{"id":4429,"date":"2016-08-21T16:19:10","date_gmt":"2016-08-21T14:19:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4429"},"modified":"2016-08-21T16:25:21","modified_gmt":"2016-08-21T14:25:21","slug":"die-dingodossiers-toonfish","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4429","title":{"rendered":"Die Dingodossiers (toonfish)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4430\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Cover.jpg\" alt=\"Die Dingodossiers (toonfish)\" width=\"290\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Cover.jpg 290w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Cover-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/p>\n<p>Ren\u00e9 Goscinny, Comic-Autor. Selbst arme Tr\u00f6pfe, die mit Comics eher wenig am Hut haben, kennen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325\" target=\"_blank\">\u201eAsterix\u201c<\/a>. Und damit auch Ren\u00e9 Goscinny. Und wissen vielleicht auch, dass er <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4401\" target=\"_blank\">\u201eLucky Luke\u201c<\/a> (geschaffen <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3874\" target=\"_blank\">von Morris<\/a>) zu dem <a href=\"http:\/\/www.comic.de\/2016\/08\/lucky-luke-showdown-in-froggy-town\/\" target=\"_blank\">legend\u00e4ren Cowboy<\/a> gemacht hat, als den wir ihn kennen. Und ja, auch der Indianer \u201eUmpah-Pah\u201c (wie Asterix mit Uderzo) und der <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3376\" target=\"_blank\">Gro\u00dfwesir \u201eIsnogud\u201c (mit Tabary)<\/a> stammen von ihm. Und \u201eDer Kleine Nick\u201c (mit Semp\u00e9), um damit mal die Spitze des sch\u00f6pferischen Eisbergs Goscinnys zu beschreiben. Marcel Gotlib dagegen ist eben jenen armen Tr\u00f6pfen g\u00e4nzlich unbekannt. Selbst Comicfans mag die Nennung des Namens lediglich eine ferne Erinnerung hervorrufen, wurde das ebenfalls sehr umfangreiche Oevre des Pariser Humor-Zeichners doch hierzulande, was Ver\u00f6ffentlichungen betrifft, doch str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt, vor allem in den letzten Jahren und gar Jahrzehnten. In den Achtzigern und Neunzigern gab es diverse Gotlib-Titel, haupts\u00e4chlich im Volksverlag (\u201eWitzbold\u201c); im deutschen Pilot, das nur wenige Jahre durchhielt, war er regelm\u00e4\u00dfig vertreten. Tats\u00e4chlich sind \u201eDie Dingodossiers\u201c die erste Ver\u00f6ffentlichung eines Gotlib-Werkes im neuen Jahrtausend. Was \u00e4u\u00dferst sch\u00e4ndlich ist und wenn Splitter mit seinem toonfish Label nun antritt, diesen Missstand zu \u00e4ndern (in K\u00fcrze erscheint auch eine Neufassung von Gotlibs \u201eSuperdupont\u201c mit <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3586\" target=\"_blank\">Francois Boucq<\/a> am Zeichenstift), dann ist das mehr als lobens- und erw\u00e4hnenswert.<\/p>\n<div id=\"attachment_4431\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4431\" class=\"size-full wp-image-4431\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Portrait.jpg\" alt=\"Die Dossieristen: Herr Gotlib und Herr Goscinny\" width=\"380\" height=\"380\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Portrait.jpg 380w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Portrait-200x200.jpg 200w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Portrait-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><p id=\"caption-attachment-4431\" class=\"wp-caption-text\">Die Dossieristen: Herr Gotlib und Herr Goscinny<\/p><\/div>\n<p>Denn Gotlibs Strich ist einmalig. Ganz klar im Funny angesiedelt, elegant und dabei ausdrucksstark ohne Ende, v.a. was Komik betrifft. Die Mimiken seiner Personen, v.a. wenn sie bedr\u00f6ppelt und bedient nach diversen Missgeschicken den Leser direkt ansehen, filmisch gesprochen in die Kamera blicken, l\u00e4sst einen an die Figuren eines Don Martin erinnern, was vielleicht sogar beabsichtigt war. Und urkomisch ist. Tats\u00e4chlich sind \u201eDie Dingodossiers\u201c ein Fr\u00fchwerk Gotlibs (beinahe sogar der Erstling) und eines von etlichen \u201eNebenprodukten\u201c im schaffensreichen Leben Goscinnys. Die Geschichten und Episoden, die Dossiers eben, lehnen sich in ihrem Wesen an die Stilart eines \u201eMad\u201c an: einfache Dinge oder Vorg\u00e4nge des Alltags werden Reportage-artig vorgestellt, verdreht, \u00fcberzogen und damit ins Komische transportiert. Und Goscinny kannte die Herren, die \u201eMad\u201c erdachten, allen voran Harvey Kurtzman. \u201eDie Dingodossiers\u201c, die hier erstmals auf Deutsch und komplett vorliegen, erschienen zwischen 1965 und 1967 zweieinhalb Jahre lang im franz\u00f6sischen Pilote, der Zeitschrift, die von Goscinny mitbegr\u00fcndet wurde und in der sein und Uderzos \u201eAsterix\u201c erschien. All diese Comic-historischen Begebenheiten, die den Leser eindrucksvoll und endg\u00fcltig \u00fcberzeugen, dass es eine Vorsehung und keine Zuf\u00e4lle gibt, beschreibt das ausgiebige Vorwort, das ganz im Stile des kompletten Bandes vor feinem Humor und leiser Ironie nur so strotzt.<\/p>\n<div id=\"attachment_4432\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4432\" class=\"size-full wp-image-4432\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Panel.jpg\" alt=\"James Bond in aller K\u00fcrze\" width=\"350\" height=\"193\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Panel.jpg 350w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Dingodossiers-Panel-300x165.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><p id=\"caption-attachment-4432\" class=\"wp-caption-text\">James Bond in aller K\u00fcrze<\/p><\/div>\n<p>Was f\u00fcr den einen \u2013 bereits etabliert und ber\u00fchmt \u2013 vielleicht nur eine kleine Finger\u00fcbung f\u00fcr einen noch unbekannten, aber aufstrebenden Zeichner war, war f\u00fcr eben diesen das Sprungbrett und der Startschuss zu einer imposanten Karriere, auf die er sich voller Enthusiasmus st\u00fcrzte. Das Ergebnis sind \u201eDie Dingodossiers\u201c (der Name bezieht sich nicht auf den Australischen Wildhund, sondern ist ein Wortspiel: \u201edingue\u201c hei\u00dft soviel wie \u201everr\u00fcckt\u201c oder \u201eirre\u201c). Die meist zweiseitigen Dossiers sind in Schwarz-Wei\u00df gehalten (bisweilen auch l\u00e4nger und ab und an in Farbe) und behandeln stets entscheidende und wichtige Themen: Was wenn sich Erwachsene wie Kinder benehmen w\u00fcrden? Was denken Menschen bei der Arbeit wirklich? Was, wenn es schon immer Fotografie gegeben h\u00e4tte? Der Unterschied zwischen Dichtung und Wahrheit. Oder sie geben Tipps \u00fcber Kinofilme, damit man schon zu Beginn wei\u00df, wie der Film ausgeht und das Kino verlassen kann, um zuhause Fernsehen zu schauen. Eine Hauptfigur bieten die Episoden nicht, immer wieder wird aber der Sch\u00fcler Kasper als Anschauungsobjekt zitiert. Ansonsten sind der komischen Fantasie der beiden Autoren keine Grenzen gesetzt. Einige Dossiers muss man im Kontext der Zeit des Entstehens betrachten, andere verweisen gerne auf das Magazin Pilote und dessen Autoren und selbst <a href=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=3325\" target=\"_blank\">Asterix und Obelix<\/a> werden bisweilen Teil der Geschichten. toonfish (bzw. Splitter) greift hier ganz tief in die Comic-Historien-Kiste und hebt erfolgreich und mutig einen Schatz, der rundum gelungen pr\u00e4sentiert wird (man beachte die Vorsatzseiten am Anfang und am Ende) und der ein kleines, eher unbekanntes Fenster in vergangene Comic-Zeiten \u00f6ffnet. (bw)<\/p>\n<p>Die Dingodossiers<br \/>\nText: Ren\u00e9 Goscinny<br \/>\nBilder: Marcel Gotlib<br \/>\n280 Seiten in schwarz-wei\u00df und Farbe, Hardcover<br \/>\ntoonfish \/ Splitter Verlag<br \/>\n39,95 Euro<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-95839-924-2<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D4429\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=4429\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Die Dingodossiers (toonfish) &raquo; Comicleser #Die Dingodossiers #Funny #Gesamtausgabe #Klassike [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ren\u00e9 Goscinny, Comic-Autor. Selbst arme Tr\u00f6pfe, die mit Comics eher wenig am Hut haben, kennen \u201eAsterix\u201c. Und damit auch Ren\u00e9 Goscinny. 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