{"id":479,"date":"2011-05-06T13:03:09","date_gmt":"2011-05-06T11:03:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=479"},"modified":"2014-07-18T14:26:33","modified_gmt":"2014-07-18T12:26:33","slug":"der-buddha-des-himmels-salleck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=479","title":{"rendered":"Der Buddha des Himmels (Salleck)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-484\" title=\"Der Buddha des Himmels\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Der-Buddha-des-Himmels1.jpg\" alt=\"\" width=\"306\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Der-Buddha-des-Himmels1.jpg 306w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Der-Buddha-des-Himmels1-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><\/p>\n<p>Tibet 1955: Hoch droben im ewigen Eis findet ein M\u00f6nch ein kleines M\u00e4dchen. Es kauert vor einer H\u00f6hle, die den mystischen Buddha des Himmels verbirgt, dessen Verbleib eigentlich niemand kennt und kennen darf. Das Findelkind wird fortan als f\u00fcnfte Reinkarnation der Lhahl, der W\u00e4chterin des Buddhas des Himmels, erzogen.<\/p>\n<p>Zeitsprung ins Jahr 1963. Durch Zu- und Unf\u00e4lle verschl\u00e4gt es den jungen Engl\u00e4nder Gifford Cardboard in das abgelegene tibetanische Kloster Ch\u00f6 Gompa, in dessen N\u00e4he auch Lhahl isoliert auf ihre sp\u00e4tere Rolle vorbereitet wird. Zwei kurze Begegnungen mit Lhahl ver\u00e4ndern sein Leben. Schlie\u00dflich, als die chinesischen Besatzer Soldaten in Richtung Kloster schicken, muss Gifford fort, zur\u00fcck zu seiner Familie nach Kalkutta. Mit Lhahl im Herzen.<\/p>\n<p>Wieder Jahre sp\u00e4ter, 1976. Gifford lebt abgeschieden und allein in New Hampshire. Er schreibt an einem Buch \u00fcber seine Zeit in Tibet. Da entdeckt er eine kurze Meldung in der Zeitung \u00fcber einen geplanten Propaganda-Auftritt der f\u00fcnften Lhahl in Ch\u00f6 Gompa. Sofort macht sich Gifford auf den Weg. Doch handelt es sich wirklich um seine Lhahl? Und was soll sie bei dem Auftritt verk\u00fcnden?<\/p>\n<p>Coseys Comics finden oft in Eis und Schnee statt. Ob das seine Hauptserie \u201aJonathan\u2018 ist (die auch im Himalaya spielt und aktuell ebenfalls bei Salleck erscheint), Einzelb\u00e4nde wie \u201aTallulah &amp; May\u2018 (Carlsen Verlag, vergriffen) oder sein Meisterwerk \u201aAuf der Suche nach Peter Pan\u2018 (dt. bei CrossCult).<\/p>\n<p>Der erste Teil der Gesamtausgabe (2005 in Frankreich bei Dupuis in zwei B\u00e4nden erschienen) widmet sich ganz den Erlebnissen Giffords im abgeschiedenen Kloster und den Begegnungen mit Lhahl. Als Fremder in einem fremden Land. Nicht von ungef\u00e4hr soll sein Buch sp\u00e4ter \u201a7 Weeks in Tibet\u2018 hei\u00dfen. Heinrich Harrer l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Die tibetanischen M\u00f6nche werden nicht als spirituell Entr\u00fcckte dargestellt. Vielmehr zeigen sie sich neugierig, saugen Giffords Wissen gierig auf und intonieren Beatles Schlager. Nebenbei wird noch augenzwinkernd die Legende um den sagenhaften Yeti ad absurdum gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Band zwei ist anders. Die Bergromantik macht der Realit\u00e4t Platz. Tibet ist besetzt, Giffords Freunde im Kloster sind tot, ermordet. Und Lhahl? Was wurde aus ihr? Findet Giffords Sehnsucht, nicht nur nach Tibet, doch noch ihre Erf\u00fcllung?<\/p>\n<p>Ach, das Geheimnis um den namensgebenden Buddha des Himmels wird auch gel\u00f6st, ist aber fast nebens\u00e4chlich. Denn wie vermutet Gifford: \u201eDer Buddha versteckt sich in jedem von uns.\u201c<\/p>\n<p>Coseys kantiger Strich erscheint auf den ersten Blick grob und eigentlich v\u00f6llig ungeeignet f\u00fcr die Darstellung der gigantischen Bergwelt Tibets. Eigentlich. Sollte man meinen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Mit erstaunlicher Detailf\u00fclle und wird eine wunderbare Stimmung erzeugt. Fremdartige tibetische Ornamente schm\u00fccken die Seiten und die Texte. Cosey erweist sich erwartungsgem\u00e4\u00df als profunder Kenner von Kultur, Land und Leute.<\/p>\n<p>Eine wunderbare, warmherzige Geschichte, eine Suche nach dem Gl\u00fcck, die gro\u00dfe Gef\u00fchle vermittelt. Auf zur\u00fcckhaltende Art und Weise ganz sanft und doch bestimmt erz\u00e4hlt, mit einem vers\u00f6hnlichen wie \u00fcberraschendem Schluss. Das ist ganz gro\u00dfe Comickunst, das k\u00f6nnen nur Wenige. Cosey ist einer von ihnen. (bw)<\/p>\n<p>Text &amp; Bilder: Cosey<br \/>\n140 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSalleck Publications<br \/>\n29 Euro<\/p>\n<p>ISBN 978-3-89908-379-8<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D479\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=479\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Der Buddha des Himmels (Salleck) &raquo; Comicleser #Cosey #Der Buddha des Himmels #Eckart Schott  [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Tibet 1955: Hoch droben im ewigen Eis findet ein M\u00f6nch ein kleines M\u00e4dchen. Es kauert vor einer H\u00f6hle, die den mystischen Buddha des Himmels verbirgt, dessen Verbleib eigentlich niemand kennt und kennen darf. 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