{"id":5003,"date":"2017-01-27T21:07:19","date_gmt":"2017-01-27T19:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5003"},"modified":"2017-01-27T21:13:30","modified_gmt":"2017-01-27T19:13:30","slug":"marvel-tag-die-spinne-heft-51-williams","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5003","title":{"rendered":"Marvel-Tag: Die Spinne, Heft 51 (Williams)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5004\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Spinne51-Cover.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Spinne51-Cover.jpg 275w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Spinne51-Cover-206x300.jpg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/p>\n<p>Auch aus dem seligen Williams-Verlag stammt unser zweites Beispiel f\u00fcr diese gloriose Zeit als Comicleser: als Nr. 51 der damaligen \u201eDie Spinne\u201c-Serie brachte das M\u00e4chtige Marvel Team (kurz genannt MMT) im Februar 1976 den <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4230\" target=\"_blank\">Stan Lee<\/a>\/John Romita-Klassiker \u201eSpider-Man No More!\u201c heraus, der uns hier unter dem Titel \u201eSpinne Ade!\u201c entgegentritt. In diesem One-Shot zeigt sich Peter Parker extrem gefrustet: w\u00e4hrend man die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3137\" target=\"_blank\">Fantastischen Vier<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4170\" target=\"_blank\">Captain America<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1740\" target=\"_blank\">Iron Man<\/a> als Helden feiert, hat es der keifende J. Jonah Jameson endg\u00fcltig geschafft, den Netzkopf als Gefahr f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit in ein finsteres Licht zu r\u00fccken.<\/p>\n<p>Undank scheint f\u00fcr Peter der Welten Lohn, aber es kommt noch dicker: Tante May erleidet einen Zusammenbruch und verlangt nach ihrem Neffen, der wegen seiner Netzschwingerei nat\u00fcrlich wieder einmal nicht zu Hause ist; die Noten an der Uni verschlechtern sich rapide; und auch die Avancen der beiden M\u00e4use <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3413\" target=\"_blank\">Gwen Stacy<\/a> und Mary-Jane Watson kann oder will Peter nicht sehen. Dergestalt bedr\u00e4ngt, sieht Peter nur noch eine M\u00f6glichkeit, ein halbwegs normales Leben zu f\u00fchren: er schmei\u00dft sein Kost\u00fcm in eine M\u00fclltonne und schw\u00f6rt dem Spinnendasein ab. Und siehe da, w\u00e4hrend JJJ seinen vermeintlichen Sieg gen\u00fcsslich ausschlachtet, scheint sich das Blatt tats\u00e4chlich zu Peters Gunsten zu wenden: Tante May wird wieder gesund, er hat Zeit zum studieren, und f\u00fcr ein Date mit Gwen sieht es auch gar nicht so schlecht aus. Aber gleichzeitig versinkt New York im Chaos: der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3882\" target=\"_blank\">Kingpin<\/a> wittert seine Chance, die Gangs der Stadt zu \u00fcbernehmen \u2013 und irgendwann holt die Vergangenheit den guten Peter unweigerlich ein\u2026<\/p>\n<p>Die Story \u201e<a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2201\" target=\"_blank\">Spider-Man<\/a> No More!\u201c erblickte im Original erstmals 1967 in Amazing Spider-Man Nr. 50 das Licht der Welt (der Williams-Verlag startete seine Serien immer mit der Origin-Story, weshalb in der Z\u00e4hlung des deutschen Spinne-Runs jeweils eine Nummer hinzukam) und genie\u00dft durchaus kultigen Status, nicht zuletzt aufgrund der ikonischen ganzseitigen Zeichnung, in der das Kost\u00fcm teilweise aus der M\u00fclltonne ragt und Peter sich traurig von dieser Phase seines Lebens abwendet (die Grundidee diente 2004 als ein Storyelement des zweiten Spider-Man-Kinofilms mit Tobey Maguire, wo diese Szenerie f\u00fcr eine Traumsequenz detailgetreu nachgestellt wird). Dabei sind alle klassischen Zutaten eines fr\u00fchen Spidey-Abenteuers enthalten: unser Netzkopf kalauert sich durch seine Pr\u00fcgeleien, JJJ keift und hetzt, Tante May siecht dahin, der Kingpin dr\u00e4ut in kolossalen Formen und wei\u00dfem Jackett, und die Damenwelt ist an Peter interessiert, der zu doof ist um das zu kapieren, weil er so stark mit seinen Gewissensn\u00f6ten besch\u00e4ftigt ist (wobei auch auff\u00e4llt, dass sowohl Gwen als auch MJ nicht die hellsten Kerzen auf dem Weihnachtsbaum sind, das hat uns ja auch schon <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4396\" target=\"_blank\">Deadpool erkl\u00e4rt, als er in eine klassische Spidey-Geschichte geriet<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_5006\" style=\"width: 301px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5006\" class=\"size-full wp-image-5006\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Spinne-51-Panel.jpg\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"380\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Spinne-51-Panel.jpg 291w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Spinne-51-Panel-230x300.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><p id=\"caption-attachment-5006\" class=\"wp-caption-text\">Das ber\u00fchmte Panel<\/p><\/div>\n<p>Auch die <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=2875\" target=\"_blank\">Origin-Story<\/a> kommt zum Tragen, als Peter sich qualvoll an sein Versagen erinnert f\u00fchlt, das seinen Onkel Ben das Leben kostete und ihn letztendlich zum Helden machte. Nicht direkt ausgesprochen, steht mithin das eherne Spidey-Motto im Raum: mit gro\u00dfer Kraft kommt gro\u00dfe Verantwortung. Somit ein echter Spidey-Leckerbissen, der in seiner Inkarnation im Rahmen der Marvel-Superb\u00e4nde aus dem Hause Williams nochmals eine Ecke ruppiger behandelt wurde als in den Einzelheften. Der Hamburger Williams-Verlag brachte, nachdem der Bildschriften-Verlag seine Superhelden-Reihen unter der Flagge Hit-Comics eingestellt hatte, ab Januar 1974 diverse Marvel-Titel unters deutsche Leservolk, das in der Spitze bis zu 10 Serien sowie Taschenb\u00fccher (1976: \u201cDie t\u00f6dlichen H\u00e4nde des Kung Fu\u201d) genie\u00dfen durfte. Auf anfangs 36, bald nur noch 32 Seiten konnte man da f\u00fcr den damals f\u00fcrstlichen Preis von DM 1,40 im Tante-Emma-Laden (bei uns hie\u00df das allerdings \u201eKaufmann\u201c, auch wenn die L\u00e4den in der Tat unweigerlich von Frauen betrieben wurden, die Sch\u00fcrzen trugen und auf klingende Namen wie \u201eGreeet\u201c h\u00f6rten) die Hefte erstehen, in denen jeweils eine Hauptgeschichte sowie eine Zweitstory (z.B. <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3173\" target=\"_blank\">Der D\u00e4mon<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1206\" target=\"_blank\">Thor<\/a> oder Aquarius) enthalten waren (die Zweitstory kam jeweils nur auf 8 Seiten, so dass man kaum eine Chance hatte, alle Episoden der zerst\u00fcckelten Original-Hefte zu erwischen).<\/p>\n<p>Nach einer inflation\u00e4ren \u00dcberspannung des Serienbogens ging es 1976 schon wieder den Bach hinunter, viele Titel wurden eingestellt, bis 1979 mit der Nummer 137 der \u201eSpinne\u201c endg\u00fcltig Schluss war und die Condor-\u00c4ra vor der T\u00fcr stand. Als einer der zwischenzeitlichen Rettungsversuche d\u00fcrften die Sammelb\u00e4nde gelten, die unter dem Titel \u201eMarvel-Superband Superhelden\u201c von 1975 bis 1980 monatlich erschienen und es auf insgesamt 47 Ausgaben brachten. Dort wurden relativ wahllos jeweils vier Hefte mit Cover zusammengeklebt, leicht geschnitten (vor allem am unteren Seitenrand fehlen jeweils einige Millimeter) und als Reste-Rampe zum Preis von DM 2,50 feilgeboten, was nat\u00fcrlich pro Heft g\u00fcnstiger war als die Einzelausgaben, wodurch zumindest ich stets auf die Superb\u00e4nde auswich. Aufgrund der Phasenauslieferung kam es dabei zum Ph\u00e4nomen, dass regional andere Hefte unter dem gleichen Sammelband-Cover erschienen und sogar bis zu f\u00fcnf Variationen der gleichen Sammelband-Nummer im Umlauf sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_5009\" style=\"width: 268px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5009\" class=\"size-full wp-image-5009\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Superband-15.jpg\" alt=\"\" width=\"258\" height=\"380\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Superband-15.jpg 258w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Marvel-Tag-Superband-15-204x300.jpg 204w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><p id=\"caption-attachment-5009\" class=\"wp-caption-text\">Der Superband mit &#8222;Die Spinne 51&#8243;&#8230;<\/p><\/div>\n<p>In meiner Ausgabe der Sammelband-Nr. 15 finden sich neben der Spidey-Geschichte noch die Fantastischen Vier 46 ( \u201eDie Saga des <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4473\" target=\"_blank\">Silberst\u00fcrmers<\/a>\u201c, der Abschluss des Galactus-Epos, was auf <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4992\" target=\"_blank\">\u201eDieser Mensch\u2026 dieses Monster\u201c<\/a> hinf\u00fchrt), Der Eiserne Nr. 3 (\u201eDie Festung des Doktor Ungemach\u201c) sowie Doktor Strange, der Magier Nr. 3 (\u201eIm Schatten des Todes\u201c). Neben der doch etwas eigenwilligen Zusammenstellung und Produktion (zur Pergament-Altpapier-Qualit\u00e4t s.o., zudem sind die Hefte so verklebt, dass man M\u00fche hat, auch Sprechblasen auf den inneren R\u00e4ndern ordentlich zu lesen) am\u00fcsiert vor allem die doch abenteuerliche \u00dcbersetzung im wackligen Lettering: als etwa Mary-Jane zu einer Schauspiel-Probe abzischt, w\u00fcnscht Peter ihr Gl\u00fcck: \u201eSchlag sie tot, Gn\u00e4dige!\u201c Das im Original hier wohl zu findende \u201eknock \u2018em dead\u201c entspricht dann doch eher einem \u201eHau sie um!\u201c, \u201eMach sie platt!\u201c, auch nachdem Peter oder MJ ja nicht gerade f\u00fcr Gewaltausbr\u00fcche bekannt sind. Trotz all dieser Unzul\u00e4nglichkeiten geh\u00f6ren die Williams-Ausgaben zur Historie der Marvel-Comics in Deutschland, verspr\u00fchen f\u00fcr alle, die sie damals erstehen durften (!), einen wohlig-nostalgischen Charme und bieten eine immer wieder willkommene Reise in die Comicleser-Jugend. (hb)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.comicguide.de\/index.php\/component\/comicguide\/?controller=details&amp;file=book&amp;content=short&amp;comment=short&amp;display=long&amp;id=45775\" target=\"_blank\">Die Spinne, Heft 51: \u201eSpinne Ade!\u201d<\/a><br \/>\nText: Stan Lee, Roy Thomas<br \/>\nBilder: John Romita sr., John Buscema, Frank Giacoia<br \/>\n32 Seiten in Farbe, Heftformat<br \/>\nWilliams Verlag<br \/>\n1,40 DM<\/p>\n<p>Dank an comicguide.de f\u00fcr das Cover von &#8222;Die Spinne, Heft 51&#8220;!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D5003\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=5003\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Marvel-Tag: Die Spinne, Heft 51 (Williams) &raquo; Comicleser #Die Spinne #Frank Giacoia #John Bus [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch aus dem seligen Williams-Verlag stammt unser zweites Beispiel f\u00fcr diese gloriose Zeit als Comicleser: als Nr. 51 der damaligen \u201eDie Spinne\u201c-Serie brachte das M\u00e4chtige Marvel Team (kurz genannt MMT) im Februar 1976 den Stan Lee\/John Romita-Klassiker \u201eSpider-Man No More!\u201c heraus, der uns hier unter dem Titel \u201eSpinne Ade!\u201c entgegentritt. 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