{"id":9879,"date":"2021-10-14T12:17:44","date_gmt":"2021-10-14T10:17:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9879"},"modified":"2021-10-14T12:25:01","modified_gmt":"2021-10-14T10:25:01","slug":"metallica-nothing-else-matters-panini","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9879","title":{"rendered":"Metallica: Nothing Else Matters (Panini)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"290\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Graphic-Novel_WEB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9880\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Graphic-Novel_WEB.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Graphic-Novel_WEB-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u201eDrummer looking for other metal musicians to jam with. Influences: Tygers of Pan Tang,&nbsp;Diamond Head&nbsp;and&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9738\" data-type=\"post\" data-id=\"9738\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Iron Maiden<\/a>.\u201c Mit dieser kleinen Anzeige, die ein gewisser Lars Ulrich im April 1981 im Bl\u00e4ttchen The Recycler schaltet, nimmt eine der erstaunlichsten Karrieren der Metalwelt ihren Anfang. Wobei dieser Anfang alles andere als vielversprechend ist: Gitarrist James Hetfield und Bassist Ron McGovney, die nach der Aufl\u00f6sung ihrer Kombo Leather Charm Ersatz suchen, sind alles andere als beeindruckt von dem reichen, verw\u00f6hnten, technisch durchaus wenig versierten und auch wohl unangenehm riechenden Gesellen. Der allerdings l\u00e4sst sich nicht absch\u00fctteln und geht den beiden nach einem ausgedehnten England-Aufenthalt, wo er mit seinen Helden von Diamond Head abh\u00e4ngt, so lange auf die Nerven, bis man nochmal probt. Gleichzeitig schw\u00e4rmt er ihnen von der so genannten NWOBHM vor, die im LA der fr\u00fchen 80er keiner kennt \u2013 immerhin will jeder sein wie Van Halen oder die zahllosen Haarspray-Bands vom Schlage einer M\u00f6tley Cr\u00fce.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwas Neues wollen sie machen, h\u00e4rter und schneller, und so nimmt die Sache bald Gestalt an: Lars kommt langsam in Tritt, und mit Dave Mustaine engagiert man einen brillanten Saitenhexer, der sich allerdings durch heftigste Drogen- und Alkoholexzesse als massiver Belastungsfaktor entpuppt. Dennoch gelingt es der Kombo, auf dem ersten Metal Massacre Sampler von Metal Blade-Boss Brian Slagel 1982 einen Song unterzubringen, auch wenn es nur die alte Leather Charm-Nummer \u201eHit The Lights\u201c ist. Ange\u00f6det von der Glam-Szene, ziehen die Jungs schlie\u00dflich nach San Francisco, wo ihnen ein deutlich freundlicherer Wind ins Gesicht weht. Komplettiert durch Bass-Wunderknabe Cliff Burton zimmern sie die Songs f\u00fcr ihr Debutalbum zusammen und nehmen auch auf den Club-B\u00fchnen immer mehr Fahrt auf. Mustaine allerdings tanzt immer wieder aus der Reihe, tickt im Rausch v\u00f6llig aus und wird irgendwann von Hetfield auf die Stra\u00dfe gesetzt, auch wenn diverse Songs von ihm stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kirk Hammett, noch in Diensten von Paul Beloffs Exodus, f\u00fcgt sich mit seiner ruhigen Art deutlich nahtloser ins Quartett ein, das f\u00fcr den Plattenerstling 1983 den beschaulichen Titel \u201eKill \u2018em all\u201c w\u00e4hlt (gem\u00fcnzt auf die Funktion\u00e4re des Labels, die den eigentlich geplanten Titel \u201eMetal Up Your Ass\u201c inklusive durchaus explizitem Cover entsetzt ablehnen). Mit messerscharfen Riffs, flirrenden Soli und r\u00e4udiger Attit\u00fcde erobern St\u00fccke wie \u201ePhantom Lord\u201c, \u201eSeek And Destroy\u201c oder auch \u201eThe Four Horsemen\u201c (noch mitgeschrieben von Mustaine, der seine Version mit seiner eigenen Kombo Megadeth unter dem Titel \u201eMechanix\u201c aufnimmt) die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1993\" data-type=\"post\" data-id=\"1993\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Headbanger-Gemeinde<\/a> im Sturm. Man tourt und feiert unerm\u00fcdlich und schiebt schon im Jahr darauf mit \u201eRide The Lightning\u201c eine Scheibe nach, die mit wuchtiger Produktion durch Flemming Rasmussen, halsbrecherischer Geschwindigkeit und vor allem komplexerem Ansatz inklusive echter Melodien (\u201eFor Whom The Bell Tolls\u201c, \u201eFade To Black\u201c) \u2013 eine Richtung, die vor allem Cliff Burton vorantreibt \u2013 einen Quantensprung darstellt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"293\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica_Seite_WEB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9886\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica_Seite_WEB.jpg 293w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica_Seite_WEB-220x300.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 293px) 100vw, 293px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wie im Rausch machen sich Metallica ans neue Werk, das dann mit \u201eMaster Of Puppets\u201c den endg\u00fcltigen Durchbruch in der Metal-Welt markiert: man schreibt ihnen in der Presse die Erfindung des Thrash Metal zu (stimmt nicht ganz, nimmt man aber gerne), fr\u00fchere Flaggschiffe wie Black Sabbath oder Rainbow wirken altbacken gegen die intelligente Aggression, die wie ein Vorschlaghammer gegen den Glamrock wirkt. Burtons chromatische Zupfmuster und verzerrter Bass-Sound setzen dabei immer neue Ma\u00dfst\u00e4be. Umjubelte Auftritte bei den Monsters of Rock-Festivals in Castle Donington folgen ebenso wie eine Tour mit Ozzy Osbourne, bevor es dann zur Katastrophe kommt: am 27. September 1986 ger\u00e4t der Tourbus in Schweden von der Stra\u00dfe ab, kippt um und begr\u00e4bt Cliff Burton unter sich, der sofort tot ist. Die schockierten Bandkollegen st\u00fcrzen sich verzweifelt in immer heftiger Alkohol- und Drogenausschweifungen, rekrutieren dann aber dennoch mit Jason Newsted einen neuen Tieft\u00f6ner, dem allzeit klargemacht wird, dass er nur der ungeliebte Ersatz ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer EP mit Covers (unter anderem \u201eAm I Evil\u201c von Ulrichs Helden Diamond Head) und weiteren Festival-Auftritten folgt das progressiv angehauchte \u201e\u2026And Justice For All\u201c, ber\u00fcchtigt f\u00fcr dunkle Atmosph\u00e4re (kulminierend im Epos \u201eOne\u201c), trockenen Sound und vor allem eine komplett heruntergemischte Bass-Spur. Das alte Strickmuster hat sich allerdings ersch\u00f6pft, der Glam-Szene ist die Puste l\u00e4ngst ausgegangen, und eine aufsteigende Band namens Guns\u2018n\u2019Roses zeigt, wie mit harter Musik auch Erfolge jenseits der Metalgemeinde einzuheimsen sind. Als man sich Ende der 80er wieder ins Studio zur\u00fcckzieht, macht man sich unter der Produktions\u00e4gide des Hitmachers Bob Rock konsequenterweise auf, um auch die Charts zu erobern \u2013 was mit dem Album \u201eMetallica\u201c, umgangssprachlich bekannt als \u201eBlack Album\u201c, denn auch formidabel gelingt. Aber in den 90ern geraten schlie\u00dflich auch Metallica in den Strudel des Grunge, der den Metal klassischer Schule hinwegfegt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Metallica-Konzerte sind immer etwas Wunderbares. Die Mainstream-Bayern 3-Menge erwartet, dass die Herrschaften zwei Stunden durchg\u00e4ngig \u201eNothing Else Matters\u201c spielen und bereiten sich darauf vor, als Zugabe bei \u201eEnter Sandman\u201c einmal im Leben komplett steilzugehen. Und dann sind da die anderen Anh\u00e4nger, die seit den Anfangstagen dabei sind und absolut sch\u00e4tzen, dass James Hetfield und Freunde seit Jahren endlich wieder das machen, was sie am besten k\u00f6nnen: knallharten Thrash Metal, komplex, messerscharf und voll auf die Zw\u00f6lf. So zu studieren war dies zuletzt auf der \u201eWorldwired\u201c-Tour, bei der nach dem Opener \u201eHardwired to Self-Destruct\u201c endg\u00fcltig Ruhe im Radio-Karton war. Das kennen wir schon seit Jahren, angefangen von den Monsters of Rock 1987 in N\u00fcrnberg \u00fcber die gloriose Live-R\u00fcckkehr Anfang der 2000er, die mit der Tour zur ungeliebten \u201eSt. Anger\u201c-Scheibe Metallica als B\u00fchnenmacht endlich zur\u00fcckbrachte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Aelbms_WEB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9888\" width=\"350\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Aelbms_WEB.jpg 400w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Aelbms_WEB-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Metallica-Aelbms_WEB-200x200.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption>Die ersten vier Alben<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In ihrer fulminanten Graphic Novel entfalten Autor <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9485\" data-type=\"post\" data-id=\"9485\" target=\"_blank\">Jim McCarthy<\/a> (u.a. 2000 AD) und Zeichner Brian Williamson (u.a. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6025\" data-type=\"post\" data-id=\"6025\" target=\"_blank\">Dr. Who<\/a>, Torchwood) die in jeder Hinsicht bemerkenswerte Geschichte der einzigen Thrash-Band, die auf nahezu jeder Hochzeitsfeier zu Geh\u00f6r kommt, kenntnisreich und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Bandmitglieder und Wegbegleiter berichten jeweils in erz\u00e4hlenden Passagen, die Zeitleiste wird gerne mal durchbrochen (so etwa beginnen die Ereignisse mit dem Erfolg von \u201eEnter Sandman\u201c), und die zentralen Momente erscheinen klar akzentuiert. Auch die psychologischen Abgr\u00fcnde, die der Film \u201eSome Kind Of Monster\u201c offenlegte, kommen klar zur Sprache, von den Eskapaden eines Dave Mustaine \u00fcber den verlorenen Posten, auf dem Jason Newsted immer stand, bis hin zur triumphalen Wiedererklimmung des Throns mit Rob Trujillo.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der inhaltlichen Akribie beeindruckt dabei vor allem die Gestaltung, die in bewusst undergroundigem Schwarz-Wei\u00df zentrale Momente entweder stilisiert (Mustaines Drogentrips, der permanente Suff nach Burtons Tod, die wachsende Anh\u00e4ngerschaft mit Fritz Lang-\u00c4sthetik mit einem \u201eM\u201c in der Hand) oder angelehnt an tats\u00e4chliche Szenen darstellt (so erscheinen Elemente aus dem ersten professionellen Video \u201eOne\u201c ebenso wie Bon Jovis Castle Donington-Auftritt, \u00fcber den man sich wegen des absichtlichen Hubschrauber\u00fcberflugs der Glam-Helden kollektiv echauffiert, und auch Hetfields Feuerunfall auf der gemeinsamen Headliner-Tour mit Guns n\u2019Roses darf nicht fehlen, nach dem es Axl Rose vorzog, lieber der Fanrandale zuzuschauen als mit einem l\u00e4ngeren Set die Gem\u00fcter zu bes\u00e4nftigen).<\/p>\n\n\n\n<p>Fetzen von Songtexten durchziehen oft das Bild, auch John Donnes Gedicht \u201eFor Whom the Bell Tolls\u201c kommt zur Sprache (wer sich immer gefragt hat, f\u00fcr wen diese Glocke denn bimmelt: it tolls for you), Kirk Hammetts Gitarren mit Motiven aus <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8229\" data-type=\"post\" data-id=\"8229\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">klassischen Horrorfilmen<\/a> wie \u201eWhite Zombie\u201c oder \u201eThe Mummy\u201c geben sich die Ehre \u2013 \u00fcber den Kenntnisreichtum und die Detailfreude der Macher kann man nur staunen. So ergibt sich ein knalliges Lesevergn\u00fcgen, das vor allem denjenigen diebische Freude machen sollten, die wie wir Ende der 80er im Kollegstufenraum unsere Miteleven durch \u201eBattery\u201c und \u201eMaster of Puppets\u201c in den Wahnsinn trieben. Denn genau die sind heute auch auf den Metallica-Konzerten. Auf den R\u00e4ngen, wo sie zwei Stunden auf \u201eNothing Else Matters\u201c warten\u2026 (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/paninishop.de\/metallica-stars-comics\/metallica-graphic-novel-ydmegn001\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/paninishop.de\/metallica-stars-comics\/metallica-graphic-novel-ydmegn001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Metallica: Nothing Else Matters<\/a><br>Text: Jim McCarthy<br>Bilder: Brian Williamson<br>168 Seiten in Schwarz-Wei\u00df, Hardcover<br>Panini Comics<br>25 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-7416-2173-4<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D9879\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=9879\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Metallica: Nothing Else Matters (Panini) &raquo; Comicleser #Biografie #Brian Williamson #Einzelba [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDrummer looking for other metal musicians to jam with. 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