{"id":5438,"date":"2017-05-23T11:22:10","date_gmt":"2017-05-23T09:22:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5438"},"modified":"2017-05-23T11:24:45","modified_gmt":"2017-05-23T09:24:45","slug":"die-daltons-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5438","title":{"rendered":"Die Daltons, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5439\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Daltons-1.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Daltons-1.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Daltons-1-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Jeder auch nur halbwegs interessierte Comicfreund kennt sie: Joe, William, Jack und Averell Dalton. Die Orgelpfeifen-Br\u00fcder in ihren gelb-schwarz gestreiften Str\u00e4flings-Uniformen, die immer wieder erfolglos oder gar dilettantisch versuchen, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4696\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lucky Luke<\/a> das Leben schwer zu machen und am Ende stets grandios scheitern. Was hingegen nicht jeder wei\u00df: sie existierten wirklich, die Gebr\u00fcder Dalton. Nat\u00fcrlich ganz anders als ihre Comic-Parodien. Sie hie\u00dfen Bob, Grat und Emmet \u2013 das waren die, die Mitglied der Dalton-Gang waren. Dann gab es noch Frank, der vorzeitig erschossen wurde und Bill, der Mitglied einer anderen Bande war. Interessant auch: die Herren haben eine durchaus tragische Vita aufzuweisen: als US-Marshals standen sie zun\u00e4chst auf Seiten des Gesetzes, wechselten dann aber beinahe flie\u00dfend auf die dunkle Seite der Macht und wurden zu Outlaws, deren gesetzlose \u201eKarriere\u201c lediglich drei Jahre w\u00e4hrte, ehe ihnen das \u00fcbliche Ende widerfuhr, das Revolverhelden eben damals so zuteilwurde. Trotzdem reichten die drei Jahre aus, um sie zu <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5053\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">schillernden Figuren des Wilden Westens<\/a> zu machen.<\/p>\n<p>Der Auftakt dieses Zweiteilers ist gleichzeitig sein Ende. Und das der Dalton-Gang: am 5. Oktober 1892 planten die Desperados in der Stadt Coffeyville in Kansas am hellichten Tag gleich zwei Banken auszurauben \u2013 ein ambitioniertes Unterfangen mit t\u00f6dlichem Ausgang. Mitten in einer w\u00fcsten Schie\u00dferei bricht die Handlung ab und wir begeben uns f\u00fcnf Jahre zur\u00fcck, als die Daltons noch ehrbare B\u00fcrger waren. Ma und Pa Dalton hatten elf Kinder. Frank, einer der \u00e4lteren, der als Marshal im <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5369\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Indianergebiet<\/a> t\u00e4tig war, wurde gerade erschossen. Seine Br\u00fcder Bob und Grat sind ebenfalls <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=387\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Marshals<\/a> und auch Emmett, der j\u00fcngste Spross, m\u00f6chte in diesen Weg einschlagen. Doch er wird von Bob immer auf Abstand \u2013 sprich: au\u00dfer Gefahr \u2013 gehalten, wenn es mal brenzlig wird. Dann, im Jahr 1890, geschehen diverse Dinge, die die Br\u00fcder langsam aus dem Tritt bringen: Zuerst quittiert Grat seinen Dienst. Dann erfahren die Dalton-Marshals, dass der Staat sie gerade nicht bezahlen kann. Schlie\u00dflich wird Emmett schwer verletzt und Bob bringt versehentlich einen falschen Verd\u00e4chtigen um. Auf der Suche nach neuer, gut bezahlter Arbeit geraten sie \u2013 zuerst unwissentlich \u2013 an die Bande von Charley \u201eBlack Face\u201c Bryant und danach endg\u00fcltig auf die schiefe Bahn\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-5441\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Daltons-1_Seite-5.jpg\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"337\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Daltons-1_Seite-5.jpg 400w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Daltons-1_Seite-5-300x274.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/>Nach dem fulminanten Auftakt mit der Schie\u00dferei in Coffeyville werden in episodischen R\u00fcckblenden wichtige und einschneidende Ereignisse im Leben der Br\u00fcder \u2013 v.a. von Bob und Emmett \u2013 geschildert. Der vermeintlich sichere und redliche Job eines Marshals, der beinahe traditionell familienintern ergriffen wird, wird erstmals mit dem Tod Franks hinterfragt. Dabei wollen die Dalton-Spr\u00f6sslinge nur mit guten Absichten ihren Platz in der Gesellschaft sichern. Die Familie ist arm, der Vater ein hoffnungsloser S\u00e4ufer. Geld regiert die Gedanken. Geld, das beispielsweise Emmett braucht, damit er um die Hand seiner Liebsten bei deren Vater anhalten kann. Dazu kommt noch einiges an Pech, falsche Entscheidungen und der Lockruf des Bruders Grat nach einer besseren und v.a. besser bezahlten Arbeit. Beinahe aus Versehen sind die Br\u00fcder dann in den ersten <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5094\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcberfall<\/a> involviert. Man schlittert f\u00f6rmlich auf die falsche Spur, die von Emmett verhei\u00dfungsvoll als \u00dcberholspur gedeutet wird (\u201eWie lange m\u00fcsste man f\u00fcr einen solchen Batzen Geld arbeiten, wenn man einen Dollar am Tag verdient?\u201c). Das Fass der Rechtschaffenheit l\u00e4uft \u00fcber. Die Dalton Br\u00fcder sind Opfer der Umst\u00e4nde, des Systems und der Gier. Der abschlie\u00dfende Band 2 wird dann wieder zum Ende zur\u00fcckkehren, zur finalen Schie\u00dferei in Coffeyville. Nur Emmett wird, von zahlreichen Kugeln getroffen, \u00fcberleben und zu einer langj\u00e4hrigen Haftstrafe verurteilt. Als er vorzeitig entlassen wird, schreibt er ein Buch \u00fcber sein Leben und arbeitet u.a. beim Film, wo er sich in einem fr\u00fchen Western selbst spielt. Er stirbt erst 1937.<\/p>\n<p>\u201eDie Daltons\u201c ist Olivier Visonneaus erste Comic-Arbeit. Er stellt die Revolverhelden, die man in der Regel nur als Karikaturen aus <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4483\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lucky Luke<\/a> kennt, ins rechte, bzw. unrechte Licht. Sein Zeichner, der Spanier Jes\u00fas Alonso Iglesias, von dem bereits \u201eGaudis Gespenst\u201c bei Salleck erschien, besticht dabei mit einem semi-realistischen Stil, mit breiter, kr\u00e4ftig schwarzer Linienf\u00fchrung und ist so nicht hundertprozentig, v.a. bei den Personen und Gesichtern, dem Realismus verpflichtet (\u00e4hnlich wie <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=520\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eEsteban\u201c von Matthieu Bonhomme<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2228\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eMoby Dick\u201c von Pierre Alary<\/a>) oder gar der beinahe \u201eangestammten\u201c franko-belgischen Western-Tradition eines Blueberry (aktuelles Beispiel: <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1557\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apache Junction<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1612\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Peter Nuyten<\/a>). Trotzdem ist die Darstellung des (sp\u00e4ten) Westens auch atmosph\u00e4risch gelungen, mit all seiner Armut, seinem Dreck und seiner Gewissenlosigkeit. Die raren Stimmen der Vernunft, meist von lebenserfahrenen, \u00e4lteren Herren, bleiben dabei auf der Strecke. Die episodische Struktur mit den Zeit- und Ortsspr\u00fcngen verhindert dabei eine tiefere Charakterisierung der Br\u00fcder, wenngleich die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die Desperado-Karriere klar werden, siehe oben. Aber hier stand Visonneau vielleicht auch die mangelnde historische \u00dcberlieferung im Weg, weshalb der Handlung stets auch ein dokumentarischer Charakter durchscheint. Ein gelungener, ungew\u00f6hnlicher Western mit origineller Thematik. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter-verlag.de\/die-daltons-bd-1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Daltons, Band 1: Der erste Tote<\/a><br \/>\nText: Olivier Visonneau<br \/>\nBilder: Jes\u00fas Alonso Iglesias<br \/>\n56 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n14,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-493-3<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5438\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5438\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Die Daltons, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Der erste Tote #Die Daltons #Jes\u00fas Alonso #Oli [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder auch nur halbwegs interessierte Comicfreund kennt sie: Joe, William, Jack und Averell Dalton. 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