{"id":5053,"date":"2017-02-10T16:59:16","date_gmt":"2017-02-10T14:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5053"},"modified":"2017-02-10T17:02:15","modified_gmt":"2017-02-10T15:02:15","slug":"durango-gesamtausgabe-band-1-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5053","title":{"rendered":"Durango Gesamtausgabe, Band 1 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5054\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Durango-GA-1.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Durango-GA-1.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Durango-GA-1-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Nachdem mit der Nummer 17 der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4786\" target=\"_blank\">aktuelle Band der Italowestern Serie als Einzelalbum<\/a> erschienen ist, beginnt der Splitter-Verlag nun wie angek\u00fcndigt mit der chronologischen Ver\u00f6ffentlichung der Reihe als Gesamtausgabe in Sammelb\u00e4nden, die jeweils drei Geschichten enthalten.<\/p>\n<p>Los geht Durangos Reise mit \u201eW\u00f6lfe heulen im Winter\u201c, dem Serienauftakt von 1981: <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=387\" target=\"_blank\">Wyoming<\/a>, im Februar 1896. Durango, prominenter Revolverheld, der beinahe so schnell schie\u00dft wie sein Schatten, wird von seinem Bruder nach White Valley gerufen. Denn hier regiert der Viehbaron Howlett. Nicht gem\u00e4\u00df Gesetz, sondern nach Willk\u00fcr: konkurrierende Farmer werden aus dem Weg ger\u00e4umt, ihr Besitz \u00fcbernommen. Howletts rechte Hand, der Mann f\u00fcrs Grobe, ist der brutale wie gewissenlose Angus Reno, der es auch auf Durango abgesehen hat&#8230; Im folgenden \u201eGewalt aus Angst geboren\u201c \u2013 inzwischen schreiben wir Mai 1896 \u2013 erholt sich ein noch sichtlich angeschlagener Durango vom blutigen Showdown in White Valley. Ganz in der N\u00e4he dient das Kaff Peaceful Church (Nomen est Omen) als Unterschlupf f\u00fcr \u201eCrazy\u201c Callahan und seine Bande, die gerade wieder eine Bank \u00fcberfallen haben. Als Callahans Sohn ermordet wird, schw\u00f6rt dieser blutige Rache und die nicht gerade kampferprobten B\u00fcrger sehen sich unter der F\u00fchrung Durangos gezwungen, sich zu verteidigen. Gut zwei Jahre sp\u00e4ter, im Juni 1898, meldet sich Durango zur\u00fcck im Gesch\u00e4ft. In \u201eEine Falle f\u00fcr einen Killer\u201c \u00fcbernimmt er \u2013 frisch bewaffnet mit einer modernen \u201eMauser\u201c Automatik-Pistole, mit der er mit seiner kaputten Hand seinen \u201eJob\u201c wieder aus\u00fcben kann \u2013 einen Auftrag in Arizona, wo er den Minenbesitzer Allen besch\u00fctzen soll. Doch pl\u00f6tzlich liegt Allen tot in Durangos Hotelzimmer. Der erkennt, dass er zum S\u00fcndenbock gemacht werden soll, damit der korrupte Lokal-Politiker Deale, ein Feind Allens, freie Hand bekommt&#8230;<\/p>\n<p>Mit \u201eDurango\u201c brachte der Belgier Yves Swolfs, damals noch am Anfang seiner erfolgreichen Karriere als Comic-K\u00fcnstler, den Italowestern in das Genre. Mit all seinen Facetten: Das Setting ist dreckig, wie auch die B\u00f6sewichte, die keinen Hehl aus ihrer Gesinnung machen und die gleich im Auftakt durch einen Angus Reno verk\u00f6rpert werden, dem Swolfs symbolisch wie stereotyp das Antlitz von Klaus Kinski gab (aus \u201eLeichen pflastern seinen Weg\u201c, 1968 von Sergio Corbucci inszeniert). Durango, unser Held, ist wortkarg, entschlossen und dabei tatkr\u00e4ftig. Er mischt sich stets ein, nicht immer gerne und nicht immer perfekt. Er macht Fehler, tappt in Fallen und zeigt so seine Fehlbarkeit. Trotzdem wei\u00df er auch ung\u00fcnstige Situationen zu seinem Vorteil zu nutzen, wobei er nicht selten massiv einstecken muss. Ein harter Hund eben, der seine Mission erf\u00fcllt, ohne R\u00fccksicht auf andere oder eigene Verluste. Ein Einzelg\u00e4nger, den es nirgendwo lange h\u00e4lt und der nach Beendigung seiner \u201eArbeit\u201c stets einsam zu neuen Ufern aufbricht. Dazu gibt es massenweise Tote bei Freund und Feind, die Genre konform spektakul\u00e4r und blutig-explizit erschossen werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_5056\" style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5056\" class=\"size-full wp-image-5056\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Durango-GA-1-Seite-10.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"275\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Durango-GA-1-Seite-10.jpg 420w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Durango-GA-1-Seite-10-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><p id=\"caption-attachment-5056\" class=\"wp-caption-text\">Herr Kinski gibt einmal mehr den Schurken&#8230;<\/p><\/div>\n<p>Bemerkenswert: obwohl die Geschichten jeweils abgeschlossen sind, gibt es eine gewisse zeitliche Kontinuit\u00e4t. Die ersten beiden Storys passieren unmittelbar hintereinander (Februar und Mai 1896), weshalb wir im zweiten Band einen noch arg ramponierten Durango sehen, der \u2013zum Grobmotoriker geschossen \u2013 nur mit einer streugewaltigen Schrotflinte sein Werk verrichten kann. Dann, nach einer offenbar langen Rekonvaleszenz, treffen wir ihn zwei Jahre sp\u00e4ter wieder. Er kauft eine deutsche \u201eMauser\u201c-Pistole \u2013 fortan sein Markenzeichen \u2013, macht so mit moderner Technik sein Handicap (zerschossene Hand) wieder wett und kann seiner \u201eArbeit\u201c weiter nachgehen. Erfreulicherweise unterscheiden sich auch die drei Storys und beharren dabei nicht nur auf eindimensionalen \u00a0Italowestern-Klischees, die das Genre filmisch schlie\u00dflich (auch qualitativ) tot ritten. Dient der erste Band auch der Vorstellung des Helden, der aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden \u201esein Ding\u201c durchzieht und dabei mehrfach angeschossen wird, ist die zweite Story sehr gradlinig und erinnert in ihrer Handlung an diverse Edelwestern (Rio Bravo, Zw\u00f6lf Uhr mittags) \u2013nat\u00fcrlich Italo-M\u00e4\u00dfig brutalisiert \u2013in denen der Held sich alleine einer schurkischen \u00dcbermacht stellen muss. Die Arizona-Episode ist dann erfreulich komplexer angelegt, mit einem Durango, der Opfer einer Verschw\u00f6rung wird, diese zu entwirren versucht und dabei nicht immer die erste Geige spielt.<\/p>\n<p>Noch ein Wort zu den Zeichnungen. Swolfs gestaltete bekanntlich die ersten 13 B\u00e4nde selbst, danach beschr\u00e4nkte er sich aufs Schreiben der Storys. Zu Beginn sind seine Panels noch etwas holprig, er sucht noch seinen Stil. \u00dcbergro\u00dfe Kulleraugen und schiefe Gesichter zeugen davon. Aber die Richtung ist schon klar: man strebt die Tradition eines Giraud (Blueberry) an, was die Gestaltung von (winterlichen) Landschaften, St\u00e4dten und Interieurs beweist. Dazu kommen (auch farbliche) Ankl\u00e4nge an \u201eJonathan Cartland\u201c (ebenfalls bei Splitter erschienen) und fertig ist eine realistische (wir reden von den Zeichnungen, wohlgemerkt) Westernserie, die sich \u2013 und das zeugt von Qualit\u00e4t \u2013 bis heute h\u00e4lt. Schon in der dritten Episode festigt Swolfs seinen Stil, wird sicherer und eleganter. Sp\u00e4ter werden andere Zeichner \u00fcbernehmen, zuerst <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=496\" target=\"_blank\">Thierry Girod (\u201eWanted\u201c)<\/a>, dann Iko (\u201eFinsternis\u201c) \u2013 der neue aktuelle Zeichner \u2013 und diese Tradition erfolgreich fortf\u00fchren. Mit dem ersten Band der Gesamtausgabe, die leider kein Zusatzmaterial enth\u00e4lt (weshalb die Bezeichnung \u201eSammelband\u201c eigentlich treffender ist) haben Neuleser nun erstmals die Gelegenheit, die Reihe von Anfang an und komplett in einheitlichem Design und aus einem Verlag zu lesen. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.splitter-verlag.eu\/durango-gesamtausgabe-1.html\" target=\"_blank\">Durango Gesamtausgabe, Band 1<\/a><br \/>\nText &amp; Bilder: Yves Swolfs<br \/>\n144 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n29,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-454-4<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5053\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5053\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Durango Gesamtausgabe, Band 1 (Splitter) &raquo; Comicleser #Durango #Gesamtausgabe #Italowestern  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem mit der Nummer 17 der aktuelle Band der Italowestern Serie als Einzelalbum erschienen ist, beginnt der Splitter-Verlag nun wie angek\u00fcndigt mit der chronologischen Ver\u00f6ffentlichung der Reihe als Gesamtausgabe in Sammelb\u00e4nden, die jeweils drei Geschichten enthalten. Los geht Durangos Reise mit \u201eW\u00f6lfe heulen im Winter\u201c, dem Serienauftakt von 1981: Wyoming, im Februar 1896. Durango, prominenter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[2490,23,2489,2606,1488,69,2492],"class_list":["post-5053","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-splitter","tag-durango","tag-gesamtausgabe","tag-italowestern","tag-klaus-kinski","tag-splitter","tag-western","tag-yves-swolfs"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5053"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5053\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5058,"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5053\/revisions\/5058"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.comicleser.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}