{"id":595,"date":"2011-11-01T16:09:27","date_gmt":"2011-11-01T14:09:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=595"},"modified":"2014-08-21T15:57:29","modified_gmt":"2014-08-21T13:57:29","slug":"dixie-road-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=595","title":{"rendered":"Dixie Road (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-596\" title=\"Dixie Road\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/dixie-road.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/dixie-road.jpg 300w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/dixie-road-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Henry Fonda im Halbdunkel, er blickt in die Kamera, dann setzt er zu einer der bekanntesten Reden der Filmgeschichte an: \u201eI&#8217;ll be all around in the dark &#8211; I&#8217;ll be everywhere. Wherever you can look &#8211; wherever there&#8217;s a fight, so hungry people can eat, I&#8217;ll be there. Wherever there&#8217;s a cop beatin&#8216; up a guy, I&#8217;ll be there.\u201d Was das mit Dixie Road zu tun hat? Alles. Denn nach den Worten von Jean Dufaux liegt die Inspiration f\u00fcr dieses Werk nicht zuletzt in dieser Szene aus John Fords The Grapes Of Wrath, in der Tom Joad das Elend der Weltwirtschaftskrise und ihrer Folgen f\u00fcr die amerikanische Bev\u00f6lkerung treffend kristallisiert. Er ist ein Jedermann, eine Symbolfigur f\u00fcr den Kampf der kleinen Leute gegen M\u00e4chte, die sie nicht verstehen, und die ihr Leben aus den goldenen Zwanzigern zerst\u00f6rt haben. Durch diese Welt f\u00fchrt auch der Weg der 14j\u00e4hrigen Dixie Jones, die genauso symbolhaft durch das Amerika der Depression zieht, gemeinsam mit ihrer Mutter Nadine, die immer auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und in Hassliebe zu ihrem Mann Jones unterwegs ist. Der ist ein Hallodri, hat nicht seine erste Bank ausgeraubt und hat nun zwar eine Tasche voller Geld, aber auch jede Menge \u00c4rger am Hals, in Form einer Privatmiliz, die ihn gnadenlos und mit allen Mitteln jagt. Ebenfalls hinter dem P\u00e4rchen her ist die Familie von Nadine, die eigentlich aus gutem Hause stammt und von den Eltern davongejagt wurde, als sie sich f\u00fcr ein Leben \u00e0 la Bonnie und Clyde entschied.<\/p>\n<p>Wie in einem Road Movie erlebt der Leser Szenen aus den desolaten Arbeiterlagern, Selbstjustiz, Brutalit\u00e4t, aber auch immer wieder Momente der Hoffnung und der N\u00e4he. Die kleine Familie sucht stellvertretend f\u00fcr die ganze Nation den amerikanischen Traum, der in dieser Dekade verloren zu gehen schien, in einer Phase der Desillusionierung, in der das amerikanische Volk seine Schattenseiten kennen lernte. Die historische Realit\u00e4t bleibt am Rande, Pr\u00e4sident Roosevelt &#8211; dem Dufaux Original-Zitate in den Mund legt \u2013 f\u00e4hrt mit dem Zug durch das Land und erkl\u00e4rt seinen New Deal, das Konjunkturprogramm, das schlie\u00dflich tats\u00e4chlich zum Aufschwung f\u00fchrte, aber zum Kontakt zu den fiktiven Figuren kommt es nie. In weiten Panels charakterisiert vielmehr die Landschaft die Menschen, wie John Fords Monument Valley, wobei die Figuren dadurch eine W\u00fcrde erlangen, die ihnen das t\u00e4gliche Leben l\u00e4ngst genommen hat. Am Ende erreichen Dixie und ihre Mutter tats\u00e4chlich ihr Ziel, die Familie Vreeland, aber Vater Jones zieht wieder in die Welt, rastlos, da er nicht in diese Welt geh\u00f6rt. \u201eMan verl\u00e4sst niemals die Dixie Road\u201c, stellt Dufaux in einem Nachwort fest, \u201eIn der Vorstellungswelt eines jeden f\u00fchrt die Stra\u00dfe immer weiter. Sie ist sozusagen unsterblich.\u201c<\/p>\n<p>Dixie Road entstand bereits im Jahr 2000 und erschien urspr\u00fcnglich in vier Alben. Autor Jean Dufaux, dessen Arbeiten stets vom Film beeinflusst sind, sammelte 1987 mit Jessica Blandy erste Lorbeeren, in Zusammenarbeit Griffo und Paape legte er Monsieur Noir und Jardins De La Peur vor. Auch aus Dixie Road spricht seine filmhistorische Begeisterung, erg\u00e4nzt um Eindr\u00fccke einer gemeinsamen Amerika-Reise mit Zeichner Hugues Labiano, der 1994 mit Matador sein erstes Album vorlegte. Dixie Road brachte ihm 2000 den Preis f\u00fcr die beste Serie ein. Die jetzt vorliegende, gut eingerichtete Gesamtausgabe (im Splitter-Buch Format, mit einem Nachwort, diversen Variant-Covern und Skizzen) ist die deutsche Fassung der L\u2019Int\u00e9grale, die 2004 bei Dargaud erschien. Spannend, beeindruckend, episch, mitrei\u00dfend. In anderen Worten: gut. (hb)<\/p>\n<p>Text: Jean Dufaux<br \/>\nBilder: Hugues Labiano<br \/>\n210 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n24,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN 978-3-86869-333-1<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D595\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=595\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Dixie Road (Splitter) &raquo; Comicleser #Books #Dixie Road #Gesamtausgabe #Hugues Labiano #Jean D [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Henry Fonda im Halbdunkel, er blickt in die Kamera, dann setzt er zu einer der bekanntesten Reden der Filmgeschichte an: \u201eI&#8217;ll be all around in the dark &#8211; I&#8217;ll be everywhere. 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