{"id":7225,"date":"2018-10-10T12:35:10","date_gmt":"2018-10-10T10:35:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7225"},"modified":"2018-10-10T12:37:43","modified_gmt":"2018-10-10T10:37:43","slug":"james-bond-classics-casino-royale-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7225","title":{"rendered":"James Bond Classics: Casino Royale (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7226\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/James-Bond_Casino-Royale.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/James-Bond_Casino-Royale.jpg 278w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/James-Bond_Casino-Royale-209x300.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/p>\n<p>\u201eMorgens um drei erzeugt der Gestank nach Rauch und Schwei\u00df in einem Casino \u00dcbelkeit.\u201c Mit dieser alles andere als lyrischen Beschreibung beginnt der Roman, in dem sich der langlebigste und ber\u00fchmteste Agent der Welt 1953 erstmals die Ehre gab. Auch Van Jensen startet so in seine Graphic Novel-Umsetzung des ersten James-Bond-Abenteuers: in Royale-Les-Eaux in Frankreich tritt 007 dem ber\u00fcchtigten feindlichen Agent Le Chiffre entgegen, dem Bond sinnigerweise nicht mit Waffengewalt, sondern am Spieltisch das Handwerk legen soll. Schafft es Bond, so der Plan, seinen Kontrahenten finanziell zu ruinieren, dann d\u00fcrfte der auch bei seinen Auftraggebern erledigt sein. T\u00e4tig ist der gewissenlose Killer n\u00e4mlich f\u00fcr Smersh, eine russische Geheimorganisation, die das Ziel verfolgt, allen feindlichen Spionen den Garaus zu machen (daher auch der Name, der aus den zwei russischen W\u00f6rtern smert shpionam, Tod den Spionen, zusammengef\u00fcgt ist), die es gar nicht gerne sehen w\u00fcrde, wenn Le Chiffre sein eigentlich f\u00fcr den Aufbau der franz\u00f6sischen kommunistischen Bewegung vorgesehenes Geld verprasst. Genau daf\u00fcr soll der erfahrene Spieler Bond sorgen, indem er im Baccarat gegen den Russen antritt.<\/p>\n<p>Bond kundschaftet zun\u00e4chst die Lage aus, beobachtet die Mitspieler und macht sich mit den R\u00e4umlichkeiten vertraut. Behilflich ist ihm dabei der franz\u00f6sische Kontaktmann Mathis, der ihn mit Informationen versorgt und auch darauf hinweist, dass seine Tarnung l\u00e4ngst aufgeflogen ist, bevor das Spiel \u00fcberhaupt beginnt. Auch an seiner Seite ist die bet\u00f6rende Vesper Lynd, eine MI-6-Mitarbeiterin, die ihren ersten Feldeinsatz absolviert und mit Bond gemeinsam nur knapp einem Mordanschlag entgeht. Am Tisch scheint das Gl\u00fcck allerdings zun\u00e4chst nicht auf Bonds Seite zu sein: nach anf\u00e4nglichen Erfolgen verliert er sein gesamtes Kapital. Als er schon geschlagen von dannen ziehen will, steckt ihm ein befreundeter <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6028\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CIA-Mann namens Felix Leiter<\/a> eine stattliche Finanzspritze zu: mit 32 Millionen Francs kann Bond nun aufs Ganze gehen. Mit einem gewagten Spiel schafft er es tats\u00e4chlich, Le Chiffre zu schlagen, der gedem\u00fctigt den Spieltisch verl\u00e4sst, w\u00e4hrend Bond mit einem volumin\u00f6sen Scheck davonziehen kann. Aber Le Chiffre denkt gar nicht daran, aufzugeben: kurz darauf entf\u00fchrt er Vesper, die er offenbar gegen den Scheck austauschen will, den Bond akribisch versteckt hat. Bond nimmt die Verfolgung auf, landet dabei aber prompt selbst in der Gewalt der Fieslinge, die ihn von da an alles andere als sanft anfassen\u2026<\/p>\n<p>G\u00e4nzlicher neuer Ansatz aus dem Hause Dynamite: w\u00e4hrend die James Bond-Graphic Novels von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5855\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Warren Ellis<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3081\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andy Diggle<\/a> wie etwa <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4143\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eVargr\u201c<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5542\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eHammerhead\u201c<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6981\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eKill Chain\u201c<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5211\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEidolon\u201c<\/a> lediglich nach Motiven Flemings eigene Geschichten erz\u00e4hlten, liefert Van Jensen eine werkgetreue Nacherz\u00e4hlung, die \u2013 wie im reichhaltigen Anhang zu studieren \u2013 zun\u00e4chst wie ein Filmszenario entworfen und dann optisch umgesetzt wurde. Mit seinem durchschlagend erfolgreichen Erstling \u201eCasino Royale\u201c schuf Ian Fleming, seines Zeichens im Krieg selbst Geheimdienstmitarbeiter, schon 1953 die Blaupause f\u00fcr viele Konstellation, Motive und Figuren, die in den sp\u00e4teren Bond-Verfilmungen auftauchten: der Casino-Besuch, der trockene Martini (dessen Rezept er selbst kreiert), der Bentley, Personen wie M, Felix Leiter, Le Chiffre und Vesper Lynd, die finstere Organisation Smersh, all das findet sich in endlosen Variationen in den Kinoabenteuern wieder. Im Gegensatz zu den hochglanzpolierten Leinwandextravaganzen, in denen vor allem Roger Moore den jovialen Dandy gab, erscheint der Bond Flemings hier g\u00e4nzlich anders. Sexistisch, brutal, teilweise \u00fcberfordert, m\u00fcde, kettenrauchend schleppt er sich durchs Spiel.<\/p>\n<p>In die Falle, die ihm Le Chiffre stellt, tappt er aus Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und Arroganz. Anstelle lockerer Spr\u00fcche und glorreicher Siege erscheint das Agentenhandwerk hier dreckig, hinterh\u00e4ltig und unmenschlich, komplett mit Sprengs\u00e4tzen, geheimen Waffen in Gehst\u00f6cken und \u00fcbelsten Foltermethoden. Diese durchaus realistischen Z\u00fcge, die Fleming wohl auch aus seiner eigenen Kriegshistorie her gekannt haben d\u00fcrfte, nimmt auch Van Jensen in seiner Adaption auf, die in jedem Moment nahe an der Vorlage bleibt. Beschreibende Passagen und Dialoge entnimmt er direkt aus dem Roman, Bonds intuitiv-analytische Aufnahme seiner Umgebung erscheinen als innerer Monolog auch optisch abgesetzt. Entscheidende Szenen, wie etwa Chiffres Erkenntnis, das Spiel verloren zu haben, transportiert <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5808\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dennis Calero<\/a> in ausdrucksstarken, wortlosen Zeichnungen, wie auch die Folterszenen symbolisch-\u00fcberh\u00f6ht Bonds Pein transportieren. In jeder Hinsicht eine virtuose Version von Flemings Roman, dessen symbolreiche und metaphorische Sprache auf jeder Seite durchklingt und somit auch stilistisch den Geist der Vorlage atmet. Wie alle Bond-B\u00e4nde ansehnlich als Hardcover aufgemacht und auch optisch wie ein gebundenes Buch gestaltet, f\u00fcgt sich der Band nahtlos in die hochwertige Reihe bei Splitter ein. (hb)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/james-bond-classics-casino-royale.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">James Bond Classics: Casino Royale<\/a><br \/>\nText: Van Jensen, nach Ian Fleming<br \/>\nBilder: Dennis Calero<br \/>\n176 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n24,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-96219-164-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D7225\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7225\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"James Bond Classics: Casino Royale (Splitter) &raquo; Comicleser #007 #Casino Royale #Dennis Caler [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMorgens um drei erzeugt der Gestank nach Rauch und Schwei\u00df in einem Casino \u00dcbelkeit.\u201c Mit dieser alles andere als lyrischen Beschreibung beginnt der Roman, in dem sich der langlebigste und ber\u00fchmteste Agent der Welt 1953 erstmals die Ehre gab. 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