{"id":11135,"date":"2023-02-22T13:10:34","date_gmt":"2023-02-22T11:10:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=11135"},"modified":"2023-07-18T12:13:20","modified_gmt":"2023-07-18T10:13:20","slug":"fritz-lang-knesebeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=11135","title":{"rendered":"Fritz Lang (Knesebeck)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"294\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_WEB.jpg\" alt=\"Fritz Lang \u2013 Die Comic-Biografie (Knesebeck Verlag)\" class=\"wp-image-11136\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_WEB.jpg 294w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_WEB-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Berlin 1920: der aufstrebende Regisseur Fritz Lang findet Gefallen an der Drehbuchautorin Thea von Harbou \u2013 f\u00fcr den Geschmack seiner Frau Lisa Rosenthal etwas zu viel, die sich aus Verzweiflung erschie\u00dft. W\u00e4hrend die Polizei auf die Sache aufmerksam wird und Lang und Harbou immer wieder verh\u00f6rt, nimmt Langs Karriere immer mehr Fahrt auf. Der ehemalige Kunst-Maler-Bummel-Student hatte 1913 in Paris in Gestalt von Louis Feuillades Sensations-Serial Fantomas erstmals das Kino kennen gelernt und ist seitdem fasziniert von der M\u00f6glichkeit, mit bewegten Bildern zu \u201emalen\u201c. 1914 kehrt er aufgrund des Kriegsausbruchs nach Wien zur\u00fcck, meldet sich freiwillig zum Dienst und wird 1916 am Auge verletzt, so dass sein Monokel ab sofort sogar einen echten Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begeisterung f\u00fcr den Film f\u00fchrt ihn schlie\u00dflich zum Produzenten und Regisseur Joe May, f\u00fcr den er erste Drehb\u00fccher liefert, darunter 1917 f\u00fcr \u201eDie Hochzeit im Exzentrik Club\u201c und das Melodram \u201eHilde Warren und der Tod\u201c. Die Zusammenarbeit gestaltet sich reichlich frustrierend, da May kein Problem damit hat, den Namen seiner Mitarbeiter im Abspann unter den Tisch fallen zu lassen \u2013 da kommt Lang das Angebot des Produzenten Erich Pommer, f\u00fcr seine Decla zu arbeiten, gerade recht. 1919 legt Lang mit \u201eHalbblut\u201c seine erste Regie-Arbeit vor, der im gleichen Jahr das exotische Abenteuerspektakel \u201eDie Spinnen\u201c folgt, das Lang (der im gleichen Jahr v\u00f6llig \u00fcberst\u00fcrzt die junge Lisa heiratet) den ersten veritablen Hit beschert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pommer-Produktion \u201eDas Kabinett des Dr. Caligari\u201c kann er aus Zeitdruck nicht \u00fcbernehmen, und f\u00fcr das \u201eIndische Grabmal\u201c kann Joe May Lang 1920 nochmals von einer Zusammenarbeit \u00fcberzeugen, bei der Langs Faszination f\u00fcr die Autorin Thea von Harbou vollends ihren Lauf nimmt. Nach weiterem \u00c4rger mit May und einigen Flops (u.a. mit der Fortsetzung der \u201eSpinnen\u201c) gelingt Lang mit der Pommer-Produktion \u201eDer m\u00fcde Tod\u201c 1921 schlie\u00dflich ein aufsehenerregender Erfolg: die d\u00fcstere Geschichte des Todes, der seines Amtes m\u00fcde ist, liefert in expressive Gestaltung, finsterer Atmosph\u00e4re, exotischen Schaupl\u00e4tzen und inszenatorischer Brillanz alle Zutaten, die Langs Ruf als Vision\u00e4r des Kinos begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sich in M\u00fcnchen mit Hetzreden im B\u00fcrgerbr\u00e4ukeller eine \u201eKarriere\u201c ganz anderer Art ank\u00fcndigt, macht sich Lang an sein n\u00e4chstes Werk. Er will die Dekadenz, das Spekulantentum und moralische Verderbtheit des nach seinen Worten \u201everfaulenden Deutschlands\u201c spiegeln und findet in Norbert Jacques\u2018 Roman um \u201eDr. Mabuse der Spieler\u201c eine kongeniale Vorlage. Besetzt mit Harbous Ex-Mann Rudolf Klein-Rogge und gespickt mit filmischer Virtuosit\u00e4t (Parallelmontagen zur Spannungssteigerung, symbolische \u00dcberblendungen, geniale Einstellungen) \u00fcbert\u00fcncht der Film so manche Trivialit\u00e4t im Drehbuch und macht Lang endg\u00fcltig zum Star-Regisseur der Ufa.<\/p>\n\n\n\n<p>Harbou stilisiert ihren Mann ihrerseits mit teurem Auto nebst Chauffeur zum exzentrischen Meister und schl\u00e4gt als n\u00e4chstes Werk eine Umsetzung der deutschen Sage schlechthin vor: w\u00e4hrend ein gewisser Adolf Hitler nach dem gescheiterten Putschversuch in Landsberg einsitzt und sein Machwerk \u201eMein Kampf\u201c entsteht, l\u00e4sst Lang in Neubabelsberg in zutiefst expressionistischer Auspr\u00e4gung die Wunderwelt der \u201eNibelungen\u201c aufsteigen (wobei ihm ein unbekannter junger Regieanf\u00e4nger namens <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10682\" data-type=\"post\" data-id=\"10682\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Alfred Hitchcock<\/a> auf Studiobesuch \u00fcber die Schulter schaut) und landet in der Verbindung aus Stilisierung, brillanten optischen Tricks und d\u00fcsterer Rachegeschichte einen weiteren Welterfolg.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"335\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Frizt-Lang_Panel-1.jpg\" alt=\"Fritz Lang \u2013 Die Comic-Biografie: Panel\" class=\"wp-image-11138\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Frizt-Lang_Panel-1.jpg 400w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Frizt-Lang_Panel-1-300x251.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Hitler, wieder auf freiem Fu\u00df, seine \u201eBewegung\u201c immer mehr organisiert, besucht Lang zusammen mit Pommer die USA und ist fasziniert von der Skyline von Manhattan, die ihn \u2013 zumindest dem von ihm selbst sp\u00e4ter gerne gepflegten Mythos zufolge \u2013 zu seinem n\u00e4chsten Film inspiriert. \u201eMetropolis\u201c ger\u00e4t in allen Belangen zur Mega-Produktion: mit ausufernder Drehzeit, explodierendem Budget und grenzenlosem Perfektionismus bringt Lang Pommer und die Ufa an den Rand des Ruins (auch das allerdings nur als Teil eines bewussten Narrativs), seine Darsteller zur Verzweiflung und ans Ende ihrer Kr\u00e4fte &#8211; und die Kritiker zum h\u00e4mischen Sch\u00e4umen, die sich \u00fcber die Plattheit des Harbouschen Drehbuchs gen\u00fcsslich auslassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erheblich gek\u00fcrzt und umarrangiert, ger\u00e4t Langs ambitionierte, dystopische Zukunftsvision zum Fehlschlag. Er gr\u00fcndet seine eigene Produktionsgesellschaft, um \u00fcberhaupt noch mit der Ufa arbeiten zu k\u00f6nnen, die mit den Parufamet-Vertr\u00e4gen den Ausverkauf an die Amerikaner besiegelt. Nach dem Erfolg \u201eSpione\u201c und dem erneut von den Kritikern verrissenen \u201eFrau im Mond\u201c macht sich Lang f\u00fcr die unabh\u00e4ngige kleine Nero-Film an ein realistisches Abbild eines Triebm\u00f6rders: mit revolution\u00e4rem Einsatz der neuen Tontechnik und menschlichen Abgr\u00fcnden (jeder kann ein M\u00f6rder sein) sorgt \u201eM\u201c f\u00fcr Furore und gef\u00e4llt sogar den Nazis, die immer kr\u00e4ftiger nach der Macht in Deutschland greifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00fchrt auch im Hause Lang f\u00fcr Zwietracht: w\u00e4hrend Lang keine Sympathie f\u00fcr den \u201ebr\u00fcllenden Gefreiten\u201c hegt, tr\u00e4umt Thea von Harbou von einem wieder erstarkten, w\u00fcrdevollen Deutschland. Nachdem Lang sich auf einer Propaganda-Veranstaltung selbst ein Bild der Hetzreden macht, will er ein Zeichen setzen: im \u201eTestament des Dr. Mabuse\u201c legt er 1933 dem titelgebenden gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Verbrecher Formulierungen in den Mund, die nicht nur die wild protestierende Thea von Harbou als eindeutige Referenz auf die Nazis versteht. Prompt wird der Film verboten, aber sowohl Hitler als auch Goebbels erkennen Langs Genie: der Reichspropagandaminister bietet Lang nicht weniger als die Leitung des deutschen Films an. Lang muss eine folgenschwere Entscheidung treffen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Vision\u00e4r. Besessener Filmbegeisterter. Genialer Regisseur. Egomane. Selbstdarsteller. Die Charakterisierungen von Fritz Lang sind ebenso vielf\u00e4ltig wie zutreffend. Wie kein anderer pr\u00e4gte der geb\u00fcrtige <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=11088\" data-type=\"post\" data-id=\"11088\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6sterreicher<\/a> Lang das junge Kino mit erz\u00e4hlerischer Brillanz, technischer Innovation und Weitsicht. Eingebettet in oft bombastische Kulissen, zeichnete Lang k\u00fcnstlerisch \u00fcberformt Geschichten voller Dramatik und Tragik. Monumentale Bauten, exzessive Drehzeiten, diktatorisches Gehabe am Set und die zweifelhafte Allianz mit Thea von Harbou kennzeichnen sein Werk ebenso wie zeitgen\u00f6ssische Bez\u00fcge und teilweise fast reportagehafter Stil. Untrennbar mit seinem Namen verbunden sind die Erfolge der \u201eNibelungen\u201c und des \u201eDr. Mabuse\u201c, aber auch der ph\u00e4nomenale Flop des bis dahin teuersten deutschen Films \u201eMetropolis\u201c, dem man gerne die Ufa-Pleite anlastet (was nur teilweise stimmt, Erich Pommers verschwenderische Produktionen mit teutonischer Melancholie hatten den Konzern schon vorher arg belastet).<\/p>\n\n\n\n<p>Die fulminante und eindrucksvolle Biographie, die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1070\" data-type=\"post\" data-id=\"1070\" target=\"_blank\">Arnaud Delalande<\/a> und \u00c9ric Liberge (\u201eUnter Knochen\u201c bei Splitter) hier vorlegen, setzt bei der gewaltigen Aufgabe, sich diesem Mythos zu n\u00e4hern, gleich mehrere kluge Akzente. Langs \u201ezweite\u201c Karriere in Amerika, bei der er im Gegensatz zu seinen Kollegen Ernst Lubitsch oder Billy Wilder nie an seine deutschen Erfolge ankn\u00fcpfen konnte, bleibt ausgespart: das Geschehen schlie\u00dft 1933 mit Langs Passage in die USA. Langs Eigenart, in sp\u00e4teren Interviews und Berichten die Realit\u00e4t durchaus etwas zurechtzubiegen und nach seinem Gusto zu stilisieren, folgen Delalande und Liberge dabei nicht: Langs gerne und oft vorgetragene Legende, der zufolge ihn der Anblick von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10550\" data-type=\"post\" data-id=\"10550\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Manhattan<\/a> bei Nacht ihn zu \u201eMetropolis\u201c inspiriert habe, findet sich nicht wieder (schon vor der USA-Reise lag ein ausgearbeitetes Treatment zum neuen Filmprojekt vor).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"398\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_Panel-2.jpg\" alt=\"Fritz Lang \u2013 Die Comic-Biografie: Panel\" class=\"wp-image-11140\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_Panel-2.jpg 400w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_Panel-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Fritz-Lang_Panel-2-200x200.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ebenso wenig flieht Lang wie in seinen Erz\u00e4hlungen noch an dem Abend aus Deutschland, als ihm Goebbels die Leitung des deutschen Films anbietet (in der Realit\u00e4t kehrte Lang noch einige Male nach Berlin zur\u00fcck, um seine Angelegenheiten zu ordnen, was anl\u00e4sslich des Auftauchens seines Reisepasses mit diversen entsprechenden Eintr\u00e4gen im Jahr 1990 durchaus zum Skand\u00e4lchen aufgebauscht wurde, was nun auch wieder \u00fcbertrieben scheint \u2013 Fakt ist, dass Lang das Land verlie\u00df, auch wenn er die Umst\u00e4nde sp\u00e4ter etwas verkl\u00e4rte). Mit viel Gewicht und fast schon als roter Faden hingegen durchzieht ein Vorfall das Geschehen, den Lang sp\u00e4ter nur allzu gerne verschwieg: seine Kurzzeit-Ehe mit der jungen Lisa Rosenthal, die unter bis heute ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden 1920 durch einen Schuss aus Langs Pistole zu Tode kam, nachdem sie ihn mit Harbou \u00fcberrascht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Fassung von Delalande und Liberge avanciert dieses Ereignis (man einigte sich offiziell wohl nebul\u00f6s auf einen \u201eUnfall\u201c) zum Schl\u00fcsselerlebnis f\u00fcr Lang, der seitdem geplagt von Schuldgef\u00fchlen und Alptr\u00e4umen versucht, in seinen Filmen das Geschehene zu verarbeiten. Quasi als personifiziertes schlechtes Gewissen taucht \u00fcber die Jahre hinweg immer wieder ein Kriminalkommissar auf, der Zweifel an der offiziellen Geschichte hegt und Lang sogar am Set von Metropolis mit neuen Anschuldigungen konfrontiert, die dieser br\u00fcsk abweist. Auch den zeitgleichen Aufstieg Hitlers, den Lang anf\u00e4nglich bel\u00e4chelt und schlie\u00dflich immer ernster nimmt, breitet diese Version en Detail aus und zieht zahlreiche Parallelen, die in Langs Selbstvorw\u00fcrfen gipfeln: erst muss Lang zugeben, Hitler sei \u201eunsere dunkle Seite, unser Monster, unser <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6414\" data-type=\"post\" data-id=\"6414\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Golem<\/a>! Die Summe alle unserer \u00c4ngste!\u201c und r\u00e4umt schlie\u00dflich im Streit mit Harbou die eigene Schuld ein, die er mit dem fr\u00fcheren Ungl\u00fcck gleichsetzt: \u201eWas wir zusammen geschaffen haben, ist genau dieses Monster. Der Moloch. Mabuse. M. Hitler. Nenn es, wie Du willst. Wir sind mitverantwortlich. Wir haben unseren eigenen Fluch geschaffen und den Deutschlands. Die S\u00fcnde wird uns verfolgen, wo immer wir hingehen. Wie an diesem Abend, als Lisa\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Somit inhaltlich schon faszinierend genug, brilliert diese Biographie noch mehr durch die mehr als eindrucksvolle optische Umsetzung. Immer wieder durchziehen Original-Filmszenen und Plakate die Panels, vom <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6300\" data-type=\"post\" data-id=\"6300\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gewaltigen \u201eFantomas\u201c-Poster<\/a>, in der der Unhold \u00fcber Paris dr\u00e4ut, bis hin zu \u201eSpione\u201c und den \u201eMabuse\u201c-Filmen. Eindr\u00fccke von den Dreharbeiten (bei denen Lang z. B. f\u00fcr \u201eMetropolis\u201c ein Heer von Arbeitslosen und Kindern aus Berlin durchs eiskalte Wasser in den Produktionshallen von Neubabelsberg jagte, f\u00fcr die \u201eNibelungen\u201c einen k\u00fcnstlichen Wald bauen lie\u00df, den sich auch der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9253\" data-type=\"post\" data-id=\"9253\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">junge Hitchcock<\/a> betrachtete, oder f\u00fcr die \u201eFrau im Mond\u201c Tonnen von wei\u00dfem Sand zur Mondlandschaft aufh\u00e4ufte) finden sich ebenso wie die Schl\u00fcsselszenen aus Langs Produktionen (der Tanz der falschen Maria aus \u201eMetropolis\u201c, die Spielh\u00f6llen-Szene aus \u201eMabuse\u201c) und auch anderen Meilensteinen wie \u201eCaligari\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Langs zentraler Alptraum ist gar als Reise durch seine eigenen Filme gehalten, als ihn die Roboter-Maria in ein finsteres Verlies f\u00fchrt, in dem ihm der m\u00fcde Tod den Sarg seiner ersten Frau zeigt. Hitlers Aufm\u00e4rsche, Harbous deutscht\u00fcmelnde Phantasien, all das ist gestaltet in aufw\u00e4ndigen, aquarellhaften, gem\u00e4ldeartigen Szenen, die oft auch (nat\u00fcrlich schon seinerzeit gestellte) Fotos aus dem Privatleben der Langs nachbauen, wie etwa die Arbeiten an Drehb\u00fcchern mit Lang auf einem Diwan liegend und Harbou emsig ein Skript pr\u00fcfend. Somit wieder ein Beispiel f\u00fcr eine akribisch recherchierte und meisterhaft umgesetzte Graphic Novel Biographie, wie sie das gleiche Team schon im <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=10079\" data-type=\"post\" data-id=\"10079\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eFall Alan Turing\u201c<\/a> vorlegten. Ein Leckerbissen nicht nur f\u00fcr Filmfreunde \u2013 und eine deutliche Erinnerung daran, dass Kino und Politik kaum zu trennen sind. (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.knesebeck-verlag.de\/fritz_lang\/t-1\/1140\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.knesebeck-verlag.de\/fritz_lang\/t-1\/1140\" target=\"_blank\">Fritz Lang \u2013 Die Comic-Biografie<\/a><br>Text &amp; Story: Arnaud Delalande<br>Bilder: \u00c9ric Liberge<br>112 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Knesebeck Verlag<br>25 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-95728-700-7<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D11135\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=11135\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Fritz Lang (Knesebeck) &raquo; Comicleser #Arnaud Delalande #Biografie #Comic-Biografie #Einzelban [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin 1920: der aufstrebende Regisseur Fritz Lang findet Gefallen an der Drehbuchautorin Thea von Harbou \u2013 f\u00fcr den Geschmack seiner Frau Lisa Rosenthal etwas zu viel, die sich aus Verzweiflung erschie\u00dft. 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