{"id":4786,"date":"2016-11-29T12:32:23","date_gmt":"2016-11-29T10:32:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4786"},"modified":"2016-11-29T12:34:04","modified_gmt":"2016-11-29T10:34:04","slug":"durango-band-17-splitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4786","title":{"rendered":"Durango, Band 17 (Splitter)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4787\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17.jpg\" alt=\"Durango, Band 17\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Hancock, eine typische Westernstadt in Utah, im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier erholt sich Revolverheld Durango bei seinem alten Freund, Sherriff Haynes. Der hat das St\u00e4dtchen bestens im Griff und sorgt erfolgreich f\u00fcr Recht und Ordnung. Mit einem Makel: denn vor wenigen Wochen wurde bei einem <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4663\" target=\"_blank\">Postkutschen-\u00dcberfall<\/a> eine Kiste voller Geld geraubt. Von der Beute und den T\u00e4tern fehlt seitdem jede Spur. Nachdem eine junge Frau unsanft aus dem \u00f6rtlichen Etablissement geworfen wird, diese \u2013 sie nennt sich Jessie \u2013 aber keinerlei Erkl\u00e4rungen \u00fcber den Vorfall liefert, beschlie\u00dft Sherriff Haynes, die Dame in die n\u00e4chste Postkutsche zu setzen, um eventuellen Schwierigkeiten vorzubeugen. Gleichzeitig erreicht eine Gruppe finsterer Gesellen Hancock, angef\u00fchrt von dem \u00fcblen Frank Parker. Man sucht etwas. Etwas, das nicht mehr dort ist, wo man es einst versteckte. Als Jessie aus der Kutsche entf\u00fchrt und die Mitreisenden ermordet werden, mischt sich Durango ein und st\u00f6\u00dft in ein Wespennest aus Intrigen und Habgier.<\/p>\n<p>Mit \u201eDurango\u201c hielt Anfang der 80er Jahre der Italowestern Einzug in den Comic. Eigentlich zu sp\u00e4t, denn das Sub-Genre, das die beiden Sergios (Leone und Corbucci) f\u00fcr das Kino pr\u00e4gten und zu voller Bl\u00fcte trieben, war eigentlich schon pass\u00e9. Mich hat der erste Band seinerzeit dennoch beeindruckt. Einmal wegen der Schn\u00f6rkellosigkeit, wegen der Brutalit\u00e4t (erst schie\u00dfen \u2013 inkl. Blutfont\u00e4nen \u2013 dann fragen) und der amoralischen Figuren, die ganz genre-typisch fernab des Ehrenkodexes eines John Wayne (die Comic-Pendants waren Mike Blueberry und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=387\" target=\"_blank\">Red Dust<\/a>) ihren blutigen und schmutzigen Weg gingen. Und wegen Klaus Kinski, der im ersten Band eine Schurkenrolle (was sonst) spielte. Inzwischen drehte sich das Kino-Rad noch weiter, die anarchische und plakative Brutalit\u00e4t des Italowesterns beeindruckt heute kaum noch moderne Kinog\u00e4nger und einst abgenutzte Genre-Elemente werden in Filmen wie \u201eThe Hateful Eight\u201c wieder gewinnbringend zitiert indem sie noch einmal erh\u00f6ht (mehr Blut!) oder neu entdeckt (Morricone!) werden.<\/p>\n<p>Aber die Comic-Serie hat die Zeit recht unbeschadet \u00fcberdauert. Im aktuellen Band tritt nun erneut eine Ikone des Italowesterns auf. Wieder ist es ein Schurke. Frank aus Sergio Leones \u201eSpiel mir das Lied vom Tod\u201c, eine Rolle, die mit Henry Fonda so gro\u00dfartig gegen dessen Image besetzt war. Ein w\u00fcrdiger Gegenspieler f\u00fcr Durango in einer wieder gradlinigen Geschichte, in der der wortkarge Antiheld, der diesmal schn\u00f6rkellos f\u00fcr das Gute eintritt, wieder alles richtig macht. Erst kriegt er die Frau ab, dann macht er den Schurken den Garaus. So muss das sein. Und mit dem zeitlichen Setting Richtung Jahrhundertwende k\u00fcndigt sich das Ende der Western\u00e4ra an. Bald mag auch die Moderne in die typischen Westenst\u00e4dte einziehen, deren Vorbote bereits Durangos Waffe ist: keinen klassischen Revolver oder Colt, sondern eine Mauser-Automatik C96 (wurde ab 1986 gebaut) benutzt er als Meinungsverst\u00e4rker und Vollstreckungsinstrument.<\/p>\n<div id=\"attachment_4789\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4789\" class=\"size-full wp-image-4789\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17-Panel.jpg\" alt=\"Da ist er wieder: Henry Fonda als Frank.\" width=\"800\" height=\"183\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17-Panel.jpg 800w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17-Panel-300x69.jpg 300w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Durango-17-Panel-768x176.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><p id=\"caption-attachment-4789\" class=\"wp-caption-text\">Da ist er wieder: Henry Fonda als Frank.<\/p><\/div>\n<p>Durangos Vater ist der Belgier Yves Swolfs (Jahrgang 1955), der die ersten 13 B\u00e4nde schrieb und auch zeichnete (weitere Swolfs-Serien: Der Prinz der Nacht, Legende, Vlad) und anschlie\u00dfend nur noch als Autor fungierte. Danach \u00fcbernahm Thierry Girod, bestens bekannt durch <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=496\" target=\"_blank\">seinen Western \u201eWanted\u201c<\/a> f\u00fcr drei B\u00e4nde die Illustrationen, ehe ab diesem Band 17 mit dem Italiener Iko wieder eine \u201eNeuer\u201c den Zeichenstift schwingt. Iko, der eigentlich Giuseppe Ricciardi hei\u00dft, beeindruckte bereits mit dem Fantasy-Epos \u201eFinsternis\u201c, das in vier B\u00e4nden ebenfalls bei Splitter erh\u00e4ltlich ist und von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4556\" target=\"_blank\">Christophe Bec<\/a> geschrieben wurde. W\u00e4hrend Swolfs\u2018 Zeichnungen in den Anfangsjahren in ihrem Strich an Blanc-Dumonts Werke erinnerten n\u00e4herte sich die Reihe mit Girod langsam dem klassischen wie pr\u00e4genden Blueberry-Stil von Jean Giraud an (weitere Beispiele: <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3823\" target=\"_blank\">\u201eApache Junction\u201c<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1612\" target=\"_blank\">Peter Nuyten<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4070\" target=\"_blank\">\u201eUndertaker\u201c<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4352\" target=\"_blank\">Xavier Dorison<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1178\" target=\"_blank\">Ralph Meyer<\/a>). Iko vereint nun als konsequente Weiterentwicklung der Serie beide Str\u00f6mungen: von Swolfs bzw. Blanc-Dumont den klaren Stil und aus der Giraud-Ecke die kr\u00e4ftigen Darstellungen, die beispielsweise mit atemberaubenden Landschafts- und detaillierten Saloon-Szenen gl\u00e4nzen.<\/p>\n<p>In Deutschland kann die Serie eine wahrlich wechselvolle Geschichte aufweisen: wer die Erstver\u00f6ffentlichungen sein eigen nennen will, muss sich durch diverse Verlage pfl\u00fcgen (\u00e4hnliches gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Originalausgaben in Frankreich bzw. Belgien), die alle mal einen oder mehrere Durango-B\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht haben: los ging\u2018s 1984 mit Band 1 (\u201eHunde heulen im Winter\u201c) in der Edition des Archers aus Br\u00fcssel, wo auch das franz\u00f6sische Pendant erschien. Nach vier B\u00e4nden wechselte die Reihe zu Hethke, anschlie\u00dfend zu Feest, dann \u00fcber den alten Splitter Verlag (nur ein Band) zu Kult Editionen. Dort wurden auch die ersten neun B\u00e4nde noch einmal ver\u00f6ffentlicht. Mit Band 16 war 2013 Schluss. Jetzt r\u00e4umt der \u201eneue\u201c Splitter Verlag mit dem Verlags-Patchwork auf, f\u00fchrt die Serie mit der aktuellen Nr. 17 fort und bringt die vorherigen B\u00e4nde in einer Gesamtausgabe, die ab 2017 erscheinen wird. Stichwort: alles aus einer Hand und damit ideal f\u00fcr Serieneinsteiger. (bw)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.splitter-verlag.eu\/durango-band-17-jessie.html\" target=\"_blank\">Durango, Band 17: Jessie<\/a><br \/>\nText: Yves Swolfs<br \/>\nBilder: Iko<br \/>\n48 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nSplitter Verlag<br \/>\n14,80 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-459-9<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D4786\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4786\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Durango, Band 17 (Splitter) &raquo; Comicleser #Durango #Giuseppe Ricciardi #Iko #Italowestern #Je [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hancock, eine typische Westernstadt in Utah, im ausgehenden 19. Jahrhundert. Hier erholt sich Revolverheld Durango bei seinem alten Freund, Sherriff Haynes. 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