{"id":7009,"date":"2018-07-24T12:57:40","date_gmt":"2018-07-24T10:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7009"},"modified":"2018-07-24T13:01:30","modified_gmt":"2018-07-24T11:01:30","slug":"leichte-beute-carlsen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7009","title":{"rendered":"Leichte Beute (Carlsen)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7010\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Leichte-Beute.jpg\" alt=\"\" width=\"295\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Leichte-Beute.jpg 295w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Leichte-Beute-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/p>\n<p>Spanien, im Jahr 2014. Kommissarin Olga Tabares und ihre rechte Hand, Carlos Sotillo, untersuchen einen m\u00f6glichen Mord. Das Opfer, ein Vertriebsmitarbeiter der Banco Ovejero, wurde eventuell vergiftet. Noch ehe sich dieser Verdacht durch die Untersuchung der Forensiker best\u00e4tigen kann, geschieht ein weiterer Mord. Eine Bank-Filialleiterin bricht in einer Bar tot zusammen. Wieder ein Tag sp\u00e4ter wird die Leiche eines Bankchefs am Strand gefunden. Und in den n\u00e4chsten beiden Tagen passieren weitere Todesf\u00e4lle, alles Bankangestellte. Sotillo spricht aus, was jeder denkt, zumal sich bei allen eine Vergiftung mit Zyanid als Todesursache best\u00e4tigt: Hier sind ein oder mehrere <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1343\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Serienkiller<\/a> am Werk. Oder gar Terroristen. Auf jeden Fall m\u00fcssen die M\u00f6rder gut durch organisiert sein und ihre Taten von langer Hand geplant haben. Nur: Welche Verbindung gibt es zwischen den Toten, die alle in, bzw. f\u00fcr unterschiedliche Banken arbeiteten? Und vor allem: was ist das Motiv? Und wie passt der Tod des Vorstandsvorsitzenden der Bancamar in das Schema, der offenbar durch einen Autounfall starb? Nach und nach f\u00fchren die Ermittlungen in eine v\u00f6llig \u00fcberraschende Richtung\u2026<\/p>\n<p>In seiner neuen Graphic Novel besch\u00e4ftigt sich Miguelanxo Prado mit der spanischen Finanzkrise und deren Auswirkungen auf den \u201ekleinen Mann\u201c. Zumindest indirekt. Im Vordergrund steht die eingangs geschilderte Krimi-Geschichte. Die ist zweigeteilt. Zuerst passieren die Morde, bzw. die seltsamen Todesf\u00e4lle, und Tabares und Sotillo versuchen erst ein Schema, dann eine Verbindung zwischen den Taten zu finden. Dann beginnt im zweiten Part die Ermittlungs- und Aufkl\u00e4rungs-Arbeit, die nach einigen Sackgassen recht schnell zu Ergebnissen f\u00fchrt, welche anfangs hinsichtlich der T\u00e4terschaft (wir versuchen hier, so wenig wie m\u00f6glich zu spoilern, was nicht leicht ist) \u00fcberraschen, sich danach aber auf die Motive und die Rekonstruktionen der Tatherg\u00e4nge konzentriert. Das nimmt der eigentlichen Krimi-Handlung etwas Wind aus den Segeln, stellt aber gleichzeitig den notwendigen Bezug zum Anfang des Bandes und zur bereits erw\u00e4hnten Finanzkrise her. Wom\u00f6glich versucht Prado einen Spagat aus Allegorie auf jene Krise und Krimi \u2013 man beachte in diesem Zusammenhang auch die Symbolik auf dem Cover des Bandes. Stichwort Moral und Selbstjustiz.<\/p>\n<p>Bei der Charakterisierung bzw. dem Verh\u00e4ltnis zwischen den Polizisten Tabares und Sotillo greift Prado dagegen auf ein g\u00e4ngiges Klischee zur\u00fcck: die Kommissarin und ihr Assistent sind eigentlich Best Buddies und kabbeln sich st\u00e4ndig. Laufend schickt der\/die eine oder der\/die andere Spitzen in Richtung seines Gegen\u00fcbers, was immer wieder f\u00fcr einen gutlaunigen Faden sorgt, der konsequent den ganzen Band durchzieht und die Story aufhellt. Optisch wird es dagegen finster, denn hier geht Prado einen neuen Weg: Nat\u00fcrlich ist sein charakteristischer Stil unverkennbar, der die Personen markant und unverwechselbar wiedergibt. Aber diesmal nicht in den gewohnten opulenten Farben, wie noch bei <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1815\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ardal\u00e9n (bei Egmont erschienen)<\/a>, seiner letzten Graphic Novel, sondern in d\u00fcsterem Schwarz-Wei\u00df, oder besser Grau- Schwarz-Wei\u00df, was den finsteren, abgr\u00fcndigen Aspekt der Geschichte dauerhaft hervorhebt. Die Comics von Miguelanxo Prado, der heuer wieder beim <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6833\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Comic-Salon in Erlangen<\/a> ein gefragter Gast war, waren schon immer lesenswert und tiefgr\u00fcndig. Auch dieser Band (beim Fortschreiten des Lesens fragt man sich, wer denn hier nun die leichte Beute ist) macht da keine Ausnahme. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.carlsen.de\/hardcover\/leichte-beute\/83055\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leichte Beute<\/a><br \/>\nText &amp; Bilder: Miguelanxo Prado<br \/>\n96 Seiten in Schwarz-Wei\u00df, Hardcover<br \/>\nCarlsen Verlag<br \/>\n18 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-551-73428-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D7009\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=7009\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Leichte Beute (Carlsen) &raquo; Comicleser #Carlsen #Einzelband #Graphic Novel #Krimi #Leichte Beu [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spanien, im Jahr 2014. Kommissarin Olga Tabares und ihre rechte Hand, Carlos Sotillo, untersuchen einen m\u00f6glichen Mord. 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