{"id":6594,"date":"2018-03-21T15:45:45","date_gmt":"2018-03-21T13:45:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6594"},"modified":"2018-03-21T15:47:36","modified_gmt":"2018-03-21T13:47:36","slug":"bluten-koks-und-blaues-blut-schreiber-leser","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6594","title":{"rendered":"Bl\u00fcten, Koks und blaues Blut (Schreiber &#038; Leser)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6595\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Bl\u00fcten-Koks-und-blaues-Blut.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Bl\u00fcten-Koks-und-blaues-Blut.jpg 286w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Bl\u00fcten-Koks-und-blaues-Blut-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/p>\n<p>September 1946. Ein vermeintlich einfacher Auftrag f\u00fchrt Nestor Burma an die C\u00f4te d\u2019Azur nach Cannes. Dort soll er auf einen adeligen Klienten, den Grafen Fabregues aufpassen, der sich \u00fcberwacht f\u00fchlt. Doch daraus wird nichts. Erst trifft Burma zwei ehemalige Mitarbeiter seiner Detektei Fiat Lux, die hier hergezogen sind und dann muss er auch noch feststellen, dass der Graf tot ist. Selbstmord. Aber warum? Sofort h\u00e4lt Burma seine Sp\u00fcrnase in den Wind und ermittelt auf eigene Faust, zum Leidwesen von Kommissar Pellegrini. Bald ergeben sich f\u00fcr Nestor erste Zusammenh\u00e4nge. Der Graf, so scheint es, stand kurz vor der Pleite. Seine M\u00e4tresse, die T\u00e4nzerin Jacqueline, konnte er schon nicht mehr finanzieren. Dazu kommt: im Casino in Monaco zahlte er vor seinem Tod mit Falschgeld. Woher stammen die Bl\u00fcten? Und wem schickte er den dritten Abschiedsbrief, der bisher unauffindbar ist? Burma, der sp\u00e4ter seine Assistentin Helene aus <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=404\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paris<\/a> zur Unterst\u00fctzung anfordert, macht den Kupferstecher Jean Lebrot ausfindig, der eine Verbindung zum Grafen zu haben scheint. Und welche Rolle spielt die schwer kokains\u00fcchtige Schriftstellerin Raymonde Saint-Cernin, bei der offenbar zahlreiche F\u00e4den des Falls zusammenlaufen ?<\/p>\n<p>Kein verregnetes, d\u00fcsteres, graues Paris dieses Mal. Die franz\u00f6sische Hauptstadt, der g\u00e4ngige Schauplatz der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5185\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Romane L\u00e9o Malets<\/a> um seinen Helden, den Privatdetektiv Nestor Burma, wird hier gegen die schillernde C\u00f4te d\u2019Azur eingetauscht. Doch auch hier, in der mond\u00e4nen Heimat der (vermeintlichen) Reichen gibt es finstere L\u00f6cher, in denen Ratten, sprich Gauner hausen. Die mit der Gier und dem Ansehen jener spielen. Der Selbstmord des Grafen Fabregues bleibt auch ein Selbstmord. Doch wird der Adelige nicht das letzte Opfer in dem Fall bleiben, der sich \u2013 ganz typisch bei Malets Geschichten \u2013 nach und nach entwickelt. Man muss schon aufpassen, die Mitwirkenden immer richtig zuzuordnen \u2013 das Personenregister am Anfang des Bandes erweist sich dabei einmal mehr als n\u00fctzlich. Anf\u00e4nglich lose F\u00e4den und vermeintlich unwichtige Begebenheiten formen sich nach und nach zu wichtigen Details. Wie immer taucht man tief ein in das Geflecht aus Personen und deren Beziehungen untereinander, seien sie offen oder geheim. Burma zieht messerscharfe Schl\u00fcsse und kombiniert \u2013 wobei nicht gleich alles dem Leser offenbart wird, was nat\u00fcrlich den Reiz der Story und die Spannung darin ausmacht.<\/p>\n<p>Trotzdem des sonnigen Schauplatzes verbleiben Noir-Elemente in der Geschichte. Burma fungiert wie gewohnt als Ich-Erz\u00e4hler und spart nicht mit lakonischen und selbstironischen Kommentaren (\u201eBei Fiat Lux kann man es weit bringen, vorausgesetzt man steigt rechtzeitig aus.\u201c). Er ist kein Kostver\u00e4chter, trinkt gerne mal einen Schluck zu viel und zeigt keinerlei Scheu beim Umgang mit Damen. \u00dcberhaupt: ob Adel oder Ex-Knacki, Burma schert alle \u00fcber denselben Kamm. Dreck am Stecken kann schlie\u00dflich jeder haben, was die dunkle Vergangenheit diverser Akteure in dem Band beweist. Dass jeder, den er trifft, irgendwie mit dem Fall zu tun hat, kann man als Zufall oder als Kniff Malets auffassen. Und der Taxifahrer \u2013 zuf\u00e4llig immer der Gleiche \u2013 sorgt f\u00fcr einen veritablen Running Gag. Der Band stammt wieder aus der Feder, bzw. dem Stift des Franzosen Emmanuel Moynot, der damit bereits seine f\u00fcnfte <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5185\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Malet\/Burma-Roman-Adaption<\/a> beim Verlag Schreiber &amp; Leser vorlegt (zwei weitere stammen von Nicolas Barral). Dabei tr\u00e4gt Burma noch immer die Gesichtsz\u00fcge und das Aussehen, das ihn einst <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1604\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jacques Tardi<\/a> verlieh. Ansonsten l\u00e4sst Moynot seinen eigenen Stil einflie\u00dfen und vor allem durch die kr\u00e4ftigen Farben schafft er hier eine mediterrane Atmosph\u00e4re, die eine angenehme Frische in den Band bringt. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schreiberundleser.de\/index.php?main_page=index&amp;cPath=69#tag580\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bl\u00fcten, Koks und blaues Blut<\/a><br \/>\nText: Emmanuel Moynot, nach L\u00e9o Malet<br \/>\nBilder: Emmanuel Moynot<br \/>\n80 Seiten in Farbe, Hardcover, Kleinformat<br \/>\nVerlag Schreiber &amp; Leser<br \/>\n18,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-946337-51-5<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D6594\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6594\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Bl\u00fcten, Koks und blaues Blut (Schreiber &#038; Leser) &raquo; Comicleser #Bl\u00fcten Koks und blaues [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>September 1946. 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