{"id":5677,"date":"2017-07-21T12:16:54","date_gmt":"2017-07-21T10:16:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5677"},"modified":"2017-07-21T12:18:21","modified_gmt":"2017-07-21T10:18:21","slug":"asterix-band-24-sonderausgabe-egmont","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5677","title":{"rendered":"Asterix, Band 24 &#8211; Sonderausgabe (Egmont)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5678 alignleft\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Asterix-bei-den-Belgiern-Sondercover.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Asterix-bei-den-Belgiern-Sondercover.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Asterix-bei-den-Belgiern-Sondercover-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>\u201eDie spinnen, die R\u00f6mer!\u201c Dieses gefl\u00fcgelte Wort scheint sich einmal mehr zu bewahrheiten. Vor den staunenden Augen unserer Lieblingsgallier marschieren r\u00f6mische Legionen fr\u00f6hlich pfeifend und singend an ihnen vorbei, man scheint generell gut gelaunt. Als Asterix einen der Soldaten zur Rede stellt, kommt die Wahrheit ans Licht: gegen eine Stationierung in Belgien nimmt sich der Dienst im keltischen Gallien aus wie Ferien \u2013 man schickt die Truppen zur Erholung her. Und als ob das noch nicht genug w\u00e4re, geht der gute Gaius Julius Caesar pers\u00f6nlich mit der Botschaft hausieren, die Belgier seien von allen gallischen St\u00e4mmen die tapfersten Vertreter. Das kann der sch\u00e4umende Majestix nat\u00fcrlich nicht auf sich sitzen lassen: gemeinsam mit Asterix und Obelix macht er sich auf ins \u201eflache Land\u201c, um den Belgiern ordentlich Mores zu lehren. Bald trifft man auf die belgischen Horden, die unter F\u00fchrung des Wallonen Stellartoix und des Flamen Egmontix die R\u00f6mer nach allen Regeln der Kunst zerlegen. Bei einem \u201ekleinen Festmahl\u201c, bei dem nach belgischer Art Tonnen von K\u00f6stlichkeiten aufgefahren werden, einigt man sich auf einen Wettstreit: wer mehr r\u00f6mische Lager zerdeppert, der darf sich als tapferster Gallierstamm bezeichnen. Und wer w\u00e4re besser geeignet als der eiligst anreisende Caesar selbst, um in dieser Sache den Schiedsrichter zu geben?<\/p>\n<p>In seinem 24. und letzten Asterix-Abenteuer, das <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4429\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ren\u00e9 Goscinny<\/a> kurz vor seinem viel zu fr\u00fchen Tod am 5. November 1977 fertigstellte, z\u00fcndete der Meister der Sprachspiele, Nationalklischees und Situationskomik nochmals ein wundervolles Feuerwerk. Goscinny und Uderzo waren der belgischen Comicszene mit <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4711\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Herg\u00e9<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4696\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Morris<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3538\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Franquin<\/a> aufs Engste verbunden, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis man die wohlwollenden Rivalit\u00e4ten zwischen den Nationen in einem Zusammentreffen der keltischen und belgischen Gallier ausspielte. Die Vorlage daf\u00fcr lieferte, wie so oft in Goscinnys Werk, der \u201eBellum Gallicum\u201c Caesars, in dem sich der Feldherr durch geschickte Darstellung und suggestive \u00dcbertreibungen gerne auch einmal in ein gutes Licht r\u00fcckte. Gleich aus der Anfangspassage, die Generationen von Penn\u00e4lern gequ\u00e4lt hat, entnahm Goscinny das Motiv, das die Handlung in Gang setzt: \u201eGallia est omnis divisa in partes tres [\u2026] Horum omnium fortissimi sunt Belgae\u201c steht da zu lesen, von den drei gallischen St\u00e4mmen seien die Belgier (die Caesar sp\u00e4ter nat\u00fcrlich besiegte) die tapfersten.<\/p>\n<p>Goscinny breitet dabei gen\u00fcsslich die Stereotypen aus, die das Land kennzeichnen: keinerlei Erhebung gibt es, es ist eben das von Jacques Brel besungene \u201ePlat Pays\u201c, in dem die Mahlzeiten so dicht aufeinander folgen, dass es anscheinend morgens schon \u201eMittachmahl\u201c und mittags Abendessen gibt. Die reichhaltige belgische K\u00fcche in Form von mit allem belegten Butterbroten, Br\u00fcsseler Kohl (bei uns besser bekannt als Rosenkohl) und der fl\u00e4mischen Waterzooi kommt ebenso zu Ehren wie k\u00fcnftige Nationalgerichte: wie stets werden mehr oder weniger per Zufall K\u00f6stlichkeiten entdeckt (wie etwa der Tee in \u201eAsterix bei den Briten\u201c), als Stellartoix angesichts eines kochenden r\u00f6mischen \u00d6lkessels \u00fcberlegt, ob man Kartoffeln wohl auch frittieren k\u00f6nnte. Auch sprachlich zieht Goscinny alle Register und l\u00e4sst die Protagonisten wie gewohnt in f\u00fcr fremde Ohren landestypisch wirkendem Tonfall sprechen \u2013 was bei den Briten das \u201eist es nicht\u201c und bei den Avernern das &#8222;sch&#8220;, ist hier das \u201ech\u201c am Wortanfang und das als Verkleinerung angef\u00fcgte \u201eken\u201c, das einen belgischen Zungenschlag wunderbar imitiert: man rei\u00dft \u201eSpasseken\u201c am laufenden Band und attackiert \u201edie R\u00f6merlacher in der Umchebung\u201c.<\/p>\n<p>Auch die f\u00fcr die gesamte Serie charakteristische wortspielerische Namensgebung findet sich hier (im \u00dcbrigen in einer wunderbaren \u00dcbersetzung von Gudrun Penndorf) mit Stellartoix (lange Zeit stammte das einzig <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3813\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">trinkbare Bier<\/a> in englischen Pubs aus Belgien), seiner Ehefrau Kantine und Vanderhofknix, aber auch dem Legaten Volfgangamadeus, wie auch bekannte belgische Pers\u00f6nlichkeiten wie die Schauspielerin Annie Cordie, der Radprofi Eddie Merckx (als Eilbote!) und sogar das Manneken Pis karikiert erscheinen. Wunderbar auch das Spiel <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit der Gestalt Caesars<\/a>, der immer wieder aus seiner w\u00fcrdigen Rolle f\u00e4llt und w\u00fcste Schimpfattacken abl\u00e4sst, weshalb man schon kommentiert, seine Zitate f\u00fcr die Nachwelt lie\u00dfen auch immer mehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig \u2013 und sogar das ber\u00fchmte Alea iacta est klaut er von einem arglosen Soldaten. Schlie\u00dflich erhebt sich das Ganze auch zu einer sch\u00f6nen Reflexion \u00fcber die eigene fiktive Welt, die sich im popul\u00e4ren Bewusstsein schon Ende der 70er verselbst\u00e4ndigt hatte: eingangs f\u00fcrchtet Obelix, die Geschichte k\u00f6nne nicht gut ausgehen, und dann gebe es ja gar nicht das obligatorische Bankett. Als Caesar Asterix damit konfrontiert, er habe doch ganz Gallien unterworfen, antwortet der spitzfindig mit dem sattsam bekannten Eingangstext jedes Bandes: \u201eGanz Gallien? Nein! Nur unser unbeugsames kleines Dorf h\u00f6rt nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten!\u201c<\/p>\n<p>Dieses s\u00fcffisante Spiel mit der eigenen Kunstwelt kulminiert am Ende, als es sogar gleich zwei Bankette gibt \u2013 eines davon in Belgien, was Uderzo nach klaren Anweisungen Goscinnys in einer ganzseitigen Zeichnung als Parodie des Gem\u00e4ldes Die Bauernhochzeit von Pieter Bruegel umsetzte. Als Hommage an die belgische Comicszene schlie\u00dflich d\u00fcrfen als zwei r\u00f6mische Botschafter sogar <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulze und Schultze<\/a> auftreten, von Uderzo in wunderbarer ligne claire mit entsprechendem Lettering als Verneigung vor Herg\u00e9 gezeichnet. Insgesamt darf man es also als Gl\u00fccksfall ansehen, dass Uderzo den Band, den Goscinny aufgrund eines Rechtsstreites mit dem damaligen Verleger Dargaud nicht fertiggestellt sehen wollte, auf Basis des abgeschlossenen Skriptes doch noch zu Ende zeichnete und den Lesern 1979 damit diesen wunderbaren letzten Gru\u00df eines brillanten Autors erm\u00f6glichte. Zum 40. Todestag Goscinnys legt Egmont Ehapa die Geschichte als limitierte <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4759\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sonderausgabe<\/a> mit 16 zus\u00e4tzlichen Seiten vor, auf denen man jede Menge Hintergr\u00fcnde und spannende Dokumente (darunter auch die letzte Seite von Goscinnys Typoskript) entdecken kann. Neben der Softcover-Variante gibt es f\u00fcr Sammler eine gebundene Ausgabe in der Egmont Comic Collection. Nicht nur f\u00fcr Pommes Frites Freunde essentiell. (hb)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.egmont-shop.de\/asterix-nr-24-asterix-bei-den-belgiern-einmalige-sonderauflage-gebundene-ausgabe.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asterix, Band 24: Asterix bei den Belgiern (limitierte Sonderausgabe)<\/a><br \/>\nText: Ren\u00e9 Goscinny<br \/>\nBilder: Albert Uderzo<br \/>\n64 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nEgmont Comic Collection<br \/>\n6,90 Euro (Softcover-Ausgabe)<br \/>\n12 Euro (gebundene Ausgabe)<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-7704-3987-4 (gebundene Ausgabe)<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5677\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5677\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Asterix, Band 24 &#8211; Sonderausgabe (Egmont) &raquo; Comicleser #Albert Uderzo #Asterix #Asteri [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie spinnen, die R\u00f6mer!\u201c Dieses gefl\u00fcgelte Wort scheint sich einmal mehr zu bewahrheiten. 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