{"id":8049,"date":"2019-08-11T12:15:16","date_gmt":"2019-08-11T10:15:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8049"},"modified":"2019-08-11T12:15:16","modified_gmt":"2019-08-11T10:15:16","slug":"the-moneyman-knesebeck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8049","title":{"rendered":"The Moneyman (Knesebeck)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"283\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/The-Moneyman.jpg\" alt=\"The Moneyman (Knesebeck)\" class=\"wp-image-8050\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/The-Moneyman.jpg 283w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/The-Moneyman-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Orlando 1971: der gealterte Roy Disney wartet in einer Hotellobby auf den gro\u00dfen Auftritt: die Er\u00f6ffnung von Disneyworld, die sein gro\u00dfer Bruder nicht mehr erleben wird. Dabei kommt er ins Plaudern mit einer Dame, die fasziniert seiner Geschichte lauscht, die nochmal an seinem geistigen Auge vor\u00fcberzieht: im Chicago des Jahres 1906 bekommen Roy und Walt Disney die Ruppigkeit des Vaters zu sp\u00fcren, der die Familie durch immer neue wirre Gesch\u00e4ftsideen quer durch die USA schleppt. Flei\u00df und harte Arbeit sind die Devise, und w\u00e4hrend Roy damit noch einigerma\u00dfen klarkommt und bei einer Bank seinem Faible f\u00fcr Zahlen fr\u00f6nt, scheint Walts Interesse an Cartoons und Zeichnen dem Vater als reines Hirngespinst. Aber Walt l\u00e4sst sich nicht von seinen Tr\u00e4umen abbringen und bringt sich m\u00fchselig selbst die Grundlagen des Zeichnens bei, die er alsbald mit Hilfe einer geliehenen Kamera nachts in der elterlichen Garage in die ersten Gehversuche in Sachen Zeichentrick umm\u00fcnzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Und tats\u00e4chlich stellen sich bald die ersten Erfolge ein: f\u00fcr ein paar Dollar verkauft Disney die ersten Strips. Nun sind dem Ehrgeiz keine Grenzen mehr gesetzt \u2013 Walt verfolgt wie besessen die Idee, erfolgreicher Filmemacher zu werden, und lanciert mit seinem ersten Studio Laugh-o-Gram\u00a0 popul\u00e4re Serien wie \u201eAlice\u201c. Als man schlie\u00dflich nach Los Angeles umzieht, schl\u00e4gt unter dem noch intakten Hollywoodland-Schriftzug die Stunde des aufstrebenden K\u00fcnstlers: mit \u201eOscar the lucky rabbit\u201c platziert er &#8211; mittlerweile unter <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2472\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Walt Disney Studios (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Walt Disney Studios<\/a> firmierend &#8211; eine h\u00f6chst erfolgreiche Cartoon-Serie, die den Grundstein f\u00fcr ein Imperium legt. Bruder Roy hat dabei die Finanzen im Griff, er ist der ungeliebte Erbsenz\u00e4hler, der \u201eMoney Man\u201c, der immer wieder fassungslos zuschauen muss, wie Bruder Walt sich mit Verve, aber ohne Plan in neue Projekte wirft. <\/p>\n\n\n\n<p>Hoch verschuldet, scheint Disney mehrfach vor dem Aus und rettet sich nicht zuletzt durch <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7386\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"eine kleine Maus, die er 1928 auf einer Bahnfahrt ersinnt (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">eine kleine Maus, die er 1928 auf einer Bahnfahrt ersinnt<\/a> (w\u00e4hrend einer Reise, auf der er erfolglos neue Kreditquellen anzapfen will), ans rettende Ufer. Als Disney schlie\u00dflich verk\u00fcndet, einen Cartoon in Farbe, mit Ton und Spielfilm-L\u00e4nge produzieren zu wollen, drohen die Financiers, allen voran die Bank of America, zu meutern. Aber der Wagemut wird belohnt: \u201eSnow White And The Seven Dwarves\u201c avanciert zum rauschenden Erfolg. So befl\u00fcgelt, treibt Walt seine Crew gnadenlos voran, mit autokratischen, perfektionistischen All\u00fcren, die selbst verdiente Mitarbeiter wie Ub Iwerks irgenndwann entfremden. Als dann die Folgeprojekte \u201eFantasia\u201c und \u201ePinocchio\u201c zu folgenschweren Flops werden, steht Disney einmal mehr mit dem R\u00fccken zur Wand\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner flott erz\u00e4hlten und dennoch immer detailreichen Biographie beleuchtet Alessio de Santa das Ph\u00e4nomen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5336\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Walt Disney (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Walt Disney<\/a> aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ganz bewusst w\u00e4hlt er dabei die Sichtweise seines weniger bekannten Bruders, der Financier im Hintergrund mindestens ebenso viel zum Erfolg beitrug wie der medienwirksam inszenierte kreative Kopf. Dabei werden alle Facetten der teilweise fast mystifizierten Vita aufgerufen: die harte, entbehrungsreiche Kindheit, in der Disney sich gegen seinen Vater durchsetzt, der dem Erfolg bis zum Schluss nicht traut; der Gesch\u00e4ftsmann, der die Chancen des Kinos und sp\u00e4ter des Fernsehens ebenso sicher erkennt wie die Macht des Merchandise, die er in Form von Disneyland und des noch von ihm konzipierten Disneyworld quasi mit erfindet; \u00a0der Vision\u00e4r, der eine k\u00fcnstlerische Idee wie besessen verfolgt; aber auch der schroffe, herrische Patriarch, der keinerlei Kritik duldet und sich gerne auch mit den Gewerkschaften anlegt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0So entsteht ein buntes Panorama, das sich chronologisch an den gro\u00dfen Meilensteinen entlang hangelt, die in Form von \u201eSteamboat Bill jr.\u201c, \u201eSnow White\u201c, \u201eFantasia\u201c und anderen Filmen vorbeizieht, bis hin zur anfangs bel\u00e4chelten Idee, irgendwelche Tiere in der W\u00fcste zu filmen und die Szenen dann einfach kosteng\u00fcnstig kommentiert zusammenzuschneiden. Die Welt <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5700\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Hollywoods (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Hollywoods<\/a> bleibt dabei weitgehend au\u00dfen vor \u2013 Charlie Chaplin und seine United Artists kommen zur Sprache, aber wichtiger ist fast schon Roys st\u00e4ndiger Kampf mit den Geldgebern, die mehrfach drohen, die Rei\u00dfleine zu ziehen. So k\u00f6nnen die beiden Statuen in Disneyworld in der Tat den Charakter der beiden Protagonisten erfassen: Walt wie er sich selbst gerne sah, mit Blick zu den Sternen, w\u00e4hrend Roy bescheiden auf eine Parkbank sitzt. Eine wunderbare, vielschichtige Hommage an einen Mann, dessen Wesen man sich wohl nur auf solch differenzierte Art und Weise n\u00e4hern kann. Bei Knesebeck erscheint das Werk wie gewohnt hochwertig aufgemacht mit einem informativen Nachwort. (hb)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.knesebeck-verlag.de\/the_moneyman_die_geschichte_von_roy_und_walt_disney\/t-1\/746\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"The Moneyman \u2013 Die Geschichte von Roy und Walt Disney (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">The Moneyman \u2013 Die Geschichte von Roy und Walt Disney<\/a> <br>Text: Alessio de Santa, Filippo Zambello<br>Bilder: Lorenzo Magalotti<br>176 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Knesebeck Verlag<br>24 Euro <\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-95728-241-5<br><br><\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D8049\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=8049\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"The Moneyman (Knesebeck) &raquo; Comicleser #Alessio de Santa #Biografie #Einzelband #Filippo Zamb [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orlando 1971: der gealterte Roy Disney wartet in einer Hotellobby auf den gro\u00dfen Auftritt: die Er\u00f6ffnung von Disneyworld, die sein gro\u00dfer Bruder nicht mehr erleben wird. 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