{"id":7480,"date":"2019-01-03T15:22:50","date_gmt":"2019-01-03T13:22:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7480"},"modified":"2019-01-03T15:25:24","modified_gmt":"2019-01-03T13:25:24","slug":"joe-shuster-carlsen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7480","title":{"rendered":"Joe Shuster (Carlsen)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"286\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Joe-Shuster.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7481\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Joe-Shuster.jpg 286w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Joe-Shuster-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Einhundertdreissig Dollar mag im Jahre 1938 eine Menge Geld gewesen sein, so auch f\u00fcr zwei junge M\u00e4nner aus Cleveland, f\u00fcr die ein Traum wahr wurde, indem sie eine Comic-Story mit einer neuen, selbst kreierten Figur verkauften. Bl\u00f6d nur, dass sie in ihrer Begeisterung und jugendlicher Naivit\u00e4t damit auch gleich die Rechte an der Figur abtraten und noch bl\u00f6der, dass die Figur <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3726\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Superman (opens in a new tab)\">Superman<\/a> hie\u00df. Zwar blieben Autor Jerry Siegel und Zeichner Joe Shuster noch Jahre f\u00fcr den Verlag National Periodicals (sp\u00e4ter DC) t\u00e4tig und schrieben weiter Geschichten mit dem rasant an Popularit\u00e4t gewinnenden Helden, der ein ganz neues Genre begr\u00fcnden sollte, doch gleich der Beginn ihrer Superman-Karriere markierte auch den Beginn ihres langen Leidensweges. Denn w\u00e4hrend der Verlag, bzw. dessen Leiter und Besitzer sich eine goldene Nase verdienten \u2013 zuerst an den Comics, die sich wie warme Semmeln verkauften, dann an Merchandise Produkten, an Radio-Shows und sp\u00e4ter auch an Kino-Serials \u2013 wurden Siegel und Shuster anfangs wenigstens noch entlohnt, sp\u00e4ter dann, als sie begannen, aufzubegehren, wie l\u00e4stige Anh\u00e4ngsel behandelt und schlie\u00dflich entlassen. <\/p>\n\n\n\n<p>An den Erfolg von <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Superman (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5180\" target=\"_blank\">Superman<\/a> konnten die beiden nie mehr auch nur ann\u00e4hernd ankn\u00fcpfen &#8211; eine neue Kreation namens Funnyman erwies sich als veritabler Flop. W\u00e4hrend Joe Shusters Augen immer mehr nachlie\u00dfen, musste er sich mit zwielichtigen Illustrations-Auftr\u00e4gen \u00fcber Wasser halten, gab das Zeichnen schlie\u00dflich ganz auf und \u00fcbernahm Gelegenheits-Jobs. Shusters und Siegels Wege hatten sich da schon getrennt und mit dem Nachlassen der Gesundheit bei beiden schwanden auch die Hoffnung und die Kr\u00e4fte, die Rechte an ihrer ber\u00fchmtesten Sch\u00f6pfung zur\u00fcck zu erstreiten. Erst 37 Jahre sp\u00e4ter, als der Kinofilm mit Christopher Reeve als Superman vorbereitet wurde und Jerry Siegel deshalb einen offenen Brandbrief an Comic-Schaffende verschickte, in dem er direkt und verzweifelt auf das ihnen widerfahrene himmelschreiende Unrecht aufmerksam machte, setze sich Batman-Ikone <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3974\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Neal Adams (opens in a new tab)\">Neal Adams<\/a> f\u00fcr die beiden ein und machte deren Schicksal publik. Um schlechte Publicity f\u00fcr den Film zu vermeiden \u2013 Siegel forderte offen einen Boykott des Streifens \u2013 einigte man sich 1975 schlie\u00dflich: Joe Shuster und Jerry Siegel wurden wieder als Urheber Supermans genannt und beide bekamen eine Jahres-Rente, die ihr Auskommen sicherte \u2013 Shuster war zuvor sogar kurze Zeit obdachlos&#8230; <\/p>\n\n\n\n<p>Comicfans ist die tragische Geschichte der beiden Superman-Sch\u00f6pfer durchaus bekannt. Unzufriedene Zeichner, die mit Figuren arbeiteten, die ihnen nicht geh\u00f6rten, gab es in der Historie des Mediums zuhauf. Ob <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Andr\u00e9 Franquin (Spirou) (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6704\" target=\"_blank\">Andr\u00e9 Franquin (Spirou)<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Alan Moore (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5742\" target=\"_blank\">Alan Moore<\/a> (u.a. Watchmen) oder <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Todd McFarlane (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3322\" target=\"_blank\">Todd McFarlane<\/a>, der schlie\u00dflich mit Image einen Verlag mitbegr\u00fcndete, bei dem die Autoren die Rechte an ihren Figuren behielten. Aber niemandem dieser Comic-Schaffenden widerfuhr eine Tragik, wie Siegel und Shuster, die in ihrer Jugend voller Enthusiasmus Pulp Hefte verschlangen und aus einer Superhelden-Ursuppe aus John Carter, Buck Rogers, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Flash Gordon (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7295\" target=\"_blank\">Flash Gordon<\/a> und Zorro ihren Superman und damit ein ganz neues Genre schufen, das binnen kurzer Zeit nicht mehr aus der amerikanischen Popul\u00e4rkultur wegzudenken war und bis heute v.a. durch Kinoverfilmungen Milliarden einbringt. Ohne Superman kein <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Spider-Man (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5489\" target=\"_blank\">Spider-Man<\/a>. Dass Jerry Siegel Anfang der sechziger Jahre sogar kurze Zeit f\u00fcr Marvel und damit f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4992\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Stan Lee (opens in a new tab)\">Stan Lee<\/a> arbeitete, ist da wahrlich eine kuriose wie bitter ironische Randnotiz der Comic-Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Autor dieser Joe Shuster Comic-Biographie (und damit auch\nweitestgehend der von Jerry Siegel) ist der in New York lebende Julian Voloj\n(\u201eDie Judenbuche\u201c, \u201eGhetto Brother\u201c). Er setzt die bekannten biographischen\nDaten nicht nur in einen angenehmen narrativen Kontext, wobei er akribisch die\nEntstehungsgeschichte Supermans und damit auch die Jugend der beiden Sch\u00f6pfer\nschildert, er stie\u00df bei seiner Recherche-Arbeit auch auf einen bisher kaum\nbeachteten Briefverkehr inklusive diverser Dokumente von Joe Shuster, der\ngenaue Einblicke in die lange, dem\u00fctigende Leidensgeschichte des Zeichners gab,\nwas in das Buch emotional mit einfloss. Die Bilder des Italieners Thomas Campi\nsind dabei gem\u00e4ldeartig in bunten Farben gehalten, wobei die Zeichnungen der Rahmenhandlung\n(eben als Shuster als Obdachloser aufgegriffen wird und einem Polizisten seine\nGeschichte erz\u00e4hlt) mit Tuscheumrandungen versehen ist. Das Buch endet im\nDezember 1975, als Siegel und Shuster eine Jahresrente von Warner Brothers (den\nBesitzern von DC) zugesprochen bekamen und so wenigstens ihren Lebensabend (sie\nstarben 1996 und 1992) ohne Geldsorgen verbringen konnten (reich wurden sie\ndeshalb freilich noch lange nicht). Aber die Jahre davor, die ihnen in\nfinanzieller Sicht gestohlen wurden, hatten ihre tiefen Spuren hinterlassen.\n(bw)<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Joe Shuster - Vater der Superhelden (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.carlsen.de\/hardcover\/joe-shuster\/69437\" target=\"_blank\">Joe Shuster &#8211; Vater der Superhelden<\/a><br> Text: Julian Voloj<br> Bilder: Thomas Campi<br> 176 Seiten in Farbe, Hardcover<br> Carlsen Verlag<br> 19,99 Euro <\/p>\n\n\n\n<p>ISBN: 978-3-551-76920-6<br><br><\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D7480\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7480\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Joe Shuster (Carlsen) &raquo; Comicleser #Carlsen #Einzelband #Graphic Novel #Jerry Siegel #Joe Sh [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einhundertdreissig Dollar mag im Jahre 1938 eine Menge Geld gewesen sein, so auch f\u00fcr zwei junge M\u00e4nner aus Cleveland, f\u00fcr die ein Traum wahr wurde, indem sie eine Comic-Story mit einer neuen, selbst kreierten Figur verkauften. 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