{"id":7510,"date":"2019-01-16T14:06:37","date_gmt":"2019-01-16T12:06:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7510"},"modified":"2019-01-16T14:09:02","modified_gmt":"2019-01-16T12:09:02","slug":"das-fleisch-der-vielen-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7510","title":{"rendered":"Das Fleisch der Vielen (Splitter)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"283\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Das-Fleisch-der-Vielen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7511\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Das-Fleisch-der-Vielen.jpg 283w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Das-Fleisch-der-Vielen-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Leipzig. Auf dem Willy-Brandt-Platz ger\u00e4t eine Demo au\u00dfer Kontrolle. Auf der einen Seite stehen Neonazis, auf der anderen die Antifa. Schlie\u00dflich eskaliert die Gewalt, Stra\u00dfenschlachten entbrennen, Chaos herrscht. Inmitten des Durcheinanders fliehen Tim und Jana in das verlassene Grand Hotel Astoria. Tim ist mittellos und geh\u00f6rt der Hausbesetzer-Szene an, seine Freundin Jana hat eine kleine Wohnung. Und eine kleine Arbeit. Wie beide in dem seit Jahrzehnten leerstehenden, riesigen Hotel \u2013 immerhin 350 Zimmer \u2013 gelandet sind, wissen sie selbst nicht so genau. Fest jedoch steht, dass sie nicht ohne weiteres wieder einen Weg nach drau\u00dfen finden. Die Fenster sind verbarrikadiert und fest verschraubt, D\u00fcsternis herrscht im ganzen Geb\u00e4ude. Die Suche nach einem Ausgang geht eher nach hinten los \u2013sprichw\u00f6rtlich \u2013 denn die beiden steigen immer weiter in das inzwischen alte Gem\u00e4uer ein und sto\u00dfen bald auf Merkw\u00fcrdigkeiten. Wieder und wieder sehen sie einen seltsamen, deformierten menschlichen Schatten und die B\u00f6den des Geb\u00e4udes scheinen mit Haaren \u00fcbers\u00e4t. Immer bedrohlicher und un\u00fcbersichtlicher wird ihre Situation, je tiefer sie in das Hotel eindringen. Bis sie auf den blanken Horror treffen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4933\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Dunkle, finstere und einsame Gem\u00e4uer (opens in a new tab)\">Dunkle, finstere und einsame Gem\u00e4uer<\/a> sind wie geschaffen f\u00fcr das Horrorgenre, bei dem v.a. im Film das Spukhaus eine lange Tradition aufweist und seit der Stummfilmzeit immer wieder f\u00fcr Nervenkitzel sorgt. Empfehlenswerte wie bekannte Klassiker sind Paul Lenis \u201eThe Cat and the Canary\u201c, \u201eThe Old Dark House\u201c, sp\u00e4ter \u201eThe Haunting\u201c (gerade als Netflix Serie neu inszeniert) und nat\u00fcrlich \u201eThe Shining\u201c mit dem ber\u00fchmten Overlook Hotel. Das Spukhaus dient als Kulisse f\u00fcr menschliche Dramen, aktuell oder l\u00e4ngst vergangen und spielt dabei unterschiedlich wichtige Rollen. Hier in der Comic-Adaption von Kai Meyers Erz\u00e4hlung nimmt es die uneingeschr\u00e4nkte Hauptrolle ein. Ist der unheimliche, bedrohliche, aber auch abstrakte Gegner von Tim und Jana (wir wollen nicht zu viel verraten). Als \u201egreifbares\u201c Monster kann allenfalls die deformierte menschliche Gestalt herhalten, ansonsten findet der \u201ehaarige\u201c Schrecken im Kopf und damit in der Fantasie des Lesers, bzw. Betrachters statt. Und dann funktioniert Horror auch am besten. Ganz subtil macht sich das Unheimliche, das B\u00f6se, auf den Seiten breit, ehe es unvermittelt zuschl\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem \u201eWolkenvolk\u201c und \u201eFrostfeuer\u201c ist \u201eDas Fleisch der Vielen\u201c die n\u00e4chste Adaption einer Kai Meyer Geschichte im Splitter Verlag (es wird nicht die letzte bleiben). Diesmal als Einzelband. Die Story beginnt \u00fcberfallartig und endet ebenso abrupt. Dazwischen kommt der Horror subtil, bis er frontal \u00fcber Tim und Jana hereinbricht. Die Zeichnungen von Comic-Neuling Jurek Malottke sind nat\u00fcrlich d\u00fcster und in dunklen Farbt\u00f6nen gehalten. Die Bilder bleiben auch abstrakt, deutbar, wirken weniger \u00fcber Details, sondern vielmehr \u00fcber Stimmung und Atmosph\u00e4re. Eine abwechslungsreiche Panelstruktur mit \u00fcberraschenden Perspektiven vertieft die st\u00e4ndige Bedrohungslage und macht den Band zu einer gelungenen Horror-M\u00e4r, die so unvermittelt aufh\u00f6rt, wie sie beginnt. Happy End inklusive? No way. Nach der Comic-Fassung ist die komplette Geschichte abgedruckt, was einen direkten wie interessanten Vergleich zwischen Vorlage und Adaption erm\u00f6glicht. Diverse Skizzen und Entw\u00fcrfe runden den Band ab. Das Hotel Astoria in Leipzig wurde \u00fcbrigens 1915 er\u00f6ffnet und Ende 1996 geschlossen. Seitdem steht es leer. Eine Sanierung, bzw. Renovierung soll Mitte dieses Jahres endlich beginnen. Hoffentlich bekommen die Handwerker diesen Band vorher nicht zu lesen\u2026 (bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/das-fleisch-der-vielen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Das Fleisch der Vielen (opens in a new tab)\">Das Fleisch der Vielen<\/a> <br>Text: Kai Meyer, nach seiner Erz\u00e4hlung <br>Bilder: Jurek Malottke<br>96 Seiten in Farbe, Hardcover<br>Splitter Verlag <br>19,80 Euro<\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-96219-214-3<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D7510\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7510\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Das Fleisch der Vielen (Splitter) &raquo; Comicleser #Das Fleisch der Vielen #Einzelband #Graphic  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leipzig. 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