{"id":6202,"date":"2017-12-05T13:17:23","date_gmt":"2017-12-05T11:17:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6202"},"modified":"2017-12-05T13:19:00","modified_gmt":"2017-12-05T11:19:00","slug":"geronimo-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6202","title":{"rendered":"Geronimo (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6203\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Geronimo.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Geronimo.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Geronimo-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>Grenzgebiet im Norden Mexikos, 1850. Die Bedonkohe-Apachen um ihren H\u00e4uptling Mangas Coloradas lagern in der N\u00e4he der Ansiedlung Kas-Ki-Yeh. Im Schutze des \u00e4u\u00dferst br\u00fcchigen Friedens mit den Mexikanern ziehen die M\u00e4nner in die Stadt, um einige Tauschgesch\u00e4fte zu machen, aber den Medizinmann Goyathlay plagen b\u00f6se Vorahnungen. Der Trupp eilt zur\u00fcck, aber es ist bereits zu sp\u00e4t: nahezu alle Frauen, Kinder und Alte, darunter auch Goyathlays Ehefrau Alopi, sind von mexikanischen Angreifern get\u00f6tet worden. Die Krieger schw\u00f6ren blutige Rache und marschieren zum Stamm der Chokonen, um sich bei deren H\u00e4uptling Cochise Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Kriegspfad zu sichern, w\u00e4hrend sich Goyathlay ganz und gar der Vergeltung verschreibt. Auf dem Weg zu den Nednhi, dem dritten Stamme der Chiricahua, den man ebenfalls f\u00fcr die Sache gewinnen will, treffen die Indianer erstmals auf Wei\u00dfaugen, denen man zun\u00e4chst \u00fcber den Weg traut, auch wenn die Navajo schon von finsteren Absichten auch dieser Fremdlinge berichtet haben.<\/p>\n<p>Nachdem der Winter vor\u00fcber ist, marschieren die Krieger gemeinsam Richtung Kas-Ki-Yeh und treffen alsbald auf einen Trupp Mexikaner, dem sie den Garaus machen. Als die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5837\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mexikaner<\/a> tags darauf einen Vergeltungsschlag f\u00fchren, laufen sie in die Falle der Apachen. Vor allem Goyathlay geb\u00e4rdet sich wie ein Rasender: als die wenigen \u00fcberlebenden Angreifer fliehen, rufen sie entsetzt \u00fcber diesen W\u00fcterich \u201eSan Jeronimo! San Jeronimo!\u201c, was umgedeutet zum neuen Namen des Medizinmanns wird. Unter dem neuen Kriegsnamen Geronimo f\u00fchrt er die Apachen zu einem r\u00fccksichtslosen Feldzug gegen die Mexikaner. Als sein Gef\u00e4hrte Cochise in Gefangenschaft der Wei\u00dfaugen ger\u00e4t, eskaliert der Konflikt der Apachen, die fortan auch gegen die wei\u00dfen Siedler und Soldaten Krieg f\u00fchren, um ihr Land zu befreien. Mangas Coloradas \u00fcberzeugt Geronimo davon, dass nicht nur die Mexikaner, sondern alle Invasoren ihre Feinde sind. Als man 1863 schlie\u00dflich einen weiteren Versuch zu Friedensverhandlungen unternimmt, f\u00e4llt der H\u00e4uptling selbst den Wei\u00dfaugen in die H\u00e4nde und wird von ihnen get\u00f6tet, was Geronimo endg\u00fcltig in einen r\u00fccksichtslosen Krieg ziehen l\u00e4sst, dem Soldaten, Siedler, Frauen und Kinder gleicherma\u00dfen zum Opfer fallen.<\/p>\n<p>Aber die Verluste auch auf Seiten der Indianer sind hoch, so dass Geronimo 1871 widerwillig mit General Howard \u00fcber einen Waffenstillstand verhandelt. Die Apachen ziehen ins Reservat nahe Fort Bowie, wo man sie mit Nahrung versorgt. Im Gegenzug m\u00fcssen die Apachen die Waffen niederlegen und zusichern, das Reservat nicht zu verlassen. Diese prek\u00e4re Situation ist zum Scheitern verurteilt: gewissenlose Gesch\u00e4ftemacher verkaufen das Fleisch, das eigentlich f\u00fcr die Indianer bestimmt ist, gewinnbringend an wei\u00dfe Siedler. Als die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1747\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Indianer<\/a> beginnen Not zu leiden, gehen Geronimo und seine Vertrauten heimlich auf die Jagd, wof\u00fcr sie postwendend im Gef\u00e4ngnis landen. So kommt es endg\u00fcltig zum Bruch: Geronimo flieht mit 38 seiner Krieger und f\u00fchrt aus den uneinnehmbaren Bergen im Norden Mexikos vernichtende Schl\u00e4ge gegen die Besatzer. Unter F\u00fchrung von General Miles antworten die Wei\u00dfen mit grausamer H\u00e4rte, wobei in ihren Reihen auch \u00dcberl\u00e4ufer sind, die als Scouts ihren ehemaligen Kriegsgef\u00e4hrten Geronimo ans Messer zu liefern bereit sind\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6205\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Geronimo-Seite_8.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"351\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Geronimo-Seite_8.jpg 400w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Geronimo-Seite_8-300x263.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Neben Sitting Bull d\u00fcrfte der Apache, dessen eigentlicher Name Goyathlay so viel wie \u201eder, der immer g\u00e4hnt\u201c bedeutet, wohl zu den bekanntesten Charakteren des so genannten Wilden Westens z\u00e4hlen. Mindestens ebenso legend\u00e4r wie sein unb\u00e4ndiger Hass auf die Mexikaner, sein grausamer Guerilla-Kampf gegen die Invasoren seines Landes und das jahrelange Katz und Maus-Spiel zwischen 5000 Soldaten und den in den Bergen verschanzten 38 Indianern sind seine nahezu hellseherischen F\u00e4higkeiten, die sich in Form von Visionen \u00e4u\u00dferten und nicht selten sein Handeln bestimmten (ein Motiv, das auch <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1612\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter Nuyten<\/a> in seinen Dreiteiler <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?tag=apache-junction\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eApache Junction\u201c<\/a> einbaute). Matz und Jef greifen sich f\u00fcr ihre Biografie dieses schillernden Charakters schlaglichthaft entscheidende Wendepunkte heraus \u2013 von der Ermordung seiner Familie bei Kas-Ki-Yeh \u00fcber die ersten Angriffe und den Ausbruch aus dem Reservat bei Fort Bowie bis hin zur Kapitulation 1886, als Geronimo sich General Miles mit den Worten \u201eEinst war ich frei wie der Wind, jetzt ergebe ich mich\u2026 und das ist alles\u201c ergab.<\/p>\n<p>Bei aller historischen Genauigkeit \u2013 so etwa stammen viele Dialoge und Aussagen direkt aus den \u00fcberlieferten Reden und der Lebensgeschichte Geronimos, die dieser vor seinem Tod niederschreiben lie\u00df &#8211; erlauben sich die beiden auch einige Freiheiten (so etwa floh der echte Geronimo in der gleichen Nacht wieder, nur um sp\u00e4ter dingfest gemacht zu werden), die allerdings in einer fiktiven Darstellung jederzeit in Ordnung gehen. Neben der psychologischen Durchdringung der Motivation beeindruckt dabei vor allem die Ratlosigkeit, mit der die Indianer den Invasoren gegen\u00fcberstehen: die Wei\u00dfaugen t\u00f6ten Wild, ohne es zu essen, zerst\u00f6ren die Natur ohne begreiflichen Grund (so etwa graben sie in den Bergen nach gelbem Metall) und teilen seltsam bedrucktes Papier aus, mit dem die Indianer herzlich wenig anfangen k\u00f6nnen. \u201eAber wie wollen sie leben, wenn sie alles zerst\u00f6ren?\u201c, fragt sich Geronimo. \u201eIch wei\u00df es nicht\u201c, kommt die Antwort von Mangos Coloradas, \u201evielleicht sind sie einfach nur verr\u00fcckt.\u201c<\/p>\n<p>Matz und Jef, die ja schon mit <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2803\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eQuerschl\u00e4ger\u201c<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5086\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eTomboy\u201c<\/a> jeweils ein Szenario von Action-Veteran Walter Hill in Szene setzten, gestalten das Geschehen hier wie einen Western des Altmeisters Sam Peckinpah, mit Stakkato-Bildabfolgen in den Kampfmomenten, die die f\u00fcr Peckinpah so charakteristischen Zeitlupen-Einstellungen stilecht umsetzen: \u201eThe Wild Bunch\u201c trifft auf Walter Hills \u201eLast Man Standing\u201c, m\u00f6chte man fast sagen. Oft gro\u00dfformatige Bildabfolgen stehen neben wortlosen, gewalterf\u00fcllten Panels, die keine simplen Sympathien erlauben: auch wenn Geronimos Handlungsmotive ehrenhaft sind, ist seine R\u00fccksichtslosigkeit in Teilen nicht besser als die seiner Feinde. Dass die Scouts, die an die Versprechungen der Wei\u00dfen glauben, am Ende in den gleichen Gef\u00e4ngnissen laden wie er, unterstreicht umso mehr die tiefe Ironie des Mythos der \u201eEroberung\u201c des Westens, der nichts anderes als eine gnadenlose Landnahme eines ganzen Kontinents war. Bei Splitter erscheint der Band komplett auf 120 Seiten in gewohnt hochwertiger Aufmachung. (hb)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/geronimo.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geronimo<\/a><br \/>\nText: Matz<br \/>\nBilder: Jef<br \/>\n120 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n24,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-96219-023-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D6202\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6202\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Geronimo (Splitter) &raquo; Comicleser #Einzelband #Geronimo #Jef #Matz #Splitter #Western\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grenzgebiet im Norden Mexikos, 1850. Die Bedonkohe-Apachen um ihren H\u00e4uptling Mangas Coloradas lagern in der N\u00e4he der Ansiedlung Kas-Ki-Yeh. 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