{"id":6582,"date":"2018-03-19T14:08:29","date_gmt":"2018-03-19T12:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6582"},"modified":"2018-03-19T14:20:11","modified_gmt":"2018-03-19T12:20:11","slug":"die-schlumpfe-kompaktausgabe-band-2-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6582","title":{"rendered":"Die Schl\u00fcmpfe Kompaktausgabe, Band 2 (toonfish)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6583\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompaktausgabe-2.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompaktausgabe-2.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompaktausgabe-2-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>Hinter der unscheinbaren Bezeichnung \u201eKompaktausgabe\u201c verbirgt sich eine der am sorgf\u00e4ltigsten eingerichteten Gesamtausgaben, die zurzeit den hiesigen Comicmarkt fluten. Denn hier sind nicht nur alle Schlumpf-Geschichten Peyos chronologisch abgedruckt, auch die Menge des Zusatz-Materials, das im Sekund\u00e4r-Part neben zahlreichen zeitgen\u00f6ssischen Abbildungen und Fotos auch die Geschichte des Studios Peyo schildert, sprengt mit \u00fcber 60 Seiten in seiner Ausf\u00fchrlichkeit den \u00fcblichen Rahmen. Die hier enthaltenen Geschichten sind von ganz unterschiedlicher L\u00e4nge und stammen aus dem Jahren 1967 bis Anfang 1970. Eine sehr produktive Zeit f\u00fcr Peyo. Seine Schl\u00fcmpfe haben sich l\u00e4ngst etabliert, sind eine feste Gr\u00f6\u00dfe im Spirou-Magazin und sp\u00fclen auch werbetechnisch Geld in die Kasse. Seine Arbeit kann Peyo l\u00e4ngst nicht mehr alleine stemmen. So schart er, wie das beispielsweise auch Herg\u00e9 tat, diverse talentierte Assistenten um sich, von denen der bekannteste Francois Walth\u00e9ry sein d\u00fcrfte, der sp\u00e4ter mit den Abenteuern seiner Stewardess Natascha einen eigenen Erfolg verbuchen wird (zur Zeit mit eigener Gesamtausgabe bei <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?cat=13\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Salleck<\/a>). Erstaunlich, dass Peyo fast ganze Alben in die H\u00e4nde seiner Assistenten gab \u2013 bisweilen steuerte er lediglich die Layouts und den Story-Entwurf bei.<\/p>\n<p>Los geht\u2019s mit zwei Geschichten von je 20 Seiten, die im Prinzip nicht neu sind, sondern vielmehr \u00fcberarbeitete und erweiterte Fassungen von zweien der Minialben darstellen, die einige Jahre zuvor, noch in der Anfangszeit der Serie, erschienen sind. In \u201eDer falsche Schlumpf\u201c will sich Gargamel noch immer r\u00e4chen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4839\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(siehe Band 1)<\/a> und verwandelt sich selbst in einen Schlumpf, um sich unentdeckt bei den kleinen Kobolden einschleichen zu k\u00f6nnen. Mit einem entscheidenden Makel: ihm fehlt das kleine blaue Schw\u00e4nzchen. Einmal mehr tritt hier der selbsterkl\u00e4rte Erzfeind der Schl\u00fcmpfe auf und sorgt als vermeintlicher Verr\u00e4ter f\u00fcr Misstrauen und Verwirrung. Doch wird er in dieser Zeit von Peyo dosiert eingesetzt, seine Beteiligung an den Storys ist nicht \u00fcberstrapaziert. Die zweite \u00dcberarbeitung eines Minialbums ist \u201eDer hundertste Schlumpf\u201c: Zur Feier des Mondfestes, das nur alle 654 Jahre stattfindet, werden 100 Schl\u00fcmpfe ben\u00f6tigt. Papa Schlumpf z\u00e4hlt aber nur 99! Beauty, der sich eitel gerne selbst betrachtet, baut sich einen Spiegel: Nach einem Blitzschlag wird sein Spiegelbild lebendig und macht genau dasselbe wie Beauty, nur spiegelverkehrt. Zum Leidwesen von Papa Schlumpf, der den Spiegelschlumpf doch dringend f\u00fcr das Fest ben\u00f6tigt. Hier wird die originelle Idee des Spiegelverkehrten konsequent durchgezogen: selbst die die Schrift in den Sprechblasen des \u201eneuen\u201c Schlumpfes sind gespiegelt.<\/p>\n<div id=\"attachment_6586\" style=\"width: 353px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6586\" class=\" wp-image-6586\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompakt-2_Vogel.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"298\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompakt-2_Vogel.jpg 400w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompakt-2_Vogel-300x261.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><p id=\"caption-attachment-6586\" class=\"wp-caption-text\">Entwurf f\u00fcr \u201eDie Schl\u00fcmpfe und der Monstervogel\u201c<\/p><\/div>\n<p>Nach zwei Kurzgeschichten (\u201eSchlumpfige Ostern\u201c &amp; \u201eSchlumpffallen\u201c, letztere wieder mit Gargamel) kommen wir zu einer albumlangen Episode (40 Seiten): \u201eDie Schl\u00fcmpfe und der Monstervogel\u201c erschien 1968 im Spirou-Magazin und schon zwei Jahre sp\u00e4ter in Fix und Foxi. Eigentlich wollte Papa Schlumpf nur ein D\u00fcngemittel f\u00fcr das beliebte Sarsaparille mixen. Heraus kommt jedoch ein Stoff, der die eigentlich harmlose und schmackhafte Pflanze zu einem Monstergew\u00e4chs werden l\u00e4sst, das Audrey aus dem kleinen Horrorladen zur Ehre gereicht. Und als ein Vogel zuf\u00e4llig einen Tropfen schluckt, mutiert auch dieser zum aggressiven Monsterviech, das fortan die Schl\u00fcmpfe terrorisiert. Der Krakakass \u2013 Name und Design des Vogels stammen \u00fcbrigens von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6383\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andr\u00e9 Franquin<\/a> \u2013 legt sogar das ganze Schlumpf-Dorf in Schutt und Asche. Man fl\u00fcchtet in einen alten Wehrturm, um dort die Verteidigung gegen den aggressiven Vogel vorzubereiten. Ausnahmsweise hilft hier Gargamel mal den Schl\u00fcmpfen, wenn auch unbeabsichtigt, bzw. auf passive Art und Weise. Es folgt der 18-Seiter \u201eKein Schlumpf wie die anderen\u201c: Ein Schlumpf zieht es in die Ferne. Mit einer Zauberpfeife von Papa Schlumpf kann er sich aber jederzeit zur\u00fcck in die Heimat schlumpfen. Klar, dass Gargamel sich den kleinen Kerl schnappt und sich selbst per Pfeife nach Schlumpfhausen \u201ebeamt\u201c\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_6589\" style=\"width: 272px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6589\" class=\" wp-image-6589\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompakt-2_Kekse.jpg\" alt=\"\" width=\"262\" height=\"378\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompakt-2_Kekse.jpg 277w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Schl\u00fcmpfe-Kompakt-2_Kekse-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><p id=\"caption-attachment-6589\" class=\"wp-caption-text\">Schlumpfige Kekswerbung<\/p><\/div>\n<p>Nun folgt mit \u201eDer Astronautenschlumpf\u201c die n\u00e4chste albumlange Story, die eine Besonderheit innerhalb der Serie darstellt. Denn der Band erschien urspr\u00fcnglich 1967 als Werbealbum f\u00fcr einen Kekshersteller. In Rekordzeit entstanden (g\u00e4nzlich von Gos und Walth\u00e9ry gezeichnet) bot sich hier f\u00fcr den gesch\u00e4ftigen Peyo die Gelegenheit, eine Geschichte zweimal zu Geld zu machen: einmal durch die Werbeausgabe (in dem Album versteckt sich auch ein Keks \u2013 viel Spass beim Suchen!) und einmal durch den Abdruck im <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6050\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spirou<\/a>-Magazin, der zwei Jahre sp\u00e4ter erfolgte. Einer der Schl\u00fcmpfe will unbedingt ins All reisen, auf einen anderen Planeten. Sein Vorhaben setzt er aber recht dilettantisch um und scheitert folglich. Aus Mitleid greifen seine Kollegen unter F\u00fchrung von Papa Schlumpf zu einem Trick: Nach dem zweiten Startversuch gaukeln sie dem Weltraumschlumpf nicht nur in einem Vulkankrater einen fernen Planeten vor, sie pr\u00e4sentieren sich ihm auch als die \u201eSchlimpse\u201c, die Bewohner ebendiesen. Ob die Geschichte Verschw\u00f6rungstheoretiker in aller Welt auf die Idee brachte, Stanley Kubrick h\u00e4tte die fingierte Mondlandung inszeniert, ist nicht \u00fcberliefert. \u201eDie Schl\u00fcmpfe und die Wettermaschine\u201c, eine 18-seitige Kurzgeschichte, deren Ver\u00f6ffentlichung ins Jahr 1970 hineinreicht, beendet den Band.<\/p>\n<p>Die Geschichten, die \u00fcbrigens durchweg Anfang der Siebziger Jahre im Fix und Foxi Heft ihre deutsche Erstver\u00f6ffentlichung erfuhren, sind rund, schl\u00fcssig erz\u00e4hlt und jeweils wie aus einem Guss. Sie weisen denselben Charme, die gleiche Sorgfalt auf, ohne je langweilig zu wirken. Man merkt, dass Peyos Assistenten erfolgreich \u201eauf Linie\u201c gebracht sind, sich das Wesen der Serie verinnerlicht haben und gemeinsam an einem Strang ziehen, auch wenn, \u201eChef\u201c Peyo lediglich Entw\u00fcrfe und Seitenaufteilung beisteuert (wie beim Astronautenschlumpf). Die Geschichte der Mitarbeiter und damit des Studios ist dann auch das zentrale Thema des Sekund\u00e4rparts (wir erfahren beispielweise, dass Gos \u2013 der sp\u00e4ter Kosmi zeichnete \u2013 das Studio verlie\u00df, weil er als Mit-Urheber genannt werden wollte), der vom belgischen Film- und Comic-Journalisten Hugues Dayez kompetent verfasst wurde. Diverse Dreingaben reichen den Sekund\u00e4r-Part zus\u00e4tzlich an: die beiden existierenden Versionen der Kurzgeschichte \u201eSchlumpfige Ostern\u201c werden gegen\u00fcbergestellt und auf sechs Doppelseiten sind einige \u201eGeschichten von Papa Schlumpf\u201c \u00fcbersetzt und abgedruckt. Viel Material f\u00fcr Schl\u00fcmpfe-Fans und Liebhaber klassischer belgischer Comic-(Schlumpf-) Kultur. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/die-schluempfe-kompakt-bd-2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Schl\u00fcmpfe Kompaktausgabe, Band 2<\/a><br \/>\nText &amp; Zeichnungen: Peyo, Gos, Francois Walth\u00e9ry, Michel Matagne<br \/>\n272 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\ntoonfish\/Splitter Verlag<br \/>\n39,95 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-962-4<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D6582\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6582\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Die Schl\u00fcmpfe Kompaktausgabe, Band 2 (toonfish) &raquo; Comicleser #Die Schl\u00fcmpfe #Fran\u00e7ois Wal [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter der unscheinbaren Bezeichnung \u201eKompaktausgabe\u201c verbirgt sich eine der am sorgf\u00e4ltigsten eingerichteten Gesamtausgaben, die zurzeit den hiesigen Comicmarkt fluten. 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