{"id":6020,"date":"2017-10-26T12:58:54","date_gmt":"2017-10-26T10:58:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6020"},"modified":"2017-12-07T11:30:51","modified_gmt":"2017-12-07T09:30:51","slug":"bataclan-wie-ich-uberlebte-panini","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6020","title":{"rendered":"Bataclan: Wie ich \u00fcberlebte (Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6021\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bataclan.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bataclan.jpg 288w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bataclan-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>Ganz Fu\u00dfball-Deutschland war live dabei, als am 13. November 2015 beim Freundschaftsspiel gegen Frankreich in Paris der erste laute Knall, bald darauf gefolgt von einem zweiten, zu h\u00f6ren war. Was anfangs noch niemand ahnte: dies war der Auftakt einer verheerenden Terrornacht, die insgesamt 130 Opfer forderte und die ihren grausamen H\u00f6hepunkt im Anschlag auf den Musikclub Bataclan fand, wo alleine 90 Menschen starben. Der Grafiker Fred Dewilde, Jahrgang 1966, war dabei, als die islamischen Attent\u00e4ter den Club st\u00fcrmten, wahllos in die Menge schossen und Handgranaten z\u00fcndeten. Er \u00fcberlebte. Unverletzt. Zumindest \u00e4u\u00dferlich. Und hielt jene traumatischen Ereignisse wie auch das Danach in Bilder und Worte fest, die Panini nun als Album bei uns ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Der Band ist dabei zweigeteilt. Auf den ersten 14 Seiten erz\u00e4hlt Dewilde das Geschehen in Comicform. Den Moment, als er mit sich gemeinsam mit Freunden auf einen unterhaltsamen Konzertabend freut. Als kurz nachdem die \u201eEagles of Death Metal\u201c auf die B\u00fchne gehen, die ersten Sch\u00fcsse fallen, die ersten Explosionen zu h\u00f6ren sind. Als er sich auf den Boden wirft, in die Blutlache eines Toten, neben ihm eine unbekannte Frau namens \u00c9lisa. Beide stellen sich tot, gehen ein B\u00fcndnis ein, Hand in Hand, das Dewilde als \u201eKokon der Menschlichkeit\u201c beschreibt, indem sie sich gegenseitig Mut machen und ihre Angst teilen. Immer in der Hoffnung nicht getroffen zu werden. Unschuldige Opfer, die weder wissen noch begreifen k\u00f6nnen, was um sie herum geschieht. Die Ger\u00e4usche und das furchtbare Geschehen bestenfalls deuten k\u00f6nnen, die nur den Boden neben sich sehen. Bis dann irgendwann die Polizei auftaucht und der Alptraum so pl\u00f6tzlich und unerwartet beendet wird, wie er begann.<\/p>\n<p>Dann folgt die lange Zeit der Verarbeitung und Aufarbeitung. Die schreibt Dewilde nieder, durchsetzt mit einzelnen Skizzen und nicht mehr in Comicform. Hier schildert er die Minuten und Stunden nach dem Terror. Wie er den Kontakt zu seiner Familie, seinen Kinder sucht. Wie er um seine Freunde f\u00fcrchtet, die mit ihm im Bataclan waren und die wie er h\u00f6chstens leicht verletzt entkamen. Wie man sich, um den Stress, die Angst abzuleiten, makabre Witze erz\u00e4hlt und wie dann zuhause langsam die Verarbeitung beginnt. St\u00e4ndig muss er \u00fcber das Geschehene sprechen. Er ist unkonzentriert, auch unkontrolliert, fahrig. Laute Ger\u00e4usche erschrecken ihn und rufen genervte Reaktionen hervor. Nur langsam wird es besser, unterst\u00fctzt durch seine Familie, seine Frau. Und seine Therapeutin. Dann fasst er den Entschluss, das Geschehene aufzuzeichnen, was f\u00fcr ihn auch eine Therapie ist. Und vielleicht auch eine Art Abschluss und eine R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>14 eindringliche Comicseiten mit Terroristen, die als Skelette mit Totenkopf und Sprengstoffweste Anonymit\u00e4t, Tod und Hass verk\u00f6rpern. Dewilde ist kein Comiczeichner und das merkt man. Die Panels wirken spontan, aus der Seele heraus und verdeutlichen neben der Angst die erschreckende Passivit\u00e4t, zu der die Menschen im Bataclan verurteilt waren. Auf dem Boden liegend, sich tot stellend und voller Angst hoffend, hier lebend wieder rauszukommen. Der anschlie\u00dfende Textpart ist ebenso wichtig, verdeutlicht und beschreibt er doch die Nachwirkungen in sehr pers\u00f6nlichen Einblicken in kurzen Kapiteln. Kein leichter Band, gewiss nicht. Aber sicher ein wichtiger visualisierter Augenzeugenbericht des Terrors aus Opfersicht (im franz\u00f6sischen Original hei\u00dft der Band \u201eMon Bataclan\u201c). Denn auch die, die \u00e4u\u00dferlich unverletzt blieben, trugen seelische Verletzungen davon. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.paninishop.de\/artikel\/ydbata001-bataclan-wie-ich-ueberlebe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bataclan: Wie ich \u00fcberlebte<\/a><br \/>\nText &amp; Bilder: Fred Dewilde<br \/>\n48 Seiten in Schwarz Wei\u00df, Hardcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n16,99 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-7416-0443-0<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D6020\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=6020\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Bataclan: Wie ich \u00fcberlebte (Panini) &raquo; Comicleser #Bataclan #Fred Dewilde #Graphic Novel #P [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz Fu\u00dfball-Deutschland war live dabei, als am 13. 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