{"id":8081,"date":"2019-08-29T12:52:27","date_gmt":"2019-08-29T10:52:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8081"},"modified":"2019-08-29T13:08:13","modified_gmt":"2019-08-29T11:08:13","slug":"texas-jack-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8081","title":{"rendered":"Texas Jack (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"288\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Texas-Jack.jpg\" alt=\"Texas Jack (Splitter Verlag)\" class=\"wp-image-8082\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Texas-Jack.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Texas-Jack-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wyoming, als der Westen noch wild war: Passendale, ein skrupelloser Viehbaron mit dem Fernziel, Gouverneur zu werden, geht ohne Skrupel \u00fcber Leichen. Er will kleine Farmer enteignen und vertreiben und damit sein Land vergr\u00f6\u00dfern. Am besten mit Gewalt. Dazu heuert er einen wahrhaftigen Unhold an: Henry \u201eGunsmoke\u201c Saul ist sein Mann f\u00fcrs Grobe, ein Ex-Soldat mit imposanter Statur und eiskalten Augen. Mit seiner Bande zieht er marodierend durchs Land und verbreitet mit \u00e4u\u00dferster Brutalit\u00e4t Angst und Schrecken. Landflucht setzt ein. Bald ger\u00e4t Gunsmoke v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle weshalb selbst Passendale um Hilfe von au\u00dfen, sprich vom Staat, bittet. So kommt es, dass ein Regierungsvertreter einen echten Westernhelden engagiert, um Gunsmoke den Garaus zu machen: Texas Jack. Nur gibt es da ein Problem. Texas ist zwar der Star einer Wild West Show und ein echter Meistersch\u00fctze, hat aber von der Realit\u00e4t des Wilden Westens keinen Dunst. Wie auch seine Darsteller-Kollegen Amy O\u2019Hara (\u201eDie Tigerin mit der Peitsche\u201c), Wild Ryan Greed (der Buffalo Bill \u00e4hnelt) und der kuriose farbige \u201eIndianerh\u00e4uptling\u201c Kwakengoo, genannt \u201edie schwarze Rothaut\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vier arbeiten streng nach Script und f\u00fchren in ihrer Show typische Western-Events, wie Postkutschen\u00fcberf\u00e4lle vor, bei denen nat\u00fcrlich stets das Gute obsiegt. Jeder bekam eine phantasievolle Vita verpasst, Texas Jack selbst ist zudem der Held einer Groschenheftserie, die die fiktiven Taten des vermeintlichen Edelmannes (\u201eKing of the Savage Frontier\u201c) schildert. Als fingierte Legende des Wilden Westens. \u00dcberraschenderweise \u00fcbernehmen Texas und seine Mitstreiter den gef\u00e4hrlichen Auftrag (der dann doch etwas verharmlost wird, schlie\u00dflich soll man sich mit der Armee treffen, um Gunsmoke das Handwerk zu legen) und ziehen gen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=387\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Wyoming (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Wyoming<\/a>. Dort begegnen sie nach kurzer Zeit einer anderen Truppe, diesmal waschechte Westerner, die das gleiche Ziel verfolgt: Marshal Sykes und seine Leute. Sykes nimmt die \u201efalschen\u201c Helden eher widerwillig unter seine Fittiche, was nicht ohne (amour\u00f6se) Spannungen bleibt, f\u00fcr die in erster Linie Amy O\u2019Hara sorgt, die je eigentlich mit Texas liiert ist. Trotzig reitet dieser dann eigenm\u00e4chtig gegen Gunsmoke \u2013 und damit auch in sein Verderben?<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Teil des Bandes, nachdem Gunsmoke als Erzschurke vorgestellt ist, verpasst Autor Pierre Dubois der Story einen wunderbaren, raffinierten Kniff: er entmystifiziert den Western und h\u00e4lt ihm den Spiegel vor, indem er ihn mit seinen eigenen Stereotypen in Form der Show-Helden um Texas konfrontiert. Zuerst werden im hermetischen Wildwest-Zirkus die Klischees des Westerns vorgef\u00fchrt, die sich bis heute gehalten haben. Als dann Texas und seine Mitstreiter auf die Realit\u00e4t losgelassen werden, sorgt das f\u00fcr diverse Schmunzler beim Leser, beispielsweise als sich der Lokf\u00fchrer beim Ausladen der Truppe \u00fcber deren Outfits lustig macht oder als man sich mit den angedichteten Lebensl\u00e4ufen auseinander setzt. Ernst wird es dann, als man erstmals auf Sykes und seine Leute trifft, was in einer rasanten, aus etlichen filmischen Close-Ups bestehenden Schie\u00dferei gipfelt, die von <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Zeichner Dimitri Armand (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6057\" target=\"_blank\">Zeichner Dimitri Armand<\/a> beeindruckend inszeniert ist. Sykes, der hier eine gr\u00f6\u00dfere Nebenrolle spielt, bekam vom gleichen Kreativteam \u00fcbrigens <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"bereits einen eigenen Band (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3720\" target=\"_blank\">bereits einen eigenen Band<\/a> spendiert.<\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des Bandes, als es gegen Gunsmoke und seine Bande geht und als Texas seinen vermeintlichen Alleingang startet, schw\u00e4chelt die Handlung etwas, die sich ansonsten angenehm viel Zeit f\u00fcr ihre Entwicklung nimmt. Was mit einem Twist zusammenh\u00e4ngt, f\u00fcr den Gunsmoke sorgt und der nicht ganz glaubw\u00fcrdig pr\u00e4sentiert wird. Er f\u00fchrt die Story etwas ad absurdum, treibt aber die g\u00e4ngigen Western-Klischees bis an ihre Grenze (Ruhm und Ehre \u2013 Gunsmoke will sich als gr\u00f6\u00dfter Show-Man inszenieren), wobei Texas dann doch seine Qualit\u00e4ten im \u201eechten Leben\u201c unter Beweis stellen darf. Der H\u00f6hepunkt wird schlie\u00dflich als erneute <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"epische Schie\u00dferei (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5107\" target=\"_blank\">epische Schie\u00dferei<\/a> auf einer ebenso epischen kompletten Doppelseite als Wimmelbild von Armand pr\u00e4sentiert. Am Ende \u2013 so viel sei gesagt \u2013 kehren die Mythen des Westens wieder in ihren angestammten Western-Zirkus (den einst \u201eBuffalo Bill\u201c Cody auch in Deutschland pr\u00e4sentierte) zur\u00fcck, bereichert um einen weiteren schillernden Charakter. Frei nach dem ber\u00fchmten Western-Motto: \u201eWenn die Legende zur Wahrheit wird, druck die Legende!\u201c (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/texas-jack.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Texas Jack (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Texas Jack<\/a><br>Text: Pierre Dubois<br>Bilder: Dimitri Armand<br>128 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag <br>24 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96219-319-5<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D8081\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8081\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Texas Jack (Splitter) &raquo; Comicleser #Dimitri Armand #Einzelband #Pierre Dubois #Splitter #Syk [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wyoming, als der Westen noch wild war: Passendale, ein skrupelloser Viehbaron mit dem Fernziel, Gouverneur zu werden, geht ohne Skrupel \u00fcber Leichen. 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