultz, normalerweise in der benachbarten Bronx \u201et\u00e4tig\u201c, dr\u00e4ngt mit aller Gewalt in das illegale Lotteriegesch\u00e4ft, und wildert somit direkt vor Queenies Nase. Was diese weder dulden kann, noch will. Daneben zieht die schwarze Gesch\u00e4ftsfrau in Zeitungskolumnen gegen korrupte Politiker, die mit der wei\u00dfen Mafia zusammenarbeiten und gegen die offen rassistische Polizei <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=11434\" data-type=\"post\" data-id=\"11434\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Manhattans<\/a> zu Felde und sponsert als Wohlt\u00e4terin zahlreiche Projekte, die das Leben der \u00e4rmlichen, schwarzen Bev\u00f6lkerung verbessern sollen. Aber Schultz ist ihr ein dauerhafter Dorn im Auge. Und bald zeigt Queenie, dass sie als wehrhafte, schwarze Frau nicht nur mit Worten kann, wobei eine Spirale der Gewalt ausgel\u00f6st wird\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Stephanie St. Clair (1897-1969) ist tats\u00e4chlich eine historische Figur. Autor und Zeichner Mika\u00ebl stellt sie seiner Leserschaft als komplexe Pers\u00f6nlichkeit vor, die sich selbst kein bisschen um Widerspr\u00fcche schert. Denn einerseits beherrscht sie als Kriminelle und Ausl\u00e4nderin (sie kam in Guadaloupe in den franz\u00f6sischen Antillen zur Welt und wanderte \u00fcber Kanada in die USA ein) das von ihr begr\u00fcndete illegale Lotteriegesch\u00e4ft &#8211; was alle wissen, ihr freilich aber nicht nachzuweisen ist. Andererseits wehrt sie sich in ihren Zeitungskolumnen gegen Korruption und polizeiliche Willk\u00fcr, wie gegen den Alltagsrassismus der Wei\u00dfen. Sie h\u00e4lt flammende Pl\u00e4doyers f\u00fcr ihr schwarzes Harlem und nennt die korrupten Beamten ungeniert beim Namen. Dann unterst\u00fctzt sie mit dem Geld der Armen, die mit dem Lotteriespiel nach einem Strohhalm greifen, um der Armut zu entkommen, eben diese \u2013 so gew\u00e4hrt sie Kredite, wenn beispielsweise Gesch\u00e4fte er\u00f6ffnet werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>All das macht das Leben f\u00fcr Queenie nicht ungef\u00e4hrlich \u2013 selbst ihre Wohnung in einer reichen Gegend und ihr Verm\u00f6gen sch\u00fctzen sie nur bedingt \u2013 denn immer wieder sieht sie sich auf ihre Hautfarbe reduziert, als Zielscheibe von Willk\u00fcr und Rassismus. Umso leichter erscheint es da f\u00fcr Dutch Schultz sie aus dem Gesch\u00e4ft zu dr\u00e4ngen, doch rechnet der nicht mit ihrer Sturheit und ihrem Durchsetzungsverm\u00f6gen, was beides in ihrer tragischen Vergangenheit verankert liegt. Der franko-kanadier Mika\u00ebl erz\u00e4hlt Queenies Geschichte facettenreich und dicht. Viele weitere historische Figuren, wie Bumpy Johnson, Queenies Bodyguard und Liebhaber, Italo-Gangster Lucky Luciano oder der schillernde wie korrupte B\u00fcrgermeister Jimmy Walker haben ihre Auftritte. Eingerahmt ist die Handlung von einem offenbar wichtigen Brief, den der wei\u00dfe Journalisten Robert Bishop verfasst, dessen Bedeutung sp\u00e4ter noch klar wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch zeichnerisch ist das Portrait der wehrhaften Gangster-Dame und cleveren Gesch\u00e4ftsfrau als period piece gelungen. Die Panels von Mika\u00ebl, von dem bei uns bisher nur im Zack-Magazin zwei Geschichten erschienen, strotzen nur so vor Details, die Stra\u00dfen sind gesch\u00e4ftig und bev\u00f6lkert, das Leben, sei es auch beschwerlich, pulsiert \u2013 in der Nacht wie auch am Tag. Die Szenerien sind in erster Linie in Braunt\u00f6ne getaucht, passend zur Tristesse des Alltags. Eine Ausnahme bilden die monochromen R\u00fcckblenden mit ihren gelben Farbtupfern, die ganz ohne Worte auskommen und in denen wir nach und nach mehr \u00fcber das bewegte Leben und die Vergangenheit Stephanies erfahren. Die urspr\u00fcnglich in Frankreich bei Dargaud erschienene, zweiteilige Geschichte bringt der Splitter Verlag nun als Double-Band heraus. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/harlem.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/harlem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Harlem<\/a><br>Text &amp; Bilder: Mika\u00ebl<br>128 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag<br>25 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-98721-052-5<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D12020\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=12020\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Harlem (Splitter) &raquo; Comicleser\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harlem, New York, in den fr\u00fchen drei\u00dfiger Jahren, w\u00e4hrend der Prohibition und der Weltwirtschaftskrise. 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