{"id":1084,"date":"2013-09-19T14:39:17","date_gmt":"2013-09-19T12:39:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1084"},"modified":"2013-09-19T14:39:17","modified_gmt":"2013-09-19T12:39:17","slug":"urban-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=1084","title":{"rendered":"Urban, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1085\" alt=\"Urban, Band 1: Die Spielregeln\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Urban-1.jpg\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Urban-1.jpg 300w, https:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Urban-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Runtergekommen ist sie, die Erde. Eine rechte Sauerei. Man muss schuften, und eigentlich macht die ganze Chose keinen rechten Spa\u00df mehr. Aber damit das alles sch\u00f6n funktioniert, hat sich der oberste Systemchef geh\u00f6rig etwas einfallen lassen: jeder brave Erdenb\u00fcrger darf einmal im Jahr Urlaub machen. Und zwar ganze zwei Wochen lang.<\/p>\n<p>So weit, so bekannt, das hat schlie\u00dflich schon der gute alte Bismarck auf die Fahnen geschrieben &#8211; Rente, Sozialversicherung und vor allem Urlaub, damit die arbeitende Bev\u00f6lkerung nicht durchdreht, sondern brav die Industrialisierung weiter unterst\u00fctzt. Luc Brunschwig (Warrens Schwur) zeichnet diese Entwicklung in Urban konsequent und \u00fcberspitzt fort: im Jahr 2058 ist die Erde noch mehr Sauerei, noch runtergekommener, aber schuften muss der arme Otto Normalverbraucher (auch bekannt als Gert Fr\u00f6be) immer noch. Aber das Prinzip Brot und Spiele funktioniert noch immer: jedes Jahr darf jeder Geschundene zwei Wochen nach MyJoy &#8211; eine ganze Stadt, 300.000 Hektar gro\u00df, auf der jeder Wunsch erf\u00fcllt und jede Phantasie ausgelebt wird. Das ganze wird begleitet von permanenter Gehirnw\u00e4sche durch einen dubiosen Chef namens Springy Fool, verkleidet in einem Hasenkost\u00fcm und in st\u00e4ndiger Begleitung einer drallen Kollegin namens A.l.i.c.e. (ja, ihr k\u00f6nnt den Zaunpfahl wieder einmontieren, wir haben verstanden, das kleine M\u00e4del im Wunderland, ins Negative \u00fcberzeichnet).<\/p>\n<p>MyJoy ist, nach eigenem Bekunden der m\u00e4chtigen, &#8222;Der letzte Ort in der Galaxie, an dem man Spa\u00df hat&#8220; &#8211; aber der ist nicht ohne Regeln. Und die lernt das Landei Zach sehr drastisch kennen, als er MyJoy besucht: nicht zum Urlaub, sondern weil er dort zum Polizisten ausgebildet wird. Denn er bekommt es nicht nur mit Verbrechern zu tun, die man an Ort und Stelle durchaus ruppig mit Elektroschocks behandelt, sondern muss auch lernen, dass die Vergn\u00fcgungsstadt ein unmenschliches Kastenwesen pflegt: die Hotelangestellte Ishrat, der er auf ungeschickt-naive Weise n\u00e4her kommt, tr\u00e4gt nicht nur Werbe-Tattoos am ganzen K\u00f6rper, sondern wird f\u00fcr ihren unbotm\u00e4\u00dfigen Kontakt mit einem Gast hart bestraft. Nebenbei \u00fcbertr\u00e4gt Springy Fool die Jagd auf einen Auftragskiller als unterhaltsames Fernsehspektakel, bei dem der frischgebackene Polizeiakademieabsolvent Isham sein Leben l\u00e4sst, worauf nat\u00fcrlich Wetten abgeschlossen werden d\u00fcrfen. Als n\u00e4chster im Dienst d\u00fcrfte dann Zach an der Reihe sein, den seinerseits Geister der Vergangenheit in Form einer Puppe plagen, die ihn an seine Kindheit erinnert. Und dann ist da noch ein kleiner Junge, der seinem Wachroboter ausb\u00fcchst und sich in die Freuden von MyJoy st\u00fcrzen m\u00f6chte\u2026<\/p>\n<p>Brunschwig mischt in dieser grellen Aniti-Utopie Motive aus sattsam bekannten Science Fiction-Streifen &#8211; die abgehalfterte Welt von Soylent Green trifft auf den utopischen Freizeitpark von Future World, die zum Medienspektakel stilisierte Verbrecherhatz steht in der Tradition von Running Man, und dass das Ganze eine alptraumhafte Version von Alices Wunderland darstellt, hatten wir schon festgestellt . Auch wenn das Grundkonzept damit nicht absolut neu ist (aber was ist das schon?), fesselt die Story durch das Geschick des etwas weltfremden Zach, der immer tiefer in die Verstrickungen dieses Systems hineingezogen wird, von denen Band 1 bestenfalls erste Vorahnungen gibt. Zeichnerisch von Roberto Ricci treffend inszeniert, ergibt sich damit eine schmissige Variante der negativ-SF der 70er, die vor allem Freude macht, wenn auch diese Filme zu sch\u00e4tzen wei\u00df.<\/p>\n<p>Band 2 (von 3) ist in Vorbereitung. (hb)<\/p>\n<p>Urban, Band 1: Die Spielregeln<br \/>\nText: Luc Brunschwig<br \/>\nBilder: Roberto Ricci<br \/>\n48 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n13,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-86869-652-3<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=https%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D1084\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"https:\/\/www.comicleser.de\/?p=1084\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Urban, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Alice im Wunderland #Future World #Luc Brunschwig #Ro [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Runtergekommen ist sie, die Erde. Eine rechte Sauerei. Man muss schuften, und eigentlich macht die ganze Chose keinen rechten Spa\u00df mehr. 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