{"id":871,"date":"2013-03-06T23:44:07","date_gmt":"2013-03-06T21:44:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=871"},"modified":"2013-03-06T23:46:55","modified_gmt":"2013-03-06T21:46:55","slug":"grandville-mon-amour-schreiber-leser","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=871","title":{"rendered":"Grandville Mon Amour (Schreiber &#038; Leser)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-872\" alt=\"Grandville Mon Amour\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Grandville-Mon-Amour.jpg\" width=\"286\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Grandville-Mon-Amour.jpg 286w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Grandville-Mon-Amour-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/p>\n<p>Kenner unter Comicfans horchen auf, wenn ein neuer Band des Briten Bryan Talbot erscheint. Das kommt nicht alle Tage vor, eher recht selten. Dann aber mit Get\u00f6se. Am ehesten bekannt ist er als einer der Zeichner, die Neil Gaimans Sandman-Epos in Szene gesetzt haben. Auch in Bill Willinghams Fables gab er ein kurzes Gastspiel. Als sein bisher einziger eigener Band bei uns erschien vor zw\u00f6lf Jahren \u201aDie Geschichte einer b\u00f6sen Ratte\u2019, ein eindrucksvolles Buch \u00fcber ein misshandeltes M\u00e4dchen. Damals war er \u00fcbrigens auch Gast auf dem Erlanger Comic-Salon. Sein fr\u00fches Opus Magnum aus den Achtzigern, \u201aThe Adventures of Luther Arkwright\u2019, eine komplexe Science Fiction Gaphic Novel, harrt noch immer einer deutschen Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p>Umso \u00fcberraschender, dass sein Grandville sich zu einer Serie entwickelt, deren zweiter Band nun bei Schreiber &amp; Leser vorliegt. Bemerkenswert ist da schon einmal das Setting: Steampunk in einer viktorianischen Alternativwelt, mit Protagonisten, die allesamt Tiere sind. Die politische Lage ist heikel. Seit Napoleons Sieg herrscht Frankreich \u00fcber Europa. Auch Britannien geh\u00f6rte zum Empire France, bis es vor 23 Jahren unabh\u00e4ngig wurde. Es versteht sich von selbst, dass sich Briten und Franzosen untereinander nicht sonderlich gr\u00fcn sind. Gro\u00dfartige Rahmenbedingungen f\u00fcr die Story!<\/p>\n<p>So folgen Detective Inspector LeBrock (ein Dachs) von Scotland Yard und dessen Assistent Roderick Ratzi (eine Maus) den fl\u00fcchtigen Killer Mad Dog Mastock (ein Hund, na klar) von London nach Grandville, der Hauptstadt des Empire France, die wir als Paris kennen. Dort treibt Mastock sein Unwesen, t\u00f6ten scheinbar wahllos Huren, bis LeBrock eine Verbindung zwischen den Opfern entdeckt. Und er erkennt, dass Mastock nur der ausf\u00fchrende Arm einer Verschw\u00f6rung ist, deren Ursprung ganz weit oben in der Gesellschaft liegt und die mit der Unabh\u00e4ngigkeit Britanniens zu tun hat.<\/p>\n<p>Der Anfang, als Assi Roderick seinen derangierten Chef LeBrock in dessen chaotischer Wohnung aufsucht, erinnert an Sherlock Holmes und geht glatt als Hommage durch. Dann wird die Story wieder eigenst\u00e4ndig und entwickelt sich, wie auch schon im ersten Band, zu einem spannenden Thriller\/Krimi-Mix, der immer gr\u00f6\u00dfere Kreise zieht. Mad Dog ist letztendlich nur ein R\u00e4dchen im Verschw\u00f6rungs-Getriebe. Das liest sich fl\u00fcssig, mit einem formidablen Spannungsbogen, der den Horizont des Lesers immer mehr erweitert, bis das ganze Ausma\u00df der Handlung erkennbar wird. Und damit nicht genug, erweist Meister Talbot dem franko-belgischem Comic seine Aufwartung. Denn wie im Erstling lassen sich einige Comic-Figuren unschwer identifizieren und sorgen f\u00fcr Aha-Momente beim Leser. Eine sch\u00f6ne Dreingabe. Und auch hier wird, wie Talbot im Interview am Ende des Bandes erkl\u00e4rt, noch mehr kommen. Einziger Kritikpunkt ist wieder die allzu glatte Computerkolorierung \u2013 etwas mehr farbliche Komplexit\u00e4t h\u00e4tte den Zeichnungen gut getan. Doch das f\u00e4llt kaum ins Gewicht, z\u00e4hlen doch in erster Linie Design (inklusive der sch\u00f6nen ornamentalen Aufmachung), Originalit\u00e4t und die Story. Und hier passt alles. In England ist j\u00fcngst Teil 3 erschienen. Weitere B\u00e4nde sind in Vorbereitung. Nur her damit. (bw)<\/p>\n<p>Grandville Mon Amour (Band 2)<br \/>\nText &amp; Bilder: Bryan Talbot<br \/>\n104 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nVerlag Schreiber &amp; Leser<br \/>\n24,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-943808-03-2<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D871\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=871\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Grandville Mon Amour (Schreiber &#038; Leser) &raquo; Comicleser #Bryan Talbot #Grandville #Schrei [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kenner unter Comicfans horchen auf, wenn ein neuer Band des Briten Bryan Talbot erscheint. Das kommt nicht alle Tage vor, eher recht selten. Dann aber mit Get\u00f6se. 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