{"id":9934,"date":"2021-11-04T13:03:29","date_gmt":"2021-11-04T11:03:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9934"},"modified":"2021-11-04T13:09:30","modified_gmt":"2021-11-04T11:09:30","slug":"van-gogh-insektenhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9934","title":{"rendered":"van Gogh (Insektenhaus)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"284\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/van-Gogh_WEB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9935\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/van-Gogh_WEB.jpg 284w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/van-Gogh_WEB-213x300.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Comics mit oder \u00fcber Vincent van Gogh sind gar nicht mal so selten. In der Vergangenheit haben sich bereits namhafte Zeichner\/Autoren wie Gradimir Smudja (\u201eVincent &amp; van Gogh\u201c), Jiro Taniguchi (<a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3166\" data-type=\"post\" data-id=\"3166\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDie W\u00e4chter des Louvre\u201c<\/a>), <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8538\" data-type=\"post\" data-id=\"8538\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Manu Larcenet<\/a> (\u201eDie wundersamen Abenteuer von Vincent van Gogh\u201c) oder Dick Matena (\u201eGauguin und Van Gogh &#8211; Im Taumel der Farben\u201c) ganz oder teilweise des weltber\u00fchmten Niederl\u00e4ndischen Malers angenommen. Aktuell widmet sich der Kroate Danijel \u017de\u017eelj der Figur und folgt dabei einem ganz anderen und gleichzeitig ungew\u00f6hnlichen Ansatz als alle seine \u201eVorg\u00e4nger\u201c. In 15 Vignetten schildert er aus dem Leben van Goghs. Diese beginnen jeweils mit einer kurzen episodischen Geschichte, die Schwarz-Wei\u00df (!) und stets ohne Worte auskommt und die nicht selten Interpretations-Spielraum l\u00e4sst, und enden stets mit einem Brief, der sich mal mehr, mal weniger direkt auf die Vorseiten bezieht und den van Gogh schrieb, meist an seinen Bruder Theo.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt f\u00fchrte der 1853 geborene Vincent van Gogh ein bewegtes, wie auch unstetes Leben. Ehe er sich g\u00e4nzlich der Malerei widmete, versuchte er sich als Verk\u00e4ufer in einer Kunsthandlung in London (1873), als Lehrer in der englischen Hafenstadt Ramsgate (1876) oder als Prediger, bzw. Missionar in einem \u00e4rmlichen Kohlerevier in Belgien (1879). Ab 1880 wurde er <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6082\" data-type=\"post\" data-id=\"6082\" target=\"_blank\">Vollzeit-Maler<\/a> und wollte damit sein Auskommen finanzieren, immer unterst\u00fctzt, oft auch finanziell, durch seinen j\u00fcngeren Bruder Theo, mit dem er zeitweise auch zusammenwohnte. Zeit seines Lebens verkaufte Vincent wenige Bilder, meist durch seinen Bruder. Bald hatte Vincent mit seinen psychischen Zustand zu k\u00e4mpfen. Er schnitt sich einen Teil seines linken Ohrs ab und kam in eine Nervenheilanstalt. Im Juli 1890 schoss er sich aus bis heute strittigen Gr\u00fcnden in die Brust und starb an den Folgen. Nur ein halbes Jahr sp\u00e4ter folgte sein Bruder Theo ihm nach. Die zahllosen Briefe, die Vincent seinem Bruder schrieb, geben immer wieder einen Einblick in seine Gef\u00fchlswelt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"283\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/van-Gogh_Seite_WEB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9937\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/van-Gogh_Seite_WEB.jpg 283w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/van-Gogh_Seite_WEB-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><figcaption>van Gogh in Ramsgate, 1876<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als interessierter van Gogh-Laie braucht man keine Scheu vor dem \u00fcberformatigen Band zu haben. Zu jeder Episode gibt es im Anhang Hintergrundinformationen, welche die jeweilige Einordnung und die Deutung der Zeichnungen, bzw. der Handlung und der im zeitlichen Kontext verwendeten Briefe erleichtern. Die Episoden setzen im Juli 1873 ein und enden mit seinem Tod im Juli 1890 im franz\u00f6sischen Auvers-sur-Oise. Es handelt sich dabei um keine Biographie. Die Person des Vincent van Gogh bleibt dabei stets vage, gar abstrakt, nicht fassbar. Sein Seelenleben, seine inneren K\u00e4mpfe und damit auch Teile seines Lebensweges werden bildlich geschildert (und dr\u00fccken sich in Worten nur durch die abgedruckten Briefe aus). So 1886 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=404\" data-type=\"post\" data-id=\"404\" target=\"_blank\">in Paris<\/a>, als er dort in der Wohnung seines Bruders lebt, oft mit ihm hadert und in eine vermeintlich endlose Leere f\u00e4llt. Oder als er nach einem Streit mit Gaugin sich sein Ohr abschneidet, in einem Raum sitzend, der sich perspektivisch immer weiter verzerrt, schr\u00e4g und schief wird, wie in expressionistischen Deutschen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8756\" data-type=\"post\" data-id=\"8756\" target=\"_blank\">Stummfilmen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau, der Zeichenstil. Der macht zweifellos den Reiz dieses Bandes aus. Der ist extrem ausdrucksstark (unterst\u00fctzt durch das gro\u00dfe Format), bizarr bis abstrakt und expressionistisch. Es gibt keine Graut\u00f6ne, nur ein hartes Schwarz, das immer wieder mit wei\u00dfem Puder gesprenkelt ist. Und immer wieder lassen sich durch den guten Druck und das dicke Papier die gezeichneten Schwarz-Nuancen erkennen. Damit verbreiten die Seiten oft eine D\u00fcsternis und spiegeln damit auch den Geisteszustand des Protagonisten (s.o.). Dazu geht \u017de\u017eelj extrem abwechslungsreich seine Episoden an: so zeigt er beispielweise ein Zimmer jeweils als ganzseitiges Panel aus stets der gleichen Perspektive. Der Blickwinkel bleibt starr. Wir betrachten das Geschehen, sehen van Gogh, der einmal mehr mit sich ringt \u2013 beinahe im wahrsten Sinne des Wortes. Eine andere Episode beginnt mit einer Seite fast komplett in schwarz. In den Folgepanels scheint das Schwarz nahezu zu explodieren und formt sich schlie\u00dflich zu einem Kr\u00e4henschwarm. Ein Band, der in solchen faszinierenden Bildern und Sequenzen seine volle Wucht entfaltet. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/insektenhaus.bigcartel.com\/product\/van-gogh-fragmente-eines-lebens-in-bildern\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/insektenhaus.bigcartel.com\/product\/van-gogh-fragmente-eines-lebens-in-bildern\" target=\"_blank\">van Gogh &#8211; Fragmente eines Lebens in Bildern<\/a><br>Story &amp; Text: Danijel \u017de\u017eelj, Vincent van Gogh<br>Bilder: Danijel \u017de\u017eelj<br>152 Seiten in Schwarz-Wei\u00df, Hardcover<br>Insektenhaus Verlag<br>24,95 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-948800-22-2<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D9934\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9934\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"van Gogh (Insektenhaus) &raquo; Comicleser #Biographie #Danijel \u017de\u017eelj #Einzelband #Fragmente ei [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comics mit oder \u00fcber Vincent van Gogh sind gar nicht mal so selten. 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