{"id":392,"date":"2011-02-28T13:41:07","date_gmt":"2011-02-28T11:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=392"},"modified":"2014-07-11T11:23:11","modified_gmt":"2014-07-11T09:23:11","slug":"final-crisis-gesamtausgabe-dc-panini","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=392","title":{"rendered":"Final Crisis Gesamtausgabe (DC \/ Panini)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-393\" title=\"Final Crisis Gesamtausgabe\" src=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/final-crisisx.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/final-crisisx.jpg 259w, http:\/\/www.comicleser.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/final-crisisx-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/p>\n<p>Schallr\u00f6hren. Ungef\u00e4hr 38 Gr\u00fcne Leuchten. S\u00e4tze wie \u201eDas multiversale Planetarium \u00fcberstand die Reparaturen nach dem Verlust von Universum 52\u201c, v\u00f6llig unger\u00fchrt ausgesprochen. Superman mit 4D-Blick. Einer von drei Roten Blitzen, der aus der Zukunft in die Vergangenheit rennt, in der er eigentlich l\u00e4ngst tot ist.<\/p>\n<p>Das alles \u2013 und, wie ein gro\u00dfer deutscher Philosoph so treffend sagte, und noch viel mehr \u2013 bietet das gewaltige Epos, das uns die Paninis hier in einem Omnibus-Band servieren. Selbst leidlichen Kennern des DC-Universums d\u00fcrfte es nicht gerade leicht fallen, sich in dieser wahrlich multiversellen Story zurechtzufinden. Versuchen wir es trotzdem: die Erde wird von den New Gods, ihres Zeichens Bewohner der Parallelwelten von Apokolips und New Genesis, attackiert. Die ganze Malaise beginnt, als man den ermordeten Kriegsgott Orion auffindet und daf\u00fcr einen gewissen Hal Jordan vor den Rat der W\u00e4chter von Oa zerrt. Dass es sich dabei nur um eine Finte eines ganz gewissen Herren handelt, ist klar: von allen Seiten infiltriert der sinistre Darkseid mit Hilfe seines Lakaien Libra s\u00e4mtliche 52 (ja ja) Welten, unterwirft sich dabei die Menschheit und impft ihnen obendrein seine Anti-Lebens-Formel ein (unklar? Ich vereinfache hier drastisch). Nicht nur die Gerechtigkeitsliga, nein, schlicht und ergreifend alle Helden aller Welten (und das sind ne ganze Menge) ziehen so dann in den Kampf, um die finale Krise, die drohende Ausl\u00f6schung der Erde in allen Auspr\u00e4gungen, abzuwenden. Eine entscheidende Rolle f\u00e4llt dabei ausgerechnet einem so gar nicht \u00fcbermenschlichen Mitternachtsdetektiv zu, der sich schlie\u00dflich alleine dem grimmen Darkseid gegen\u00fcbersieht\u2026<\/p>\n<p>Es ist wahrlich ein Grande Furioso, was uns der Schotte Grant Morrison, der schon den JLA- und Batman-Serien sowie All-Star Superman seine ganz eigene Note verlieh, in dieser Mini-Serie entfesselt. Inszeniert von J.G. Jones und Doug Mahnke, erschien Final Crisis 2008 \u00fcber einen Zeitraum von fast einem Jahr und wird in diesem Sammelband erg\u00e4nzt um die Tie-Ins Final Crisis: Submit und Final Crisis: Superman Beyond. Aufgegriffen wird in diesem \u201eSuperevent\u201c die Grundidee von Jack \u201eThe King\u201c Kirby, der nach seinem entt\u00e4uschten Abgang bei Marvel schon Anfang der 70er in seiner Fourth World-Serie f\u00fcr DC das Konzept der Gegenwelten von New Genesis und Apokolips schuf, um damit dem damaligen DC-Universum eine ganze Armada von Charakteren hinzuzuf\u00fcgen. Das flog aber nie so recht, bis Morrison die Konstellation f\u00fcr seine Seven Soldiers- und JLA-B\u00e4nde aufgriff, was er nur mit einem Rundumschlag erneut tut. Das Krisenszenario selbst geht dabei zur\u00fcck auf die grunds\u00e4tzliche Neuordnung des DC-Universums in dem 1985er-Happening Crisis On Infinite Earths (einen Pokal schon mal allen, die das s nach dem th richtig \u00fcber die Lippen bringen), in dem man sich aller Kontinuit\u00e4t und Historie flugs entledigte und einen kompletten Reboot hinlegte. Dem folgte dann 1994 Zero Hour: A Crisis in Time und schlie\u00dflich 2006 Infinite Crisis, wo man sich auf die Idee der Multiversen zur\u00fcckbesann. 52 an der Zahl, die Erde nur eine davon. Und hier packt Morrison nun wieder an. Alles klar so weit? Wer m\u00f6chte, kann noch ein paar Spiderman-Klone dazumischen.<\/p>\n<p>Die Story f\u00e4llt von kosmischen, existenzialistisch verbr\u00e4mten H\u00f6hen (die eingebetteten Superman Beyond-Teile rufen das ganz gro\u00dfe Pathos auf, allerdings in einer solchen Komplexit\u00e4t, dass manch einer nur noch die Stirn runzeln d\u00fcrfte) \u00fcber faszinierend-verst\u00f6rende Elemente (eine vom B\u00f6sen befallene Wonderwoman hat schon was) bis hin zu zwischenmenschlichen, feinen T\u00f6nen \u2013 und genau die sind es, die vor allem \u00fcberzeugen k\u00f6nnen: der Einsatz des altbekannten Black Lightning (yo m\u00e4hn!), die R\u00fcckkehr des Barry Allen zu seinen Lieben (wenn auch h\u00f6chst verk\u00fcrzt motiviert), und vor allem \u2013 wie immer, m\u00f6chte man sagen \u2013 ein desillusionierter Oliver Queen, dessen Zynismus als Green Arrow seine zutiefst menschlichen Regungen kaum zu \u00fcberdecken vermag. Schade und fast ein wenig vergeben ist die Szene, in der die Repr\u00e4sentanten von Apokolips zur Demonstration, dass sie es ernst meinen, einen der traditionsreichsten Recken der JLA (einen gewissen gr\u00fcnh\u00e4utigen Marsianer) zu Strecke bringen \u2013 fast schon zu lapidar tritt da einer ab, der immerhin von der Stunde Null an dabei war.<\/p>\n<p>Final Crisis ist ein in jeder Hinsicht anspruchsvolles Werk: 340 Seiten (in denen noch nicht einmal jedes einzelne Heft enthalten ist, das in irgendeiner Form mit der Serie zu tun hatte), bev\u00f6lkert von Legionen von Charakteren, teilweise nur mit Kurzauftritten. Die Linearit\u00e4t der Erz\u00e4hlung ist aufgebrochen in einer fast schon assoziativen Erz\u00e4hlweise, st\u00e4ndigen Szenenwechseln (von Morrison passend \u201eChannel Zapping\u201c genannt) und nur angerissenen Handlungshintergr\u00fcnden. Letztlich ist das, was Morrison selbst als seinen Herrn der Ringe bezeichnete, ein hermetisches Kunstwerk: in seiner G\u00e4nze nur f\u00fcr ihn selbst zu verstehen, voller Referenzen und Andeutungen, die keiner au\u00dfer dem Autor vollst\u00e4ndig erfassen kann \u2013 so etwas hat sich eigentlich nur James Joyce in Finnegans Wake erlaubt. Ob einem Grant Morrison das zusteht, sei dahingestellt. Und das ist eigentlich auch die Krux: f\u00fcr Einsteiger ins Superheldengenre ist Final Crisis ohnehin g\u00e4nzlich ungeeignet, aber auch Kennern der Materie verlangt Morrison einen derart langen Atem ab, dass nicht wenige auf halber Strecke das Handtuch werfen d\u00fcrften. Wer Standhaftigkeit zeigt, der wird allerdings immer wieder weniger durch die gro\u00dfen Gesten als viel mehr die kleinen Zwischent\u00f6ne belohnt. Und durch teilweise wirklich atemberaubende Tableaus. (hb)<\/p>\n<p>Text: Grant Morrison<br \/>\nBilder: J.G. Jones, Doug Mahnke, Carlos Pacheco u.a.<br \/>\n340 Seiten in Farbe, Softcover<br \/>\nPanini Comics<br \/>\n24,95 Euro<\/p>\n<p>ISBN 978-3862010011<\/p>\n<div class=\"wp_twitter_button\" style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?counturl=http%3A%2F%2Fwww.comicleser.de%2F%3Fp%3D392\" class=\"twitter-share-button\" data-url=\"http:\/\/www.comicleser.de\/?p=392\" data-count=\"none\" data-via=\"comicleser\" data-lang=\"de\" data-text=\"Final Crisis Gesamtausgabe (DC \/ Panini) &raquo; Comicleser #Batman #Carlos Pacheco #DC #Doug Mahn [...]\">Tweet<\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schallr\u00f6hren. Ungef\u00e4hr 38 Gr\u00fcne Leuchten. S\u00e4tze wie \u201eDas multiversale Planetarium \u00fcberstand die Reparaturen nach dem Verlust von Universum 52\u201c, v\u00f6llig unger\u00fchrt ausgesprochen. Superman mit 4D-Blick. 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