{"id":8095,"date":"2019-09-04T13:50:16","date_gmt":"2019-09-04T11:50:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8095"},"modified":"2019-09-04T14:04:42","modified_gmt":"2019-09-04T12:04:42","slug":"h-p-lovecrafts-der-hund-carlsen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8095","title":{"rendered":"H.P. Lovecrafts \u201eDer Hund\u201c\u2026 (Carlsen)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"276\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Lovecrafts-Der-Hund.jpg\" alt=\"H.P. Lovecrafts &quot;Der Hund&quot; und andere Geschichten (Carlsen)\" class=\"wp-image-8096\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Lovecrafts-Der-Hund.jpg 276w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Lovecrafts-Der-Hund-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u2026und andere Geschichten. Drei an der Zahl, um genau zu sein. Viele phantastische Comics arbeiten mit Motiven des Horror-Schriftstellers H.P. Lovecraft. So basiert der mythologische \u00dcberbau des Hellboy-Universums zu gro\u00dfen Teilen auf Lovecrafts Werken (Cthulhu-Mythos). Und in <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u201eProvidence\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3886\" target=\"_blank\">\u201eProvidence\u201c<\/a> greift Comic-Genius <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Alan Moore (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3664\" target=\"_blank\">Alan Moore<\/a> diverse Stories des Horror-Schriftstellers auf, indem er seinen Protagonisten diese durchleben l\u00e4sst. Auch direkte Adaptionen sind auf dem Markt erh\u00e4ltlich: \u201eLovecraft\u201c von Alberto Brecchia und \u201eH.P. Lovecraft: Vom Jenseits und andere Erz\u00e4hlungen\u201c sind im avant Verlag erschienen. Der bekannte Deutsche <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Graphic Novel K\u00fcnstler Reinhard Kleist (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4139\" target=\"_blank\">Graphic Novel K\u00fcnstler Reinhard Kleist<\/a> besch\u00e4ftigte sich ebenfalls in seiner fr\u00fchen Karriere mit Adaptionen von Lovecraft-Erz\u00e4hlungen (bei Edition 52 und bei Ehapa erschienen). Nun also auch Lovecraft aus Japan: Im ersten Band seiner Adaptionen, der \u00fcbrigens 2018 f\u00fcr einen Eisner Award nominiert war, nimmt der Mangaka Gou Tanabe sich dreier Kurzgeschichten an: \u201eDer Tempel\u201c, \u201eDer Hund\u201c und \u201eStadt ohne Namen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer erfolgreichen Versenkung\nentdeckt die Mannschaft von U29 die Leiche eines vermeintlichen Englischen\nSeemannes an Deck. Der Tote tr\u00e4gt einen kleinen Elfenbeinkopf bei sich, der wom\u00f6glich\nantiker Herkunft ist. Leutnant Klenze\nnimmt die Troph\u00e4e an sich. Bald darauf macht sich Unruhe in der Mannschaft\nbreit. Besatzungsmitglieder verschwinden spurlos. Als nach einem unerkl\u00e4rlichen\nUnfall im Maschinenraum das Boot man\u00f6vrierunf\u00e4hig wird und nicht mehr\nauftauchen kann, beginnt die Mannschaft zu meutern und wird von Leutnant Klenze\nund Kapit\u00e4n Graf von Altberg-Ehrenstein erschossen. Dann begeht auch Klenze\nSelbstmord. Nur noch der Kapit\u00e4n bleibt \u00fcbrig und sieht, dass sein Boot mitten\nin einer unterseeischen Ruinenstadt strandet, die von einem gewaltigen Tempel\n\u00fcberragt wird. Sich des drohenden Wahnsinns und der Aussichtslosigkeit seiner\nLage bewusst, beschlie\u00dft der Kapit\u00e4n, den Tempel und den Ursprung des seltsamen\nLichts, das von ihm ausgeht, zu ergr\u00fcnden\u2026 <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Tempel\u201c wurde von Lovecraft 1920 geschrieben und erstmals 1925 in Weird Tales ver\u00f6ffentlicht (und diente ganz offensichtlich als Vorlage f\u00fcr <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Christophe Becs \u201eHeiligtum\u201c (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=374\" target=\"_blank\">Christophe Becs \u201eHeiligtum\u201c<\/a>). Gou Tanabe verlegt die Handlung vom Ersten in den <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6481\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Zweiten Weltkrieg (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Zweiten Weltkrieg<\/a> (und verzettelt sich kurioserweise dabei, indem er seine Figuren dennoch vom Kaiser und vom Kaiserreich sprechen l\u00e4sst). Wirklich interessant \u2013 v.a. auch optisch \u2013 wird die Geschichte erst am Ende, als die Ruinen, die der Kapit\u00e4n f\u00fcr das versunkene Atlantis h\u00e4lt, auftauchen und ein beindruckendes Setting bilden. Zuvor im Boot will sich die klaustrophobische Atmosph\u00e4re, die man von Genre-Filmen kennt, nicht so recht einstellen. Allenfalls die vielen kleinen Panels deuten darauf hin. Zu sehr konzentriert sich die Story auf die Darstellung der Personen und Gesichter, was einen etwas schematischen Eindruck vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00e4ndert sich in der n\u00e4chsten Geschichte, die im <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"viktorianischen England (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7838\" target=\"_blank\">viktorianischen England<\/a> spielt und die v.a. durch die opulent und akribisch ausgestalteten Panels gl\u00e4nzt. In \u201eDer Hund\u201c (1922 geschrieben, 1924 in Weird Tales erstmals gedruckt) wird der Horror intensiver und greifbarer. Hier taucht auch erstmals bei Lovecraft das <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"vielzitierte Necromomicon (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3627\" target=\"_blank\">vielzitierte Necromomicon<\/a> auf. Die Zeichnungen, scheinbar befreit von der Enge des U-Bootes, erinnern jetzt auch an den klassischen schwarz-wei\u00df Stil eines Bernie Wrightson, was v.a. in den diversen dr\u00e4uenden Nachtszenen zum Tragen kommt: Zwei vom Leben gelangweilte Engl\u00e4nder betreiben ein morbides Hobby: sie pl\u00fcndern alte Gr\u00e4ber und ziehen daraus ihren Nervenkitzel. Nun wollen sie sich in Holland ein 500 Jahre altes Grab, in dem selbst ein <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Grabr\u00e4uber (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4159\" target=\"_blank\">Grabr\u00e4uber<\/a> bestattet liegt, vornehmen. Darin entdecken sie neben der erstaunlich gut erhaltenen Leiche ein seltsames Amulett, das einen gefl\u00fcgelten L\u00f6wen darstellt. Begleitet wird ihre Aktion von dem nicht zu ortenden Geheule eines Hundes. Auch zur\u00fcck in England vernehmen sie das durchdringende Heulen und m\u00fcssen bald erkennen, dass sie von einer wahren Monstrosit\u00e4t heimgesucht werden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wie f\u00fcr Lovecraft typisch, werden\nalle drei Geschichten r\u00fcckblickend erz\u00e4hlt (der U-Boot Kapit\u00e4n brachte noch\neine Flaschenpost auf den Weg), wobei die Protagonisten im g\u00fcnstigsten Falle\nschwer gezeichnet davon kommen. So auch der Arch\u00e4ologe, der des Nachts die vor\nUrzeiten verlassene \u201eStadt ohne Namen\u201c irgendwo in der arabischen W\u00fcste\nentdeckt (\u201eThe Nameless City\u201c, 1921 geschrieben, erst 1938 in Weird Tales\ngedruckt). Wohl die radikalste Geschichte des Bandes. Der Forscher dringt,\neinem Lufthauch folgend, in einen Tempel ein, der f\u00fcr Menschen viel zu klein\ngeraten scheint. Dort entdeckt er Sarkophage, die mit Glasdeckeln verschlossen\nsind und in denen Reptilien-Menschen liegen (die manche sogar in Leonardos Mona\nLisa zu erkennen glauben). Nach diversen drastischen Wandgem\u00e4lden, auf denen\ndie Reptiloiden Menschen massakrieren, folgt auch dieser Forscher einem\npl\u00f6tzlich auftauchenden Licht\u2026 Die Story beinhaltet \u00fcbrigens das ber\u00fchmte Zitat\n\u201eThat is not dead which can eternal lie\u2026\u201c, das Lovecraft dem Autor des\nNecronomicons zuschreibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: drei Kurzgeschichten, in beindruckende Bilder umgesetzt \u2013 stilistisch eher Manga untypisch \u2013 d\u00fcster und von der Grundstimmung gut getroffen. Wie die Vorlagen monstr\u00f6s, mysteri\u00f6s, mit kaum greifbarem Grauen durchsetzt. Und damit f\u00fcr Lovecraft- und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Horror-Fans (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7863\" target=\"_blank\">Horror-Fans<\/a> eine klare Empfehlung. Ein weiterer Band ist f\u00fcr den M\u00e4rz 2020 geplant. (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.carlsen.de\/softcover\/hp-lovecrafts-der-hund-und-andere-geschichten\/100994\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"H.P. Lovecrafts \u201eDer Hund\u201c und andere Geschichten (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">H.P. Lovecrafts \u201eDer Hund\u201c und andere Geschichten<\/a><br>Text &amp; Bilder: Gou Tanabe<br>176 Seiten in schwarz-wei\u00df, Softcover<br>Carlsen Verlag <br>12 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-551-72174-7<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D8095\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8095\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"H.P. 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