{"id":6383,"date":"2018-01-30T13:56:10","date_gmt":"2018-01-30T11:56:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6383"},"modified":"2018-01-30T14:04:12","modified_gmt":"2018-01-30T12:04:12","slug":"es-waren-einmal-schwarze-gedanken-carlsen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6383","title":{"rendered":"Es waren einmal Schwarze Gedanken (Carlsen)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6385\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Schwarze-Gedanken.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Schwarze-Gedanken.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Schwarze-Gedanken-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Eine Erdkugel, die immer kleiner und schlie\u00dflich zum explosiven Spielball von kriegsl\u00fcsternen Gener\u00e4len wird. Ein Reporter, der begeistert dokumentiert, wie in einer Gefl\u00fcgel-Verarbeitungs-Fabrik ungew\u00f6hnliches H\u00fchnerfrikassee entsteht. Ein Mann, der M\u00f6wen f\u00fcttert und dabei selbst zum Vogelfutter wird. Ein Hund, der am Grab seines Herrchens vermeintlich treu und tief trauert, der aber nur sein Spiel-B\u00e4llchen wieder haben will. Alles Beispiele aus den \u201eSchwarzen Gedanken\u201c, makabre One-Pager, triefend vor schwarzem Humor und nicht selten nachdenklich machend, geschaffen von dem Belgier <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5341\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andr\u00e9 Franquin<\/a>, der mit der Serie Spirou zu einem der bedeutendsten Comic-K\u00fcnstler \u00fcberhaupt aufstieg. Mit seinen \u201eId\u00e9es Noires\u201c entfernte er sich von seinem bisherigen Werk, das den Stil der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c9cole Marcinelle<\/a> des Verlagshauses Dupuis pr\u00e4gte. Wobei er \u2013 anders als beispielsweise Herg\u00e9, der sich an abstrakten Gem\u00e4lden versuchte und damit jegliche k\u00fcnstlerische Verbindung zu seinem <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eTintin<\/a>\u201c und der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4363\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ligne Claire<\/a> bewusst kappte \u2013 seinem charakteristischem Strich treu blieb und stattdessen die Figuren und die Szenerie dem Tenor des Inhalts entsprechend in tiefstes Schwarz tauchte.<\/p>\n<p>1977 erschien zum ersten Mal eine neue Beilage zum Spirou Magazin namens \u201eLe Trombone Illustr\u00e9\u201c. Darin wollten die Macher, darunter <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3538\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andr\u00e9 Franquin<\/a> (Jahrgang 1924), erwachsenere Themen aufgreifen, f\u00fcr die in Spirou kein Platz war, richtete (und richtet) sich das Magazin doch vorwiegend an eine j\u00fcngere Leserschaft. Die Beilage \u00fcberlebte zwar nur 30 Ausgaben lang, war aber die Geburtsst\u00e4tte der ber\u00fchmten \u201eSchwarzen Gedanken\u201c Franquins, der zuvor bereits mit seinen Geschichten rund um Spirou, Fantasio und das Marsupilami zu Ruhm gelangte. Nach dem Aus von Trombone setzte Franquin seine \u201eSchwarzen Gedanken\u201c in \u201eFluide Glacial\u201c, dem Magazin von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4703\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marcel Gotlib (\u201eSuperdupont\u201c)<\/a> fort. Bei uns erschienen die Strips erstmals in gesammelter Form beim Volksverlag und aktuell als Hardcover-Ausgabe bei Carlsen, der deutschen Heimat von Spirou. Anl\u00e4sslich des vierzigsten Jubil\u00e4ums der Strips (ok, wir sind knapp dr\u00fcber), bringt Carlsen nun eine kleine Werkschau dieser \u201eId\u00e9es Noires\u201c mit zahlreichen Sekund\u00e4rtexten, Einblicken hinter die Kulissen und in die Entstehungsgeschichte der Reihe, garniert mit diversen Hommagen von Zeichnern wie Foerster, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6184\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ferri<\/a>, Goossens und dem wunderbaren \u00c9dika.<\/p>\n<div id=\"attachment_6387\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6387\" class=\"wp-image-6387 size-full\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Schwarze-Gedanken_Franquin.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"217\" \/><p id=\"caption-attachment-6387\" class=\"wp-caption-text\">Franquin r\u00fchrt sie an, seine Schwarzen Gedanken<\/p><\/div>\n<p>Nat\u00fcrlich kommen auch etliche der Strips zum Abdruck, die nach Themen geordnet sind, jeweils mit einem vorangestellten passenden (neuen) Sekund\u00e4rartikel oder einem (alten) Interview mit dem Meister selbst. Doch schaut der Band auch \u00fcber den Tellerrand hinaus. Ehemalige Weggef\u00e4hrten wie Gotlib (der 2016 starb) oder Fr\u00e9d\u00e9ric Jannin kommen zu Wort, wie auch Franquins Tochter Isabelle. Andr\u00e9 Franquin war l\u00e4ngst ber\u00fchmt, als er die \u201eSchwarzen Gedanken\u201c ersann und seit jeher im Dauerstress, da er schlichtweg zu nichts und niemandem Nein sagen konnte, der ihn in Sachen Comics mit Arbeit bescherte (siehe <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5150\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eMausi und Paul\u201c<\/a>). Welche in immer gleicher Akribie erledigt wurde. Trotzdem blieb er stets ein sensibler K\u00fcnstler, dem eine tief innewohnende sympathische Bescheidenheit auszeichnete. Ob die \u201eSchwarzen Gedanken\u201c nun direkt mit seinen Depressionen in Verbindung gebracht werden oder nicht, die Strips, die man als konsequente Weiterentwicklung des bereits <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6297\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anarchischen Gastons<\/a> werten kann, spr\u00fchen vor pechschwarzem, durchaus auch kritischem Humor und pr\u00e4sentieren eine k\u00fcnstlerische Facette Franquins abseits von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6050\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spirou &amp; Co.<\/a> Wer sich eingehender mit dem 1997 verstorbenen Franquin und dessen Werk besch\u00e4ftigen will, kann das mit dem Sekund\u00e4rband \u201eMeister des Humors\u201c (ebenfalls bei Carlsen) gerne tun. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.carlsen.de\/hardcover\/es-waren-einmal-schwarze-gedanken\/88083#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Es waren einmal Schwarze Gedanken<\/a><br \/>\nText &amp; Bilder: Andr\u00e9 Franquin, Gotlib, \u00c9dika u.v.a.<br \/>\n120 Seiten in <strong>SCHWARZ<\/strong> &amp; Farbe, Hardcover<br \/>\nCarlsen Verlag<br \/>\n24,99 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-551-76529-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D6383\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6383\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Es waren einmal Schwarze Gedanken (Carlsen) &raquo; Comicleser #Andr\u00e9 Franquin #Carlsen #Dupuis # [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Erdkugel, die immer kleiner und schlie\u00dflich zum explosiven Spielball von kriegsl\u00fcsternen Gener\u00e4len wird. 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