{"id":4483,"date":"2016-09-01T11:33:20","date_gmt":"2016-09-01T09:33:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4483"},"modified":"2021-06-11T12:00:18","modified_gmt":"2021-06-11T10:00:18","slug":"lucky-luke-hommage-band-1-egmont","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4483","title":{"rendered":"Lucky Luke Hommage, Band 1 (Egmont)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4484\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Lucky-Luke-Hommage-1.jpg\" alt=\"Lucky Luke Hommage, Band 1 (Egmont)\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Lucky-Luke-Hommage-1.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Lucky-Luke-Hommage-1-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Auch mit siebzig Lenzen noch fest im Sattel. Wortw\u00f6rtlich. Tats\u00e4chlich ist es heuer genau sieben Jahrzehnte her, als der Belgier Maurice de B\u00e9v\u00e8re, der sich schon damals schlicht \u201eMorris\u201c nannte, seinen ber\u00fchmten Lonesome Cowboy erfand, der erstmals in einem Spirou Almanach im November 1946 im Wilden Westen (genauer gesagt in Arizona) f\u00fcr Recht und Ordnung sorgte. In Deutschland wurde Lucky Luke nach <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asterix<\/a> zur meistverkauften Alben-Serie, was auch dem gro\u00dfen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4429\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ren\u00e9 Goscinny<\/a> zu verdanken ist, der ab Mitte der f\u00fcnfziger Jahre die Geschichten schrieb. Siebzig Jahre sind nat\u00fcrlich ein massiver Grund f\u00fcr diverse Feierlichkeiten und besondere Ver\u00f6ffentlichungen. So wurde bereits beim Comicfestival in Angoul\u00eame dem Mann, der schneller schie\u00dft als sein Schatten, eine gro\u00dfe Ausstellung gewidmet. Bei uns legte anl\u00e4sslich des <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?tag=erlangen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Comic-Salons in Erlangen<\/a> die Egmont Comic Collection einen ersten Hommage Band in limitierter Auflage (und in schwarz-wei\u00df) vor, dessen regul\u00e4re (farbige) Ausgabe nun erh\u00e4ltlich ist. Autor und Zeichner ist der Franzose Matthieu Bonhomme, der hierzulande bekannt wurde durch seine Serien \u201eDer Marquis von Anaon\u201c und <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=520\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEsteban\u201c<\/a>, die bei Eckart Schotts Salleck Publications ihre verlegerische Heimat haben.<\/p>\n<p>Das Kaff, in das es Lucky Luke dieses mal verschl\u00e4gt, hei\u00dft Froggy Town. Ein Ort, der nur existiert, weil hier einst Gold gefunden wurde. In Froggy Town ist nat\u00fcrlich einiges im Argen. Vor wenigen Tagen raubte ein unbekannter Indianer die Postkutsche aus. Mit allem Gold. Der Sheriff, James Bone, ein trotteliges Weichei, kommt nicht in die G\u00e4nge und so bittet das B\u00fcrgerkomitee Luke, der Sache auf den Grund zu gehen. Ganz zum Missfallen der Br\u00fcder Bone \u2013 Anton und Steve \u2013 die ihrem J\u00fcngsten, eben jenem Sheriff, in Sachen Recht und Ordnung tatkr\u00e4ftig zur Seite stehen. Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt Luke von Doc Wednesday, einem alternden und kranken Revolverhelden, dessen beste Zeiten lange vor\u00fcber sind. Schon bald findet Luke eine Spur des mysteri\u00f6sen Indianers, die direkt zu Vater Bone f\u00fchrt, seines Zeichens knorriges Familienoberhaupt der Bones und graue Gold-Eminenz von Froggy Town. Der taucht kurz darauf im Saloon auf und wirft mit Geld, bzw. Gold nur so um sich und hetzt die anwesende Meute gegen die Indianer. Luke kann zwar schlimmeres verhindern, ger\u00e4t dann aber sogar selbst in Tatverdacht. Die Bones wollen ihn so zwingen, die Stadt zu verlassen, doch Luke widersetzt sich dem Ultimatum. So kommt es zum Duell mit Anton Bone, bei dem ein unvorhergesehener Schuss f\u00e4llt\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_4486\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4486\" class=\"size-full wp-image-4486\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Lucky-Luke-Hommage-1-LUXUS.jpg\" alt=\"Die limitierte Sonderausgabe\" width=\"265\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Lucky-Luke-Hommage-1-LUXUS.jpg 265w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Lucky-Luke-Hommage-1-LUXUS-227x300.jpg 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><p id=\"caption-attachment-4486\" class=\"wp-caption-text\">Die limitierte Sonderausgabe<\/p><\/div>\n<p>Mit eben diesem einzelnen Schuss, der durch Froggy Town hallt, beginnt der Band, greift sozusagen der Handlung vor und weckt so gleich als Paukenschlag die Neugierde des Lesers. Aber wer denkt, dass Lucky Luke hier erschossen wird, der hat auch geglaubt, dass <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=1332\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Superman<\/a> wirklich tot ist. Au\u00dferdem haben wir es hier mit einem Hommage-Band zu tun, dessen Titel wiederum eine Hommage an einen Klassiker ist: Das zentrale Motiv aus \u201eDer Mann, der Liberty Valance erschoss\u201c, einem John Ford Western mit John Wayne und James Stewart, \u00fcbernimmt Bonhomme zwar, ohne ihm jedoch die gleiche Wertigkeit wie im Film zu verleihen. Stattdessen erleben wir hier eine klassische Westen-Story \u2013 es scheint schnell klar, dass die Familie Bone Dreck am Stecken hat und irgendwie in der Sache mit drin steckt \u2013 mit Postkutschen-\u00dcberfall, Indianern, Saloon-Schl\u00e4gereien und zwielichtigen Typen. Und einem der besten Running Gags der letzten Zeit, der schmunzelnd die Tatsache aufgreift, warum Morris seinen Held irgendwann die dauerglimmende Zigarette mit einem Strohhalm tauschen lie\u00df: Luke ist st\u00e4ndig auf der Suche nach Tabak. Mal ist er ausverkauft, mal wird er ihm verweigert, mal wird er nass und mal buchst\u00e4blich vom Winde verweht.<\/p>\n<div id=\"attachment_4107\" style=\"width: 273px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4107\" class=\"size-full wp-image-4107\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Matthieu-Bonhomme.jpg\" alt=\"Matthieu Bonhomme zeichnet Lucky Luke\" width=\"263\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Matthieu-Bonhomme.jpg 263w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Matthieu-Bonhomme-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><p id=\"caption-attachment-4107\" class=\"wp-caption-text\">Matthieu Bonhomme zeichnet Lucky Luke<\/p><\/div>\n<p>Lobenswert: Bonhomme greift hier nicht den pr\u00e4genden Funny-Strich des gro\u00dfen Morris auf, wie das <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3874\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dessen Nachfolger Achd\u00e9<\/a> so perfekt tut, vielmehr bleibt er bei seinem eigenen Stil, der irgendwo zwitterig zwischen Funny und Realismus angesiedelt ist, wobei er die \u00fcberzeichnete Physiognomie des Helden und der Figuren beibeh\u00e4lt und einen Morris so immer durchscheinen l\u00e4sst, so wie das eine gute Hommage eben tut. Luke tr\u00e4gt demnach auch seine charakteristischen Klamotten und ist im Westen bereits bekannt wie ein bunter Hund. Ansonsten sind Bilder und Handlung etwas erwachsener: Jolly Jumper redet (oder denkt) nicht, und ja \u2013 es gibt tats\u00e4chlich Tote! Als bekannte Figur aus der Lucky Luke Historie bringt Bonhomme die aus \u201eDer Gro\u00dff\u00fcrst\u201c bekannte Laura Legs ins Spiel (<a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4401\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Daltons<\/a> werden nur kurz erw\u00e4hnt). Leise Kritik: der H\u00f6hepunkt mit dem Duell kommt etwas verfr\u00fcht, anschlie\u00dfend folgen viele Erkl\u00e4rungen, bis auch das letzte Motiv der einzelnen Personen transparent klargestellt wird. Trotzdem Hut ab vor Matthieu Bonhomme, der hier eine rundum gelungene Hommage abliefert. Wer den ber\u00fchmten Lucky Luke einmal anders erleben will, der bleibe bitte dem Medium treu und greife zu diesem Band und meide beispielsweise tunlichst die diversen Realverfilmungen, in denen u.a. Terrence Hill und Till Schweiger (!) die Ikone mimten und dabei geradezu ketzerisch vorgingen. Als n\u00e4chste Ver\u00f6ffentlichung im Jubil\u00e4umsjahr folgt im Oktober ein opulenter Bild- und Skizzenband, ehe im Februar 2017 der zweite und letzte Hommage Band erscheinen wird. (bw)<\/p>\n<p>Lucky Luke Hommage, Band 1: Der Mann, der Lucky Luke erschoss<br \/>\nText &amp; Bilder: Matthieu Bonhomme<br \/>\n64 Seiten in Farbe, Hardcover<br \/>\nEgmont Comic Collection<br \/>\n15 Euro<br \/>\n7,99 Euro (Softcover, Kiosk-Ausgabe)<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-7704-3925-6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Rezension wurde zuerst auf <a href=\"http:\/\/www.comic.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">comic.de<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D4483\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4483\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Lucky Luke Hommage, Band 1 (Egmont) &raquo; Comicleser #Achd\u00e9 #Egmont #Egmont Comic Collection #E [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch mit siebzig Lenzen noch fest im Sattel. 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